Georg Kühlewind - Der sanfte Wille

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"Sanfter Wille" – ein Widerspruch in sich? So könnte es spontan betrachtet erscheinen. Georg Kühlewind zeigt jedoch, dass nicht der «harte», zweckbezogene Wille, sondern eben der «sanfte» unser ursprünglicher ist – der empfangende, prägbare, «umgekehrte» Wille, mit dem das Kind den gestaltenden und bewahrenden Willen in der Schöpfung erlebt; durch ihn ist das Kind zum Beispiel fähig, sprechen zu lernen, denn im Sprechen gibt es wieder, was in den umgekehrten Willen hereingeprägt ist. Der Erwachsene bewahrt diese in das Körperliche hineinreichende Prägbarkeit auf dem Gebiet des Sprechens und Singens: Ein noch nie gehörter Laut oder ein Wort einer Fremdsprache können auf Anhieb reproduziert werden. Auch alle inneren Willensakte, wie Denken, Erinnern, Verstehen, Ahnen, Lernen, Problemlösen werden von einem empfangenden Willen geführt. «Man kann lange suchen, nicht aber lange finden.»

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3. Übung

Der zweite Schritt in der Reinigung des Denkens besteht darin, dass wir übungsweise die Wahrnehmungselemente im Denken vermeiden. Denn in jeglicher Sinneswahrnehmung ist ein Element der Stofflichkeit, das für das Denken undurchdringlich ist: Wo das Denken / Vorstellen auf Stoffliches trifft, prallt es zurück. Das Stoffliche ist, abgesehen von seiner Qualität, undenkbar, das Denken berührt es nur wie von außen. 3

Besinnung / Meditation 5: Das Stoffliche ist undenkbar.

Die Übung besteht darin, dass wir zum Denken ein Thema wählen, das keine Wahrnehmungselemente enthält. So zum Beispiel den Satz: «Wir wissen nicht, wie wir denken» aus dem Auftakt; oder eine von den ersten vier Besinnungen; oder eine philosophische, mathematische oder logische Wahrheit oder Gesetzmäßigkeit. Wir versuchen, diese «abstrakten» Sätze weiterzudenken, unter Vermeidung von Wahrnehmungsvorstellungen. Je konzentrierter (kontinuierlicher) wir das tun, umso durchsichtiger wird der Verlauf für das Denken. Nach dieser Übung vergleichen wir die Erfahrungen aus den ersten drei Übungen.

4. Übung

Wir versuchen, den Sinn von Konjunktionswörtern zu erfassen (zu verstehen), wie «ja», «nein», «aber», «oder», «doch», «jedoch», «und», «so», «wie», «als», «ob», «nur», «wenn», «sonst», «ohne» und so weiter. Es sind keine Definitionen oder Erklärungen durch andere Wörter – wie beispielsweise «ja» heißt Einwilligung – gewünscht, nur die innere Gebärde des Verstehens. Wörter wie diese enthalten keine Wahrnehmungselemente, sie sind wie Gelenke der Rede, lauter innere Gebärden. Es ist lehrreich, sie mit den entsprechenden Ausdrücken anderer Sprachen zu vergleichen («aber» – «but») und dabei auch auf die Unterschiede in der Bedeutung zu achten.

Besinnung 6: Die Bedeutungen aller dieser Wörter sind in der Wahrnehmungswelt nicht zu finden. Woher kommen sie, und was ist ihre Rolle?

5. Übung

Wir versuchen, den Sinn von Adjektiven, wie «gut», «schön», «groß», «klein», «lang», «langsam», «dunkel», «rund», «eckig», zu erfassen. Es ist einzusehen, dass diese Wörter sich zwar auf Wahrnehmungen beziehen können (was nicht unbedingt gilt, siehe «eine große Idee»), jedoch nicht aus der Wahrnehmungswelt stammen. Um etwas Viereckiges zu sehen, muss der Mensch die Begriffe «vier» und «eckig» schon gefasst haben. Die Zahlen sind vielleicht das beste Beispiel für das Verhältnis des denkerisch Erfassten zur Wahrnehmungswelt.

6. Übung

Wir versuchen, Sätze aus der dritten Übung mit anderen Worten auszudrücken. Dann übersetzen wir, wenn möglich, die Sätze in eine Fremdsprache. Wir können die Übung gleich mit dem vorvorigen Satz «Wir versuchen, Sätze …» oder mit dem vorliegenden «Wir können die Übung …» probieren.

Besinnung 7: Was übersetzen wir?

Gedanken über Sprache – Worte, Sätze, Begriffe, Gegenwart und Verstehen

Die Besinnung 7 kann uns zeigen, dass der Sinn des Satzes bei der Übersetzung – denn wir übersetzen den Sinn, nicht die Worte – wenigstens für Augenblicke ohne Worte und auch außerhalb einer Sprache – im Übergang – existieren kann. Das ist vielleicht nicht so überraschend, wenn wir die nächste Besinnung einbeziehen.

Besinnung 8: Wenn wir etwas in einen Satz fassen, laut oder nur innerlich, woher wissen wir, mit welchem Wort zu beginnen ist, welches das zweite, das dritte sein wird und was für eine grammatische Form die entsprechende ist?

