Robert Claus - Ihr Kampf

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Europas Neonaziszene trainiert für den Tag X, an dem den Ultrarechten der politische Umsturz gelingen soll. So beobachtet Autor Robert Claus eine Professionalisierung der körperlichen Gewalt. Er hat deutschland- und europaweit «Fight Nights» besucht. Seine spannenden Reportagen zeigen ein wachsendes internationales Kampfsport-Netzwerk militanter Neonazis mit Verbindungen zu Hooligans, Rechtsrockbands und Securityunternehmen. Zu Wort kommen Kampfsportler, Betroffene rechter Gewalt, Sportpolitiker und Kenner der Neonaziszene. Ein hoch brisantes und warnendes Buch.

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Wer also sehen will, wie sich eine extreme Rechte unter internationaler Beteiligung zwischen Kampfsport und Kriegsführung militarisiert, der schaue in die Ukraine. In Anbetracht dieser Militär- und Wirtschaftsnetzwerke warnt Klymenko mit deutlichen Worten: „Asow ist letztlich eine extrem explosive Mischung: Hunderte kriegserfahrene und schlachterprobte Neonazis mit Zugang zu Waffen, internationalen Netzwerken, Jugendcamps, politischen Parteien, Kampfsportstudios und Sicherheitsunternehmen. Es ist die einzige politische Kraft in der Ukraine, die fähig ist, Tausende Neonazis für Straßenkämpfe zu mobilisieren – ohne sie zu bezahlen. Die Frage ist nicht, ob sie dies irgendwann tut, sondern nur: wann?“

Staatliche Beobachtung und späte Verbote

Zugleich hat diese bedrohliche Entwicklung der internationalen Netzwerke militanter Neonazis im Kampfsport über die vergangenen Jahre eine zunehmende öffentliche Kritik sowie staatliche Aufmerksamkeit erhalten. Die Verbote treffen die hiesige Szene zum Teil erheblich. Hierfür kann sowohl das Einreiseverbot für Kapustin als auch das Verbot des „Kampf der Nibelungen“ 2019 als Beleg gelten.

Nachdem das Event binnen weniger Jahre 2018 zur größten Kampfsportveranstaltung der militanten Neonaziszene in Westeuropa herangewachsen war, wollte die Kommune im ostsächsischen Ostritz nicht mehr weiter zuschauen. Denn dort sollte das Event zum zweiten Mal in Folge stattfinden. Selbst in polnischer und tschechischer Sprache hatten die Veranstalter geworben, um Publikum aus dem grenznahen Raum anzuziehen. Doch die Stadt Ostritz ist mittlerweile gut mit anderen Orten in Deutschland vernetzt, die regelmäßig von extrem rechten Veranstaltungen heimgesucht werden – beispielsweise mit dem thüringischen Themar. Man tauscht sich aus. Letzten Endes hob die Stadt in ihrem Verbot hervor, dass eine Gefahr für die Sicherheit und öffentliche Ordnung mit der Ausrichtung des KdN einhergehe. Dies wurde vom Verwaltungsgericht Dresden erstinstanzlich bestätigt.

Auch auf der nächst höheren Ebene, beim sächsischen Oberverwaltungsgericht (OVG) in Bautzen, schloss man sich der Argumentation an, die Vermittlung von Kampfsporttechniken in der extremen Rechten sei gefährlich für die Demokratie in Deutschland: „Es sei insbesondere nicht von Bedeutung, dass bei früheren Kampfsportveranstaltungen ‚nichts passiert‘ sei“, wurde dort erklärt. Das Verwaltungsgericht habe berücksichtigt, dass die Funktionsfähigkeit der grundgesetzlich geschützten staatlichen Ordnung betroffen sei. Ausschlaggebend für das Urteil waren letztlich „eigene Verlautbarungen des Veranstalters“, die „auf eine Bereitschaft deuteten, das ‚abgewertete‘ System mittels der Ertüchtigung und Wehrhaftigkeit aktiv und gewaltsam zu bekämpfen. Die Annahme, dass Kampftechniken gezeigt werden, die auch gegen Polizeikräfte zum Einsatz kommen sollen, sei nicht fernliegend, wie dies die Ereignisse in Chemnitz gezeigt hätten.“ Diese Sätze stammen aus der Medieninformation des OVG Bautzen, gemeint war der zu Beginn des Textes beschriebene Double Leg Takedown.

Inwiefern dieses Urteil Präzedenzcharakter besitzt und somit Folgen für alle weiteren Kampfsportveranstaltungen der Szene hat – von großen Fight Nights bis hin zu öffentlich beworbenen Trainings –, wird in einer Fortsetzungsfeststellungsklage gerichtlich verhandelt. Darüber war bis zum Erscheinen dieses Buchs nicht entschieden. Doch womöglich müssen die staatlichen Behörden ihre Argumentation für die Verhandlung noch etwas schärfen: Denn die KdN-Organisatoren argumentieren bislang süffisant, dass doch nicht jede Person einen Double Leg Takedown durchführen könne, nur weil sie ihn einmal gesehen hätte. Hiermit haben sie wohl recht, doch argumentieren sie damit – zugleich und ungewollt – für ein Verbot des KdN als gesamte Organisation. Denn in dessen Namen werden Seminare veranstaltet und internationale Reisen zu Kampfsporttrainings der Naziszene organisiert. Orte, an denen die Techniken vermittelt und geübt werden.

