Nienke Jos - Die Angst der Schweigenden

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Tragfähigkeitsannahmen, Berechnungsmodelle, Zahlen: Inna ist Statikerin. In ihrem Leben gibt es keine Zufälle. So ist auch der eisige Wind nur ein kalkulierbarer Vorbote, der sich im Laufe des Tages zu einem Schneesturm kumulieren soll. Ein gewaltiger Schneesturm, der Inna eine ganze Nacht lang festhält, in einer alten Fabrikhalle weit außerhalb der Zivilisation. Mit Igor. Igor, der plötzlich auftaucht und behauptet, vom Unwetter überrascht worden zu sein …

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Zum Beispiel über das Leben.

Sie öffnete eine Packung Christstollen.

»Wenn Sie ein Messer haben?« Igor streckte ihr erwartungsvoll seine Hand entgegen. »Dann kann ich ihn in Scheiben schneiden.«

Inna schüttelte den Kopf. »Nein«, entgegnete sie, zeigte auf das Sofa am Fenster. »Setzen Sie sich.« Weit genug weg. Bis Grunewald kam.

Ihr Herz klopfte.

Grunewald würde nicht kommen. Es gab keinen Grunewald, der sie abholen würde. Es gab überhaupt niemanden.

Igor schaute zu Boden. »Ich jage Ihnen Angst ein, oder? Nach einem Messer zu fragen, ist nicht sehr hilfreich.«

»Nein.«

»Nein«, lachte er. »Das verstehe ich.« Er schlenderte zum Sofa und setzte sich. »Sie heißen Inna.«

Sie schluckte trocken.

Und dann hörte sie es wieder. Das unheilvolle Rascheln.

Igor wusste also Bescheid. Bescheid darüber, dass Grunewald nicht kommen würde. Bescheid darüber, dass sie nicht hatte telefonieren können. Igor wusste Bescheid, weil er selbst dafür gesorgt hatte, dass die Telefonleitungen tot waren.

7

Marga hielt die Luft an.

Geisterhafte Stille. Nicht ein einziges Geräusch. Regungslos, wie erstarrt, stierte sie zum Hof. »Nicht auf den See, Marga«, hörte sie ihre Mama sagen.

»Aber ich muss nach den eingefrorenen Schildkröten gucken.«

»In ein paar Tagen.«

Marga hatte trotzig ihre Arme verschränkt. »Ich will Schlittschuh laufen.«

»Übermorgen.«

»Warum erst übermorgen?«

»Weil der See erst dann richtig gefroren ist.«

»Weil der See erst dann richtig gefroren ist«, hatte Marga sie nachgeäfft. »Du versaust mir meine ganzen Ferien. Meine ganzen!«

»Wenn du den See betrittst, sperre ich dich ein, hörst du, Marga?«

Marga presste ihre Augen zusammen. Jetzt würde sie einbrechen und erfrieren. Nur, weil sie nicht auf Mama gehört hatte.

»Mädchen?«, fragte jemand.

Ein Buchfink flatterte von einem der Fichtenzweige. Marga schaute sich vorsichtig um.

»Steh nicht so rum.« Der Mann hatte sich aufgesetzt. Er streckte ihr seine Hand entgegen. »Hilf mir lieber.«

»Die Eisdecke«, flüsterte sie.

»Die Eisdecke hat sich nur vom Ufer gelöst.«

Marga nickte schwach. »Okay«, hauchte sie. »Und bist du wirklich der Weihnachtsmann?«

»Was bin ich?«

»Der Weihnachtsmann.« Sie zeigte auf seinen Anzug. »Wo ist dein Rentier? Und dein Schlitten? Und warum hast du keinen Bart?«

Der Mann hustete.

»Natürlich gibt es dich nicht, aber wie kommt ein normaler Mensch hierher, ohne Fußspuren zu hinterlassen? Du bist …«

»Bin ich nicht.«

»Und aus welcher Richtung bist du dann gekommen?« Sie breitete ihre Arme aus. »Und warum sieht man nichts davon?«

Der Mann ließ sich schnaufend auf den Rücken fallen, mit ausgebreiteten Armen lag er im Schnee, während um ihn herum weiße Flocken durch die Luft wirbelten und seine rote Jacke verzierten.

Marga zuckte mit den Schultern. Keine Diskussion mit dem Weihnachtsmann. »Und wirst du einfach da liegen bleiben?« Sie trat dicht an ihn heran und beugte sich über ihn. »Bist du verletzt?«

Umständlich drehte sich der Mann auf die Seite.

