Maike Albath - Rom, Träume
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La Capria etablierte sich im römischen Kulturleben. »Moravia war damals überall, so wie man heute überall auf Dacia Maraini trifft, egal bei welcher Veranstaltung«, meint er zu der Omnipräsenz des älteren Kollegen. »Aber ich verdanke ihm viel, er hat sich bei seinem Verleger Bompiani für die Veröffentlichung meines Romans eingesetzt, was ich erst lange nach seinem Tod erfuhr. Als wir Mitte der sechziger Jahre mit ihm und Dacia an der Amalfi-Küste Urlaub machten, wurde mir seine Emsigkeit allerdings zu viel. Mitten im August wachte ich morgens um neun von Schreibmaschinengeklapper auf. Ich fragte meine Frau: ›Was ist das?‹ ›Dacia und Alberto‹, antwortete sie mir, ›sie schreiben.‹ Das fand ich wirklich übertrieben, ich bekam sofort ein schlechtes Gewissen, weil ich nicht arbeitete«, erinnert sich La Capria. Da waren ihm die weniger dienstbeflissenen Schriftsteller Carlo Emilio Gadda und Goffredo Parise, die ebenfalls ins Café Rosati kamen, oft lieber. »Obwohl Gadda ein überaus korrekter Mann war. Er war ein großer Konservativer und hielt damit nicht hinterm Berg. Während alle so taten, als seien sie Kommunisten, stand er dazu, rechts zu sein. Er war nationalistisch, hielt viel von Dingen wie Vaterland, Fahne, allgemeine Ordnung. Er war ein herausragender Schriftsteller, Die grässliche Bescherung in der Via Merulana war schon erschienen. Goffredo provozierte ihn ständig, er nahm ihn zum Beispiel im Auto mit und fuhr absichtlich zu schnell, was Gadda entsetzlich fand. ›Du willst mich töten, das ist Mord‹, sagte er zu ihm, ›du hältst dich wohl für sehr modern‹, schimpfte er weiter. Goffredo war sehr schlitzohrig und machte mit Gadda seine Späße. Gadda sah aus wie ein tapsiger Elefant. Er hatte immer viele Ängste und Bedenken, die typischen Ängste eines Bürgers. Dass man ihn falsch verstehen könnte, dass man ihn ausraubte. Er war also sehr misstrauisch. Parise wusste genau, welchen Weg Gadda normalerweise von seiner Arbeitsstelle bei der RAI nach Hause ging. Und eines Tages malte er mit Kreide genau auf diesem Weg lauter Pfeile auf den Boden. Straße für Straße, Ecke für Ecke. Gadda war sehr beunruhigt und rief Parise an: ›Jemand verfolgt mich, auf meinem gesamten Nachhauseweg waren Pfeile eingezeichnet, dabei weiß niemand, wo ich für gewöhnlich langgehe.‹ Und Goffredo hat sich lange mit ihm über diesen Verfolger unterhalten. So etwas war typisch für ihn.« Wir amüsieren uns noch eine Weile über den Schabernack, den Parise mit seinem Freund trieb. Dann ist der Winternachmittag vorbei, und wir kehren zurück in das Rom von heute. Einen Abstecher ist die Via Veneto noch wert.

