Ilse Tielsch - Das letzte Jahr

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1938: Die neunjährige Elfi Zimmermann erlebt das letzte Jahr vor dem Ausbruch des 2. Weltkriegs in einem südmährischen Städtchen. Zu Beginn des Jahres freut sie sich über ihr neues Fahrrad, im Herbst besetzen Hitlers Truppen die Sudetengebiete, und alles beginnt sich zu verändern. Elfi kann nicht verstehen, warum ihre jüdische Freundin, viele Nachbarn und immer mehr Geschäfte verschwinden und warum ihre Eltern nicht mit ihr sprechen, sondern nur miteinander flüstern.
Ilse Tielsch zeigt ein in dieser schwierigen Zeit in ihren Gedanken und Ängsten alleingelassenes Mädchen, das nicht akzeptieren will, dass sein unbeschwertes Leben nicht mehr möglich ist.

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Daß wir in einer hügeligen Gegend wohnen, macht das Radfahren sehr interessant. Man muß zwar oft absteigen und das Rad bergauf schieben, kann aber auf der anderen Seite wunderbar schnell hinunterfahren, der Schwung, den man dabei bekommt, reicht oft bis zur Hälfte des nächsten Hügels. Ich sause die Hügel hinunter, manchmal sogar freihändig, um schon für den Zirkus zu üben, der Schwung trägt mich noch ein Stück auf den gegenüberliegenden Hügel hinauf. Ich trete kräftg in die Pedale, bis ich oben angekommen bin. Dabei komme ich ins Schwitzen, aber es macht Spaß. Nur wenn es allzu steil hinaufgeht, steige ich ab.

Die Hügel rund um unsere Stadt sind im Sommer bunt gestreift, weil auf den Feldern verschiedene Pflanzen wachsen, das Getreide ist im Frühling hellgrün, später dann wird es gelb, beim Kukuruz ist es ähnlich. Das sieht sehr lustig aus. Die Rübenfelder sind dunkelgrün, die Mohnfelder blühen im Frühsommer zartrosa und weiß.

Aus den Rüben wird in mehreren Fabriken, die es in unserer Gegend gibt, Zucker gemacht, aus dem Mohn wird die Fülle für Mohnstrudel, Mohnkipferln, Mohnbuchteln und viele andere Mehlspeisen bereitet. Am liebsten sind mir die Mohnudeln aus Erdäpfelteig mit viel Zucker und flüssiger Butter darauf. Die reifen Mohnkapseln kann man aufbrechen und sich die blauen Körner direkt in den Mund rieseln lassen. Sie schmecken leicht bitter und bleiben zwischen den Zähnen kleben. Seit mir die Marschenka gesagt hat, daß man davon dumm werden kann, mach ich das aber nicht mehr so oft.

Angeblich, sagt die Marschenka, haben früher manche Leute in den Dörfern den Wickelkindern Mohnlutscher in den Mund gesteckt, weil sie dann fest schlafen und ihre Eltern ruhig auf den Feldern arbeiten konnten, und aus diesen Kindern wurden dann später oft nicht sehr gescheite Erwachsene. Sie sagt, ich soll mir nur den Schurl anschauen, dem hat man, wie er noch ganz klein gewesen ist, sicher Mohnschnuller gegeben. Was sie aber gar nicht wissen kann, weil der Schurl kein Wickelkind mehr gewesen ist, wie man ihn draußen beim Bahnhof zwischen den Eisenbahnschienen gefunden hat.

Immerhin hat mir das zu denken gegeben, weil ich den Schurl fast jeden Tag sehe, wenn er auf den Kirchenstufen oder bei der Dreifaltigkeit unter den Linden sitzt oder wie er beim Nowotnywirt die Stiegen abkehrt, und ich habe mir vorgenommen, doch lieber vorsichtig zu sein.

Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste, sagt die Josefka, und die muß das wissen, weil sie ja jetzt ein Geschäft mit Glaswaren und Porzellanhäferln hat.

Auf unseren Hügeln wachsen übrigens auch ungeheure Mengen verschiedenfarbiger Weintrauben, der Wein, den man daraus macht, ist so gut, daß die Händler von weither kommen, um ihn einzukaufen. Es gibt bei uns auch viele Weinkeller, in den Weingärten und an den Feldwegen stehen Marillenbäume und Pfirsichbäume und an den Straßenrändern Kirschbäume, und alle diese Bäume tragen im Sommer so viele Früchte, daß die Hausfrauen oft gar nicht wissen, was sie mit dem vielen Obst anfangen sollen, in die Einmachgläser geht gar nicht so viel hinein. Die Wiener holen sich manchmal etwas davon, aber es bleibt immer noch viel zu viel übrig. Gegen den Herbst zu liegen dann die blauen Zwetschken im Gras, und die Finger werden schwarz von den grünen Schalen der Nüsse, die man mit Stangen von den großen Nußbäumen schlägt.

2

Das Jahr 1938 hat mit einer großen Aufregung angefangen, davon muß ich unbedingt erzählen.

