Friedrich Griese - Das Korn rauscht

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Friedrich Griese (1890–1975) gilt als der bedeutendste mecklenburgische Erzähler. In der literarischen Tradition von Hamsun und Lagerlöf stehend, schildert er vornehmlich die agrarisch-vorindustrielle Gesellschaft in Norddeutschland. In diesen Erzählungen aus Mecklenburg tritt uns ein wortkarger Menschenschlag von langsamem Wesen entgegen, der doch erstaunlich tolerant ist gegen Fremdes und Unangepaßtes und auch aus der Bahn Geworfenen eine Wiedereingliederung ermöglicht. Arbeitsam und einfach ist das Leben in den Dörfern, tief in Natur und Herkommen verwurzelt, erfüllt von Glauben und Aberglauben, und doch reifen hier eigenständige Charaktere und Menschen besonderer Individualität, von denen uns der Autor berichtet.

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„Nu sind sie alle drei zusammen, die Adebars, nu kann das Klappern losgehn“, lacht Wilhelm Lorenz wieder.

Es muß gesagt werden, daß nicht nur Heinrich Topp und Wilhelm Lorenz über die drei Adebars, wie man sie im Dorf nennt, lachen, sondern daß alle von den Höfen, Bauern und Knechte und vor allem die Weiberleute, ein lustiges Gesicht machen, wenn sie Hans Harder, Jörn Helwig und Johann Peters beieinander sehen. Denn es geht von den Dreien die Sage, daß sie an den Abenden, an denen sie zusammenkommen, auf einem Bein stehen wie die Störche und daß sie alle halbe Stunde den Mund auftun und ja oder nein sagen. Darum nennt man sie die Adebars, so heißen bei uns da oben die Störche. – Heute lebt keiner mehr von ihnen. Wer sie kannte, mag einen Augenblick an sie denken.

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„Hans, nu müßt upstahn, Jörn kümmt all aewer den Hof“, sagt Ursch Harder zu ihrem Hans.

Jeden Abend, an dem ihn seine Freunde besuchen, muß die alte Ursch ihren Hans zweimal nötigen, den Tabakskasten zurechtzustellen. Und an jedem Abend muß sie es zuletzt doch selber tun.

Ursch ist kurz und dick und watschelt mit unförmig breiten Hüften wie eine fett genudelte Gans. Und das wird immer schlimmer, je älter sie wird. Sie fließt auseinander wie dünn geratener Brotteig. Und man muß sich wundern, daß die Schürzenbänder nicht reißen. Aber das ist in ihrer Familie von Mutterseite her erblich, und Ursch hat sich nur in den ersten Jahren Sorge darüber gemacht. Jetzt trägt sie ihre Leibesfülle schon lange Jahre, wenn auch mit Beschwerde, so doch ruhig und ergeben. Zuweilen, wenn Hans Harder sich der Zeit erinnert, als er noch zu losen Streichen aufgelegt war, piekst er sie mit spitzem Zeigefinger und lächelt mit trockensaurem Gesicht einen Mundvoll dazu. Aber die alte Ursch haut ihm dann scharf eins auf die knochendürre Hand und sagt – nein, was sie sagt, kann aus verschiedenen Gründen nicht wiederholt werden.

Nun geht die Tür. Jürgen Helwig ist da und sagt: „’n Abend“ und gibt beiden – erst Hans – die Hand. Es ist kein richtiger Händedruck, nur so ein langsames Hindeuten: Ich bin da. Hans Harder zeigt mit der Fußspitze auf einen Stuhl, das heißt: Setz’ dich, Jörn.

„Nu’s Jörn würklich dor, un dei Kasten is noch von’t Bort nich trechtstellt“, quest Ursch. Warum tut sie das? Sie weiß doch, daß das ihre Arbeit ist.

„Sei’s wählig vanabend, Hans“, sagt Jürgen Helwig und deutet auf Ursch, die den handfestesten Stuhl heranzieht, mit vieler Mühe hinaufklettert und den rotbraunen Kasten vom Wandbort herablangt. Hans Harder nickt, er hält seine Ursch noch immer für eine hübsche und ansehnliche Frau, die sich sehen lassen kann.

Die Tür geht zum zweiten Mal auf, und Johann Peters tritt herein. Er gibt jedem die Hand – und was für eine Hand – und bietet einen trockenen und langsamen Gruß: „Godn Abend, Hans! Godn Abend, Jörn! Godn Abend, Ursch.“

Nun sitzen sie und rauchen, zwei an der Längsseite des Ofens, Hans und Jörn; Johann Peters sitzt an der Schmalseite. Ursch räumt noch ein bißchen herum; dann holt auch sie sich einen Stuhl und fängt an zu stricken. Die grobe, eigengesponnene Wolle gleitet ihr langsam durch die Finger.

Ting, ting – macht die Uhr. Achtmal schlägt sie; nicht laut und aufdringlich, leise und eben fallen die Stunden in die Stille hinein. Urschels Stricknadeln klappern.

„Is wat Nies passiert, Jörn?“ fragt Ursch. Sie sieht nicht auf dabei. Wenn Jörn nichts erfahren hat, will sie keine Antwort. Sie bekommt keine.

