Arna Aley - 4 1/2

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Toteau, Ende zwanzig, ist eine Frau, die nicht erwachsen wird. In der Großstadt lebend, stolpert sie von einer Beziehungskatastrophe in die nächste. Weil ihr Freund sie vor die Tür setzt, rächt sie sich am männlichen Geschlecht. Sie zeigt einen flüchtigen Bekannten an, weil dieser sie angeblich vergewaltigt hat. Als sie sich bei der Familie entschuldigen will, stellt sie fest, dass die Ehefrau froh ist, ihren Mann endlich los zu sein. Und während er seine Strafe absitzt, freunden sich die beiden Frauen an.
"4 ½" ist eine Art Liebesreigen, in dem die Protagonistin vor Lebenshunger umkommt. Arna Aley gelingt es, in analytischen Vor- und Rückblenden, mit beeindruckend eigenwilliger Sprachkraft Toteaus Beziehungskatastrophen ineinander zu verweben und dabei ein quirliges, lebendiges und unkonventionelles Portrait einer jungen Frau zu zeichnen.
Die Uraufführung des Stückes fand am Berliner Ensemble unter dem Titel «4 ½ Männer und ich» statt.

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TOTEAUDie Apothekerin hat gesagt, ich darf die Blase keinesfalls aufmachen, weil darunter eine offene Wunde ist. Wenn sich darunter eine neue Haut gebildet hat, wird die Blase von selbst aufgehen.

BOAbsolut. Deswegen braucht man auch kein Brandgel.

TOTEAUAber das ist auch Wundgel zugleich. Es wirkt kühlend, desinfizierend und schmerzlindernd.

BOHast du Schmerzen?

TOTEAUHeute tut es nicht mehr weh, aber gestern hat die Stelle ganz schön wehgetan.

BOWeißt du was? Du bringst diese Tüte zurück in die Apotheke und verlangst, dass sie dir die sechs Euro fünfundzwanzig zurückgeben. Dafür kaufst du mir Zigaretten.

Samuel sagte, ich hätte Angst vor einer ernsten Beziehung. Ich würde mich immer für eine Beziehung entscheiden, die nach einer Rennstrecke mit möglichst vielen Hindernissen aussieht, um nach einer Fahrrunde sagen zu können, ich hätte es versucht, es hat aber nicht geklappt.

Samuel wollte ein Buch über Don Juan schreiben. Einen Roman. Er hat sich in seinem Zimmer eingeschlossen und ich habe an der Tür des Zimmers geklebt. Das war wohl das Falscheste, was ich hätte tun können, ich konnte aber nicht anders. Ich wollte alles mit ihm zusammen machen. Mit ihm zusammen aufstehen, mit ihm zusammen frühstücken, mit ihm zusammen den Tag verbringen, mit ihm zusammen ins Bett gehen, mit ihm zusammen schlafen. Die gleichen Bücher lesen wie er, die gleiche Musik hören wie er, am liebsten hätte ich ihm beim Schreiben über die Schulter geschaut, auf den Bildschirm und mich über jedes Wort gefreut, das er geschrieben hat.

Ich wollte seine Muse, seine erste Leserin sein. Ich wollte, dass er alle seine Romane mir widmet.

„An Toteau.“ Oder „Toteau gewidmet.“ Er hätte es auch getan, aber wir sind in einen Teufelskreis geraten. Wenn ich ihm nicht ständig nachgelaufen wäre, hätte er den Roman längst geschrieben und mir gewidmet. Ich würde aber immer dazwischen stehen, zwischen ihm und seinem Buch, sagte er. Deswegen würde er nichts schaffen.

Es ist sehr frustrierend, wenn man merkt, dass die Zeit vergeht und man nichts schafft.

BODas ist kein Mehlsack, drück nicht so doll.

TOTEAUEntschuldigung.

BOHast dich ein wenig reingesteigert, was? Macht nichts.

TOTEAUWeißt du, was ich als Kind sehr sehr mochte?

BOWeiß ich nicht.

TOTEAUEine Plastiktüte gefüllt mit Kartoffelstärke in der Hand zu zerdrücken. So ein komisches Gefühl zwischen den Fingern. Es fühlt sich an wie das Knistern des Schnees untern den Füßen oder wie wenn man eine Hand voll Schnee zu einem Schneeball knetet.

BOMusst du schon gehen?

TOTEAUWie spät ist es?

BOKeine Ahnung.

TOTEAUIst heute Sonntag?

BO (schaut hoch) Es scheint so.

TOTEAUSonntags unterrichte ich nicht. Ich habe den ganzen Abend frei. Möchtest du, dass ich gehe?

BOMir ist es egal. Was sind das für Leute, die bei dir Klavier lernen wollen? Gibt es auch Männer dabei?

TOTEAUZwei.

BOWie alt?

TOTEAUMitte zwanzig, schätze ich.

BOBeide?

TOTEAUDer eine könnte auch Ende zwanzig sein.

BOSind die gut?

TOTEAUMeinst du musikalisch?

BOJa, musikalisch.

TOTEAUDarauf achte ich nicht. Ich brauche nur das Geld, das sie mir zahlen. Ich denke nur an die zwanzig Euro, die ich nach der Stunde in mein Portemonnaie stecke.

