Gerhard Loibelsberger - Alles Geld der Welt

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Wien 1873. Der Aufstieg und Fall des Wiener Bankhauses Strauch – eine Geschichte über Börsenspekulanten, Bauherren und Immobilienhaie. Und über die kleinen Leute, die davon träumen, rasant reich zu werden. Im Dreivierteltakt des Wiener Walzers dreht sich alles immer schneller und schneller und die Menschen stürzen sich in finanzielle und erotische Abenteuer.
Willkommen inmitten des Booms der Wiener Gründerzeit und dessen abruptem Ende, dem Börsenkrach am 9. Mai 1873.

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Der Ober servierte den Aperitif und fragte:

»Zu speisen, die Herren?«

»Der Herr Herausgeber, der Herr von Boschan und meine Wenigkeit nehmen dreimal das Beefsteak. Dazu ein paar Braterdapferln, eine Buttersauce und ein Spiegelei drüber.«

»Wollen die Herrschaften Kohlsprossen 15dazu?«

»Ja, warum denn nicht. A bisserl was Grünes am Teller ist immer fesch.«

Moritz Szeps räusperte sich und sagte leise:

»Verzeihen Sie, aber das ist mir a bisserl zu üppig. Ich nehm’ einen Tafelspitz mit Apfelkren und Gerösteten.«

»Wünschen der Herr auch eine Schnittlauchsauce dazu?«

»Nein, nur Apfelkren.«

Nun schaltete sich Gustav von Boschan ein:

»Sei mir nicht bös’, Heinrich, aber ich hab’ heut’ Lust auf Fisch. Deshalb nehm’ ich die Forelle Müllerin mit Salzerdapferln.«

Der Ober notierte die Speisen und fragte dann:

»Wünschen die Herren eine Suppe?«

Szeps überlegte kurz und entschied sich für eine Bouillon mit Ei, Strauch und Boschan bestellten Frittatensuppe. Zur Begleitung der Speisen wurde ein halber Liter Weißer vom Nussberg geordert.

»Nun, was macht die Börse, Herr Baron?«

»Sie prosperiert, sie prosperiert. Die Geschäfte laufen glänzend. Und deswegen sitz ma ja auch zusammen.«

»Gründen S’ am End schon wieder eine neue Gesellschaft?«

»Nicht irgendeine Gesellschaft, mein lieber Szeps.« Heinrich von Strauch nahm einen Schluck vom Weißwein.

»Ich hab’ gemeinsam mit meinem lieben Freund Gustav die Niederösterreichische Wohnbaugesellschaft gegründet. Sie geht dieser Tage an die Börse.«

»Ich hab’ davon läuten gehört. Die Frage ist, was unterscheidet diese Baugesellschaft von den unzähligen anderen, die im Laufe des letzten Jahres gegründet wurden?«

Die Suppe wurde serviert, und Heinrich von Strauch ließ sich mit seiner Antwort Zeit. Er löffelte seine Frittaten, lobte den kräftigen Geschmack der Rindsuppe und wartete, bis Szeps seine Bouillon ausgelöffelt hatte. Boschan war als Erster fertig. Er legte den Löffel zur Seite und sagte in beiläufigem Tonfall:

»Nun, die Niederösterreichische Wohnbaugesellschaft unterscheidet sich in einem wesentlichen Punkt von anderen Neugründungen: Sie besitzt Grundstücke. Baugrundstücke.«

»Und wo?«

»Überall dort, wo Niederösterreich an das Wiener Stadtgebiet angrenzt: Matzleinsdorf, Margarethen, Meidling, Hietzing, Lainz und Ober-St. Veit. Und dazu besitzt sie Liegenschaften in Gloggnitz und St. Pölten. Alles in allem rund hunderttausend Quadratklafter 16.«

»Ich bin beeindruckt. Das ist ja einmal eine Baugesellschaft, die über einige reelle Werte verfügt. Und wer ist der Präsident des Verwaltungsrats?«

