Maike Albath - Rom, Träume

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Die vielleicht schönsten Seiten der italienischen Nachkriegsgeschichte wurden in Rom zur Zeit der Dolce Vita, der fünfziger und sechziger Jahre geschrieben. Fellini und andere drehten in Cinecittà, auf der Via Veneto drängelten sich Hollywood-Stars. Das Antlitz der Zeit aber wurde geprägt von den Freunden um Elsa Morante, Alberto Moravia, Carlo Emilio Gadda, Ennio Flaiano und Pier Paolo Pasolini. Sie mischten sich mit polarisierender Stimme in das politische und kulturelle Geschehen. Mit ihren Büchern und heiß umstrittenen Filmen schrieben sie ein bis heute unvergängliches Kapitel italienischer Kulturgeschichte. Maike Albath macht in ihrem Buch, in dem viele Zeitzeugen zu Wort kommen, die unvergleichlich kreative Atmosphäre jener römischen Jahre noch einmal fühlbar.

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Im Alltag der Familie Pincherle folgte man einem strengen Zeremoniell. Es galten die typischen bürgerlichen Formen der Jahrhundertwende: Die Kinder wurden vom Personal beaufsichtigt, die Eltern sah man bei den Mahlzeiten zu Tisch. Der Vater übte seinen Beruf mit Begeisterung aus, erwarb mehrere Häuser und konnte, als sein Baustil weniger gefragt war und er keine Aufträge mehr bekam, den Lebensunterhalt aus den Vermietungen der Immobilien bequem bestreiten. Alberto wuchs mit zwei älteren Schwestern und einem sieben Jahre jüngeren Bruder auf, aber zu den Geschwistern entwickelte sich keine engere Beziehung Seine Mutter sei eine typische Madame Bovary gewesen, meint Alberto Moravia im Gespräch mit Dacia Maraini, seiner langjährigen Weggefährtin. »Meine Mutter war eine große, elegante Dame. Oft nahm sie mich mit zu ihrer Schneiderin, setzte mich auf ein Sofa und befahl mir, auf sie zu warten. Ich verbrachte Stunden damit, ihr zuzuschauen. Sie trug riesige Hüte aus schwarzem Stroh mit Vögeln, Kirschen oder Blumen. In ihrer Garderobe tobte sie sich aus. Was das soziale Leben anging, hatte ihr mein Vater nicht gerade viel zu bieten. Manchmal denke ich, dass die Ehe meiner Eltern ein Fehler war. Sie hätte einen anderen Mann gebraucht, brillanter, mondäner, und nicht so einen cholerischen Bären wie meinen Vater. Mit ihm wurde sie noch mehr zur Bovary. Und mein Vater wurde einsamer.« Als Dacia Maraini ihn nach den Bindungen in seiner Familie fragt, reagiert Alberto Moravia eher harsch, allerdings war seine Position ab dem zehnten Lebensjahr eine besondere. Er bekam Knochentuberkulose an der Hüfte, musste den Schulbesuch abbrechen und lag über Jahre meist im Bett. Seiner Krankheit standen die Eltern hilflos gegenüber. Sie verließen sich auf das Urteil des behandelnden Orthopäden, obwohl es Alberto immer schlechter ging. Erst seine Tante Amelia Pincherle Rosselli aus Florenz, die Schwester des Vaters, Schriftstellerin und eine eindrucksvolle Erscheinung, erkannte 1924 die Lage und veranlasste die Verlegung ins Sanatorium Codivilla.

Seine Tante schildert Moravia farbiger als die Eltern, sie bestärkte den Neffen in seinen Interessen und schätzte seine literarischen Vorlieben. Es ist vermutlich ihr zu verdanken, dass Moravia im Schreiben eine sinnvolle Beschäftigung sah. Amelia Rosselli sei eine kleine Person mit einer sanften Ausstrahlung gewesen, erzählt er Dacia Maraini. »Aber mit einem starken Charakter. Sie heiratete den Komponisten Rosselli. Nach wenigen Jahren ließ er sie mit drei kleinen Kindern sitzen und brannte mit einer Tänzerin durch. Später kehrte er in ihre Nähe zurück und starb bei ihr in Florenz. Sie hat dann noch viele Jahre als Witwe gelebt und ihre Kinder allein großgezogen, Carlo, Nello und Aldo. Geld hatten sie kaum welches. Aber sie war eine energische Frau mit klaren moralischen Überzeugungen. Sozialistin, auf die altmodische Art. Ihre Söhne hat sie in der Tradition des Liberalismus des 19. Jahrhunderts erzogen.« Aldo fiel im Ersten Weltkrieg. Seine Brüder Carlo und Nello, Vordenker der sozialistischen Partei, besuchten ihren Cousin Alberto im Sanatorium. Sie wurden zu zentralen Figuren des italienischen Antifaschismus. Zum Exil in Paris gezwungen, zählten sie zu den Mitbegründern der Widerstandsgruppe Giustizia e libertà. Rechte Schlägertrupps ermordeten die Brüder 1937 in Bagnoles-de-l’Orne, vermutlich auf Anordnung des italienischen Geheimdienstes. Mitte der zwanziger Jahre befand sich Alberto durch seine schwere Krankheit jenseits der politischen Verhältnisse, die sich immer mehr zuspitzten. Den Marsch auf Rom 1922 hatte er als Fünfzehnjähriger beobachtet. Die Schwarzhemden auf der Piazza Barberini seien ihm wie tumbe Landbewohner erschienen, erinnert er sich. Doch für ihn folgte erst einmal die lange Phase im norditalienischen Sanatorium.

