Ocke Bandixen - Grosse Fahne West

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Es gibt keine ostdeutschen Milchflaschen mehr. Dafür aber Westautos, Fertigpizza und eine Menge auszuprobieren. Als 1990 Marx und Lenin im Altpapier landen und die deutsche Einheit kurz bevorsteht, ist Peter mittendrin. Gerade der Schule entwachsen, verbringt der junge Westbürger die drei Monate zwischen Währungsunion und Einheit in der DDR. Zur gleichen Zeit, vermittelt vonKirchenbrüdern, erkundet die gleichaltrige Engellena aus dem Osten Peters Heimat im Westen. Beide staunen und werden bestaunt und merken doch, welche Lügen und Wunden hinter den Fassaden der Familien verborgen sind.Ein Roman wie die Erinnerung an die erste Liebe: süß, traurig, bewegend. Eine Sommerliebezwischen Ost und West mitten in der großen Wendezeit der deutsch-deutschen Geschichte. Der 19-jährige Peter verbringt drei unvergessliche Monate in einer ostdeutschen Kleinstadt. Zu dumm, dass sein Schwarm aus dem Osten in der gleichen Zeit bei ihm zu Hause im Westen ist. Erzählt mit viel Gespür für Zwischentöne und hintergründigem Humor.-

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Nun war es so, dass Vater nicht etwa leere Flaschen, schmutzige Gläser oder zerdrückte Dosen dort oben stehen ließ. Er achtete peinlich genau darauf, morgens, wenn er aufwachte, und das war, auch wenn es viel Bier gewesen war, stets früh, das Leergut wegzuräumen.

Mein Bruder hatte eine Coolness, die nichts mit zurückgegelten Haaren und verspiegelten Sonnenbrillen zu tun hatte. Sie war nicht an einen modischen Kniff, etwa einen hochgestellten Kragen oder einen bestimmten Jackenschnitt gebunden. Sie hatte etwas Altmodisches, Ungerührtes. Etwas, das ihn schon immer älter gemacht hatte, zeitloser. Seine äußere Unerschütterlichkeit hatte etwas von Jean Gabin oder Lino Ventura, deren Filme wir zusammen so gern guckten, nachts, wenn unser Vater schon lange schlief. Etwas von Charles Bronson, der müde und angeekelt dem albernen Treiben zusieht und nicht dazugehören möchte. Etwas Wissendes lag in dieser unbeweglichen Miene, als habe er viel erfahren und erlebt, viel Erstaunen schon abgelegt und aufgebraucht in seinem weltbefahrenen Leben.

Er konnte, wenn man an seiner Seite war, dieses Gesicht wie einen Schutzschild aufsetzen gegen jeden Fremden, jede unerfreuliche oder unerwünschte Ansprache. Der Schutz reichte dann über ihn hinaus, oft hatte ich ebenso mein Gesicht zu Stein machen können, als ich seines neben mir sah. Um dann, wenn wir wieder allein waren und die Situation ausgestanden, in ein breites, kräftiges Grinsen und Lachen auszubrechen. Ich erinnerte mich daran, wie ich als Kind lachend an seiner Hand gerannt war, wir mussten irgendwem schnell entkommen. Ich flog an seiner Hand und lachte wie er. Wir rannten so lange, weit, bis kurz vor unser Haus, bis unser Atem nur noch zum Lachen reichte.

Es ist ablandiger Mond, hatte mein Bienengroßvater gesagt. Oder: es ist auflandiges Licht am Morgen, ablaufender Wind, auflaufender Regen. Frerk und ich übernahmen das und sprachen vom auflaufenden Kaffee, vom ablandigen Brotbestand und so weiter. Mein Vater feixte, wenn er es hörte, manchmal mit uns und hob seinen Becher in Richtung des Bildes, von dem der Bienengroßvater so viele Jahre nach seinem Tod noch über uns und sein Haus wachte. Es war unsere Art, an ihn zu erinnern und uns an ihm abzuarbeiten.

Während ich mich um das Haus und die Küche kümmerte und unser Vater auf seine Art für uns sorgte, war die Unerschütterlichkeit im Blick Frerks Beitrag zu unserer merkwürdigen kleinen Familie.

Seit einiger Zeit war mir aufgefallen, dass auch Frerk so manchen Morgen über den Hof, also von drüben in die Küche kam. Grund dafür war seine erste feste Freundin, die Holly genannt wurde, worüber ich nachdenken musste: War das eine Abkürzung, und wenn ja, wofür?

3

Allein waren wir dennoch nicht. Unsere Mutter hatte drei Schwestern, die alle im gleichen Ort lebten und sich um uns kümmerten. Zumindest taten sie eine Menge. Mein Bruder, Vater und ich ertrugen es mit freundlichem Gleichmut. Ich hatte an mir die gleichen Anlagen wie die meines Vaters bemerkt, den alle, seiner Geschicklichkeit mit den Händen, seines langmütigen, ausgleichenden Wesens wegen Peer Patent nannten. Peter Patent hatte der Schifferpastor mich eines Abends eher aus Versehen genannt. Aber es stimmte: Ich konnte die Sonne in meinem Gesicht aufgehen lassen und schweigen, zuhören, leicht ein, zwei gute Worte sagen, wo andere schwiegen, plötzlich und ohne Mühe aufmerksam sein. Das half viel, wenn sich wieder einmal Worte über Worte über uns ergossen.