Nun schaltete sich Heinrich von Strauch in das Gespräch ein:

»Mein Freund Gustav.«

»Und warum nicht Sie?«

»Nun, ich steh’ eh schon zu sehr im Rampenlicht. Ich möcht’ mich nicht noch mehr exponieren.«

Der Tafelspitz, die Forelle und das Beefsteak wurden serviert. Die Herren aßen schweigend und mit Appetit. Danach orderte Heinrich von Strauch drei Stamperln Becherovka. Nachdem Szeps einen kräftigen Schluck davon gemacht hatte, fragte er:

»Wozu erzählen Sie mir das eigentlich?«

»Na, weil wir in Ihrem Blatt werben wollen.«

»Da müssen S’ mit den für die Reklameannahme zuständigen Personen sprechen.«

»Kommt doch gar nicht infrage. Ich red’ mit Ihnen, Sie machen mir einen anständigen Preis. Und alles Weitere geht mich nichts an.«

»Und was verstehen Sie unter einem anständigen Preis?«

»Einen günstigen. Was denn sonst?«

*

Alois Pöltl war ein ehrenwerter Mann, der das Handwerk des Barbiers nach allen Regeln der Kunst und darüber hinaus äußerst profitabel ausübte. Letzteres hatte mit der Lage seines Barbierladens zu tun, der sich in unmittelbarer Nähe zur Börse, in der Wipplingerstraße, befand. Zu seinen Kunden zählten Bankiers, leitende Bankangestellte und Beamte, Börsenagenten, Großhändler, aber auch Mitglieder des Adels sowie angesehener Bürgerfamilien. Tatsächlich gehörte es in gewissen Kreisen seit Jahren zum guten Ton, sich von Maître Pöltl rasieren und die Haare schneiden zu lassen. Kurzum, Pöltls Geschäfte liefen blendend, und so hatte er vor einigen Jahren um die Hand der Tochter eines seiner Kunden angehalten. Der betreffende Herr Papa ließ sich regelmäßig von Herrn Alois verschönern und kannte dessen wohlbestallte Situation. Also hatte er dieser Verbindung zugestimmt. Da der Barbier Alois Pöltl seinem Eheweib ein angemessenes Heim bieten wollte, hatte er eine prachtvolle Wohnung in einem eben erst errichteten Haus in der Mariahilfer Vorstadt bezogen. Bald danach kamen das erste, das zweite und schließlich das dritte Kind zur Welt. Alois Pöltl hatte nun drei hungrige Mäuler zu ernähren sowie eine Frau zu erhalten, die eine glühende Bewunderin der Kaiserin 17und ihrer Schlankheit war. Das bedeutete, dass sie nach dem dritten Kind sich eine strenge Diät auferlegte und nach und nach schlank wie eine Gerte wurde. Alois Pöltl, der eher den weiblichen Rundungen als den Ecken und Kanten der weiblichen Anatomie zugetan war, musste dies mit Bedauern feststellen. Auch eine charakterliche Veränderung brachten die strikte Diät und das konsequente Fasten bei seiner Frau mit sich. Ehrenfrieda verhärtete in ihrer gesamten Art und wurde zu einer regelrechten Erbsenzählerin. Sie sparte, wo immer sie konnte, und hortete das Ersparte mit einer Wonne, dass es dem Alois Pöltl das Herz zusammenkrampfte.

»Und? Hast du heut’ endlich den Baron Strauch gefragt?«

Alois, der nach einem langen Arbeitstag müde und hungrig heimgekommen war, schlüpfte in die Hausschuhe und schwieg bockig.

