Einführung in die Ernährung bei Nierenersatzverfahren Einführung in die Ernährung bei Nierenersatzverfahren Huberta Eder Ein Nierenersatzverfahren allein ersetzt nur bedingt die fehlende Nierenfunktion. Das Blut wird von Stoffwechselendprodukten (z. B. Harnstoff, Kreatinin, Salze) gereinigt und überschüssige Flüssigkeit entzogen.
Huberta Eder Huberta Eder Ein Nierenersatzverfahren allein ersetzt nur bedingt die fehlende Nierenfunktion. Das Blut wird von Stoffwechselendprodukten (z. B. Harnstoff, Kreatinin, Salze) gereinigt und überschüssige Flüssigkeit entzogen.
Energiebedarf, BMI, Mangelernährung, Übergewicht, körperliche Bewegung Energiebedarf, BMI, Mangelernährung, Übergewicht, körperliche Bewegung Aufgrund der veränderten Stoffwechselsituation (z. B. Übersäuerung des Blutes, auch als Metabolische Azidose bezeichnet) wird etwa 10 % mehr Energie als normal benötigt. Diese Menge entspricht einer Zwischenmahlzeit (entsprechend 150–220 kcal). Ein medizinisch sorgfältig eingestellter Stoffwechsel führt zu einem besseren Ernährungszustand.
Eiweiß Eiweiß Eiweiß ist für den gesamten Körper ein wichtiger Baustoff. Er muss täglich in ausreichender Menge zugeführt werden, um einer Mangelernährung vorzubeugen. Fehlernährung bedeutet letztendlich Verlust von Lebensqualität. Aufgrund der veränderten Stoffwechsellage kommt es zu einem ungewollten Abbau von körpereigenem Eiweiß. Zusätzlich gehen pro Dialysestunde ca. 2 g Eiweißbausteine bzw. 10–12 g Eiweiß pro Dialysebehandlung über die Dialysierflüssigkeit verloren.
Phosphat Phosphat Phosphat ist in Verbindung mit Kalzium ein wichtiger Bestandteil von Knochen und Zähnen und zugleich ein notwendiger „Antriebsmotor“ für unzählige Stoffwechselvorgänge im Körper. Über die künstliche Niere wird Phosphat nur unzureichend entfernt.
Bio-Lebensmittel Bio-Lebensmittel Phosphathaltige Zusatzstoffe sind darin nur beschränkt erlaubt: in pflanzlichen Lebensmitteln: Monokalziumphosphat (E 341) und Lezithin (E 322), in Milcherzeugnissen: Lezithin. Wenn Sie keine üblichen Lebensmittel ohne phosphathaltige Zusatzstoffe bekommen, können Sie Bio-Ware einkaufen.
Kalzium Kalzium Der Kalzium- und Phosphathaushalt steht in einem engen Zusammenhang. Kalzium ist hauptsächlich in den Knochen und Zähnen enthalten. Bei chronischer Nierenerkrankung ist die Balance gestört.
Kalium Kalium Das Kalium ist für den Körper ein lebenswichtiger Mineralstoff (Elektrolyt). Sowohl ein zu hoher (Hyperkaliämie) wie auch ein zu niedriger (Hypokaliämie) Kaliumspiegel können lebensbedrohlich sein. Normalerweise liegt der Kaliumwert im Blut zwischen 3,5 und 5,0 mmol/l. Anhand der Laborwerte und unter Berücksichtigung einer evtl. noch vorhandenen Restausscheidung (Harnmenge pro 24 Stunden) muss die tägliche Kaliumzufuhr bilanziert werden. Nicht immer muss die Ernährung kaliumarm sein, dies gilt besonders in der Frühphase der Dialysebehandlung und bei noch vorhandener Restausscheidung. Halten Sie sich unbedingt an die Anweisungen Ihres Arztes. Körperlich kleine Personen haben in der Regel eine niedrige Kaliumtoleranz. Neben entsprechenden diätetischen Maßnahmen kommen bei der Hyperkaliämie auch Kaliumbinder – in der Regel als Pulver – zur Anwendung. Tägliche Kaliumtoleranz Eine kaliumarme Kost enthält im Allgemeinen 1.800 bis 2.000 mg Kalium pro Tag. Dies entspricht 24–26 Kaliumpunkten. Bei körperlich größeren Personen ist eine höhere Kaliumzufuhr von bis zu 2.300 mg möglich (30 Kaliumpunkte). 1 Kaliumpunkt entspricht 75 mg Kalium (siehe Lebensmitteltabellen und Rezepte) Regeln einer kaliumarmen Ernährung 1.Richtige Lebensmittelauswahl treffen. 2.Portionsgröße beachten. 3.Geeignete küchentechnische Maßnahmen anwenden. 4.Am Wochenende auf kaliumreiche Lebensmittel verzichten. 5.Evtl. zu Beginn der Dialyse darf etwas Kaliumreiches gegessen werden. 6.Salzersatz („Diätsalz“) ist verboten! 7.Bei Bedarf Kaliumbinder nach Anweisung des Arztes einnehmen.
