Honoré de Balzac - Physiologie der Ehe
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Ein Stück Schwarzbrot und ein Krug Wasser stillen den Hunger eines jeden Menschen; aber unsere Zivilisation hat die Gastronomie geschaffen.
Die Liebe hat ihr Stück Brot, aber sie hat auch jene Kunst des Liebens, die wir Koketterie nennen – ein reizendes Wort, das nur in Frankreich existiert, wo diese Wissenschaft entstanden ist.
Nun, haben nicht alle Ehemänner einigen Anlaß zu zittern, wenn sie daran denken, daß der Mensch von Natur ein Bedürfnis hat, Abwechslung in seine Kost zu bringen? Dieses Bedürfnis geht ja so weit, daß die Forschungsreisenden auch in den wildesten Ländern geistige Getränke und Ragouts gefunden haben!
Aber der Hunger ist nicht so heftig wie die Liebe; aber die Launen der Seele sind viel zahlreicher, viel prickelnder, viel raffinierter in ihrer Heftigkeit als die Launen der Gastronomie; aber alles, was die Dichter und das Leben uns über die menschliche Liebe offenbart haben, bewaffnet unsere Junggesellen mit einer furchtbaren Macht: sie sind die Löwen des Evangeliums, die brüllend einhergehen und suchen, wen sie verschlingen.
Möge einmal ein jeder sein Gewissen prüfen, in seinen Erinnerungen nachsuchen und sich fragen, ob ihm jemals ein Mann begegnet ist, der sich mit der Liebe einer einzigen Frau begnügt hätte!
Wie sollen wir denn nun in einer Weise, daß die Ehre aller Beteiligten unangetastet bleibt, das Problem lösen, daß drei Millionen glühender Leidenschaften zu ihrer Sättigung nur vierhunderttausend Frauen finden? Will man vier Junggesellen auf jede Frau annehmen und die Rechnung aufstellen, daß die anständigen Frauen recht wohl instinktmäßig und unbewußt eine Art Turnus untereinander und unter den Junggesellen eingerichtet haben könnten, etwa in derselben Art wie die Gerichtspräsidenten, die ihre Räte alle nacheinander immer nach einer Anzahl von Jahren von einer Abteilung zur andern versetzen?
Das wäre eine traurige Art, die Schwierigkeit zu lösen!
Will man gar annehmen, daß bei der Verteilung der Junggesellen gewisse anständige Frauen es machen wie der Löwe der Fabel? Wie? Dann wären zum mindesten die Hälfte unserer Altäre übertünchte Gräber!
Will man zur Ehre der französischen Damen mit in Anschlag bringen, daß in Friedenszeiten die andern Länder, besonders England, Deutschland und Rußland, eine gewisse Anzahl ihrer anständigen Frauen in unser Land einführen? Da werden aber die europäischen Nationen behaupten, das gleiche sich wieder aus, indem Frankreich eine gewisse Anzahl hübscher Frauen ausführe.
Derartige Berechnungen sind so schmerzhaft für Moral und Religion, daß ein anständiger Mann, von dem Wunsche beseelt, die verheirateten Frauen unschuldig zu finden, recht gerne glauben möchte, daß die Witwen und jungen Mädchen an dieser allgemeinen Verderbnis zur Hälfte beteiligt seien; oder noch lieber: daß die Junggesellen lögen. Aber was plagen wir uns lange mit Rechnungen? Denkt nur an unsere Ehemänner, die, zur Schande unserer Sitten sei's gesagt, sich fast alle wie Junggesellen aufführen und untereinander sich mit ihren geheimen Abenteuern brüsten.
Oh, dann glauben wir also, daß jeder Verheiratete, wenn er ein bißchen auf die Ehre seiner Frau hält, sich nur einfach nach einem Strick und einem Nagel umsehen kann: ›Foenum habet in cornu!‹
Unter diesen vierhunderttausend anständigen Frauen müssen wir jedoch, die Laterne in der Hand, die Zahl der tugendhaften Frauen suchen, die es in Frankreich gibt! In unserer Ehestatistik haben wir nur Geschöpfe abgestrichen, um die die Gesellschaft sich tatsächlich nicht bekümmert. Stimmt es nicht, daß in Frankreich die ›anständigen Leute‹, die ›feinen Leute‹ kaum eine Gesamtzahl von drei Millionen Individuen ausmachen, nämlich: unsere Million Junggesellen, fünfhunderttausend anständige Frauen, fünfhunderttausend Ehemänner und eine Million Witwen, Kinder und Backfische?
Wundert ihr euch jetzt noch über Boileaus berühmten Vers? Dieser Vers beweist, daß der Dichter in die mathematischen Berechnungen, die wir soeben in diesen betrübenden Untersuchungen den Augen unserer Leser unterbreitet haben, tief eingedrungen war, und daß er nicht übertrieben hat.
