Julia Thurm - Der Moment der Stille

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Vier Jahre nach dem Fund der Kette auf dem Dachboden versucht Katie, ihr Trauma zu verarbeiten. In der Klinik wird ihr klar, dass das mehr braucht als diesen einen Aufenthalt. Am Tag ihrer Entlassung fällt Katie ein Mann auf, der jemandem aus der Vergangenheit ähnelt. Ein Albtraum ...... der Wirklichkeit wird. Nun muss Katie mehr als nur sich selbst helfen, denn jeder trägt Wunden, Narben und Geheimnisse aus der Vergangenheit mit sich herum.

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Jedes Mal diese quälenden Schuldgefühle, dass sie, wenn sie mir nicht begegnet wäre, noch leben würde. Es ist eine Empfindung, als ob ich einer Mutter die Tochter und einem Bruder die Schwester genommen hätte. Drei Jahre und sechs Monate ist das nun her und kein Tag war wie davor. Ich war damals dankbar, dass ich die Kette gefunden hatte und den Tod meiner Eltern akzeptieren konnte. Keine Frage, darüber bin ich auch heute noch sehr froh. Aber das Erlebte holte mich in den drei Jahren jeden Tag ein Stück mehr ein. Schließlich war ich, als dass alles passierte, erst vierzehn Jahre alt. Ein rebellisches Kind. Man könnte sagen, dass das Gefühl der Erleichterung in meiner Seele ausbrach, als die Richterin mir eine einjährige Therapie aufbrummte. Ein Gefühl, das keiner sonst verstehen konnte. Denn diese Last drohte, mich still und leise zu zerquetschen. Joe sagte damals zu mir, dass es sich so anfühlen würde, als würden sie mich in ein Gefängnis abschieben. Er verstand nicht, dass das eigentliche Gefängnis in meinem Kopf saß, und dort auch noch heute sitzt und mich gefangen hält.

Der Verstand ist ein mächtiges Werkzeug, das dich kaputtmachen kann. Jeder Tag wurde länger, jedes Aufstehen mühsamer, jede Nacht kürzer. Ich war mehr Körper als Seele. Auch Christin sah, dass diese Therapie eine Chance für mich war – und keine Strafe. Am Tag der Einweisung kam sie in mein Zimmer unseres neuen Hauses, weckte mich sanft und sagte schließlich: „Guten Morgen, Kämpferin, heute beginnt eine lange Reise.“

Ein Satz, der mir immer wieder durch den Kopf geht, auch sechs Monate später noch. Sie hatte recht, es ist eine Reise mit ungewissem Ziel und keiner Ankunftszeit. In manchen Momenten zweifle ich und glaube, dass es überhaupt kein Ziel gibt. Was sollte man dort auch finden? Einen Ort mit allen Antworten? Niemand kann dir eine zufriedenstellende Antwort geben auf deine eigenen Empfindungen, ohne es in derselben Weise zu fühlen. Vermutlich bleibe ich auch deshalb eine Reisende, ein Leben lang. Aber das ist in Ordnung. So lerne ich die verschiedenen Facetten kennen, die diese Welt mit sich bringt.

Genau dieser Gedanke, einen langen Atemzug lang, gibt mir ein Gefühl der Hoffnung, der Stärke. Das sind Momente, aus denen ich die Energie nehme, weiterzumachen, nicht aufzugeben. Eines Tages finden wir alle unseren inneren Frieden, daran glaube ich fest. Auch wenn Zeit bedeutungslos gegenüber Dingen ist, die tief vergraben sind. Frieden ist eine Sache des Verständnisses und der Akzeptanz.

*

The Groundhog Day

Es ist sieben Uhr, als mein Wecker klingelt und ich aus dem Komaschlaf erwache, welchen die Beruhigungsspritze verursacht hatte. Ich drehe meinen Kopf zur Seite und betrachte den noch schellenden Wecker. Mein Körper fühlt sich an wie Blei. Schwerfällig nehme ich den rechten Arm unter der beige gefärbten Bettdecke hervor und schalte den Wecker aus. Danach reiße ich mir die Decke schweren Herzens vom Leib und setze mich auf. Alles dreht sich. Tief atme ich ein und aus. Ich kreise meinen Kopf, der Nacken schmerzt.

Wie jeden Morgen betrachte ich das eingerahmte Foto, das neben dem Wecker steht. Fast alle sind darauf abgebildet: Christin, Glen, Joe und Dina. Sie schenkten mir das Bild am Tag der Einweisung. Es hilft immerhin ein wenig. Aber trotz meines Willens, in meinen Gedanken positiv zu bleiben, gibt es Momente, in denen denke ich, dass das alles nichts bringt. Dass es nie vorbeigehen wird und ich mit mir selbst immer einen endlosen Kampf nach Frieden führe werde, nach Stille im Kopf. Augenblicke, in denen meine Seele schwach und leer ist. Es wieder dunkel wird. Das sind Situationen, die Kraft kosten. So geht es wohl jedem hin und wieder mal. Sich selbst im Weg zu stehen, ist wohl das größte Hindernis.

