Robert Claus - Ihr Kampf

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Europas Neonaziszene trainiert für den Tag X, an dem den Ultrarechten der politische Umsturz gelingen soll. So beobachtet Autor Robert Claus eine Professionalisierung der körperlichen Gewalt. Er hat deutschland- und europaweit «Fight Nights» besucht. Seine spannenden Reportagen zeigen ein wachsendes internationales Kampfsport-Netzwerk militanter Neonazis mit Verbindungen zu Hooligans, Rechtsrockbands und Securityunternehmen. Zu Wort kommen Kampfsportler, Betroffene rechter Gewalt, Sportpolitiker und Kenner der Neonaziszene. Ein hoch brisantes und warnendes Buch.

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Im Thüringer Verfassungsschutzbericht 2018 wiederum steht über die AG „Körper und Geist“ des III. Wegs: „Die Arbeitsgruppe sieht Kampfsport vor allem als Vorbereitung auf den politischen Kampf und versucht hiermit, die Attraktivität der Partei für Neonazis und Angehörige des subkulturellen rechtsextremistischen Spektrums zu erhöhen.“ Über die Ziele des Kampfsports in all den extrem rechten Kameradschaften und Parteien gibt es in den Behörden also keine zwei Meinungen.

Ebenso spielt der Kampfsport bei der Identitären Bewegung in den Verfassungsschutzberichten wiederholt eine Rolle. Im Bericht über das sogenannte IB-Sommercamp Berlin-Brandenburg 2016 heißt es: „Das Camp galt dem gegenseitigen Kennenlernen, Vermitteln ‚identitärer Ansichten‘, dem Erlernen von Kampfsport-Techniken einschließlich Übungskämpfen.“ Auch die bayerischen Behörden weisen in der Antwort auf eine Kleine Anfrage 2020 auf die IB hin und berichten von Strategietreffen sowie Aktivistenwochenenden der IB Schwaben und Franken, auf denen Kickbox- und Boxtrainings stattgefunden haben.

Leerstellen einer innen- und sportpolitischen Debatte

Doch trotz dieser und anderer Absätze in den jeweiligen Berichten fallen mehrere Aspekte auch kritisch auf: Zum einen ist der Kampfsport in den öffentlichen Dokumenten einiger Landesämter auf wundersame Weise nicht existent – in Rheinland-Pfalz zum Beispiel. Obwohl mit Malte Redeker der Initiator des „Ring der Nibelungen“ dort lebt und seit Jahren tragend für den KdN ist, fällt der Begriff Kampfsport in den Berichten seit 2013 kein einziges Mal.

Zum anderen hat der Verfassungsschutz einen sehr engen Blick auf dezidiert extrem rechte Organisationen, verliert aber kaum ein Wort über militante Neonazis im Kampfsport außerhalb einschlägiger Events sowie dynamisch agierende Netzwerke ohne Gruppencharakter. Henry Krentz erklärt das im Interview mit dem Entstrukturierungsprozess in der Szene, da es immer weniger Kameradschaften im Sinne von Vereinen mit Mitgliedern und Posten gäbe: „Eine Organisation gilt als Personenzusammenschluss, der auf Dauer angelegt ist. Sollte der KdN nur eine Veranstaltung im Jahr machen, dann muss geprüft werden, ob er weitere Organisationsmerkmale erfüllt.“ Erst recht bezüglich extrem rechter, eher loser organisierter Kampfsporttrainings stößt dort die Arbeitsgrundlage an Grenzen.

Außerdem ist seit Jahren höchst umstritten, wen der Verfassungsschutz (VS) beobachtet und mit welchen Mitteln er das tut. Insbesondere der Einsatz von V-Männern steht im Fokus der Kritik. Felix Steiner von MOBIT beispielsweise kritisiert grundsätzlich: „Die intransparenten Methoden des VS sind völlig inakzeptabel.“ Jenseits der generellen Einschätzungen bekäme man „die fundiertesten Informationen zu dem Thema eher auf den einschlägigen antifaschistischen Recherche-Blogs oder von spezialisierten Journalist*innen und Wissenschaftler*innen“, fügt die Grüne Bundestagsabgeordnete Monika Lazar hinzu.

Sie befragt die staatlichen Behörden seit mehreren Jahren regelmäßig und kritisch zu aktuellen Entwicklungen. Mit Kleinen Anfragen übt das Parlament die Kontrollfunktion gegenüber der Regierung aus. „Wir erfragen regelmäßig Kenntnisse der Bundesregierung über die rechtsextreme Kampfsportszene. Damit gewinnen wir zum einen Informationen für unsere Arbeit, zum anderen zeigen wir damit auch politischen Handlungsbedarf auf, etwa wenn die Antworten der Bundesregierung recht dünn sind, was Erkenntnisse über die Szene und ergriffene Gegenmaß-nahmen angeht“, erläutert Lazar ihre Strategie. Die Anfragen hätten das Thema wiederholt auf die Agenda gebracht, die inhaltliche Tiefe der Antworten aus Behördenkreisen sei über die Jahre besser geworden.

