Gerhard Loibelsberger - Alles Geld der Welt
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Willkommen inmitten des Booms der Wiener Gründerzeit und dessen abruptem Ende, dem Börsenkrach am 9. Mai 1873.
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Als er den Graben überquerte, pfiff ihm eisiger Wind um die Ohren, und er beschloss, in das nächstgelegene Restaurant zu gehen. Er steuerte das barocke, von zwei mächtigen Atlanten flankierte Tor des Trattnerhofs an, durchschritt die Passage desselben und betrat die Restauration Zur großen Tabakspfeife. Er nahm nicht in dem von einem gewölbten Glasdach bedeckten Speisesaal, wo die der Restauration den Namen gebende große Pfeife in luftiger Höhe hing, Platz, sondern suchte sich einen freien Tisch in einem Stüberl. In diesem Raum war nur ein weiterer Tisch besetzt. An ihm saß ein etwa fünfzigjähriger Mann mit mächtigem Bart, der ihm auf eine Weise, die er nicht näher erklären konnte, bekannt vorkam. Beim erst nach einiger Zeit des Wartens erscheinenden Ober – eine Kellner-Unsitte, die in Wiener Lokalen seit jeher üblich war – orderte Heinrich von Strauch ein Krügel Bier. Er musste den Geruch von Kerzenrauch, Naphtalin und Kampfer, der ihm durch die Nase bis in den Rachen hineingekrochen war, fortspülen. Als der Ober mit dem Krügel daherkam, bestellte er eine Lungenstrudelsuppe und einen faschierten Rostbraten. Mit einer angedeuteten Verbeugung murmelte der Kellner »Bitte sehr, der Herr« und verschwand in Richtung Küche. Der andere Gast sah von seiner Zeitungslektüre auf, nickte ihm zu und sagte:
»Eine ausgezeichnete Wahl, die Sie da getroffen haben. Ich hatte auch den faschierten Rostbraten, und er war vorzüglich.«
»Sind Sie des Öfteren hier?«
»Wenn ich in der Stadt bin, schon. Es geht schließlich nichts über eine anständige Wiener Küche.«
Die sich anbahnende Unterhaltung wurde vom Ober, der die Suppe servierte, unterbrochen. Der andere Gast wünschte »Einen guten Appetit!«, und Heinrich von Strauch begann zu speisen. Er genoss die kräftige Rindssuppe, in der sich ein großes Strudelstück befand. Die Fülle war ein delikates Gemisch aus feinst geschnittenen Kalbslungenstücken, Butter, Bröseln, Eiern und allerlei Gewürzen. Vor allem der in der Fülle reichlich vorhandene Majoran entzückte seinen Gaumen. In der Zwischenzeit wurden dem Herrn am Nebentisch Palatschinken 6 6 Pfannkuchen 7 Spätzle
serviert. Heinrich von Strauch bestellte sich ein zweites Bier und grübelte nach, wo er seinen Tischnachbarn schon einmal gesehen haben könnte. Dessen bärtiges Antlitz kam ihm so unglaublich bekannt vor. Dann wurde der faschierte Rostbraten serviert. Auf dem Teller vor ihm lag ein eingerolltes Rostbratenstück, das sich inmitten einer Sauce aus passiertem Wurzelwerk befand. Dazu wurden Nockerln 7 7 Spätzle
gereicht. Die in der Rolle enthaltene Fülle bestand aus faschiertem Rostbratenfleisch, das mit Rindermark, Zwiebeln, Sardellen, Kapern, ausgedrückten Semmeln sowie Limonischalen vermischt und verfeinert worden war. Ein wahres Gedicht! Er aß mit großem Appetit und nicht unbeträchtlichem Tempo. Sodass er schlussendlich gleichzeitig wie sein Nachbar mit dem Essen fertig war. Dieser hatte seine Palatschinken in aller Ruhe verspeist und dazu in der Zeitung geblättert. Heinrich von Strauch schnaufte zufrieden und seufzte:
»So! Jetzt brauch ich ein Verdauungsschnapserl.«
Sein Tischnachbar blickte von seiner Lektüre auf und brummte:
»Das ist eine hervorragende Idee.«
Heinrich von Strauch, den nun wieder die Neugier überkam, wer sein Nachbar wohl sei, lud ihn auf einen Barack ein. Diese Einladung wurde mit einem freundlichen Nicken angenommen, und als der Ober die Schnäpse serviert hatte, erhob er sein Glas:
»Sehr zum Wohl! Ich heiß’ übrigens Heinrich von Strauch. Prost!«
»Prost! Ich bin der Ferdinand Kürnberger.«
»Ah! Der Schriftsteller und Feuilletonist.«
Kürnberger nickte.
