Maike Albath - Rom, Träume
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1951 war Rom noch eine überschaubare Stadt. Während der Kriegsjahre hatte es einen Zustrom aus Süditalien gegeben, die Einwohnerschaft war von 1155722 im Jahr 1936 auf 1651754 gewachsen, aber die meisten Zugezogenen wohnten in den armseligen Vorstädten, den borgate. Im Zentrum war davon nichts zu merken. Raffaele La Capria fand zuerst eine Bleibe in der Via Margutta, wo auch Truman Capote wohnte und an seinem Roman Die Grasharfe schrieb. »Es war die belle epoque von Rom. Die Stadt wurde nicht nur für das Kino zu einem Anziehungspunkt, sondern auch für das Theater, die Literatur, die Kultur überhaupt, und zwar auf internationaler Ebene. Alle Diven aus Hollywood kamen hierher, an den Schauspielhäusern arbeiteten Leute wie Giorgio Strehler und Luchino Visconti, Elsa Morante und Alberto Moravia waren auf dem Höhepunkt ihres Schaffens, man traf sich im Café, unterhielt sich, tauschte sich aus. Es war extrem lebendig, es gab ein echtes Kulturleben. So etwas existiert heute nicht mehr. Wir verabredeten uns um drei Uhr nachts, alle Lokale waren geöffnet, man diskutierte bis in die Morgenstunden über den neuesten Film oder das neueste Buch.« Der Faschismus schien Lichtjahre her zu sein; die Intellektuellen und Künstler eroberten den öffentlichen Raum zurück. Der Nachholbedarf war enorm. Intellektuelle Moden wie der Strukturalismus seien aus Paris nach Rom übergeschwappt, meint La Capria, Bücher, Filme, Musik, alles habe man damals aufgesogen. Diese Zeit überschneide sich mit seiner eigenen Jugend, auch deshalb empfinde er sie sicher als besonders schön, aber es liege ihm fern, die fünfziger Jahre zu idealisieren. Es sei schon ein ganz besonderer Moment gewesen, eine ganz bestimmte Phase, in der sich viele Kräfte gegenseitig schürten, die Intellektuellen an Einfluss gewannen, das Land im Umbruch war und viel Neues entstand . Oft waren es private Initiativen: So hatten Maria Bellonci, Verfasserin erfolgreicher historischer Romane, und ihr Mann, der Journalist und Literaturkritiker Goffredo Bellonci, schon während der letzten Kriegsjahre Freunde zu Hause empfangen und die Gründung eines Literaturpreises geplant. 1947 wurde daraus der Premio Strega, benannt nach der Firma des Geldgebers, Hersteller des entsetzlich süßen Strega-Likörs. Weil alles aus einem sonntäglichen Salon hervorgegangen war, hießen die rund hundert Juroren »gli amici della domenica«, was bis heute gilt, obwohl die Gruppe auf 400 Personen angewachsen ist und in keinem Wohnzimmer mehr Platz fände. Die Liste der Preisträger ist beeindruckend: Ennio Flaiano, Elsa Morante, Moravia, Giorgio Bassani, Natalia Ginzburg, Dino Buzzati, Tomasi di Lampedusa, Paolo Volponi, Goffredo Parise. Auch La Capria wurde ausgezeichnet. Er bekam 1961 für seinen Neapel-Roman Ferito a morte den Preis.
Für die ausländischen Besucher zählte nicht nur die Schönheit Roms. Mieten, Restaurantbesuche, Lebensmittel, Personal, selbst Hotels kosteten wenig, denn die Löhne waren niedrig. Auch amerikanische Regisseure kamen auf die Idee, hier zu arbeiten. Das European Recovery Program, besser bekannt als Marshallplan, unterstützte das Engagement. »Die Unternehmer des Landes haben sich nie für die Möglichkeiten der Massenvermarktung interessiert«, klagte der Direktor des ERP Paul G. Hoffman 1949. »Die Dimensionen ihrer Initiativen sind eingeschränkt und die Kosten hoch. Der Gedanke, dass man beim Konsumenten mit niedrigem Einkommen durch Werbung Sehnsüchte nach Dingen erweckt, die er nie gehabt hat, und diese dann zu günstigen Preisen anbietet, ist der größte Beitrag, den der Marshallplan in Italien leisten kann.