Doch auch jenseits der konkreten Argumentation kommt in dem Veranstaltungsverbot zum Ausdruck, dass kommunale Verwaltungen und staatliche Behörden den Kampfsport in der extremen Rechten immer ernster nehmen. Das ist auch das Problem der Großevents in der Szene: Einerseits kann damit sehr viel Geld verdient werden, andererseits wird man durch Verbote finanziell umso härter getroffen. Für den KdN ging es seit seiner Gründung fünf Jahre nur bergauf. Das Verbot 2019 hat den Höhenflug vorerst unterbrochen. Es ist der Preis des Erfolgs.

Doch es war ein langer Weg bis zum Verbot. Denn das Thema scheint so langsam bei den Verfassungsschutzbehörden anzukommen. Zumindest taucht das Schlagwort „Kampfsport“ nun häufiger in den Berichten auf als noch vor ein paar Jahren – 2018 über 20-mal in der Publikation des Bundesamts: „Eine Entwicklung, die die Gewaltorientierung eines Groß-teiles der rechtsextremistischen Szene plastisch untermauert, ist das im Berichtszeitraum gestiegene Interesse von Rechtsextremisten an Kampfsport. Die sportliche Betätigung in verschiedenen Disziplinen des Kampfsportes wird ideologisch im Sinne einer Wehrhaftigkeit gegen ‚das System‘ aufgeladen und gezielt als Vorbereitung für den unausweichlichen ‚politischen Kampf‘ beworben“, heißt es dort.

In den Jahren zuvor flackerte das Thema Kampfsport in den Berichten sowohl des Bundesamtes als auch mancher Landesämter hin und wieder auf – ausführlich thematisiert wurde es jedoch selten. Im Jahresbericht aus Brandenburg heißt es 2010 gar süffisant: „Neuerdings wird der Kampfsport als Lockmittel und Szenekitt entdeckt. Hierbei kommen Neonationalsozialisten konspirativ zusammen und verprügeln sich gegenseitig im Glauben, dies diene einer höheren Sinnstiftung.“

2012 widmete die Behörde der Entwicklung jedoch ein ganzes Unterkapitel und blickte dabei vorrangig in den Raum Cottbus zur 2012 verbotenen „Widerstandsbewegung in Südbrandenburg“ als auch der bis heute existierenden Kampfsportgruppe Northsidecrew: „Der dort vorherrschende Elitegedanke forderte von den Gruppenmitgliedern, sich sowohl in geistig-ideologischer als auch körperlicher Hinsicht zu beweisen. Der Kampfsport wurde dazu genutzt, das rechtsextremistische Verständnis von ‚Männlichkeit‘ im Kontext neonationalsozialistischer Ideologie zu vermitteln.“ Die Analyse hatte sich derweil – wohl auch unter dem Eindruck des enttarnten NSU – geschärft. Einige der damaligen Kampfsportakteure in der Brandenburger Szene haben ihre politischen Aktivitäten anschließend etwas unter dem öffentlichen Radar fliegen lassen, um die eigene sportliche Karriere nicht zu gefährden.

Zudem hebt Henry Krentz, stellvertretender Referatsleiter im sächsischen Verfassungsschutz hervor, welche soziale Funktion die Kampfsportabende haben. Diesbezüglich stünden sie in einer Linie mit den lange gepflegten und auch aktuell noch abgehaltenen „Zeitzeugenvorträgen“ von Wehrmachts- und SS-Veteranen über den romantisierten Krieg: „Die Zeitzeugenvorträge wurden immer vom selben Kreis organisiert, bildeten die sozialen Anlaufpunkte für lose der Szene verbundene Personen. Gleichzeitig erzählten die älteren Herrschaften einseitig und verherrlichend vom Krieg. In der letzten Zeit waren sie jedoch von den entsprechenden Alterserscheinungen geprägt. Deshalb wurden solche Veranstaltungen oft verbunden mit Grillen oder Musik. Aber die Attraktivität der Vorträge von Weltkriegsbeteiligten verlor biologisch bedingt zusehends, sodass sich die Szene verstärkt nach Formaten mit aktuellen Bezügen umsah“, sagt Krentz über die Kulturabende der Szene.

Auch der sächsische Verfassungsschutz berichtet bereits seit dem Jahr 2010 unregelmäßig über Kampfsportveranstaltungen in der extrem rechten Szene, seinerzeit über Events wie „Leben heißt Kampf“ und „Sachsen kämpft“. Über deren politischen Gehalt heißt es im Bericht aus dem Jahr 2011 deutlich: Das Ziel sei der „Kampf um eine neue Gesellschaftsordnung, die in der sogenannten ‚Volksgemeinschaft‘ besteht“. Die erwähnten Events können als direkte Vorläufer des kurze Zeit später folgenden Kampfsportbooms in der Szene gelesen werden.

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