Friedrich Griese - Das Korn rauscht

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Friedrich Griese (1890–1975) gilt als der bedeutendste mecklenburgische Erzähler. In der literarischen Tradition von Hamsun und Lagerlöf stehend, schildert er vornehmlich die agrarisch-vorindustrielle Gesellschaft in Norddeutschland. In diesen Erzählungen aus Mecklenburg tritt uns ein wortkarger Menschenschlag von langsamem Wesen entgegen, der doch erstaunlich tolerant ist gegen Fremdes und Unangepaßtes und auch aus der Bahn Geworfenen eine Wiedereingliederung ermöglicht. Arbeitsam und einfach ist das Leben in den Dörfern, tief in Natur und Herkommen verwurzelt, erfüllt von Glauben und Aberglauben, und doch reifen hier eigenständige Charaktere und Menschen besonderer Individualität, von denen uns der Autor berichtet.

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Auch Hans Rohwedder hat zu denen gehört, die unter dem Zwang stehen. Aber bei ihm ist es sonderbar gewesen, ein Wort, um das hat er nicht hinweg können. Das Wort hat geheißen: der Fall.

Ob das nun an den vier Buchstaben des Wortes allein gelegen hat? Das wäre schon möglich. Denn dieses Wort ist ein heimtückisches, hinterlistiges, unheilvolles Wort. Der erste Buchstabe ist wie einer, der mit leisem, gutem Wort zuredet und den Menschen an das a wie an ein offenes Wasser zieht; er gibt nach, er steigt hinein, aber plötzlich stecken seine Füße im Morast und Schlamm und Sumpfgrund der beiden ll .

Bei Hans Rohwedder hat sich dieses Wort aber nun noch mit den Weiberleuten verbunden. Und das hat gewiß seinen Grund darin gehabt, daß er von der Schule oder von der Kirche her die Geschichte vom Sündenfall gewußt hat. Und so hat es sich bei Hans Rohwedder festgesetzt, daß es ein Mädchen, ein blondes, rotbackiges Mädchen mit vielen Haaren auf dem Kopfe sein würde, das ihn eines Tages zu Fall brächte.

Also hat Hans Rohwedder sich gehütet.

Also ist er ein Einbäumiger, ein Junggeselle geblieben. Und also kann man sich die Wirtschaft vorstellen, die auf seinem Hofe geherrscht hat.

Weiberwirtschaft allein ist schlimm, aber Männerwirtschaft allein ist gewiß noch viel schlimmer.

Das hat Hans Rohwedder gemerkt, das hat er erfahren, aber das hat ihn nur noch verstockter gemacht. Er hat manchen guten Freund gehabt, der ihm geraten hat: „Hans, wenn du keine Frau willst – Gott mag wissen, warum nicht –, dann nimm dir wenigstens eine Wirtschafterin.“

Aber Hans Rodwedder weiß, warum er keine nimmt. Eine Wirtschafterin, so denkt er, die will bald geheiratet sein. Und dann ist der Fall da. Hüte dich vor dem Fall, Hans.

Und so ist er denn allmählich schon ein bißchen grau, ein bißchen sauertöpfisch und ein bißchen vertrocknet geworden. Aber die Mädchenwirtschaft ist schlimmer als je gewesen. Hans Rohwedder hat seine Stube selbst besorgt. Aber die ist nicht sauber, das Essen nicht gar, der Hof unordentlich gewesen.

Und eines Tages ist wieder ein Freund bei ihm und gibt ihm abermals den Rat: „Hans, ändere deine Wirtschaft.“

Und Hans Rohwedder antwortet ganz verständig: „Ja, es muß anders werden, Klaus.“

„Zum Heiraten ist es wohl zu spät, Hans?“

„Ja, Klaus, zum Heiraten ist es zu spät.“

„Eine Wirtschafterin, Hans? Eine tüchtige?“

„Ja, eine Wirtschafterin, Klaus, eine, die schon in guten Jahren und nicht mehr so springig ist.“

Und so werden Hans und Klaus sich beide einig: Hans will eine Wirtschafterin nehmen. Aber sie muß schon in gesetztem Alter und von verständigem Sinn sein. Blond darf sie nicht sein. Und zuviel Haar soll sie auch nicht auf dem Kopf haben. Denn Hans hat genug Mädchen in seinem Haus gehabt, die sehr viel Krauses auf dem Kopf und viel mehr Krauses darin hatten. Und darunter ist manche gewesen, die Hans Rohwedder heftige Anfechtungen gebracht hat. Aber sie haben es nie gemerkt, und Hans hat es nicht sagen können. Und als er doch einmal in einer Sommernacht vor der Kammertür gestanden und hineingewollt hat, da ist sein Knecht schon darin gewesen.

Das also und jegliche Anfechtung soll vermieden werden. Und weil Hans sich nicht getraut, die Rechte finden zu können, soll Klaus sich auf die Suche begeben; denn Klaus, das weiß Hans, Klaus – nun, Hans lächelt ein kleines und saures Lächeln dazu, Klaus, das ist der Mann zu einem solchen Geschäft.