Doch immer noch gäbe es deutliche Analysedefizite. So zeigten die Antworten des Bundesinnenministeriums, „dass man quasi keine Erkenntnisse hat, was mit den Geldern passiert, die die rechtsextreme Kampfsportszene über szeneeigene Events oder Labels erwirtschaftet. Auch über die internationale Vernetzung, besonders mit osteuropäischen Rechtsextremen, gibt es seitens der Bundesregierung kaum Kenntnisse“, so Lazar. Zudem macht sie darauf aufmerksam, das Thema nicht auf Verbotsmaßnahmen gegen extrem rechte Veranstaltungen zu beschränken. Auch eine gesellschaftlich verantwortungsvolle Sportpolitik müsse sich explizit mit dem Thema beschäftigen. „Ich hoffe, dass so langsam ein Stein ins Rollen kommt und man sich nun parlamentarisch und fraktionsübergreifend intensiver mit dem Thema beschäftigt. Sowohl innen- als auch sportpolitisch besteht hier Handlungsbedarf“, führt sie aus. Zumal sich auch staatliche Sportpolitik bislang kaum mit Sportarten auf dem freien Markt beschäftigt hat.

Dementsprechend geringe Erkenntnisse gibt es über diese Landschaft: Weder wissen die Behörden, wie viele Kampfsportgyms und Fitnessstudios es in Deutschland gibt. Noch existieren staatliche Zertifizierungen bzw. Regularien für die Trainer*innenausbildung. Zum jetzigen Zeitpunkt darf jeder vorbestrafte, gewalttätige Neonazi ein Kampfsportstudio eröffnen, dort als Trainer arbeiten und Kinderkurse anbieten. Von einer disziplinübergreifenden, staatlich geförderten Präventionsstrategie gegen Gewalt, Diskriminierung und extrem rechte Einflüsse im Kampfsport scheint die Debatte meilenweit entfernt.

Dabei stünde dem die in Debatten zuweilen beschworene Autonomie des Sports nicht entgegen. Denn diese leitet sich aus Artikel 9 des Grundgesetzes ab, der in Absatz 1 das Recht garantiert, sich in Vereinen zusammenzuschließen. Doch in Absatz 2 folgt sogleich die zentrale Einschränkung: „Vereinigungen, deren Zwecke oder deren Tätigkeit den Strafgesetzen zuwiderlaufen oder die sich gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder gegen den Gedanken der Völkerverständigung richten, sind verboten.“ Der Staat darf also durchaus Einfluss auf die politische Entwicklung der Landschaft zwischen Athletik und Leibesübungen nehmen.

Denn letzten Endes herrscht über die mittelfristigen Folgen bei meinen Gesprächspartnern keinerlei Illusion: „Kampfsporterfahrene Rechtsextreme sind eine Bedrohung für ihre politischen Gegner, etwa Antifaschist*innen, Migrant*innen und auch die Polizei“, sagt Lazar. Krentz spitzt dies gar noch etwas zu: „Die Militanz- und Konfrontationsbereitschaft der extremen Rechten wird durch die Kampfsportentwicklung in der Szene weiter ansteigen“, sagt er. „Wenn auf kampferfahrene Rechtsextreme zurückgegriffen werden kann, wirkt dies natürlich auf lange Sicht in den Bereich des Rechtsterrorismus.“

Professionalisierung extrem rechter Gewalt

Die Gefahr dieser Entwicklung ist kaum zu überschätzen. Denn wie an all diesen lokalen, regionalen, nationalen und europaweiten Netzwerken sichtbar wird, hat die extreme Rechte begonnen, ihre Gewalt und Organisation im Kampfsport zu professionalisieren. Dabei umfasst dieser Prozess drei Ebenen: die Gewaltkompetenz und technische Kampffähigkeiten, Jobs im Geflecht extrem rechter Firmen sowie das Eventmanagement der Szene.

Erstens haben sich die Kampfsporttechniken generell weiterentwickelt – nicht nur in der extremen Rechten. Vielmehr sind Mixed Martial Arts im vergangenen Jahrzehnt zum international boomenden Sportmarkt geworden. Sie verbinden Techniken und Stile verschiedener Disziplinen im Training sowie Wettkampf miteinander. Neonazis trainieren vor allem Boxen, Kickboxen und MMA, um ihre Gewaltkompetenz weiterzuentwickeln – also den bewussten und befähigten Umgang mit körperlicher Gewalt. Die eingangs beschriebene Szene aus Chemnitz ist der bildliche Ausdruck dessen. Das geht mit qualitativ gestiegenen Standards bezüglich Regeneration und Ernährung einher.

Zweitens haben sich einzelne Neonazis eine berufliche Existenz im Kampfsport aufgebaut. Sie betreiben Gyms bzw. Kampfsportschulen, organisieren Events und gründen extrem rechte Marken für Kampfsportkleidung und -ausrüstung. Wenn man den Blick etwas weitet, gehören auch Hersteller und Verkäufer von Nahrungsergänzungsmitteln für den Kampf- und Kraftsportmarkt dazu: Proteine – oft auch verbotene Steroide – für die Szene. Hier geht die Professionalisierung ein ganzes Stück weit mit Kommerzialisierung einher. Hinzu kommen die Netzwerke im rockernahen Teil der Securitybranche.

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