Indessen – es gibt doch tugendhafte Frauen:
Ja – diejenigen, die niemals in Versuchung geraten sind, und diejenigen, die in ihrem ersten Kindbett sterben, vorausgesetzt, daß sie Jungfrauen waren, als ihre Gatten sie heimführten.
Ja – diejenigen, die häßlich sind wie die Kaïfakatadary aus ›Tausendundeine Nacht‹; ja – diejenigen, die Mirabeau ›Gurkenfeen‹ nennt, und die genau aus denselben Atomen bestehen wie die Wurzeln der Erdbeere und der Seerose; indessen – darauf wollen wir uns lieber nicht verlassen.
Dann wollen wir zur Ehre des Jahrhunderts gestehen, daß man seit der Wiederaufrichtung der Moral und Religion in gegenwärtiger Zeit hier und da einigen Frauen begegnet, die so moralisch sind, so religiös, so pflichteifrig, so redlich, so abgezirkelt in ihrem Benehmen, so steif, so tugendhaft, so .... daß der Teufel sie nicht einmal anzusehen wagt; sie sind auf allen Seiten schützend umgeben von Rosenkränzen, Gebetsübungen und Beichtvätern ... pst!
Wir wollen nicht versuchen, die Frauen zu zählen, die aus Dummheit tugendhaft sind; es ist allgemein anerkannt, daß in der Liebe alle Frauen Geist haben.
Schließlich wäre es jedoch nicht unmöglich, daß es in irgendeinem Winkel junge, hübsche und tugendhafte Frauen gäbe, von denen die Welt keine Ahnung hat.
Eine tugendhafte Frau dürft ihr aber nicht die nennen, die gegen eine unwillkürliche Leidenschaft ankämpft und einem Liebhaber, den sie zu ihrer Verzweiflung vergöttern muß, nichts bewilligt hat. Dies ist der blutigste Schimpf, der einem verliebten Ehegatten angetan werden kann. Was bleibt ihm von seiner Frau? Ein namenloses Ding, ein lebender Leichnam. Inmitten der Liebeslust ist seine Frau wie jener Gast, dem Borgia beim Gelage sagte, einige von den Speisen seien vergiftet: er hat keinen Hunger mehr und ißt nicht mehr, sondern tut nur noch, wie wenn er kaute. Er bedauert, daß er eine andere Einladung abgelehnt hat, um bei dem fürchterlichen Kardinal zu Tische zu gehen, und sehnt seufzend den Augenblick herbei, wo das Fest zu Ende sein wird und er vom Tische aufstehen kann.
Was folgt nun aus diesen Betrachtungen über die weibliche Tugend? Fünf Grundsätze, von denen uns aber die beiden letzten von einem eklektischen Philosophen des achtzehnten Jahrhunderts überliefert sind. Hier sind sie:
XVIII. Eine tugendhafte Frau hat im Herzen eine Fiber mehr oder weniger als die übrigen Frauen: sie ist dumm oder erhaben.
XIX. Die Tugend der Frauen ist vielleicht eine Frage des Temperaments.
XX. Die tugendhaftesten Frauen haben in sich ein gewisses Etwas, das niemals keusch ist.
XXI. Daß ein geistvoller Mann Zweifel an seiner Geliebten hegt, das läßt sich begreifen; aber an seiner Frau ...! da muß man gar zu dumm sein.
XXII. Die Männer wären zu unglücklich, wenn sie bei den Frauen auch nur im leisesten sich dessen erinnerten, was sie auswendig wissen.
Die Zahl der seltenen Frauen, die wie die Jungfrauen des Gleichnisses das Öl ihrer Lampe zu sparen wußten, wird in den Augen der Verteidiger von Tugend und redlichem Gefühl stets zu schwach sein. Aber noch obendrein müssen wir sie von der Gesamtzahl der anständigen Frauen abziehen, und diese an und für sich trostreiche Subtraktion macht die Gefahr für die Ehemänner noch größer, das Ärgernis noch häßlicher, und befleckt um so mehr die Ehre der übrigen legitimen Ehefrauen.
Welcher Ehemann wird jetzt noch ruhig an der Seite seiner jungen hübschen Frau schlafen können, wenn er vernimmt, daß mindestens drei Junggesellen auf der Lauer liegen? Wenn sie auf seiner kleinen Besitzung auch noch keinen Schaden angerichtet haben, so betrachten sie doch die Verheiratete als eine Beute, die ihnen von Rechts wegen zukommt und die ihnen früher oder später auch zufallen wird, entweder durch List oder durch Gewalt, die sie mit dem Rechte des Eroberers oder mit freier Zustimmung erlangen werden. Und es kann nicht anders sein, als daß sie eines Tages siegreich aus diesem Kampf hervorgehen.
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