Thomas Breuer - Der letzte Prozess

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In Wewelsburg wird Anton Kottmann, ein alter Mann, der wenige Tage zuvor aus einem Bürener Altersheim verschwunden ist, bestialisch ermordet. Der gerade erst nach Paderborn versetzte Leiter des Kommissariats für Kapitaldelikte, Stefan Lenz, stößt mit seinem Team auf weitere Morde, die innerhalb der Senioren-Residenz verübt wurden, aber bislang als natürliche Todesfälle deklariert worden sind. Dabei ist besonders brisant, dass es in dem Altersheim eine ganze Ebene gibt, die von Frauen und Männern bewohnt wird, die im Dritten Reich in Wewelsburg „die schönste Zeit ihres Lebens“ verbracht und sich deshalb im Alter in der Nähe ihrer Wirkungsstätte niedergelassen haben.
Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Modus Operandi und dem Vorleben der Getöteten?

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Nun lachte Gina Gladow laut auf. »Wo leben Sie eigentlich? Glauben Sie etwa auch noch an den Klapperstorch? Von denen ist doch kaum einer vor Gericht gekommen. Und wenn doch, dann wurden die Verfahren verschleppt. Die gesamte Justiz und selbst die Adenauer-Regierung waren braun verseucht. Die alten Kameraden haben schon dafür gesorgt, dass keinem von ihnen etwas passiert.« Sie schüttelte den Kopf und schnaufte grimmig. »Das ist ja selbst heute noch nicht anders. Sehen Sie sich doch die Prozesse der letzten Jahre an. Welcher der alten Verbrecher wird denn noch nennenswert verurteilt? Sogar Neonazis können jahrelang ungehindert und gedeckt durch unsere Verfassungsschutzorgane morden. Und wenn sie dann vor Gericht stehen, wie Beate Zschäpe, dauert so ein Prozess Jahre, weil der Rechtsstaat den Tätern die Füße leckt. Wir machen uns doch lächerlich!«

»Was vor Gericht passiert, liegt nicht in unserer Verantwortung«, sagte Lenz so gleichmütig wie möglich. »Wir sind für die Strafverfolgung zuständig. Und Frau Finke hat sich nichts zuschulden kommen lassen. Deshalb ein für alle Mal: So einen Auftritt wie heute erlauben Sie sich nicht noch einmal. Habe ich mich da klar ausgedrückt?«

»Glasklar, Chef.« Gina Gladow grinste ihn spöttisch von der Seite an. »Von jetzt an kusche ich und mache Männchen, wenn Sie den Raum betreten.«

Lenz hatte Mühe, nicht laut zu werden, als er sich ihr nun ganz zuwandte. »Sie behandeln Ihre Vorgesetzten ab sofort respektvoll und akzeptieren die dienstliche Hierarchie. Sonst werde ich persönlich dafür sorgen, dass Ihre Karriere bei der Kriminalpolizei ein schnelles Ende findet. Und das täte mir aufrichtig leid, denn Sie scheinen im Grunde eine sehr gute Polizistin zu sein.«

Gina Gladow starrte von nun an stur geradeaus, während Lenz aus seinem Seitenfenster blickte und die Landschaft an sich vorbeiziehen ließ, ohne wirklich etwas wahrzunehmen. Er brauchte Zeit, bis seine Wut verraucht war. Was war nur mit ihm los, dass er sich derart aus der Reserve locken ließ?

Die letzte Szene in der Empfangshalle der Senioren-Residenz drängte sich wieder in sein Gedächtnis. Marios Grinsefresse tauchte vor ihm auf und er dachte über die unterschiedlichen Reaktionen seiner jungen Kollegin auf ihn während der Hinfahrt und auf Filz-Mario nach. Daraus sollte mal einer schlau werden. Das ließ sich tatsächlich allenfalls durch den Altersunterschied erklären.

»Sie können ruhig laut denken«, ätzte Gina Gladow vom Fahrersitz aus. »Ich durchschaue Sie sowieso.«

Verfluchte Hexe, dachte Lenz. Statt zu antworten, biss er sich auf die Zunge und für einen Augenblick loderte vor seinem geistigen Auge ein Scheiterhaufen auf. Aber wirklich nur für einen ganz kurzen Augenblick.

9

Fabian Heller

– freier Journalist –

– Recherchen aller Art –

Das Messingschild neben der Tür des Mehrfamilienhauses im Pählenweg im Hammer Stadtteil Westtünnen war halb von einem weiß-grünen Plädderschiss verdeckt. Bevor Heller die Haustür aufschloss, wischte er den Vogeldreck mit einem Papiertaschentuch ab. Er betrat den Hausflur und öffnete seinen Briefkasten. Ein Stapel Briefe und jede Menge Werbung quollen ihm entgegen. Er stöhnte leise auf, sortierte die Hochglanzbroschüren aus, die überwiegend von Discountern stammten, verteilte sie auf die benachbarten Briefkästen und erklomm mit seiner Stofftasche und den Briefen in der Hand die Treppe bis in den dritten Stock.