Nach acht Tagen ist Klaus wieder da. Er hat eine gefunden. Am vierundzwanzigsten Oktober, dem Ziehtag für die Dienstboten, kann sie geholt werden. Er beschreibt sie. Er redet Hans die letzte Angst aus dem Herzen hinaus. Hans wird sie als seine Wirtschafterin annehmen. Hans wird endlich seine Ruhe haben. Und Hans wird sie selber holen.

Am Ziehtag macht Hans Rohwedder den Wagen fertig. Er sieht selber nach allem. Er legt den beiden Braunen das beste Geschirr auf. Er fährt ab.

Nebel liegt auf allen Feldern. Zuweilen kriecht eine ganz erbärmliche und elende Angst zu ihm auf den Wagen.

Drei Stunden muß er fahren. Da ist er in dem Dorf. Klaus hat ihm den Hof genau beschrieben, er findet ihn.

Draußen am Hoftor hält er an, steigt ab, strängt die Pferde los und geht durch die Einfahrt auf den Hof. Als er um die Ecke biegt, steht sie vor ihm. Und Hans fährt zusammen, daß seine Knie einknicken, und er muß denken: Der Fall!

Wahrhaftig: Das ist der Fall!

So steht sie vor ihm: mittelgroß, in den Hüften breit, an den Füßen neue lederne Pantoffeln, eine blaugewürfelte Schürze über blauem Rock. Aus kurzen Ärmeln sehen dicke, kräftige Arme hervor. Die Backen hängen, das Kinn ist dick und kurz, die Wangen zeigen ein braunes Rot. Und die Haare? Nun, sie sind schwarz, sie sind glatt an den Kopf gelegt, und sie sind hinten in einem kleinen und spitzen Knoten zusammengefaßt. So steht sie vor ihm, und so kommt sie auf ihn zu: langsam, sicher, zielstrebig. Und sie sagt: „ Du kommst spät, Hans; ich hab’ schon warten müssen.“

Ja, so ist sie. Sie nennt ihn Du und Hans, und sie sagt, daß er sie hat warten lassen.

Hans Rohwedder, der in seinem Alter allmählich nicht mehr an den Fall hat glauben mögen, sieht, daß er hier vor ihm steht. Er antwortet nichts, dreht um und geht langsam zu seinem Wagen zurück. Er strängt die Pferde wieder an; aber als er von rechts auf den Wagen steigt, setzt sie auf der linken Seite den Fuß ins Rad und sitzt schon, als Hans sich auf dem Strohsitz zurechtrückt.

Weite Landschaft Mußte es nicht so kommen Wenn er auch vom Wagen springen - фото 9

Weite Landschaft

Mußte es nicht so kommen Wenn er auch vom Wagen springen und feldein laufen - фото 10

Mußte es nicht so kommen? Wenn er auch vom Wagen springen und feldein laufen wird, sie wird ruhig weiterfahren und wird ihm dabei nachrufen: „Ich fahr’ schon voraus, Hans.“

Nach drei Stunden, während deren keiner ein Wort gesagt hat, fragt sie ihn und deutet dabei nach vorn: „Ist das unser Hof?“

Und er sagt: „Ja, das ist unser Hof.“

Da nimmt sie ihm die Leine ab, damit er die Hände frei hat: „Nun zeig‘ mir mal ordentlich, was alles unser Acker ist.“

Und er zeigt ihr alles und vergißt sogar den Rabenschlag, das Steinfeld am Waldrande, dabei nicht.

„Du bist vorhin schnell wieder umgekehrt, Hans“, sagt sie nun.

Er nickt; und das soll heißen: ja, das bin ich zwar; aber es hatte keinen Zweck mehr. Du bist der Fall. Es war Vorbestimmung. Ich hab’s gewußt. Und nun, da ich es halb nicht mehr glaubte und wußte, nun kamst du. Und so mußtest du aussehen, so mußtest du sein; es ging gar nicht anders. Wenn ich an die blonden Krausköpfe dachte, war ich auf falscher Fährte.

„Meine Kommode ist dageblieben. Wir müssen sie holen. Wir fahren in ein paar Wochen beide. Wir fahren dann gleich beim Pastor vor und bestellen das Aufgebot.“

Und Hans nickt.

So fahren sie auf den Hof.

BESUCH AM ABEND

Nah über ihnen schweben die Schatten, und niedrig hangen die Früchte nieder .

(Spruch aus dem Koran)

„Hans, sett den Kasten trecht, Jörn kümmt all üm de Eck“, sagte die alte Ursch Harder zu ihrem Manne, der am Ofen saß und rauchte.

Dort, wo der Fahrweg auf Niemanns Hof geht, stehen Heinrich Topp und Wilhelm Lorenz. Sie sehen Jürgen Helwig mit langen, steifen Schritten um die Ecke biegen auf Hans Harders Hofstelle zu und lachen.

„Paß auf, nu kommt der dritte von den Adebars auch gleich“, sagt Wilhelm Lorenz. Und sie haben recht. Denn als eben Jörn Helwig in der Tür verschwunden ist, kommt Johann Peters und geht auch auf Hans Harders Hof.

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