»Ich kann meinen Papa holen. Er hat einen Unimog. Wir können dich …«

»Nein«, stöhnte er. »Mich darf niemand sehen.« Er zeigte zum Himmel. »Weihnachtsmänner sind geheim.«

»Gibt es denn mehrere?«, staunte Marga. Sie winkte ab. »Mein Papa wird nichts sagen.« Sie zögerte. »Außerdem würde er gar nicht glauben, dass du der Weihnachtsmann bist. In meiner Familie glaubt auch niemand an Gott.«

Der Mann schüttelte den Kopf. »Dein Papa darf nicht herkommen. Niemand darf das.«

Marga zuckte ratlos mit den Schultern. »Und was jetzt?«

»Ich muss mich eine Weile verstecken.«

»Verstecken?«

»Ich bin …« Er fuchtelte mit seiner Hand durch die Luft. »Vom Himmel gefallen. Abgestürzt. Mich darf niemand sehen.«

Marga schaute verständnisvoll. »Und wie lange?«

»Ein paar Tage. Dann bin ich wieder …« Der Mann zupfte an seiner nassen Jacke. »Dann bin ich wieder unsichtbar.«

»Klar.« Marga nickte. »Ich helfe dir.« Sie streckte ihm ihre Hand entgegen. »Wo willst du dich denn verstecken?«

Der Mann stützte sich ab. »Bei drei.« Er reichte ihr seine Hand. »Eins, zwei, …«

»Ich habe mich vertan«, unterbrach Marga und zog ihre Hand hektisch wieder zurück. »Du musst alleine aufstehen«, entschied sie. »Ich muss das auch immer. Mama sagt, es ist gut fürs Leben.«

»Oh Gott.«

»Gott gibt es nicht.«

Der Mann atmete geräuschvoll aus. »Ich muss mich trotzdem verstecken. Das hast du doch verstanden?«

»Ich glaube eigentlich nicht, dass du der Weihnachtsmann bist.«

»Bin ich aber.« Er zeigte in den Fichtenwald. »Ich bin abgestürzt. Mit meinem Schlitten. Irgendwo da hinten.«

»Ist dein Rentier gestorben?«, fragte sie. »Bist du deswegen so schlecht drauf?«

Er hob angestrengt den Kopf und schaute sie feindselig an.

»Ich habe ein Meerschweinchen«, sagte Marga. »Im Sommer nehme ich es in einem Körbchen mit in den Wald. Manchmal fahren wir mit dem Fahrrad, da klemme ich es hinten auf den Gepäckträger. Einmal bin ich aus Versehen über eine Wurzel gefahren, da ist Anton aus dem Fahrradkorb vom Gepäckträger gefallen, obwohl er in ein Handtuch gewickelt war.«

»Was für eine Scheiße.« Der Weihnachtsmann schüttelte den Kopf, rieb sich mit beiden Händen seine Augen.

»Weinst du jetzt?«, fragte Marga vorsichtig. »Wegen deines Rentiers?« Vielleicht musste sie ihm doch aufhelfen. »Gut.« Marga holte tief Luft. »Ich helfe dir, aber erst muss ich dich trösten.« Sie stapfte vorsichtig um den Mann herum, und weil sie ihn nicht in den Arm nehmen konnte, kletterte sie auf ihn und presste sich an seinen Rücken.

Eine ganze Weile verging. Marga fragte sich, ob der Mann vielleicht eingeschlafen war.

»Du kannst jetzt wieder herunterrutschen«, forderte er sie auf.

»Hast du geschlafen?«

»Nein. Ich habe ausgehalten, dass du auf mir liegst.«

»Ich habe dich getröstet.«

»Ja, und jetzt musst du mir aufhelfen.« Er zeigte zum Hof. »Da wohnst du also, ja?«

Marga nickte. »Warum kannst du nicht alleine aufstehen? Jeder kann das. Es ist ganz einfach. Wenn man liegen bleibt, dann geht es nicht mehr weiter. Dann ist das Leben zu Ende.« Marga presste ihre Lippen aufeinander. Vielleicht hatte sie etwas übertrieben. »Man kann einen Moment weinen, aber dann muss man wieder aufstehen«, tadelte sie ihn und segelte von seinem massigen Körper hinunter in den Schnee.

Der Weihnachtsmann holte Schwung. Angespannt saß er da, den Rücken zu ihr gewandt. Er keuchte.

»Du hast es fast geschafft«, feuerte sie ihn an und tapste dabei hin und her. Als sie in sein schmerzverzerrtes Gesicht blickte, wurde sie ernst. »Du hast dir wehgetan, oder?«, fragte sie besorgt.

»Hör auf, Fragen zu stellen oder irgendwas zu quatschen. Wenn du mir nicht hilfst, dann gibt es dieses Jahr gar keine Geschenke, verstehst du? Nix, niente, absolutamente nada, aus, Ende, Peng. Kein Weihnachten.«

Marga kaute an ihrer Unterlippe und beobachtete sorgenvoll sein rot angelaufenes Gesicht. Bluthochdruck. Daran wäre Opa beinahe gestorben. »Ich bin auch oft wütend, wenn ich mir wehgetan habe. Mama tröstet mich dann trotzdem.« Sie schlang ihre Arme um seinen dicken Oberkörper. »Du bist komisch«, stellte sie fest. Die schwere Gürtelschnalle seiner Jacke drückte sich unangenehm an ihre Wange.

Der Weihnachtsmann schubste Marga weg. »Dann eben nicht.« Er legte sich wieder auf den Bauch, sein Gesicht ließ er in den Schnee fallen. »Dann eben kein Weihnachten.«

»Ist das nicht eiskalt?«, fragte sie besorgt. Eine Weile wartete sie ratlos. »Gut, ich helfe dir«, entschied sie. »Ich habe ein Versteck, wenn du willst.«

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