»Erst letzten Samstag habe ich einen Artikel von Ihnen gelesen. In der Presse war das …«
»Ja, ja, darüber, wie sich Wien derzeit verändert.«
»Sie haben bemäkelt, dass sich Wien in die falsche Richtung entwickelt.«
Kürnberger lächelte und replizierte:
»Und das in mehrfacher Hinsicht. Wien gehört ans Wasser!«
»Wie meinen S’ denn das?«
»Nun, dass Wien ans Wasser gehört!«
»Sie glauben tatsächlich, die Stadterweiterung Wiens sollte sich zur Donau hin erstrecken?«
»Dass sich Wien derzeit nach der Landseite entwickelt, ist höchstens das erste, aber nimmermehr das letzte Wort der Stadterweiterung. Jede Stadt, welche an einem schiffbaren Fluss liegt, besitzt verhältnismäßig mehr Hafenleben als Wien. Die Landstadt Wien hat seit jeher eine kindische Furcht, sich die Füße nass zu machen. Ich kenne keine andere Stadt, die an einem Fluss liegt und die sich von diesem im Zug ihrer Erweiterungen fortbewegt.«
Nachdenklich orderte Heinrich von Strauch neuerlich eine Runde Schnaps, nachdem er Kürnberger der Ordnung halber gefragt hatte.
»Das ist ein sehr interessanter Denkanstoß, den Sie mir da gegeben haben. Ich bin nämlich Bankier und Bauherr. Vielleicht sollt’ ich mir wirklich Gedanken über Bauprojekte machen, die an der Donau liegen.«
Kürnberger nickte und begann zu philosophieren:
»Wissen Sie, die paar Milliarden Ziegel, die in den letzten Jahren in Wien verbaut wurden, verherrlichen die Stadt noch lange nicht so wie die alten Erinnerungen, die mich zum Beispiel am Lugeck oder am Hafnersteig überkommen.«
Der Schnaps wurde serviert, die beiden Herren prosteten einander zu, während Heinrich von Strauch fragte:
»Sie sind nicht ständig in Wien?«
»Nein. Ich habe in den letzten Jahren in allen möglichen deutschen Städten gelebt. Aber von Zeit zu Zeit sehe ich die Alte gern.«
Kürnberger nahm einen Schluck Schnaps und fuhr dann fort:
»Mit der Alten meine ich meine Heimatstadt Wien.«
1Staat
2Zylinder
3circa 31 Meter
4Brüste
5fesche
6Pfannkuchen
7Spätzle
Jänner
Die Messerklinge näherte sich schwungvoll seinem Hals. Nur nicht bewegen. Nicht zucken. Nicht durchatmen. Das kalte Metall setzte oberhalb des Kehlkopfs an und glitt dann energisch seinen Hals hinab. Brennender Schmerz.
»Hab’ ich Ihnen weh’tan? Nix is g’schehn. Ein kleines Ritzerl nur. Ein bisserl einen Schwamm drauf, und das Bluten is augenblicklich gestillt. So. Is’ schon wieder in Ordnung.«
Heinrich von Strauch atmete tief durch, bevor er seinen Hals aufs Neue darbot und es ihm schien, dass er sich dem Barbier auf Leben und Tod überantwortete.