Flüssigkeit
Kochsalz und Durstmeldesystem
Ernährung bei Bauchfelldialyse
Ernährung bei Diabetes mellitus
Diabetische Gastroparese
Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme
Vegetarische Ernährung
Energie- und eiweißreiche diätetische Lebensmittel
Ernährung bei Zöliakie
Tageskostplan (Beispiel)
Der Speisezettel
Essen im Dialysezentrum
Frühstücken wie ein Kaiser
Hinweise zu den Tabellen und Punkten
Hinweise zu den Rezepten
Lebensmitteltabellen
Fleisch, Fleischwaren
Wurst
Fisch, Fischzubereitungen, Meeresfrüchte
Eier, Eierspeisen
Käse, Käsezubereitungen, Tofu
Brot, Kuchen, Stärkebeilagen, Nährmittel
Gemüse, Salate, Hülsenfrüchte, Sprossen
Kartoffeln, Kartoffelgerichte
Obst, Schalenfrüchte
Süße Brotaufstriche, Süßwaren
Milch, Milchprodukte, Milch-Ersatz
Koch- und Streichfett, Sahne, Mayonnaise
Getränke, heiß und kalt
Kräuter, Gewürze, Essig, Soßen, Pilze
Backtriebmittel, selbst gemachtes Backpulver
Verzeichnis der Rezepte
Buchempfehlungen und Adressen
Schlussgedanken und Literatur
Für Harald
Man kann den Himmel berechnen
und die Erde ausmessen,
aber das Herz eines Menschen
kann man nicht bestimmen.
Chinesisch
Liebe Leserinnen und Leser!
Dieses Buch ist für Nierenkranke und deren Angehörige geschrieben. Die Funktionsstörungen im Körper, verursacht durch eine Nierenerkrankung, sind vielfältig und individuell sehr unterschiedlich ausgeprägt. Das Verstehen der eigenen Erkrankung wird durch die Kenntnisse einer normalen Nierenfunktion und die Kenntnisse der verschiedenen Schädigungsmechanismen sehr erleichtert.
Der Inhalt dieses Buches erläutert Ihnen vorab die Funktionen der gesunden Niere. Darüber hinaus erhalten Sie Informationen über Fehlleistungen der chronisch kranken Niere und ihrer medizinischen Behandlung.
Mit Hilfe einer dialysegerechten Ernährung können einige Folgen verschiedener Fehlleistungen korrigiert werden.
Wichtige Ziele:
Vermeiden einer Mangelernährung, unterstützt durch eine ausreichende Energie- und Eiweißzufuhr. Vermeiden eines erhöhten Phosphat- und Kaliumspiegels.
Vermeiden einer Überwässerung mit Verringerung des Durstgefühls, unterstützt durch eine reduzierte Flüssigkeits- und Kochsalzzufuhr.
Mit einem diätetisch fundierten Wissen lässt sich die tägliche Ernährung abwechslungsreich gestalten. Lieblingsgerichte und familiäre Essgewohnheiten können in den Speiseplan einbezogen werden.
In 15 Tabellen wird der Kalium- und Phosphatgehalt nach Punkten bewertet und im Ampelsystem dargestellt. Dabei sind häufig verzehrte Lebensmittel in Portionsgrößen erfasst. Es wird ersichtlich, welche Lebensmittel als besonders empfehlenswert gelten.
Die Rezepte richten sich nach den allgemein empfohlenen Ernährungsprinzipien. Die Gerichte sind schmackhaft und leicht zuzubereiten. Der Energie- und Nährstoffgehalt ist pro Portion angegeben.
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