Maike Albath - Rom, Träume

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Die vielleicht schönsten Seiten der italienischen Nachkriegsgeschichte wurden in Rom zur Zeit der Dolce Vita, der fünfziger und sechziger Jahre geschrieben. Fellini und andere drehten in Cinecittà, auf der Via Veneto drängelten sich Hollywood-Stars. Das Antlitz der Zeit aber wurde geprägt von den Freunden um Elsa Morante, Alberto Moravia, Carlo Emilio Gadda, Ennio Flaiano und Pier Paolo Pasolini. Sie mischten sich mit polarisierender Stimme in das politische und kulturelle Geschehen. Mit ihren Büchern und heiß umstrittenen Filmen schrieben sie ein bis heute unvergängliches Kapitel italienischer Kulturgeschichte. Maike Albath macht in ihrem Buch, in dem viele Zeitzeugen zu Wort kommen, die unvergleichlich kreative Atmosphäre jener römischen Jahre noch einmal fühlbar.

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Als im Juli 1943 der Faschismus zusammenbrach und Mussolini gefangen genommen wurde, waren Alberto Moravia und Elsa Morante in Rom. Malaparte beschwor die beiden, wieder nach Capri zurückzukehren, denn jetzt begann unter General Badoglio eine Phase der Unsicherheit. Aber Moravia war neugierig, was passierte. Luftangriffe der Alliierten und Repressalien der Deutschen waren an der Tagesordnung, und nach dem 8. September, als der Waffenstillstand bekannt gegeben wurde, was einer Kapitulation gleich kam, spitzte sich die Lage zu. Die Deutschen besetzten die Hauptstadt. Durch einen ungarischen Journalisten erfuhr Moravia eines Morgens, dass ein Verhaftungsbefehl gegen ihn vorlag. Eilig kehrte er in die Via Sgambati zurück und gab Elsa Bescheid. Sie krochen einige Tage bei Luchino Viscontis Bruder unter, bis sie entschieden, sich Richtung Neapel durchzuschlagen, das bereits von den Engländern befreit war. Länger als zehn Tage würde der Ausflug wohl nicht dauern, nahmen sie an, deshalb stopften sie nur ein paar Sommerkleider in ihre Koffer und steckten ihre Ersparnisse ein. Alberto Moravia im Grisaille-Anzug und Elsa in einem geblümten Cretonne-Kleid – so gingen sie zur Stazione Termini und bestiegen einen Zug, der auf halber Strecke zwischen Rom und Neapel in der Nähe von Fondi plötzlich Halt machte. Bombardierungen. Es blieb ihnen nichts anderes übrig, als den Koffer auf einen Esel zu laden und sich auf den Weg ins Gebirge zu machen, wo sie bei einem Bauern eine Unterkunft mieten konnten. Das Dorf hieß Sant’Agata. Ihr Quartier war eine bescheidene Hütte mit einem Blechdach. Ein Jahr lang harrten sie dort aus. Im Herbst fuhr Elsa Morante nach Rom, um Winterkleider und vor allem ihr Manuskript zu holen. Dass sie bei ihrem Mann blieb, obwohl sie nicht gesucht wurde, rechnete ihr Moravia hoch an. Überhaupt seien diese entbehrungsreichen Monate, in denen sie kaum zu essen hatten, die beste Zeit ihrer Ehe gewesen, meinte er später. Im Sommer 1944 kehrten sie nach Rom zurück.

Als Mussolini und seine Geliebte Clara Petacci im Frühjahr 1945 von Partisanen hingerichtet wurden, schrieb Elsa Morante am 1. Mai in ihr Tagebuch: »Ein Volk, das Verbrechen seines Regierungschefs toleriert, wird zum Komplizen dieser Verbrechen. Schlimmer noch: Wenn es sie unterstützt und auch noch applaudiert, wird es sogar zum Verursacher dieser Verbrechen. (…) Ob die Mehrheit des italienischen Volkes wusste, dass die meisten seiner Taten Verbrechen waren? Fast immer wusste es das, aber die Italiener sind so beschaffen, dass sie ihre Stimmen eher dem Starken geben als dem Richtigen, und wenn man sie zwischen Vorteil und Pflicht wählen lässt, entscheiden sie sich, auch wenn sie um ihre Pflicht wissen, für ihren Vorteil. Mussolini, ein mittelmäßiger Typ, grob, ohne jede Kultur, von vulgärer, aber effektvoller Beredsamkeit, war ein perfekter Spiegel der Italiener. Im Innersten schwach, aber Bewunderer der Stärke, entschieden, gegen seine Natur stark zu wirken. Käuflich, korrumpierbar. Ein Schmeichler. Ein Katholik, ohne an Gott zu glauben. Er bestach andere. Eingebildet. Eitel. Gutherzig. Eine simple, berechenbare Sinnlichkeit. Ein guter Familienvater, aber mit Geliebter. Skeptisch und sentimental. Mit Worten gewalttätig, doch vor der Grausamkeit und der Gewalt floh er und zog Kompromisse, Korruption oder Erpressung vor. An der Oberfläche leicht zu rühren, doch nicht in der Tiefe. Wenn er Gutes tat, dann aus diesem Grunde oder aus Eitelkeit, um seine Macht zu ermessen. Er bezeichnete sich als volkstümlich, um der Mehrheit zu schmeicheln, tatsächlich war er ein Snob und verehrte das Geld. Er hegte eine tiefe Verachtung für die Menschen, aber ihre Bewunderung tat ihm gut. Wie eine Hure, die sich von einem alten Mann aushalten lässt und dann mit einem jüngeren Liebhaber über ihn lästert, polemisierte Mussolini gegen das Bürgertum und machte sich bei der Masse beliebt. So wie die Hure glaubt, von einem jungen Schönen geliebt zu werden, der sie jedoch nur ausnutzt und verlassen wird, wenn sie ihm nicht mehr nützt, verhielt sich Mussolini mit der Masse. Ihn blendete das Prestige bestimmter Begriffe: Geschichte, Kirche, Familie, Volk, Vaterland usw. Die Substanz der Dinge begriff er nicht, er verachtete sie aus Unverständnis, aber auch aus Egoismus und Ungeschlachtheit.«