Bereits auf halber Höhe roch er das muffige Wischwasser und als er die letzte Biegung genommen hatte, kroch seine Etagennachbarin ihm auf den Knien rückwärts die Treppe herab entgegen. Es würde nichts nützen, sie darauf hinzuweisen, dass dies eigentlich seine Wisch-Woche war. Sie wusste das ganz genau und dies war ihre Art, ihn auf seine Pflichtvergessenheit aufmerksam zu machen. Heller hatte den Eindruck, dass sie ihm hinter ihren Fenstern auflauerte und immer genau in dem Moment zu wischen begann, in dem er das Haus betrat. Wie üblich beantwortete sie seinen Gruß auch heute nur mit einem vorwurfsvollen Schweigen und leidend zusammengekniffenen Lippen. Die Frau war noch keine dreißig und schon verbiestert wie eine alte Jungfer. So hat jeder seine eigene Art, sich selbst und anderen das Leben zu vermiesen.

In der Küche warf er die Briefe auf den Tisch und stellte die Stofftasche auf einen Stuhl. Dann holte er sich eine Flasche Bier aus dem Kühlschrank, öffnete sie und ließ Flaschenöffner und Kronkorken achtlos auf der Arbeitsplatte zurück. Während er die Flasche mit einem langen Zug halb leerte, schlurfte er durch den kleinen Flur hinüber in sein Büro und ließ sich auf den Drehstuhl fallen. Das rote Lämpchen des Anrufbeantworters auf dem Schreibtisch blinkte. Statt die entgangenen Anrufe sofort abzurufen, erhob er sich unruhig wieder, trat an das Fenster in der Dachgaube und blickte hinaus über die Weiden auf den Hüls, das kleine Wäldchen ein paar hundert Meter entfernt. Ein Turmfalke stand rüttelnd in der dunstigen Luft über dem matten Grün. Plötzlich flog er ein paar Meter weiter und nahm dort erneut seinen Beobachtungsposten ein. Die blattlosen Baumkronen drüben am Wald wiegten sich leicht im Wind. Darüber kündigte sich in den Wolkenschlieren im Übergang von Gelb nach Orange die Dunkelheit an.

Fabian Heller fühlte sich wie ausgelöscht. Langsam leerte er die Bierflasche und sah zu, wie der Falke, der offenbar aus seiner schwindelerregenden Höhe eine Maus da unten im Gras entdeckt hatte, sich pfeilschnell in die Tiefe stürzte. Triumphierend sicherte das Tier seine Umgebung, bevor es mit schnellen Stößen auf die Beute zwischen seinen Fängen einzuhacken begann.

Heller ließ die leere Bierflasche auf dem Fensterbrett stehen, auf dem bereits drei andere standen, und wandte sich erneut seinem Schreibtisch zu. Er betätigte mehr aus Pflichtgefühl als aus einem inneren Antrieb heraus die Abruftaste des Anrufbeantworters, die hektisch blinkte.

Hartmut Brenner, der Chefredakteur des Westfälischen Anzeigers, hatte erstmals am Mittag und dann in immer kürzeren Abständen den ganzen Nachmittag über versucht, ihn zu erreichen. Von Anruf zu Anruf wurde die Stimme ungeduldiger und die für ihn charakteristischen Flüche nahmen zu. Brenner war wohl der größte Proll, dem Heller jemals begegnet war.

Zum letzten Mal hatte der Chefredakteur es um 19 Uhr versucht: »Verdammt, Heller, wo steckst du denn? Kannst du nicht einmal dein Handy mitnehmen, verflucht noch mal? Wir warten hier auf deinen Bericht vom Prozess. Wenn du dich bis morgen Mittag nicht meldest, rufe ich Rogalski an. Dann kannst du dir den Auftrag in den Arsch schieben, verlass dich drauf. Immer so ein Affentheater mit dir! Scheiße, Mann!«

Fabian Heller musste grinsen, als er sich vorstellte, wie Brenner als Rumpelstilzchen um seinen Schreibtisch herumgesprungen und immer wütender geworden war. Allein um das jeden Tag sehen zu können, hätte er gerne eine Festanstellung bei der Zeitung gehabt. Nebenbei wäre er dann endlich abgesichert gewesen. Aber heutzutage konnte man froh sein, wenn man hin und wieder als freier Mitarbeiter einen Auftrag über den Zaun geworfen bekam. Er griff zum Telefonhörer und wählte die Nummer der Redaktion.

»Na endlich«, schnauzte Brenner. Offensichtlich hatte er Hellers Telefonnummer auf dem Display erkannt. »Wo steckst du denn den ganzen Tag? Ich sitze hier auf heißen Kohlen, während der Herr sich fröhlich irgendwo die Eier schaukelt. Demnächst wird das Nazischwein in Detmold verurteilt und wir kriegen das nicht mit. Scheiße, Mann!«

Fabian Heller ignorierte die Pöbelei, weil Widerspruch bei Brenner eh zu nichts geführt hätte. Stattdessen erinnerte er den Chefredakteur daran, dass heute der erste Prozesstag gewesen war, von Urteil also weit und breit noch keine Spur. Dann berichtete er kurz von den Ereignissen im Gerichtssaal, die nach der ersten Zeugenaussage ein jähes Ende gefunden hatten, da die für den Angeklagten zumutbare Zeit abgelaufen war.

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