« Filme galten als preiswertes Umerziehungsmittel, sollten vor dem Kommunismus warnen und für den American way of life werben. Außerdem gab es Cinecittà, die 1937 von Mussolini zu Propagandazwecken eröffneten, modern ausgestatteten Studios an der Via Tuscolana im Osten der Stadt mit günstigen Produktionsbedingungen. Sogar Massenszenen waren bezahlbar. Ein entscheidendes Argument für Mervyn LeRoy, der 1951 nach Rom kam. Für seinen Historienschinken Quo Vadis brauchte er neben den 29 Hauptdarstellern vor allem 30000 Statisten, ganz abgesehen von den 250 Pferden, einer Reihe von Löwen, Stieren und Tauben. Sophia Loren ergatterte ihre erste Nebenrolle und trat als Sklavenmädchen auf. Der erste Sandalenfilm war so etwas wie ein Startschuss: Unzählige amerikanische Schauspieler machten Rom zu ihrer Basis in Europa. Hier war der alte Kontinent verkraftbar, nicht so zerstört und traurig wie Deutschland, aber dennoch ausreichend pittoresk, es gab Kunstschätze und eine romantische Kulisse. Fast schienen die zwanziger Jahre von Paris wieder aufzuleben. Ava Gardner reiste mit ihrem Mann Frank Sinatra an und wurde Stammkundin im Modeatelier der Schwestern Fontana. Der Fotograf Tazio Secchiaroli erwischte nicht nur den geschassten ägyptischen König, sondern deckte auch die Liaison von Gardner mit dem römischen Schauspielstar und berüchtigten Frauenhelden Walter Chiari auf. Es gibt ein Foto, wie der schöne Chiari wutentbrannt auf die Via Veneto stürzt und dem flüchtenden Bildreporter hinterherrennt. Soraya kam 1958, nachdem sie aus der Familie des Schah verstoßen worden war, im Excelsior auf der Via Veneto unter, Henry Fonda heiratete eine italienische Gräfin, Orson Welles hatte in Rom eine Wohnung. An jeder Ecke traf man auf Leute wie die platinblonde Jayne Mansfield, Anita Ekberg, James Stewart, Gary Cooper oder Grace Kelly. Gleichzeitig stand Anna Magnani für Visconti vor der Kamera. Eine Liebe in der Zeit von La dolce vita hat Raffaele La Capria eine schmale Erzählung von 2009 genannt, in der sich die Sphären mischen: Geld, Aristokratie, Kultur, Kunst. »Wir trafen uns an der Piazza del Popolo und in der Via Veneto«, erzählt der Schriftsteller. »Man ging ins Café Rosati, das sowohl an der Piazza als auch auf der Via Veneto eine Niederlassung hatte. Zum Abendessen wechselten wir in die Restaurants auf der Via Croce. Eines hieß Cesaretto, ein anderes Il re degli amici. Cesaretto war das Stammlokal der Intellektuellen, bei Il re degli amici traf man die Filmleute und Regisseure, dann gab es noch das Eliseo-Theater, da waren natürlich die Theaterleute. Aber jeder begegnete jedem, nicht so wie heute, dass nur noch Schriftsteller mit Schriftstellern zusammen sind, nein, man lief Architekten über den Weg, Drehbuchautoren, Schauspielern, Regisseuren und setzte sich an denselben Tisch, die Gespräche drehten sich also nicht nur um bestimmte Dinge, sondern es gab eine unglaubliche Vielfalt.« 1953 drehte William Wyler die romantische Komödie Ein Herz und eine Krone mit Gregory Peck und Audrey Hepburn, die mit diesem Film international bekannt wurde. Auch hier half Ennio Flaiano mit. Immer häufiger kam es zu Koproduktionen. 1954 reiste Kirk Douglas für Ulisse von Mario Camerini an und trieb den Regisseur mit seinen Launen fast in den Wahnsinn. Kolossale Ausmaße nahmen die Dreharbeiten von Krieg und Frieden unter der Regie von King Vidor an, die anderthalb Jahre dauerten: In Cinecittà wurde ein drei Kilometer langes Moskau nachgebaut, das unter tausendzweihundert Kubikmetern künstlichem Schnee versank. Es gab zweihundert Drehtage, an denen Audrey Hepburn, Henry Fonda, Mel Ferrer, Vittorio Gassman, Anita Ekberg und 120000 Komparsen in Aktion waren. Am Ende des Jahrzehnts nahm sich William Wyler dann Ben Hur vor. Dieses Mal wurden 50000 Statisten benötigt. Sergio Leone, der später durch sogenannte Spaghettiwestern von sich reden machte, war einer der Kameramänner. Man karrte tonnenweise Mittelmeersand heran; schließlich musste es bei den halsbrecherischen Wagenrennen authentisch stauben. Am Ende ergatterte Wyler für seine sechzehn Millionen Dollar teure Produktion elf Oscars.
