Julia Thurm - Der Moment der Stille

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Vier Jahre nach dem Fund der Kette auf dem Dachboden versucht Katie, ihr Trauma zu verarbeiten. In der Klinik wird ihr klar, dass das mehr braucht als diesen einen Aufenthalt. Am Tag ihrer Entlassung fällt Katie ein Mann auf, der jemandem aus der Vergangenheit ähnelt. Ein Albtraum ...... der Wirklichkeit wird. Nun muss Katie mehr als nur sich selbst helfen, denn jeder trägt Wunden, Narben und Geheimnisse aus der Vergangenheit mit sich herum.

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„Was genau fühlen Sie?“

„Schuld.“

„Sprechen Sie mit den beiden oder warten Sie einfach nur ab?“

Ich schaue ihn an. „Ich spreche nicht mit ihnen, nein. Ich flüstere nur, dass sie verschwinden sollen. Es fällt mir schwer, diese Flashbacks auszuhalten. Auch wenn Sie sagen, dass ich das tun soll. Es ist … es ist einfach so verdammt schwer“, gestehe ich bereits mit einem Kloß im Hals.

Mein Therapeut nickt und notiert sich etwas.

Nervös reibe ich meine Hände aneinander. Voller Anspannung, was er nun sagen wird.

„Wieso stoßen Sie die beiden ab?“

„Sie wissen, wieso ich das tue“, antworte ich gereizt und in dem Bewusstsein, dass er mich nun genau da hat, wo es wehtut, wo es schwer wird, eine Maske zu tragen.

„Weil es schmerzt“, antwortet er.

In meinem Kopf sieht meine Antwort anders präziser aus. Seit einmal halben Jahr komme ich bei jeder Sitzung an diesen Punkt. Ich habe noch nie laut ausgesprochen, dass ich das Gefühl habe, Rachels Familie die Tochter genommen zu haben oder zahlreichen anderen Menschen ein geliebtes Familienmitglied. Ich habe meinem ersten Freund in den Kopf geschossen, weil ich sonst alles verloren hätte. Aber dies ist keine Erleichterung oder ein Gefühl, das Richtige getan zu haben. Ich wollte nur Frieden. Frieden mit mir, in mir. Damit zurechtkommen, dass ich meine Eltern verloren habe und dass diese Kette, die ich fand, ein kleiner Trost war, an den ich mich klammern konnte. Ich wollte nie, dass irgendwer meinetwegen stirbt. Doch das ist passiert und diese Last frisst mich auf, lässt nicht viel von mir übrig. Tränen laufen mir über die Wangen.

„Ich kann das nicht, verstehen Sie“, zittert meine Stimme.

„Ms. Smith, Sie sollten versuchen, das, was Sie fühlen, auch zuzulassen und dabei sollten Sie nicht vergessen, dass es in Ordnung ist, Schuld, Trauer oder auch Wut zu empfinden. Sie lehnen all diese Gefühle ab, weil es schwer ist, sich damit auseinanderzusetzen. Es kostet Kraft und viel Zeit, aber nur so können Sie Ihr Trauma überwinden. Indem Sie es annehmen und nicht verstoßen. Sehen Sie es als ein Teil von sich an. Nicht als einen Fremdkörper.“

Tief atme ich ein und nicke, weil ich zwar weiß, dass das, was er sagt, logisch klingt, aber Praxis und Theorie sind meist wie Zwillinge – auf den ersten Blick gleich, doch bei genauer Betrachtung sehr verschieden. Quälend stelle ich mir die Frage: Wie lernt ein Mensch, etwas zu akzeptieren, das nicht in seiner Macht stand? Und jeder einzelne Schritt, etwas daran zu ändern, ihn genau in diese Richtung führt. Es ist ein Kreislauf. Jeden Tag wiederholt sich alles, jeden Tag versuchen Psychologen, mir zu helfen. Wie kann eine außenstehende Person mich verstehen wollen, wenn ich mein Innerstes selbst nicht begreife?

*

Veränderung

Die Blüten des Kirschbaumes sind verblüht. Ein letztes Mal wird der Wiese ein neuer Haarschnitt verliehen, bevor das weiße Pulver sie in ganzer Hülle ummantelt. Die Kinder der Entenfamilie sind nun von den Eltern kaum zu unterscheiden. Sie machen sich bereit, um aufzubrechen in ihr eigenes Leben. Nicht nur der Sommer muss sich verabschieden. Ich sitze auf dem Bett und betrachte von meinem Fenster aus, die fallenden Blätter der Bäume. „Ein Jahr“, wiederhole ich immer wieder in Gedanken. Ein Jahr, in dem ich eine andere Seite des Lebens kennengelernt habe. Ich lernte Menschen kennen, die ebenfalls ein schweres Paket mit sich tragen. Aber ich lernte auch eine Seite kennen, die mir zeigte, dass ein Jahr nicht reicht, um mit all dem Geschehenen zurechtzukommen. Jedoch auch, dass es in Ordnung ist, dies noch nicht zu können.