Gleichgültig im Salon. Alberto Moravia 1962 bei den Belloncis
DIE NEUEN BÜRGER
Familie Pincherle
Heute ist die Via Veneto ein Zitat ihrer selbst. In den Schaukästen der Bars hängen Bilder aus La dolce vita, es gibt sogar eine Plakette mit einem Hinweis auf den berühmten Film. Außer ein paar Rombesuchern aus der Provinz, einer asiatischen Reisegruppe mit identischen Schirmmützen und ein paar Amerikanern, die im Café de Paris überteuerte Nudelgerichte zu sich nehmen, verläuft sich an einem kalten Wintertag kaum jemand hierher. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Via Veneto die beliebteste Flaniermeile von ganz Rom: Vor allem Familien aus dem aufsteigenden Bürgertum schritten den breiten Boulevard am Wochenende auf und ab. Er galt als fein, außerdem wohnte man in den nahe gelegenen, kürzlich erbauten Vierteln Salario, Parioli oder im Quartiere delle regioni, gleich hinter der Via Veneto. Nach der italienischen Einigung von 1861 gab es ein langes Hin und Her mit dem Vatikan, der Rom und Latium für sich reklamierte und unter der Schutzmacht Frankreichs stand. Als der Papst alle Vorschläge einer friedlichen Übereinkunft in den Wind schlug und sich nach dem Sieg Preußens über Frankreich 1870 die internationalen Kräfteverhältnisse geändert hatten, schickte die junge Nation im September ihre Truppen in den Kirchenstaat. Es war ein eher theatralischer Akt. Ohne auf Gegenwehr zu stoßen und unter der Anteilnahme einer internationalen Journalistentruppe schlugen die Soldaten am 20. September bei der Porta Pia eine Bresche in die Stadtmauer und eroberten Rom. In einem Plebiszit entschieden sich die Bürger für einen Anschluss an Italien. Im Juli 1871 verlegte man die Hauptstadt endgültig nach Rom, und König Viktor Emanuel II. hielt seinen feierlichen Einzug. Anschließend begann eine rege Bautätigkeit. Allerdings war Rom ja bereits seit Jahrhunderten die Hauptstadt eines unabhängigen Staates: des Kirchenstaates. Diesem päpstlichen Rom wollte man auch architektonisch etwas entgegensetzen. Für die römische Aristokratie, der die meisten Grundstücke gehörten und die durch verwandtschaftliche Beziehungen mit der Kurie verbandelt war, wurde es ein riesiges Geschäft. Statt Stadtplanung herrschte Spekulation. Ganze Gebiete wurden erschlossen, abgerissen, umgebaut. Die neuen, nach Turiner Vorbild angelegten rechtwinkeligen und eher eintönigen Straßenzüge in Prati und an der Piazza Indipendenza, der Corso Vittorio Emanuele II, die Via Cavour, die Via Merulana und die Via Nazionale wirkten »tröstlich« neben den düsteren, verwinkelten Gassen am Campo de’ Fiori, beschrieb es ein Zeitgenosse. Nicht nur das klotzige Ehrenmal, das bis heute weiß unter den dunkleren Kuppeln heraussticht, Sankt Peter optisch Konkurrenz machen sollte und wie die Geste einer Besatzungsmacht wirkt, wurde in Auftrag gegeben. Man brauchte Ministerien, Behörden, Kasernen, Mehrfamilien-Villen und Mietshäuser für das Regierungspersonal. Zwischen 1870 und 1895 stieg die Bevölkerung von 200000 auf 400000, und bis 1910 wuchs sie auf 539000 Einwohner an, was im Vergleich zu Berlin mit 2,07 Millionen Einwohnern oder London mit 4,5 Millionen immer noch wenig war. Die neue römische Mittelschicht bestand zu einem guten Teil aus Zugezogenen, zu denen auch die Eltern Alberto Moravias gehörten. Droschken bestimmten das Straßenbild, ein strenger Geruch von Pferdeäpfeln lag über der Stadt, Automobile existierten nur wenige, und kurz hinter der Villa Borghese oberhalb der Via Veneto wurde es ländlich. Viele der zweistöckigen Häuser, die villini genannt wurden, hatten kleine Gärten. Die Kinder spielten in Begleitung ihrer Gouvernanten nachmittags im Park der Villa Borghese, wo es auch eine Pferderennbahn gab. Das Zentrum war für die aufstrebende Klasse tabu: Man ging einfach nicht hin, weder auf die Piazza Navona noch zum Pantheon und schon gar nicht auf den Campo de’ Fiori. Dort waren die ärmeren Römer zu Hause, Handwerker vor allem, nur ein paar Adlige lebten noch in ihren Palästen in der Altstadt. Rund um die Via dei Giubbonari lag das jüdische Ghetto. San Lorenzo beim Güterbahnhof war ein Arbeiterviertel, genauso wie Testaccio beim Schlachthof.