Am 25. Jänner hat nämlich in unserer Wohnung die Feuerglocke geläutet. Mein Vater ist ja bei der Freiwilligen Feuerwehr und wenn es irgendwo in der Umgebung brennt, muß er sofort alles stehen und liegen lassen, seine Uniform anziehen und zum Feuerwehrdepot rennen, wo der Löschwagen mit allen Spritzen und Leitern steht und wo sich bei Alarm alle Feuerwehrmänner einfinden müssen. Aus allen Richtungen laufen die Männer herbei und kommen ganz abgehetzt beim Feuerwehrdepot an, manche setzen sich erst beim Laufen ihren Helm auf und machen die Knöpfe an ihrer Jacke zu. Alles muß ja ganz schnell gehen, sonst ist das brennende Haus oder die brennende Scheune nicht mehr zu retten. In rasender Eile müssen dann die Schläuche gelegt und mit den Wasserpumpen verbunden werden, die Feuerwehrmänner können das sehr gut, denn sie haben das schon oft, wenn es gar nicht gebrannt hat, geprobt.

Wie der Alarm losgegangen ist, bin ich schon im Bett gelegen, weil ich so müde gewesen bin. Es hat nämlich im Jänner sehr viel wunderschönen Schnee gegeben, alles war tief verschneit, die Straßen waren verweht und die Autobusse und unsere Lokalbahn sind im Schnee stekkengeblieben. Die Erwachsenen haben sich geärgert, aber wir Kinder haben uns gefreut, denn wir haben zwei Tage schulfrei gehabt, weil die Wege freigeschaufelt werden mußten. Vom Rodeln hat uns der viele Schnee aber nicht abgehalten.

Ich bin mit meiner Rodel den ganzen Nachmittag unterwegs gewesen und erst am späten Nachmittag wieder nach Hause gekommen, wie es schon dunkel geworden ist, habe mein Nachtmahl gegessen und bin dann bald ins Bett gegangen. Nicht einmal zum Lesen habe ich Lust gehabt.

Wie die Feuerglocke zu läuten angefangen hat, bin ich schon beim Einschlafen gewesen, und weil sie nicht aufgehört hat zu läuten, bin ich richtig aufgewacht, bin aus dem Bett gesprungen und habe gerufen: Es brennt! Es brennt!

Dabei habe ich mich schnell angezogen, weil ich mir gedacht habe, daß es vielleicht in der nächsten Umgebung brennt, und so ein großes Ereignis darf man ja auf keinen Fall versäumen.

Schon während ich mich angezogen habe, habe ich den Feuerschein gesehen, der durch die Fenster geleuchtet hat, und wie ich den Vorhang weggezogen habe, war der Himmel ganz rot und in der Richtung zu den Pollauer Bergen ist das Rot noch viel ärger gewesen. Feuer habe ich aber keines gesehen.

In der Wohnung sind alle schon durcheinandergelaufen und Waldi, unser Dackel, hat ununterbrochen gebellt. Mein Vater hat seine Feuerwehruniform angezogen und seinen Helm aufgesetzt und hat gleich darauf das Haus verlassen, und die Mutter hat ihm noch nachgerufen, daß er aufpassen soll, aber er hat es nicht mehr gehört. Auch sie hat durch die Fenster den roten Himmel gesehen und wir alle, sie, ich und die Marschenka, sind über die Stiegen hinunter und auf die Straße hinaus gelaufen. Dort waren schon mehrere Leute unterwegs, die auch das Feuer sehen wollten, und auf dem Stadtplatz waren schon viele versammelt, haben in die Richtung geschaut, in der man den Brand vermutet hat, und alle waren sehr aufgeregt.

Wir haben geglaubt, daß es ein fürchterlich großes Feuer sein muß, doch niemand hat sich erklären können, was da so schrecklich brennt. Hinter den Hausdächern am unteren Stadtplatz, in der Richtung, wo die Schule liegt, ist der Feuerschein blutrot herausgekommen, ich habe schon gedacht, daß die Schule brennt. Der rote Schein hat sich von dort aus über den ganzen Himmel gezogen, alles war rot beleuchtet, die Fensterscheiben haben geglüht und die schönen weißen Haare der Frau Bürgermeister waren rosarot. Einige Leute sind dann weiter über den Stadtplatz hinuntergelaufen, weil sie das Feuer aus der Nähe sehen wollten, und auch ich wollte losrennen, aber meine Mutter hat mich am Arm festgehalten und gesagt, daß man uns dort, wo es brennt, jetzt sicher nicht brauchen kann.

Dann aber hat der Herr Oberlehrer Wessely, der in der Nähe von uns gestanden ist, gesagt, daß das kein irdisches Feuer sein kann, das da brennt. Ein Nordlicht ist es, hat er gesagt, das kann nur ein Nordlicht sein, ein gewöhnliches Feuer ist das nicht, da müßten dort unten ja ganze Stadtteile in Flammen stehen.

Sehen Sie nur diese Farben, hat er gerufen, und es sind jetzt tatsächlich aus dem Rot hinter den Dächern noch gelbe und grünliche Strahlen hervorgeschossen und alles, die Hauswände, der Kirchturm, sogar die Steine am Stadtplatz, hat ausgeschaut wie in Blut getaucht.

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