BOEs ist gut so.

Samuel sagte, wenn ich eine sozial intakte Familie gehabt hätte, wäre ich ein Genie geworden, egal in welchem Fach. Samuel hielt sehr viel von mir. Ich hielt auch sehr viel von ihm. Er meinte nur, ich bin viel zu früh fallen gelassen worden.

Ray kam nach Samuel. Genauer gesagt, ich habe nur die Zimmertür gewechselt. Sie waren WG-Freunde, Ray und Samuel. Ich habe mir nicht mal einen Bademantel übergezogen, ich bin, so wie ich war, im Nachthemd, einfach rüber gegangen. In Rays Zimmer.

Ich habe mich auf den Gipssockel gesetzt und ihm den fleckenlosen Engel vorgespielt. Er hat mir die Rolle voll abgenommen. Ich habe mir selbst manchmal die Rolle abgenommen. Ich ließ mich anbeten, ich ließ mich mit der Tiefe der Bruckner Sinfonien vergleichen. Ray bestand nur aus einer Fassade, er war das Cover einer billig produzierten Bruckner-CD.

Ich habe Ray verlassen, genauso wie ich gekommen bin: in einem Nachthemd. Ich habe ihn verlassen, weil ich mich nach einem Sturz gesehnt habe und nach einem Inhalt, auch wenn er Dreck ist. Ich bin auf die Straße hinaus, der Erste, der mich angesprochen hat, war Joe.

Joe, der Tätowierte, der Orang-Utan, der Vielfraß.

Joe hat mich direkt in sein Bett mitgenommen. Da war noch eine Monsterkatze in der Wohnung. Mein erster Gedanke war, die Katze wäre seine verzauberte Geliebte. Nach dem Aufwachen habe ich noch mehr von den verzauberten Geliebten entdeckt. Jeder Gegenstand in seiner Wohnung schien eine verzauberte Geliebte zu sein. Alles, was da rumstand, hatte keine Funktion, alles schaute mir zu, wie ich durch die Wohnung schlich.

Joe war weg. Seine Geliebten passten auf mich auf.

Ich überlegte, in welchen Gegenstand er mich verwandeln würde. Es war dunkel. Die Fenster wurden mit Bettlaken zugedeckt. Der Herd war noch warm, das Geschirr nicht abgewaschen.

Oben übte jemand Klavier.

Ich war sehr schlecht auf dem Klavier. Ich erzählte gerne überall von meiner großen Pianistinnenkarriere und wusste ganz genau, dass daraus nichts werden würde. Das einzig Traurige für mich daran war, dass ich mich nie in einem langen dunkelblauen Samtkleid vor dem tobenden Publikum des vollgefüllten Philharmoniesaals, mit einem zurückhaltenden Lächeln im Gesicht, bescheiden verbeugen würde. Das oben offene Kleid sollte mit seidenen Spagettiträgern gehalten werden, damit es nicht zu eng an der Brust geschnitten werden muss, wegen des freien Atmens während des Spiels. An dem zugespitzten Brustteil des Kleides, an dem der linke Spagettiträger befestigt wird, sollte eine dunkelviolette Stoffblume angebracht werden. Die Blume hatte ich schon, die lag auf meinem Schreibtisch aufbewahrt, in einer durchsichtigen Plastikschale von französischen Bonbons, eine dunkelviolette Lilie. Die Bonbons habe ich im Klavier versteckt. Unten im Klavier ist ein kleiner Raum, in dem ich auf Empfehlung des Klavierstimmers zwei mit Wasser gefüllte Gläser aufstellte, wegen der Feuchtigkeit, den übrigen Platz habe ich als Versteck genützt. Für Bonbons, für Schmuck, für Schminke, später für Zigaretten, Alkohol, Geld.

TOTEAUWo war ich stehen geblieben?

BOIch weiß es nicht, ich habe dir nicht zugehört.

TOTEAUMeine Mutter hört mir auch nie zu. Du hast mich etwas gefragt und ich fing an, zu erzählen.

BOEs ist egal, es war bestimmt nicht so wichtig, was ich gefragt habe.

TOTEAUDu hast mich nach meinen Klavierschülern gefragt.

BOWas gehen mich deine Klavierschüler an.

TOTEAUNur so viel, dass ich dir für deren Geld Zigaretten kaufe.

BOWie du zu deinem Geld kommst, ist mir völlig egal. Mir ist es generell egal, wo Leute ihr Geld hernehmen. Geld ist Geld. Wie es an seinen Besitzer gelangt, das ist die Sache des Besitzers, niemanden sonst geht das was an. Niemanden geht es was an, dass ich mein Geld mit gestohlenen Autos verdiene. Job ist Job. Nicht mal den Besitzer des gestohlenen Autos geht es was an. Er macht seinen Job, ich mache meinen Job. Er verdient mit irgendetwas Geld und kauft sich ein Auto, ich verkaufe sein Auto und verdiene damit Geld. Ein Kreis, der sich schließt, ganz nach den Naturgesetzen. Alles was den Naturgesetzen gemäß ist, ist automatisch richtig.

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