Maike Albath - Rom, Träume

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Die vielleicht schönsten Seiten der italienischen Nachkriegsgeschichte wurden in Rom zur Zeit der Dolce Vita, der fünfziger und sechziger Jahre geschrieben. Fellini und andere drehten in Cinecittà, auf der Via Veneto drängelten sich Hollywood-Stars. Das Antlitz der Zeit aber wurde geprägt von den Freunden um Elsa Morante, Alberto Moravia, Carlo Emilio Gadda, Ennio Flaiano und Pier Paolo Pasolini. Sie mischten sich mit polarisierender Stimme in das politische und kulturelle Geschehen. Mit ihren Büchern und heiß umstrittenen Filmen schrieben sie ein bis heute unvergängliches Kapitel italienischer Kulturgeschichte. Maike Albath macht in ihrem Buch, in dem viele Zeitzeugen zu Wort kommen, die unvergleichlich kreative Atmosphäre jener römischen Jahre noch einmal fühlbar.

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Anfang der fünfziger Jahre lebten lediglich elf Prozent der Italiener im Wohlstand. Es waren diese Leute, die das Bild von la dolce vita bestimmten, wie es Fellini und Flaiano 1959 in ihrem Film einfangen sollten. Am glamourösen Leben partizipieren durften alle, denn schon lange vor dem Fernsehen gab es die sogenannten rotocalchi, die wegen des Rotationsdruckverfahrens so hießen: Großformatige Zeitschriften mit ausgedehnten Fotostrecken, inspiriert von dem amerikanischen Magazin Life. Die Blätter kosteten um die 30 Lire, lieferten teils hochwertigen Journalismus wie L’Europeo, seit 1945 im Umlauf, oder Il Mondo, vier Jahre später gegründet und von Autoren wie Giorgio Bocca, Camilla Cederna, Oriana Fallacci, Moravia, Flaiano, Giorgio Manganelli und vielen anderen mit Texten beliefert. L’Europeo kam in den sechziger Jahren auf eine Auflage von 230000. Andere drehten sich nur ums Kino und hießen Hollywood, Star oder Novellefilm. Oggi gab es bereits seit 1939, in den Vierzigern hatte hier Elsa Morante ihre Erzählungen veröffentlicht, Elio Vittorini lieferte Kolumnen, und auch sonst erschienen damals zahlreiche Beiträge von Schriftstellern. Nach dem Krieg wandelte sich das Magazin allmählich in ein Boulevardblatt. Fellinis Paparazzo Secchiaroli war einer der Stammfotografen. 1947 gelang Oggi ein Scoop, mit dem sich die Auflage von 100000 auf 250000 steigerte: eine Farbfotostrecke über die Hochzeit der Königin von England. Ingrid Bergman und Roberto Rossellini landeten mit ihren unehelich geborenen Kindern ebenfalls auf dem Titelblatt. In den fünfziger Jahren erreichte Oggi Verkaufszahlen von 500000 und überschritt im Jahrzehnt darauf die Million. »Amerika ist hier«, verkündete das Magazin Hollywood am 17. November 1951 und druckte Bilder der Stars aus den USA ab. »Obwohl Italien ein armes Land ist, kommen viele amerikanische Schauspieler hierher, um in unseren Filmen mitzuarbeiten. Sie finden Glück und Ruhm.« Die Spezies der Fotografen und der Reporter gewann ungeahnten Einfluss.

»In den Fünfzigern begann auch die Zeit von Michelangelo Antonioni und Fellini, denen die Phase von Vittorio De Sica, Roberto Rossellini und den Neorealisten vorausgegangen war, auch Visconti und solche Leute«, meint La Capria, der Anfang der sechziger Jahre als Drehbuchautor für Francesco Rosi großen Erfolg hatte und mit Le mani sulla città über die Bauspekulation in Neapel auf der Biennale von Venedig einen Goldenen Löwen gewann. »Viscontis Ossessione von 1943 gilt ja als erster neorealistischer Film, dann folgten Rossellinis berühmte Kriegszeugnisse Rom, offene Stadt und Paisà. Rosi war Regieassistent bei Visconti, mit dem er 1951 Bellissima drehte, eine ironische Abrechnung mit der neuen Kinoleidenschaft der Italiener und ihrer Leichtgläubigkeit. Anna Magnani spielt eine einfache Römerin, die ihre siebenjährige Tochter um jeden Preis zum Film bringen will, bis sie merkt, dass in Cinecittà Zynismus herrscht und dort nichts als Illusionen produziert werden. Der Neorealismus brachte ja das alltägliche Leben auf die Leinwand, mit all seinen Schwierigkeiten, Hoffnungen und übrigens auch komischen Seiten, wie in Bellissima. Neben Visconti haben dann natürlich Antonioni und Fellini enorm viele Impulse gegeben. Diese Art der Fotografie und der Kameraführung existierte vorher nicht. Fellini mag mitunter zu stilisiert wirken, aber durch seine Neuerungen wurden bestimmte Filme überhaupt erst möglich. Die Hubschrauberszene in Apocalypse Now gäbe es ohne den Anfang von La dolce vita nicht.« Federico Fellinis Drehbuchautor Flaiano sei von unglaublicher Schlagfertigkeit gewesen. Niemand habe mit ihm mithalten können. »Sehr vielschichtig als Mensch, ironisch, geistreich, aber seine Sprüche zeigten auch, dass dieser Gewitztheit eine gewisse innere Bitterkeit zugrunde lag. Ein spitzfindiger Kritiker der italienischen Gesellschaft. In seinem Roman Tempo di uccidere, der 1947 den ersten Premio Strega bekam, hat er den italienischen Kolonialismus als Krankheit beschrieben. Außerdem war er ein großartiger Drehbuchschreiber, jemand, der am laufenden Band Ideen produzierte.« Kaum jemand brachte die Widersprüche Italiens besser auf den Punkt.