Elsa Morante, die schon in ihren frühen Erzählungen um geheimnisvolle Familienbindungen und unerfüllte Leidenschaften kreiste, dem Irrationalen großen Raum gab, die Trennlinie zwischen realen Begebenheiten und Phantasie aufhob und so wenig in das italienische Panorama zu passen schien, besaß einen analytischen Verstand. Man sollte sich nicht täuschen lassen von ihrem kapriziösen Charakter, den sie mit Genuss kultivierte. Darunter verbargen sich eine scharfe Intelligenz, eine tiefe Liebe zum Kreatürlichen und ein großes Selbstbewusstsein. Nicht nur Moravia fürchtete ihre spitze Zunge. Ihr Schreiben erlebte sie wie eine Berufung; es gibt etwas Bedingungsloses an ihren Büchern. Ihre weitschweifigen fiktionalen Universen entwickeln eine große Dichte und spielen in einer nicht näher benannten Vergangenheit. Der Leser wird in die Rätselhaftigkeit des Schicksals hineingezogen; tastend bewegt er sich durch die bedrohliche Umgebung. Diese Stimmung des Ungefähren steht in einem reizvollen Kontrast zu den prägnanten Beschreibungen der äußeren Welt. Mitten im zukunftsgewissen Neorealismus vertrat Elsa Morante ein pessimistisches Geschichtsbild und durchleuchtete die Mechanismen der Macht, denen ihre Figuren schutzlos ausgeliefert sind. Im dritten Winter nach Kriegsende schloss sie endlich das Manuskript des Romans Lüge und Zauberei ab. Weit über tausend Seiten. Die Schriftstellerin und Lektorin des Einaudi-Verlages Natalia Ginzburg, Witwe des Verlagsgründers Leone Ginzburg, hielt fest: »Achtundvierzig, ich glaube im Winter, traf ein Brief von Elsa Morante ein. Sie habe gerade einen Roman fertiggestellt, ob sie ihn mir schicken dürfe. Ich wohnte in Turin und arbeitete bei Einaudi. Elsa Morante hatte ich irgendwo in Rom kennengelernt, wir hatten nicht sehr viele Worte gewechselt. Aber ich glaube, ich sprach davon, wie sehr ich eine ihrer kurzen Erzählungen geliebt hatte, die viele Jahre zuvor in einer Zeitschrift erschienen war. Soweit ich mich entsinne, waren unsere Begegnungen selten und kurz gewesen. Ich war allerdings im Verlag diejenige, die sie am besten kannte. So bekam ich das Manuskript von Lüge und Zauberei. Es traf per Post ein. Es gab handschriftliche Korrekturen, mit roter Tinte. Ich erinnere mich, wie verwundert ich die Kapitelüberschriften las, weil es mir ein Roman aus einer anderen Epoche zu sein schien, und wie sehr mich einige Wörter mit Anfangsgroßbuchstaben neugierig machten, die mir beim Durchblättern ins Auge fielen: der Pockennarbige, der Cousin … (…) Ich las Lüge und Zauberei in einem Zug durch und liebte es unendlich; aber ich weiß nicht, ob ich damals die Bedeutung dieses Romans begriff. Ich merkte nur, dass ich ihn liebte und seit Langem nichts gelesen hatte, was mir so viel Leben und so großes Glück einflößte. Es war für mich ein unglaubliches Abenteuer, hinter den Kapitelüberschriften, die mir aus dem 19. Jahrhundert zu stammen schienen, unsere Zeit und unsere Städte wiederzuerkennen, in ihrer zerrissenen und schmerzhaften Intensität unserer Gegenwart; es hat mich tief berührt, zu entdecken, dass es in unserer Epoche, in der Romane so verwickelt und geizig sind, ein derart lichtdurchflutetes und großzügiges Werk geben konnte. Vielleicht verstand ich, auf irgendeine Weise, die Größe dieses Buches. Ich arbeitete noch nicht sehr lange im Verlag und hatte natürlich nicht die Macht, alleine über die Veröffentlichung zu entscheiden. Ich beriet mich mit Pavese; er las das Manuskript damals wohl nicht, aber er fand es richtig, das Buch zu machen. Im Frühjahr, als die Fahnen vorlagen, kam Elsa für die Korrekturen nach Turin. Sie wohnte in einem Hotel in der Nähe des Bahnhofs, gar nicht weit von dort, wo Pavese einige Jahre später sterben sollte. Ich hatte einen Abzug der Fahnen und sie einen anderen; ich weiß noch, wie sie vor Mühsal, Aufregung und lauter Angst vor übersehenen Druckfehlern Fieber bekam. Als sie wieder gesund war, ging sie abends immer aus und wartete in einem Straßencafé auf uns. Pavese, Balbo, Calvino und ich setzten uns zu ihr. Mit Pavese diskutierte sie über alles, doch ohne Zorn, obwohl sie nie einer Meinung waren. Empfindlichkeiten gab es nicht.«

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