Anonym - Die rote Köchin

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Hannah ist die Rote Köchin, Mitglied einer spartakistischen Zelle am Bauhaus Weimar. Sie betrieb in den 1920er Jahren unweit des Bauhaus ein Restaurant mit dem Kochlöffel wollte sie die Werktätigen für die Revolution gewinnen. Nach Seminar und Küchendienst mischten die Zellenmitglieder Sprengstoff, jagten Faschisten. Hannahs Geschichten zeigen, wie intensiv der Kampf um ein besseres Leben war, wie skurril und tragisch. Was ist aus Hannah geworden? Unklar. Geblieben sind nur ihre Aufzeichnungen und ihre Rezepte. «Die Rote Köchin» ist ein autobiografischer Roman zwischen Doku-Fiction, Kochbuch und Agitprop.

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Wie auch immer – heute hat Hans mich verärgert mit einem Zitat von Lou Andreas-Salomé, für die die Frau immer noch Hort der Mystik ist, auch der sexuellen. Ich habe mir den Satz gemerkt und ihn mit Ewa diskutiert. Sinngemäß: Auf eine seltsame und sublime Art bewahrheitet sich das, was die schamlos-sinnliche Brutalität von einer zufällig aufgegabelten Frau sagt: Eine ist wie die andere.

Man braucht große, süße Zwiebeln – eine Weimarer Spezialität, die man in den Volksgärten findet, da wo die Überreste der Militärbaracken stehen. Die Zwiebeln schälen und mit der Messerspitze rund um die Wurzel einschneiden. Für 5 min in mit Salzwasser verlängertes kochendes Bier geben. Die Zwiebeln dem Einschnitt folgend aushöhlen und in eine gut gebutterte Form legen. Das Innere fein hacken und mit einer Nuss Butter für vier Zwiebeln bei niedriger Flamme anschwitzen. Sobald sie Farbe angenommen haben, ein paar gekochte und mit der Gabel zerdrückte Kartoffeln, eine Handvoll in Scheiben geschnittene Champignons, einen Hauch Muskat, Salz und weißen Pfeffer beigeben. Das Ganze bei niedriger Flamme ein paar min vermischen. Vom Feuer nehmen und mit Brühe zu schöner Konsistenz bringen. Die Masse in die Zwiebeln füllen, mit Semmelbröseln und etwas Paprika bestreuen; auf jede Zwiebel eine halbe Nuss Butter geben und bei niedriger Hitze im Ofen backen, bis sich eine goldbraune Kruste gebildet hat. Dabei die Zwiebeln immer wieder mit dem Fond und Brühe begießen. Man kann statt Kartoffeln auch Fleischreste nehmen. Sofort servieren.

Austern auf Endivien

Ein wunderschönes Exemplar, sagte der Baron, und sah uns ergriffen an. Er stammt in gerader Linie von der Urmutter dieser Rasse ab. Seit dem 15. Jahrhundert kann man sie auf Bildern mit dem Weimarer Adel sehen: 65 cm bis zum Widerrist, Fell dicht und silbergrau wie der Mond über Thüringen. Das »wunderschöne Exemplar« sah aus seinem goldenen Rahmen auf uns herab, die Augen wie aus Glas, der Körper in höchster Muskelspannung, einen Vorderlauf angehoben. Dieses Bild stammt aus dem frühen 19. Jahrhundert, fuhr unser Gastgeber fort, mein Großvater ließ es anfertigen, um den Führer seiner Jagdmeute zu ehren, der sowohl als Apportierals auch als Spürhund Bedeutendes leistete. Wieder pathetisches Schweigen. Mein Vater war 1897 einer der Gründer des »Vereins zur Reinzucht des silbergrauen Weimaraner-Vorstehhundes« gewesen. Wir müssen die Weimaraner bewahren.

Er wurde etwas lauter: Aber gewiss retten wir in jedem Fall die Reinheit dieser Rasse, in Erwartung die Deutschen vor dem Bolschewismus zu bewahren! Hans’ Hände ballten sich zu Fäusten, Martin war auf einen Schlag bleich geworden, Peter sah den Baron hart an und murmelte, man sei nicht hier, um Porträts adliger Hunde zu bewundern. Greta rettete die Situation mit Bravour. Sie hakte sich bei Baron W. von H. ein und schlug vor, nun nach unten zu gehen, um sich die Kühlkammern anzusehen.

Wir befanden uns im Salon des »Weimarer Jagdzirkels«, um den Empfang nach einem Konzert zu besprechen. Sonst ließ man das immer vom »Russischen Hof« organisieren, aber diesmal hatten wir den Zuschlag bekommen – eine Gelegenheit, auf die wir lange gewartet hatten. Die Jungs betrachteten mit Begierde die Waffenschränke, in denen Kriegs- und Jagdgewehre aufgereiht waren, manche sogar mit Zielfernrohr. Die Waffen holt man sich dort, wo unsere Feinde sie aufbewahren, hatte Hans verkündet, so kommt man auch einfach an Munitionsnachschub. Das Waffendepot in der Kaserne der Wilhelmsallee war leider schon geplündert worden, nichts davon war noch greifbar, und so waren wir auf den Jagdzirkel gekommen.