„Büst an’t Graff wesen, Jörn? Ick seg di den Kirchstieg langs gahn.“ Jörn nickt, und Ursch strickt weiter. Sie muß die alten Augen anstrengen, sie kommt an die Hacke.

Die Gedanken der drei Freunde gehen in die Vergangenheit. Jörn ist am Grabe seines einzigen Sohnes gewesen. Mit vierundzwanzig Jahren ist er gestorben. Er war schwindsüchtig und lief Abend für Abend zu Frieda Reimann, der Küchendirn bei Hans Harder. Ursch sieht Jürgen Helwig an; sie denken beide dasselbe. „Ick heww em oft stürt, Jörn, aewer hei let sick nicht törn.“ Jörn nickt. – Zuletzt bekam der Junge den Bluthusten, aber von der Dirn ließ er nicht, obwohl sie noch mit zwei andern Burschen lief. Hans Harder legt Jörn die Hand auf den Arm. „Wir’n sworen Dag, Jörn, aewer ward all wedder beter.“

Sie denken an die Nacht, als der Junge nicht mehr soviel Kraft gehabt hatte, nach Hause zu gehen, und als die Küchendirn weinend und lamentierend Hans Harder und seine Frau wecken mußte. Der Junge lag in Frieda Reimanns Kammer, Blut auf den Lippen, und konnte nicht wieder hochkommen. Acht Tage später wurde er schon begraben.

„Ward all wedder beter, Jörn; lütt Heiner ward jo ok grot.“ Das ist Jürgen Helwigs Enkel, den Frieda Reimann nach dem Tod des Jungen geboren hat und der von Jörn als eigen angenommen ist. Er ist auf den Namen seines Vaters getauft und soll einmal den Hof haben, wenn er gesund bleibt.

Johann Peters steht auf, geht einmal langsam durch die Stube und setzt sich dann wieder auf seinen Platz. Hans Harder schiebt den Kasten hin und sagt: „Stopp frisch in, Hans.“ Aber Johann Peters hat den Kasten mit dem Tabak nicht gesucht; er scheuert sein Knie. „Ritt wedder asig hüt abend, Hans“, sagt er.

Langsam stampfen die Gedanken Hans Harders und Jürgen Helwigs hinter den Erinnerungen Johann Peters‘ her. Nun sind sie bei ihm: Er lächelt.

„Wir doch en Prachtkerl, de Hauptmann?“, lobt Hans Harder. „Dat wer he“, antwortet Johann Peters. Er denkt an die Geschichte, die sich im Franzosenkrieg, aus dem er sein Gliederreißen mitbrachte, zugetragen hat. Hans und Johann denken auch daran.

„As de Schietesels segen wi ut, Hans.“ Gegen Abend kam der Hauptmann geritten. Er lachte. „Guten Abend, Jungens, habt ihr auch Läuse?“ „Jawohl, Herr Hauptmann.“ „Schön, Jungens, ich habe auch welche.“

„Wer en Prachtkerl, Hans.“ Hans Harder nickte.

„Is nich slecht, Hans, so’n beten Krieg.“

Bauer aus der Wismarer Gegend Nun schilt Ursch Das sagt Johann Peters - фото 12

Bauer aus der Wismarer Gegend

Nun schilt Ursch Das sagt Johann Peters jedesmal aber sie läßt sich das nicht - фото 13

Nun schilt Ursch. Das sagt Johann Peters jedesmal, aber sie läßt sich das nicht bieten. „Wat dauh’k mit Krieg, Hans? Ick will keinen Krieg hewwen. Dat kannst di marken.“

„Au, au“, sagt Johann Peters, „du sast jo nicht mit, Ursch.“ Und dann stößt er um die Ofenecke herum Hans Harder an: „Sei ward noch wedder jung. Dat kann ‘k di mellen.“

Die drei Freunde lächeln und sehn Ursch Harder an, die den ganzen Armstuhl ausfüllt. „As en jung Deern, Hans; wenn se upsteht, möt de Stauhl mit.“

Der blaugraue Tabakrauch zieht durch das niedrige Zimmer. So ziehn die Gedanken von Hans Harder, Jörn Helwig und Johann Peters. –

Im Uhrgehäuse schnurrt es. Ting, ting – macht es wieder, neunmal. Ursch Harder sieht auf ihren Hans: „Willst uptrecken, Hans?“ Er nimmt die Pfeife aus dem Mund und deutet auf sie. Und Ursch legt den Strumpf auf den Tisch, geht an die Uhr, öffnet die Tür und langt zuerst nach dem Schlaglot. An der langen gelben Kette, an der es hängt, zieht sie es schnurrend und rasternd nach oben. Dann kommt das zweite Lot. Und langsam schließt sie die Tür wieder.

„Geiht gliek fixer, Ursch“, sagt Jörn Helwig. Aber sie ist ihm noch nicht wieder gut und droht ihm bloß mit der Faust. Dann nimmt sie den Strumpf wieder zur Hand. Aufpassen braucht sie nun nicht mehr; über die Hacke ist sie weg.

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