»Und, Herr Baron, wie laufen die Geschäfte?«
»Ausgezeichnet. Danke der Nachfrage.«
»Ich hätt’ a bisserl was auf die Seite gelegt. Wollen der Herr Baron mir nicht endlich einmal ein paar Aktien verkaufen? Ich hab’ Sie ja schon vor einigen Monaten einmal g’fragt. Aber da haben Sie sich taub gestellt.«
Strauch musste sich eisern beherrschen, um nicht das Gesicht zu verziehen und dadurch ein neues Ritzerl zu riskieren. Nein, seinem Barbier würde er auch in Zukunft kein einziges Wertpapier verkaufen. Da konnte er ihn noch so anflehen. Vor drei oder vier Jahren wäre das vielleicht erwägenswert gewesen, aber nicht heutzutage. Die Lage an der Börse war viel zu instabil. Dazu kam, dass die allermeisten Wertpapiere, mit denen an der Börse gehandelt wurde, nur einen Bruchteil ihres derzeitigen Kurses wert waren. Ein Faktum, das für ihn als Börsenfachmann und Spekulant evident, das aber dem normalen Bürger, der ein bisschen Erspartes im Sparstrumpf hatte, völlig unklar war. Also würde er dem Mann, dem er mehrmals in der Woche seinen nackten Hals zum Rasieren darbot, keinesfalls etwas verkaufen. Mochte der ihn noch so bedrängen. Es war lachhaft, dass die einfachen Leute glaubten, die Bäume der Börse würden ad infinitum in den Himmel wachsen. Mit diesen Deppen, er konnte kein anderes Wort für sie finden, hatte er seit Jahren ein beachtliches Vermögen verdient. Wobei die Deppen, die vor etlichen Jahren eingestiegen waren, bis zum heutigen Tage erstaunliche Gewinne erzielen konnten. Ihrer Gier verdankte er seinen Erfolg. Denn seine Klienten gaben sich mit einmal erzielten Gewinnen nicht zufrieden. Im Gegenteil, sie konnten den Hals nicht voll genug bekommen. Und das hatte ihn dazu veranlasst, die Schlagzahl seiner geschäftlichen Aktivitäten zu erhöhen. In den letzten Jahren hatte er immer wieder neue Gesellschaften gegründet, deren Aktien er umgehend an die Börse gebracht und mit einem saftigen Emissionsaufschlag verkauft hatte. Obwohl die meisten dieser Gesellschaften vorerst keinerlei nennenswerte Geschäftstätigkeit vorweisen konnten, waren ihm ihre Aktien aus der Hand gerissen worden. Wie die warmen Semmeln dem Bäcker in der Morgenstunde. Warum er diesen Irrwitz betrieb? Nun, er hatte bisher Glück gehabt. Die von ihm gegründeten Aktiengesellschaften entwickelten sich recht respektabel, obgleich ihre Gründung vorerst auf reiner Spekulation beruht hatte und sie anfangs meist über kein solides finanzielles Fundament verfügt hatten. Was ihn aber wirklich antrieb, war das Ausreizen der Möglichkeiten im großen Börsen-Spekulationsspiel. Er beherrschte nicht nur die Regeln, nach denen dieses Spiel ablief, er bestimmte sie zum Teil auch mit. Das gab ihm in guten Stunden ein Gefühl von Größe, Überlegenheit und Macht. In weniger guten Stunden, wenn der Gewissenswurm zu nagen begann, erschien ihm seine Tätigkeit eine perfide Rosstäuscherei zu sein, bei der er Gott und die Welt betrog. Aus seinem Beuschel 8kroch in solchen Momenten ein unbehagliches Gefühl hinauf ins Gehirn, das ihn ganz desperat machte. Eine Verstimmung des Gemüts, die ihn im Laufe der letzten Monate immer öfters ereilte. Genauer gesagt seit dem Herbst letzten Jahres, als zahlreiche börsennotierte Werte zu wanken begonnen hatten und ein Zusammenbruch vor der Tür zu stehen schien. Doch plötzlich hatte sich das Blatt gewendet. Die kommende Weltausstellung und die damit verbundene Euphorie hatten die düsteren Wolken vertrieben, und er hatte die Anteile an einigen der von ihm gegründeten Gesellschaften mit stattlichem Gewinn verkaufen können. Trotzdem hatte Heinrich von Strauch seit damals immer wieder schlaflose Nächte. Er träumte, dass er völlig mittellos in einem Erdloch hauste und hungerte. Ungewaschen, in Fetzen gehüllt, mit wild wucherndem Haupt- und Barthaar. Wenn er aus diesem immer wiederkehrenden Albtraum hochschreckte und sich danach bis zum Morgengrauen im Bett hin- und herwälzte, beherrschte ihn ein Gedanke: Dass es nur eine Frage der Zeit sei, bis all die an der Wiener Börse notierten windschiefen, unterkapitalisierten Aktiengesellschaften als Leichen die Donau hinunterschwimmen würden.
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