Das Trauma hat sich in den zurückliegenden sechs Monaten verändert, es hat mich verändert. Ich lebe nun mit meinen Dämonen. Drake und Rachel begleiten mich seit geraumer Zeit häufiger. Wie kleine Mäuse schleichen sie sich in meine Gedanken. Egal, zu welcher Tageszeit das auch sein mag, ob ich schlafe oder ob es eine Mahlzeit ist, die ich einnehme, diese Seelen schließen sich allem an, was ihnen Freude bereitet. Auch in diesem Augenblick sitzen sie neben mir und betrachten mich wie eine Dokumentation auf ARTE. Sie betrachten mich immer aus bestimmten Blickwinkeln heraus. Ich empfinde es als herablassend und wütend auf meine Wenigkeit. Doch ihre Mimik ist nichtssagend. Auch wenn das Gefühl der Schuld jedes Mal im Herzen einen neuen Kratzer hinterlässt, kann ich es zulassen, es aushalten, dass sie da sind. Unzählige Therapiestunden, die ich damit verbrachte, genau dies zu lernen. Es ging hier in der Klinik nie um das Loswerden. Sondern darum, damit leben zu können. Den Rest schaffe ich hoffentlich aus eigener Hand. Ich betrachte das Armband an meinem Handgelenk. Ab morgen werde ich von dieser Fessel befreit. Bin ich bereit dafür? Eine Frage, die mir auch mein Seelendoktor, an diesem Morgen gestellt hat.

„Ich weiß es nicht, in zwölf Monaten kann viel passieren. Vieles da draußen kann sich verändert haben und vieles hier drinnen auch“, war meine nachdenkliche Antwort. „Was ist, wenn ich mit meiner neuen Umwelt nicht zurechtkommen werde?“ Besorgt sehe ich ihn an.

Schmunzelnd leg er seine Brille zur Seite und beugt sich zu mir. „Seien Sie offen für Neues und denken Sie daran, dass Sie das, was Sie fühlen, zulassen und Veränderungen annehmen. Das ist die beste Vorbereitung, die Sie treffen können“, lächelte er.

In seinen Augen sah ich heute Morgen Zuversicht. Er glaubt an mich, mehr als ich es selbst tue. Aber das ist ja auch nicht schwer. Ich stehe von meinem Bett auf und gehe zu meiner Kunstmappe, die man mir heute mitgegeben hat. Als ich sie öffne, springt mir sofort das Bild der letzten Stunde ins Auge.

Ich malte ein Bild, mit kräftigen Farben, auf dem ein Meer oder ein großer Fluss zu sehen ist und dahinter die untergehende Sonne. Am Ufer sitzt ein Mädchen, sie trägt ein weißes Sommerkleid. Der Wind weht durch den leichten Stoff und lässt es durch die Luft tanzen. Sie lächelt und erfreut sich am Sonnenuntergang. Ihr Körper wirft zwei Schatten. Einen mit langen und einen mit kurzen Haaren. Etwas niedergeschlagen möchte ich das Bild wieder dort hinlegen, wo es so wenig Aufmerksamkeit wie möglich bekommt.

Aus dem Augenwinkel heraus sehe ich ein Gemälde, das es sich unterhalb der Mappe gemütlich gemacht hat. Von dem Moment an, als der Pinsel die Leinwand traf, war es anders. Nicht besser oder schlechter, es stand für sich. Langsam hebe ich es hoch und berühre es sacht. An manchen Stellen kann man die angetrocknete Farbe besonders gut spüren. Es hat eine interessante Wirkung auf mich. Ein Gefühl, das ich nicht erklären kann. Falls es dafür ein Wort gibt, hoffe ich bald, Bekanntschaft mit ihm zu machen. Meine Augen schließen sich. Meine Mundwinkel werden breiter. Irgendwann werde ich wissen, wieso ich dieses Bild gemalt habe und wieso es mich so empfinden lässt. Vorsichtig lege ich es zurück. Man sollte sich nicht mit anderen vergleichen, – mich mit mir selbst allerdings schon.

Das allererste Bild, das ich vor einem Jahr anfertigte. Als ich dies hochnehme, wird deutlich, in welchem Zustand ich mich damals befand. Hier wurde mit viel dunkleren Tönen gearbeitet, etwas abstrakt und nur bei genauerem Entgegensehen kann man erkennen, dass ich den Albtraum malte, in dem ich in einem Meer aus Blut ertrinke. Am Rand viele schwarze Schatten und ein Mädchen.

In den Kunststunden war es immer so, dass wir im Anschluss alle zusammen in einem Kreis saßen und jeder sagte etwas zu seinem Gemälde. Besonders auf meine Kunstwerke waren immer alle gespannt. Das lag, glaube ich heute, weniger an meinem Verständnis für die Malerei als vielmehr an der Tatsache, dass ich auch dort die eine war und mein Hang zur Übertreibung deutlich wurde. Ich lasse diese Albtraumverursacher wieder zurück in die Mappe verschwinden und lege diese auf meinen bereits zur Hälfte gepackten Koffer. Noch einen Augenblick lang verharren meine Augen auf den Berg der Leistungen, die ich nach zwölf Monaten mit nach Hause nehme.

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