Heute ist wieder so ein Tag. Ich stehe vor den Waschbecken meines kahlen, sporadisch eingerichteten Zimmers und schaffe es nicht, mir im Spiegel in die Augen zu schauen. Es gibt Menschen, die tun unaussprechliche Dinge, aber betrachten sich unschuldig wie Bambi jeden Gott verdammten Tag im Spiegel, ohne Reue oder Wehmut. Wie bekommt man so etwas hin? Wie sehr muss man sich dafür selbst verloren haben? Einige dieser Menschen tragen ein schwarzes Loch in sich und nennen dies Seele. Wie beängstigend.

Ich mache den Wasserhahn an und schütte mir das kalte Nass ins Gesicht. Mit tropfendem Kinn starre ich in das Becken und betrachte, wie das restliche Wasser im Abfluss verschwindet. Dann wage ich es, hebe den Kopf und blicke mir in meine leeren Augen. Ich sehe mich an. Mit meiner linken Hand fasse ich mir in mein blasses und eingefallenes Gesicht. Die Augenringe zeichnen sich deutlich ab. Sie verraten, dass meine Nächte nicht besonders erholsam sind. Es fällt mir schwer, diesen Anblick lange auszuhalten. Ich schüttle den Kopf, nehme mein hellblaues Handtuch, auf dem das Kliniklogo eingestickt ist, und trockne mein Gesicht ab.

Ich wage es ein weiteres Mal und lasse das Baumwolltuch langsam von meinem Gesicht gleiten. Durch meine Augen sehe ich meine erschöpfte Seele. Ich lehne mich auf den Rand des Beckens. Ein Anblick, der mir Angst macht. Doch ich sehe nicht nur mich im Spiegel. Mein Verstand, er spielt mit mir, jedoch nach seinen eigenen Regeln. Meine Gegner ist mein Verstand. Er ist clever und erscheint in Gestalt von Rachel und Drake. Beide erblicke ich im Hintergrund meines Spiegelbildes. Sie haben Ausdauer mitgebracht. Sie kommen wie Ebbe und Flut. Ihre Augen bohren sich ein Loch in mein Herz mit dem Wissen, dass es mich in den Wahnsinn treiben wird.

Ich zucke zusammen und machen einen großen Schritt weg von mir selbst. In Windeseile drehe ich mich um, dort stehen sie. Meine Hände zittern, der Atem stockt. Die beiden wirken so real und doch weiß ich, sie sind eine Illusion. Meine Dämonen, sie erscheinen mir immer, wenn ich schwach bin, wenn der Schmerz und der Selbsthass am größten sind. Ich wende meinen Blick wieder in die Richtung des Spiegels. Sie sind weg, schnell wie ein scheues Reh. Ich atme auf und gehe zurück zur Wasserquelle. Es passiert immer wieder, ohne Vorwarnung. Ich soll mich davon nicht leiten lassen, mich nicht reinsteigern, sagt mein Therapeut. Er kann das leicht von sich geben. Schließlich verfolgen ihn keine toten Menschen.

Nachdem ich meine Zähne vom nächtlichen Staub befreit habe, bürste ich mir die Haare. Heute sind besonders viele Knoten darin. Andere in meinem Alter haben diese zerzausten Haare von heißen Liebesabenteuern und sind so was von stolz darauf. Ich dagegen wünsche mir, einmal einen Morgen zu erleben, an dem ich nicht merke, dass meine Seele bei Nacht keine Ruhe findet.

Als meine Mähne gebändigt ist, ziehe ich mein übergroßes, weinrotes Schlafshirt aus, meinen fliederfarbenen BH und die dazu passende Unterhose an. Derzeit das Einzige, das ich unter Kontrolle hatte. Den passenden Büstenhalter zu dem dazugehörigen Unterteil zu tragen. Dies kann ich damit von der Checkliste abhaken. Darauf bekleide ich mich mit einem rosa gefärbten Kapuzenpullover und einer verwaschenen Jogginghose. Am Ende des Ärmels bleibe ich jedes Mal mit meiner rechten Hand hängen, da alle Patienten in meiner Abteilung ein orangefarbenes Plastikarmband tragen müssen. Als hätte man ein Fünfsternehotel gebucht. Während ich mit meinen unpassend grünen Socken in die Badeschlappen steige, schließt eine Betreuerin meine Türe auf. Um Punkt halb acht, jeden Morgen.

Seit ich einmal das nächtliche Bedürfnis besaß, einen Ausflug nach draußen zu machen, fanden sie es wohl besser, meine Türe bei Anbruch der Dunkelheit verschlossen zu halten. Da verstehen die hier leider keinen Spaß.

„Guten Morgen, Katie.“

Ein schwerfälliges: „Morgen“, ist alles, was aus mir rauskommt. Wie ich diese kahlen und weißen Flure hasse. Jeden Tag denke ich, ein wenig Farbe an den Wänden wäre nicht schlecht. Man würde sich nicht ganz wie in einem Irrenhaus fühlen. Allein der Geruch, der in den drei Gebäuden das Chanel Parfüm ersetzt. Eine Mischung aus Medikamentenabhängigkeit, Desinfektionsmittel und Pfefferminztee. Dies lädt nicht gerade zum Frühstücken ein, da man gleichzeitig schauen muss, dass das Abendessen nicht wieder den Rückweg antritt bei diesem stechenden Duft.

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