»Wann wirst du ihn endlich fragen?«

Nun schüttelte Alois den Kopf, zog die Schultern ein und schlurfte ins Esszimmer zum gedeckten Tisch. Er setzte sich, seine beiden älteren Töchter kamen und schmiegten sich an den Vater. Er streichelte zärtlich über ihre Köpfe und bemerkte mit Bedauern, dass es heute schon wieder Graupensuppe gab. Seine Frau goss ihm zwei Schöpfer in den Teller und zischte:

»Wenn du nicht Manns genug bist, ihn zu fragen, dann werde ich es tun. Mir reicht es allmählich. Meine Schwester und ihr Herr Gemahl sind inzwischen Millionäre geworden. Und warum? Weil sie schon vor drei Jahren ihr Geld an der Börse angelegt haben.«

Alois löffelte hungrig die Suppe. Nachdem er den Teller geleert und somit den ersten Hunger gestillt hatte, lehnte er sich mit einem Seufzer zurück und sagte:

»Gar nix wirst du tun. Und wennst wirklich was tust, wird’s nix fruchten.«

»Und warum nicht?«

»Weil ich den Herrn Baron heute neuerlich gefragt hab’.«

»Und was hat er geantwortet?«

»Zuerst hat er getan, als ob er meine Frage überhört hätte. Als ich dann die Rasur beendet hatte, hab ich ihn noch einmal g’fragt.«

»Ja und?«

»Nix und. Er hat bezahlt, mir einen Batzen Trinkgeld gegeben und sich verabschiedet.«

»Und er hat wirklich gar nix g’sagt?«

»Im Hinausgehen hat er schon was g’sagt, aber das wird dir net g’fallen.«

»Und was war das?«

»Dass ich die Finger von Börsenpapieren lassen soll.«

*

Der, den seine Mutter jahrelang Rotzpip’n genannt hatte, wälzte sich im Bett hin und her, gejagt von Ängsten zu versagen und verzehrt von Hass. Ein Hass, der seit vielen Jahren in ihm brodelte. Und manchmal, wenn er nicht einschlafen konnte, überkam es ihn mit aller Macht. Wie eine riesige Welle, die ihn erfasste und auf und davon trug. Er schwamm dann in einem Meer aus Gewalt, in dem geköpft, gemordet, verstümmelt und gehängt wurde. So wie damals, als er es als dreizehnjähriger Gymnasiast nicht mehr daheim aushielt, sondern hinausstürmte und sich unter die aufgebrachte Menschenmasse mengte. In diesem Meer von Zorn und Erregung, von blinder Wut und rasender Empörung schwamm er dahin und landete vor dem Kriegsministerium am Platz Am Hof. Hier tobte die Menge ganz besonders, hier wallte der Hass. Und plötzlich, als der Befehl an die vor dem Kriegsministerium aufgestellten Kanoniere erfolgte, ihre Kanonen in die Menge abzufeuern, gab es kein Halten mehr. Kartätschensplitter pfiffen ihm um die Ohren, aber das war ihm vollkommen gleichgültig. Gemeinsam mit Hunderten anderen wurden die Kanonenstellungen überrannt, und dann ging es hinein ins Kriegsministerium. Durchs Stiegenhaus rannten sie hinauf, durch Gänge und Säle. Weiter, immer weiter. Was ihnen im Weg stand, wurde zerschlagen, Soldaten worden niedergeprügelt. Hinauf in den vierten Stock. Und plötzlich wüstes Triumphgeschrei. Rundum hielt man inne. Er aber drängte sich in den Raum, aus dem die Brüllerei erklang. Und dann sah er das Unglaubliche: Aus dem offenen Kamin des Zimmers wurde der zappelnde und sich verzweifelt wehrende Graf Latour gezerrt. Kaum war der Kriegsminister aus seinem Versteck heraußen, begann ein Mann mit einer Eisenstange, auf ihn einzuschlagen. Latour schrie wie eine Sau beim Abschlachten, die mit Orden geschmückte Uniform wurde zerfetzt und in Blut getränkt. Als sich der erste Furor gelegt hatte, schnappten die Revolutionäre den leblosen Körper und schleppten ihn durchs Treppenhaus hinunter auf den Platz. Die Menge tobte.

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