Aber Cinecittà, die glamouröse Welt der Via Veneto und die Treffpunkte der Schriftsteller und Intellektuellen waren nur die äußere glänzende Hülse. Anfang der fünfziger Jahre war Italien noch immer ein durch und durch agrarisches Land. Das Wirtschaftswachstum lag unter dem Griechenlands und Jugoslawiens. 1951 verfügten lediglich 7,4 Prozent aller Wohnhäuser über Elektrizität, fließend Wasser und eine Innentoilette . In Rom, wo die Einwohnerzahl bis 1960 noch einmal um 500000 stieg und die Zwei-Millionengrenze überschritt, fehlten 1950 über hunderttausend Wohnungen. 6,6 Prozent der Unterkünfte waren Baracken, Grotten oder Treppenverschläge ohne Fenster. 42,2 Prozent der italienischen Bevölkerung waren laut der Volkszählung von 1951 in der Landwirtschaft beschäftigt, im Süden waren es sogar 56,9 Prozent. Der amerikanische Soziologe Edward Banfield untersuchte 1955 den Fall des kalabresischen Bauern Carlo Prato, Vater von zwei Kindern, der sich als Tagelöhner verdingen musste und in einem Haus mit nur einem Zimmer ohne Licht, Wasser und Toilette lebte. Die Familie besaß eine einzige Jacke. Prato fand an 180 Tagen im Jahr Arbeit, die Bezahlung bestand oft nur aus drei Mahlzeiten, ein paar Lire und einem halben Liter Öl. Banfield prägte den Begriff des »familiären Amoralismus«, mit dem er die Neigung beschrieb, immer dem Clan und nie dem Gemeinwohl den Vorzug zu geben. In den kommenden zwei Jahrzehnten setzte ein tiefgreifender Wandel ein, doch die Familie blieb das wichtigste Netzwerk. Der Marshallplan kam nicht nur den Regisseuren zugute, sondern spülte auch sonst viel amerikanisches Geld nach Italien: Zwischen 1948 und 1951 waren es 1,4 Milliarden Dollar, die vor allem in die Industrie gesteckt wurden. Der christdemokratische Regierungschef De Gasperi schürte bei den amerikanischen Verbündeten geschickt die Angst vor einer kommunistischen Machtübernahme und konnte dadurch die Finanzhilfen in die Höhe treiben. Das europäische Wirtschaftswunder begann, in Italien von staatlicher Seite durch die Förderung der Schlüsselindustrien gestützt. Auf internationaler Ebene steigerte sich der Warenaustausch um das Siebenfache, und Italien stieg zu einer Industrienation auf. Ein römischer Arbeiter verdiente Anfang der fünfziger Jahre um die 32000 Lire im Monat, rund 210 DM. Der Brotpreis lag bei 120 Lire, für eine Tramfahrt zahlte man 20 Lire. Eine Vespa war mit vier Monatsgehältern erschwinglich, der kleinste Fiat kostete 665000 Lire. Als 1958 Domenico Modugno mit Nel blu dipinto di blu, das unter dem Titel Volare zum Welterfolg wurde, beim Schlagerfestival in San Remo gewann, zeichnete sich die neue Freizeitkultur schon ab. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs zwischen 1950 und 1958 um 5,3 Prozent pro Jahr, zwischen 1958 und 1963 sogar um 6,6 Prozent. Bis 1964 verdoppelte sich das Pro-Kopf-Einkommen, die Anzahl der Beschäftigten in der Landwirtschaft sank auf 25 Prozent. Die Industrie verzeichnete die umgekehrte Bewegung, dort stieg die Anzahl der Beschäftigten von 32 auf 40 Prozent, im Dienstleistungsgewerbe von 28 auf 35 Prozent. Die größten Umwälzungen betrafen die Demographie. Die Statistiken sind nicht verlässlich, aber die Binnenwanderung von Süden nach Norden umfasste zwischen 1955 und 1971 über neun Millionen Menschen. Bis 1964 emigrierten über fünf Millionen ins Ausland. Das italienische Wirtschaftswunder hing einerseits mit den extrem niedrigen Lohnkosten zusammen, wodurch das Land günstig exportieren konnte, aber auch mit dem enormen Nachholbedarf ganzer Regionen. Noch 1960 stellte die Kommune von Mailand fest, dass in dreizehn von hundert Häusern kein Trinkwasser vorhanden war, 24 keine WCs hatten, 42 kein Badezimmer und 51 keine Zentralheizung. 1958 besaßen 13 Prozent aller italienischen Familien einen Kühlschrank, 1965 waren es mehr als die Hälfte und 1975 dann 94 Prozent. Eine zentrale Rolle für die Modernisierung des Landes spielte das Fernsehen, obwohl es sich sehr viel langsamer als in anderen Ländern verbreitete. 1954 gingen die ersten Programme auf Sendung, 25 Jahre später als in den USA und zehn Jahre später als in Frankreich. Kaum jemand konnte sich ein TV-Gerät leisten. Selbst das kleinste kostete 160000 Lire. Zwischen 1954 und 1964 erreichte das Fernsehen sechs Millionen Zuschauer, Mitte der siebziger Jahre waren es über zwölf Millionen. Nach Überzeugung des Sprachwissenschaftlers Tullio De Mauro trug die Verbreitung des Fernsehens mehr zu einer einheitlichen Nationalsprache bei als die allgemeine Schulpflicht. Zum ersten Mal in der Geschichte Italiens sprach man im ganzen Land dieselbe Sprache, zumindest mehr oder weniger. Vor allem Pasolini sollte den Verlust der Dialekte beklagen und die neue Alltagssprache als seelenloses Bürokraten-Italienisch brandmarken.
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