Mit dem Bus passiert man am Ende der Via Veneto die römische Stadtmauer, die Mura aureliane. Dentro le mura ist bis heute eine gängige Bezeichnung, sogar für Taxifahrer, die sich ab der Mauergrenze an einen bestimmten Tarif halten müssen. Alberto Moravia verbrachte seine Kindheit fuori le mura, zuerst in der Via Sgambati 9 und dann in der Via Donizetti 6, wohin die Familie 1916 übersiedelte. Man bewohnte das Erdgeschoss und den ersten Stock in einem villino. Es gab Stilmöbel, schwere Vorhänge, dicke Teppiche, düstere Bilder aus dem 17. Jahrhundert mit mythologischen Sujets, Tafelaufsätze und Nippes von Lalique und Murano, für die Mutter einen Damensekretär aus Mahagoni, für den Vater eine Bibliothek aus Nussbaumregalen im Arbeitszimmer, wo auch sein Zeichentisch stand. Carlo Pincherle Moravia suchte für das gesamte Haus die Tapeten aus. Das Schlafzimmer der Eltern war im Jugendstil gehalten: die Spiegel, Schränke, das Bett und die Frisierkommode. Die Räume der Kinder waren funktional eingerichtet, mit weißen Holzmöbeln und Bettgestellen aus Messing. Im ersten Stock hatten sie ein Spielzimmer. In Rom sei auch das Mobiliar päpstlich gewesen, stellte Elena Croce fest, die Tochter des Philosophen Benedetto Croce, die 1915 zwar in Neapel geboren wurde, aber später nach Rom umzog und den Charakter der Hauptstadt scharfsinnig einfing. Zum Bürgertum in seiner Ausprägung als städtische Klasse gehörten, einer Aufschlüsselung des Dizionario del fascismo (2003) zufolge, damals lediglich fünf Prozent. Nach der Volkszählung von 1931 existierten bei einer Gesamtbevölkerung von knapp 42 Millionen 209000 Grund- und Hauseigentümer, die von ihrem Besitz leben konnten, außerdem 590000 Unternehmer und 40000 Manager, während die Mittelschicht aus Ärzten, Apothekern, Anwälten, Notaren, Ingenieuren, Architekten, Professoren, Lehrern und Angestellten etwa 70000 Personen umfasste. Selbst wenn man das ländliche Bürgertum von insgesamt noch einmal 100000 hinzuzählt, ändert das nichts am Gesamtbild. Obwohl sich zwischen 1921 und 1935 die Zahl der Einschreibungen an den Universitäten auf 64944 verdreifachte, gab es 1936 nur 11135 Abschlüsse. In den zwanziger Jahren rekrutierte sich die Elite wie zu Beginn des Jahrhunderts aus sich selbst, die soziale Mobilität war gering, Söhne übernahmen die Berufe ihrer Väter. Natürlich gab es innerhalb des Bürgertums die verschiedensten Erscheinungsformen – von provinziell bis kosmopolitisch. Die faschistische Partei PNF, Partito nazionale fascista, bot neue Aufstiegschancen. Die zumindest zum Teil von liberalen Ideen geprägten großbürgerlichen und adligen Familien verloren unter Mussolini rapide an Einfluss, stattdessen gewannen Industrielle, Investoren und Manager der vom Faschismus favorisierten staatlichen Unternehmen an Gewicht. Diese neue Aristokratie übernahm die Kontrolle über die gesamte Wirtschaftspolitik, gleichzeitig versorgte Mussolini ihm gewogene Geschäftsinhaber mit politischen Ämtern.
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