LANGEWEILE

Alberto Moravia und »Die Gleichgültigen«

Im Herbst 1925 ging es Alberto Moravia allmählich besser, und er begann, zwischen den Alpenkurorten Bressanone, Cortina und Rom hin und her zu pendeln. Er war längst mit der Arbeit an dem Manuskript seines Romans Die Gleichgültigen beschäftigt, und als seine Mutter ihm vorschlug, das Abitur nachzuholen, wehrte er ungeduldig ab. Ein befreundeter Journalist führte ihn in die Literaturszene ein, in der die Faschisten immer stärker an Einfluss gewannen. Zeitschriften boten ambitionierten jungen Männern durchaus ein Forum, und Moravia konnte erste Texte unterbringen. Einer der Platzhirsche war der spätere Nobelpreisträger Luigi Pirandello, für den eine revolutionäre Ästhetik, die Auflösung traditioneller Erzählformen – immerhin hatte sein Drama Sechs Personen suchen einen Autor 1921 einen handfesten Skandal provoziert – und eine faschistische Gesinnung ein und dasselbe waren. Er ließ sich von Mussolini sogar ein neues Theater finanzieren. Überhaupt stieß der Faschismus unter einflussreichen Intellektuellen auf große Resonanz; Leo Longanesi, Curzio Malaparte, Massimo Bontempelli und Mino Maccari waren militante Anhänger der Bewegung, Longanesi hatte ein Vademekum für den perfekten Faschisten (1926) verfasst und den Slogan »Mussolini hat immer recht« erfunden, der auf unzähligen Fassaden prangte. Malaparte, Bontempelli und Maccari waren ästhetisch von den Florentiner Futuristen um Ardengo Soffici geprägt und schon als Gymnasiasten mit Begeisterung in den Ersten Weltkrieg gezogen. Dass man den Schützengraben als Erfahrungsraum des Heroischen verstand, die Infanteristen als »neue Barbaren« positiv deutete und Gewalt als Mittel einer kollektiven moralischen Erneuerung begriff, waren Denkfiguren, die quer durch die europäische Essayistik geisterten. Das teils nietzscheanische Erbe bekam in Italien durch den Futurismus und den Katholizismus eine ganz eigene Färbung. Für die toskanischen Veteranen schienen Mussolinis Kampftrupps das sozialrevolutionäre Element aufzugreifen, sie schlossen sich sofort seinen squadre an und straften das liberale Bürgertum und die Demokratie mit tiefer Verachtung. »Wir hätten im vergangenen Oktober Rom mit Leichen füllen sollen«, tönte Malaparte in seinem Pamphlet Italia barbara (1925) über den Marsch auf Rom. »So viele Leute zum Aufhängen aus den Reihen der großen patriotischen Familien und der Rhetoren! Das Volk hätte uns die Hände geküsst.« Rom, das war für die Florentiner Intellektuellen der Inbegriff der Dekadenz. Als Mussolini sich 1925 endgültig zum Diktator aufschwang, fürchteten sie sogar eine Verwässerung der faschistischen Ideale durch Kompromisse mit dem römischen Establishment. Genau wie Leo Longanesi, einer der großen Pioniere des italienischen Journalismus, unterhielten Malaparte, Bontempelli und Maccari ein spannungsreiches Verhältnis zum Regime und handelten sich mitunter Schreibverbote und Verbannungen ein. Der ideologisch schillernde Curzio Malaparte, der eigentlich Curzio Suckert hieß und auch unter seinen Feinden als »beste Feder des Faschismus« galt, tat sich mit theoretischen Schriften zur Ästhetik des Staatsstreichs besonders hervor. Mit seinem Pseudonym Malaparte – als Gegensatz zu Bonaparte, zuerst hatte er mit »Borgia« kokettiert – und dem Bau seiner Villa auf den schroffen Felsen von Capri unterstrich er seinen politischen Radikalismus und stilisierte sich als moderner Condottiere. Die etablierten liberalen Schriftsteller, Dichter und Kritiker reagierten auf die offizielle Kulturpolitik zum Teil mit Rückzug: Ein geschliffener Stil galt als adäquates Mittel der Verteidigung. In der florentinischen Zeitschrift Solaria (1926–1936) wandte man sich bewusst vom Getöse des Futurismus ab, vertrat kein ästhetisches Programm und vermied politische Diskussionen. Gleichzeitig bot Solaria seinen Lesern ein breites Panorama ausländischer Autoren und veröffentlichte Texte von Proust, Gide, Valéry, Joyce, T. S. Eliot, Hemingway, Faulkner, Rilke und Kafka, wodurch die Zeitschrift im Windschatten des Faschismus heimlich eine Erneuerung der italienischen Literatur betrieb. Sehr viel lautstärker meldete sich Mitte der zwanziger Jahre Bontempelli zu Wort, der den Impuls des Futurismus erneut aufgriff, für einen magischen Realismus eintrat und über den Umweg der internationalen Avantgarde den zeitgenössischen Roman entstauben wollte – allerdings mit politischen Zielen, denn ihm ging es ausdrücklich um die Vormachtstellung Italiens und eine »mediterrane Hegemonie«.

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