Darüber dachte ich nach, als endlich die Lichter des Salons verlöschten. Der Rest des Gebäudes lag schon im Dunkeln. Seit fast zwei Stunden lagen wir versteckt im Gebüsch. Und obwohl wir seit mehr als einem Monat auf diesen Moment gewartet hatten, waren wir jetzt nur noch ungeduldiger, erregter, ängstlicher. Die Nacht war kalt und böig. Ich hatte mich an einen Baum angelehnt, meine Jacke hatte mich vor der feuchten und pieksenden Rinde nicht schützen können. Auf ein Zeichen von Martin zogen wir unsere schwarzen Kapuzen tief ins Gesicht, schwarz war auch der Rest unserer Kleidung. Fluchtwege und Alarmanlage hatten wir genau ausgekundschaftet. Wir schlichen zu einem Fenster. Hans öffnete es mit Glasschneider und Saugnapf, zündete eine Kerze an und stieg lautlos ein. Der Rest war Konsequenz, wie Wilhelm immer sagt.

Dieses Abenteuer hatte noch ein Nachspiel: Ein Wachmann des Zirkels hatte uns gesehen. Am nächsten Morgen gingen wir zu ihm. Er verstand sofort, was wir getan und warum wir es getan hatten. Das haben sie sich verdient, sagte er. Die verbreiten nichts als Elend. Ihr dagegen kämpft für eine Sache, die viele für die richtige halten. Jedenfalls – und er sah uns allen in die Augen – hoffe ich das.

Man rechnet mit fünf Austern pro Gedeck. Öffnen, Fleisch und Flüssigkeit entnehmen und in eine tiefe Pfanne geben, zusammen mit einer fein geschnittenen Schalotte und zwei Kelchen Champagner erhitzen, das Muschelfleisch warmstellen. In meinem Kochbuch steht es so, wir nehmen heute aber einen aromatischen Weißwein, zum Beispiel einen Traminer aus dem Rheingau. Den Fond jedenfalls um ein Drittel reduzieren, ein Glas frischen Rahm und 50 g cremig geschlagene Butter beigeben. Mit Zitronensaft und frischen, fein gewiegten Zwiebeln aromatisieren. Die Sauce darf nicht kochen! Nun die Austern jeweils auf ein gewaschenes und abgetrocknetes Endivienblatt setzen, fünf davon sternenförmig auf jedem Teller anrichten und mit der warmen Sauce benetzen. Das ist eine Lieblingsvorspeise von Gropius, der in uns ein Beispiel sieht für den Künstler-Handwerker. Martin hingegen hasst das Gericht und kann nicht umhin, beim Servieren vor sich hin zu murmeln: Austern, ruft ihr, und Fasanen her! Fresst nur: Für Euch, Bürger, gibts kein Morgen mehr.

Entenbrust auf Wirsing

Überall Revolutionen, nirgends die Revolution. Dieses Thema haben wir für das Koordinierungstreffen der Thüringer Räte vorgeschlagen. Wilhelm und Hans sind in München gewesen, wo sie nach vielen Telefonaten und geplatzten Verabredungen Karl Korsch getroffen haben. Er hat sich dann sehr lange mit ihnen unterhalten und ihnen einen langen Aufsatz überlassen, der in Fortsetzungen bald in der »Neuen Zeitung« erscheinen wird. Er heißt »Wandlungen des Problems der politischen Arbeiterräte in Deutschland«. Er wollte alles über die Schule wissen, sagt Hans, sogar den Stundenplan und die Preise in der Mensa. Über Behrens hat er auch unseren »Chef« kennengelernt und war tief beeindruckt.

Architektur interessiert ihn nicht, aber die Idee, dass sie die Materie auf eine höhere Stufe führen und das Bedürfnis nach Form befriedigen könne – und darum geht es im Grunde bei der Ästhetik – fasziniert ihn. Er hat irgendwo gelesen, dass Gropius die Architektur als Ausdruck der Konstruktivität des Bewusstseins definiert. Das erinnert ihn an etwas, das Lenin vor vielen Jahren geschrieben hat. Er wünscht sich sehr eine Zusammenarbeit aller Aktivisten rund um die VKPD und besteht darauf, dass der Friede nicht als Gegenteil des Krieges gedeutet werden dürfe, gerade jetzt, mit tausenden von bewaffneten Veteranen und Millionen zu beweinender Toten. Für ihn ist der Krieg die Essenz der Verbindung zwischen Staat und Geschichte – unvermeidbar, solange es Staaten, Hierarchien und Klassen gibt. Der Friede hingegen gehört zur Lebensform der Gemeinschaft, ja, er ist ihre praktische soziale Hervorbringung. Der Krieg ist ein Ausdruck der bürgerlichen Epoche, der Friede wird der einer künftigen Gesellschaft sein. Der eine ist der Ausnahmezustand für den anderen. Dann lächelte er und verwies auf die dritte Marx’sche These über Feuerbach.

Jetzt war es Zeit, die Geschenke zu öffnen. Ich bekam ein signiertes Exemplar von Heinrich Manns »Der Untertan«, Ewa »Wallenstein« von Alfred Döblin. (Interessant war noch Folgendes: Ein paar Stunden später fragte Ewa Hans: Was ist Korsch eigentlich für ein Typ? Hans hat gelacht. Er trägt einen Schnauzer, ist braun gebrannt, hat einen trainierten Körper und den Blick eines tombeur de femmes.) Dies hier ist ein Bauernessen aus Pommern.

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