Dass der Film La dolce vita eine bitterböse Abrechnung mit den schmarotzenden Journalisten, der im Entstehen begriffenen Mediengesellschaft und dem dekadenten Lebensstil der Oberschicht war und vor allem Magazine wie Oggi im Visier hatte, ist heute in Vergessenheit geraten. Die Szenen haben sich verselbstständigt und sind zu mythischen Kalenderbildern geronnen. Die Hauptfigur Marcello Rubini – von Marcello Mastroianni grandios verkörpert – ist ein charmanter, aber oberflächlicher Klatschreporter, der überall mit seinem sensationslüsternen Fotografen Giovanni Paparazzo im Schlepptau auftaucht. Sein Freund Steiner, ein schriftstellernder Familienvater, in dessen Salon sich Dichter und Gelehrte versammeln, scheint für das wahre Leben zu stehen. In seiner Gesellschaft beginnt Marcello, am Glamour der Filmwelt zu zweifeln, und erinnert sich an seine einstigen Ideale. Als Steiner seine Kinder und sich selbst tötet, ist für Marcello auch dieser Weg abgeschnitten. Steiners Selbstmord wirkt wie eine Kapitulation. Die Geschehnisse drum herum mussten Flaiano und Fellini gar nicht erfinden, sie brauchten sich bloß aus der Wirklichkeit zu bedienen. Anita Ekberg hatte tatsächlich einen trinklustigen amerikanischen Ehemann und war auch im wirklichen Leben einmal im Sommer nach einer durchtanzten Nacht in den Trevi-Brunnen gestiegen, aber um sich die Füße zu kühlen und nicht in einer schulterfreien Abendrobe, sondern in einem unspektakulären Sommerkleid mit hochgekrempelten Ärmeln. Sylvia alias Anita Ekberg im Trevi-Brunnen gilt als Inbegriff italienischer Romantik – im Kontext des Films ist sie eine eher lächerliche Gestalt mit einem kindlichen Gemüt. Alles an ihr ist überzogen: ihr amerikanisches Gebaren, ihre Tänze, ihre Launen und nicht zuletzt ihre Figur mit dem ausladenden Busen. Sylvia wirkt, als sei sie eine Nummer zu groß für Italien, neben ihr sehen erwachsene Männer wie Schuljungen aus, eine Phantasie, der Fellini in vielen Filmen anhing. »Du bist einfach alles … you are everything. You are the first woman of the first day on the earth … You are Eve … You are mother, sister, du bist die Geliebte, das Weib … Du bist ein Engel … der Teufel … die Erde … das Zuhause … Home«, stammelt Marcello ihr beim Tanzen hingerissen ins Ohr, während Sylvia Arrivederci Roma trällert. Ihr kopfloser Verehrer scharwenzelt weiter um sie herum, wird mitten in der Nacht zum Milchholen für ein Kätzchen abkommandiert und immer wieder stehengelassen. Als Marcello sie schließlich im Morgengrauen vor dem Hotel Excelsior auf der Via Veneto abliefert, erwartet ihn schon Sylvias dauerbetrunkener Gatte und schlägt den Reporter zusammen, ohne dass er die begehrte Frau auch nur einmal richtig geküsst hätte. Flaiano und Fellini waren damals mittendrin und kannten alles: die Vergnügungslokale, die Salons der Intellektuellen und die gelangweilte Aristokratie.

»Die römische Dekadenz ist auch Gegenstand von Flaianos Theaterstück Ein Marsmensch in Rom«, erzählt Raffaele La Capria, der mit der Schauspielerin Ilaria Occhini verheiratet ist. Eine Frau von bewundernswerter Schönheit, wie ich mich mit einem Seitenblick auf die Familienfotos vergewissern kann. Sie stand bei der Uraufführung in Mailand mit Vittorio Gassman auf der Bühne. In dem Stück ist viel von den parasitären Römern die Rede, die sich durch nichts von ihrem Lebensstil abbringen lassen, auch nicht durch einen Marsmenschen. Am Anfang herrscht zwar große Aufregung um den ungewöhnlichen Besucher, er wird auf Partys und in Salons herumgezeigt, aber schon nach kurzer Zeit gehen alle wieder zur Tagesordnung über. »Leider war es ein totaler Reinfall und wurde ausgepfiffen. Die Mailänder haben alles für bare Münze genommen. Während sie in den Fabriken und Firmen für das Bruttosozialprodukt schuften, machen sich die Römer ein schlaues Leben. Das kritische Potenzial haben sie gar nicht wahrgenommen. Es gab Pfiffe, Buhrufe, Geschrei, wie seit Pirandello nicht mehr. Mir tat es für meine Frau sehr leid. Flaiano hat mit dem Aphorismus reagiert: ›Der Misserfolg ist mir zu Kopf gestiegen.‹«

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