Während einer Dialysezeit von vier Stunden an der künstlichen Niere werden etwa 400–500 mg Phosphat herausgefiltert. Vorteilhaft ist eine häufigere und längere Dialysedauer, so wird mehr Phosphat entfernt.
Die Bauchfelldialyse bietet hier Vorteile: entfernt werden etwa 800 mg Phosphat/Tag.
Zielwerte für Phosphat
Der Phosphatspiegel wird regelmäßig im Labor bestimmt.
Erwünscht ist ein Phosphatspiegel unter 1,5 mmol/l (max. 1,8 mmol/l).
Die Einnahme von Phosphatbindern wird bei erhöhtem Phosphatspiegel im Blut verordnet. Diese Medikamente werden vor oder zu den Mahlzeiten eingenommen. Sie binden im Darm überschüssiges Phosphat aus der Nahrung, welches dann über den Stuhl ausgeschieden wird.
Grundsätzlich gilt für die Phosphatbinder
Keine Mahlzeit ohne Phosphatbinder!
Auch zu den Mahlzeiten während einer Dialysebehandlung werden Phosphatbinder in der vorgegebenen Dosis eingenommen.
Es gibt verschiedene Arten Phosphatbinder. Ihr Nephrologe wird individuell die am besten geeigneten Phosphatbinder auswählen. Hierbei müssen die Wirksamkeit, Verträglichkeit und Risiken beachtet werden:
Calciumcarbonat
Calciumazetat
Sevelamercarbonat
Sevelamer
Lanthancarbonat
Aluminiumhaltige Phosphatbinder
Eisenhaltige Phosphatbinder
Phosphatbinder müssen, entsprechend ihrer Wirksamkeit, auf den Phosphatgehalt der Nahrung abgestimmt werden. Jeder sollte seine Ernährungsweise unter die Lupe nehmen und dementsprechend regelmäßig die verschriebenen Phosphatbinder einnehmen.
Mit Hilfe der Lebensmitteltabellen können Sie den Phosphatgehalt in Ihrer Nahrung ermitteln. Machen Sie Ihre eigenen Erfahrungen. Regelmäßige Laboruntersuchungen geben Auskunft über die Höhe und den Verlauf des Phosphatspiegels.
Die Einnahme entfällt bei einer reinen Obstmahlzeit.
Werden verschiedene Phosphatbinder miteinander kombiniert, kann dadurch die Wirksamkeit erhöht und Nebenwirkungen können vermieden werden. Über die richtige Einnahme informiert Sie ihr Dialyse-Team.
Gerne wird die Einnahme auch mal vergessen. Dies verstärkt die Problematik eines zu hohen Phosphatspiegels. Für unterwegs haben Sie immer Ihre Phosphatbinder dabei!
Die Größe und Anzahl der Tabletten wird manchmal als Belastung empfunden. Es kann Abhilfe geschaffen werden durch Umstellung, z. B. auf Pulver. Es besteht teilweise die Möglichkeit, Phosphatbinder mit einer speziellen Mühle zu Pulver zu mahlen.
Schätzen Sie den Phosphatgehalt Ihrer Nahrung ab und bringen Sie die Einnahme (Anzahl) der Phosphatbinder mit Ihrer Ernährung in Einklang. Effektiv ist der Verzicht auf sehr phosphathaltige Nahrungsmittel. Der Erfolg lohnt sich und lässt sich auch zeitnah an verbesserten Blutwerten erkennen.
Insbesondere für die Vorbereitung auf eine Nierentransplantation ist hier ein hohes Maß an Eigenverantwortung im Umgang mit Ernährung und Medikamenteneinnahme gefragt.
Kalium
Symptome erhöhter Kaliumwerte (Hyperkaliämie)
Ein erhöhtes Kalium macht sich u. a. durch eine gelähmte Muskulatur bemerkbar und betrifft z. B. Sprache, Beine und Arme. Bei einem weiteren Kaliumanstieg kann es zu lebensbedrohlichen Herz-Rhythmus-Störungen kommen. Es besteht die Gefahr eines plötzlichen Herztodes.
Ursachen für einen zu hohen Kaliumspiegel
Bei nachlassender Harnproduktion wird in der Regel weniger Kalium über den Urin ausgeschieden. Der Kaliumspiegel im Blut steigt an.
Der Kaliumspiegel ist daher abhängig von der Zufuhr (Ernährung), aber auch von Stoffwechseleinstellungen und der Dialysequalität:
Kaliumaufnahme über Essen und Trinken
Nachlassende Harnproduktion im Verlauf der Zeit nach Beginn der Dialysebehandlung
Ineffektive Dialyse, Shuntfehlfunktion
Kleine Körperstatur (Verteilungsvolumen)
Übersäuerung des Blutes (pH-Wert)
Blutzuckerfehleinstellung bei Diabetikern
Funktion des Magen-Darm-Traktes
Behandlung eines zu hohen Kaliumspiegels
Dialyse
Während der Dialysebehandlung wird überschüssiges Kalium wieder aus dem Körper entfernt. Der weitaus größte Teil des Kaliums befindet sich aber in den einzelnen Körperzellen (Gewebe) und steht mit der Blutbahn in einem Gleichgewicht. Daher benötigt eine Hämodialyse eine gewisse Behandlungszeit, um das Kalium aus dem Gewebe über die Blutbahn und das Dialysat zu entfernen. Die Bauchfelldialyse bietet hier Vorteile.
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