Denn zumindest zwei der drei Tanten legten sich ordentlich ins Zeug, unseren Männerhaushalt in Schwung zu halten.

Die erste, Charlotte, genannt Lotti, hatte kurze, graue, praktische Haare und noch einen Mann, Karl, der je nach Stimmung »mein Karl«, »Kuddel« oder »Charlie« genannte wurde. Sie war älter als Mutter gewesen. Ihr Ressort waren Wäsche und Vitamine. Einmal in der Woche kam sie und steckte alle Handtücher und Wischlappen, die sie finden konnte, in die Waschmaschine, füllte sie mit Pulver, drehte sie auf sehr heiß und schloss mit einem vernehmlichen Geräusch, als wollte sie ein Ausrufezeichen am Ende ihrer Tat setzen, die Maschine, die sofort begann zu schäumen. Überhaupt lebte sie in einer Welt voller Feststellungen, Aussagen, Gewissheiten, manchmal beneidete ich sie darum. Sie brachte einmal in der Woche Essen, »mein Karl und ich schaffen das doch nicht«, natürlich ohnehin zum Vorbeibringen eingeplante Reste, außerdem Röllchen aus der Apotheke, um unsere Abwehrkräfte mobil zu halten. Wenn wir wirklich das ganze Zeug aufgelöst in Wasser getrunken hätten, unser Körper hätte vermutlich täglich stolz Heerschau halten können in der Gewissheit, dass nichts ihn besiegen könne. Frerk und ich tranken einige Jahre später einmal einige Rollen der Vitamin-C-Brausetabletten gemischt mit Wodka in Ermangelung richtigen Orangensaftes. Ging auch.

Die zweite Tante hieß Trudi, sie arbeitete im Gemeindebüro und hatte eine kunstvolle Dauerwelle, keinen Mann mehr, dafür aber noch ihren Schwiegervater Heinrich, der viel Zeit und Kraft in Anspruch nahm. »Du kannst es dir nicht vorstellen! Nein, kannst du nicht.« Sie kam oft zu uns, nur so von Haus zu Haus, wie sie stets sagte. Wobei ich nicht verstand, warum »von Haus zu Haus«, von wo nach wo denn sonst? Sie tat ebenso scharf wie ihre große Schwester, war aber von wärmerem und zugänglicherem Wesen als diese. Was sie sagte, sang sie in einer höher steigenden Melodie, manchmal bis zum Schrillen gesteigert, um dann wieder in tiefsten Tiefen im nächsten Satz zu starten.

Sie kümmerte sich um unser geistiges und geistliches Wohl. Mahnte meinen Vater und Frerk, mich nicht, ich ging ohnehin oft, am Sonntag in den Gottesdienst zu kommen. Brachte ausgelesene, aber für uns als noch brauchbar bewertete Zeitungen der letzten Woche mit, manchmal aber auch eine, wie sie stolz sagte, »frische«, die sie, als sei es eine besonders schön eingepackte Praline und nicht eine weitere graue Zeitung, oben auf den Stapel platzierte. Unten in dem Haufen tauchten in letzter Zeit häufiger als früher christliche Erbauungsschriften auf, Blätter, in denen die abgebildeten Jesusse mit zum Himmel verdrehten Augen offensichtlich um ihren Verstand rangen, ob des Treibens auf Erden, Magazine, die das sichere und, vor allem, baldige Ende nicht nur prophezeiten, sondern leibhaftig davon kündeten, quasi mit Fahrplan aller vier apokalyptischen Reiter.

Und dann war da noch schließlich die jüngste: Helene, genannt Tante Leni. Lehrerin. Sie lachte viel. Lebte allein, rauchte, hatte rot gefärbte lange Haare, wechselnde Freunde und Verehrer, was für ihre beiden älteren Schwestern, je älter sie wurden, schlechter zu ertragen war. Sie kümmerte sich um den Garten, das heißt, nicht um den Rasen, das sei Männerarbeit, war sie der Ansicht, sondern um die Blumen und Sträucher. Sie ging zuerst und sah nach den Magnolien, dann nach den Männern, wie sie sagte.

Sie kam selten und dann wollte sie Klavier spielen, solo und mit mir vierhändig, wobei ihr ein, zwei rote Strähnen ins Gesicht fielen, die sie anschließend hochpustete. »So sieht es hier also aus«, sagte sie amüsiert, kurvte nach dem Spiel herum auf dem drehbaren Klavierhocker, und freute sich, wenn ich ihr Kaffee kochte. Sie musterte mich in meiner ausladenden Nadelstreifenhose und in meinem weiten, weißen Fischerhemd, das ich mir in dem Andenkenladen gekauft hatte und ließ zum Spaß die altmodischen Hosenträger wieder auf meine dünne Brust zurückschnappen. Ich hatte sie meinem Vater aus der Schublade genommen, er hatte es entweder nicht bemerkt oder mit Absicht übersehen. Jedenfalls trug ich sie, mit dem Stolz und der modischen Gewissheit, zu der nur ein 16-, 17-Jähriger fähig ist.

Leni redete uns am wenigsten rein, sie führte sich nicht auf wie eine Ersatzmutter, dabei war ich ihr Patenkind. Wenn sie etwas an uns auszusetzen hatte, wiegte sie mit der Zunge schnalzend den Kopf und sorgte damit dafür, dass auch wir endlich die Löcher am Ellenbogen im Pullover unseres Vaters bemerkten und diesen zur Schneiderin gaben.

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