Auch kann man gegebenenfalls entscheiden, in welcher Sprache das ausgedrückt werden soll. Nicht selten sind wir mit dem Ausdruck unzufrieden – was vergleichen wir dann mit dem Ausdruck? Wenn wir dieser Frage nachgehen, wird offensichtlich, dass der Sinn oder die Bedeutung des Satzes schon da sein muss, bevor ich die Sprache, die Worte, das heißt die Zeichen für die Bedeutung, wählen kann. Es ist auch bekannt, dass das Verstehen eines Textes über das Verstehen der Wörter hinausgeht; es kann vorkommen, dass wir alle Wörter eines Satzes verstehen, den Satz aber nicht, oder umgekehrt, wir verstehen einige Wörter im Satz nicht, und doch ist dieser verständlich und beleuchtet die nicht verstandenen Wörter – im Umgang mit Fremdsprachen passiert das oft. Der Sinn oder die Bedeutung ist wortlos, übersprachlich vor dem Erscheinen der Zeichenform da, und beim Verstehen gelangt der Verstehende wieder zur geistigen Form der Bedeutung. Auch wenn wir ein Wort übersetzen – oder in derselben Sprache durch ein anderes ersetzen –, ist klar, dass wir die Bedeutung vom Zeichen, von der Lautfigur trennen können, dass die Bedeutung unabhängig von der sinneswahrnehmbaren Erscheinung existiert. Die nächste Stufe der Reinigung des Denkens wäre ein – kontinuierliches – Denken ohne Worte. Das und noch mehr geschieht in Augenblicken der Geistesgegenwart: Als ob das Denken mit unendlicher Geschwindigkeit verliefe, nicht Schritt um Schritt in der Zeit. Kontinuierlich und absichtlich ohne Worte zu denken ist den meisten Erwachsenen unserer Zeit ohne vorangehende Übung versagt. Übungen aber können dazu führen.

Besinnung/Meditation 9: Die Wörter kommen aus dem Wortlosen .

Hinter den Wörtern stehen Begrifflichkeiten, das heißt, ein Wort ist ein Zeichen für ein Verständnis, für ein Begreifen. Man kann auch Wörter benutzen, ohne sie wirklich, vollständig dem Wesen nach zu verstehen – und das geschieht nicht selten –, aber auch in dem Fall versteht man unter einem Wort etwas . Wenn wir solches Gefasel ausklammern, heißt in Worten zu denken in Begriffen zu denken. Die Begrifflichkeit der in der Sprache gegebenen Wörter – sofern sie nicht technisch-wissenschaftlich verwendet werden – ist keineswegs eindeutig, sie können sehr flexibel gebraucht werden, auch zur Bezeichnung neu entstandener Begriffe. 4 Der Mensch kann neue Begriffe finden und sie mit alten Wörter benennen. Das zeigt auch, dass Begriffe ohne Zeichen existieren können. Die ersten Begriffe werden dem Kleinkind durch die Muttersprache gegeben. Später löst sich das Denken von der Sprache los und kann dann zu neuen Begriffen gelangen. Aus alldem geht hervor, dass der Mensch wortlos, aber immerhin in Begriffen denken kann. Meistens denken wir – ob wortlos, ob nicht – in schon fertigen, hergebrachten, nicht neuen Begriffen. Daher wäre der nächste Schritt in der Reinigung des Denkens das nicht-begriffliche Denken.

Der Erwachsene hat einen Begriffsschatz, dessen größter Teil überliefert, sprachgegeben ist. Diese Begriffe mussten ebenso im Laufe des Lebens erworben, das heißt verstanden werden, wie die – zumeist nicht zahlreichen – selbst gefundenen Begriffe. Das Begreifen, die Bildung der Begriffe geschieht durch ein begriffsbildendes Denken, das nicht begrifflich verläuft. Im Kleinkindalter dominiert dieses Denken, damit begreift das Kind die dargebotenen Begriffe, indem das Verstehen, selbst kontinuierlicher Natur, zum Halt kommt. Wo der Vorgang zu einem (provisorischen) Stillstand kommt, entsteht ein Begriff, ein Verständnis. Bei dem Erwachsenen findet dieser Prozess durch hergebrachte Begriffe statt, zwischen welchen an einer Stelle – oder an mehreren Stellen – eine Lücke ist: Dort geschieht ein neues Verstehen, und es bildet sich ein neuer Begriff.

Ein Beispiel von Begriffsbildung: Wir zeigen einem Kind (dreibis fünfjährig) kreisförmige, dreieckige, viereckige Gegenstände und auch andere, die keine bekannte, benannte Form haben, von verschiedener Größe, Stofflichkeit und Farbe. Solange das Kind die Begrifflichkeiten von Kreis, Dreieck, Viereck beziehungsweise die Farbbegriffe nicht gebildet hat, kann es die Gegenstände nicht nach Form oder Farbe sortieren. Die Begriffsbildung geschieht durch selektierende Aufmerksamkeit: Um den Begriff «Kreis» zu erfassen, muss man von allen anderen Eigenschaften des Dinges (Größe, Stofflichkeit, Gewicht, Farbe usw.) absehen und die Aufmerksamkeit nur auf das , nämlich auf die Form lenken. Ebenso, nämlich durch Einschränken der Aufmerksamkeit, geht die Begriffsbildung im Hinblick auf die Farbe vor sich: Nie tritt eine Farbe allein auf.

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