Anonym - Die rote Köchin

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Hannah ist die Rote Köchin, Mitglied einer spartakistischen Zelle am Bauhaus Weimar. Sie betrieb in den 1920er Jahren unweit des Bauhaus ein Restaurant mit dem Kochlöffel wollte sie die Werktätigen für die Revolution gewinnen. Nach Seminar und Küchendienst mischten die Zellenmitglieder Sprengstoff, jagten Faschisten. Hannahs Geschichten zeigen, wie intensiv der Kampf um ein besseres Leben war, wie skurril und tragisch. Was ist aus Hannah geworden? Unklar. Geblieben sind nur ihre Aufzeichnungen und ihre Rezepte. «Die Rote Köchin» ist ein autobiografischer Roman zwischen Doku-Fiction, Kochbuch und Agitprop.

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»… Weißt Du, Hannah: Kochen, das ist das praktische Wissen um die kleinen Dinge, alte und edle, aber für uns ist es noch mehr: Eine clowneske Art, dem Wahnsinn dieser Zeiten zu widerstehen.«

Hans

Vorrede

Der erste Teil dieses Kochbuchs ist von der Chronologie her verworren, gibt jedoch auf seine Art auch die gesellschaftlichen Umstände wieder, die von der Autorin in ihren Erinnerungen festgehalten werden. Die fortlaufende Zählung der Manuskriptseiten beginnt mit einem Rezept, das auf eine Unterrichtsstunde Paul Klees Bezug nimmt, der allerdings seine Tätigkeit am Bauhaus erst 1922 aufnahm. Im Folgenden ist dann die Rede von früheren Ereignissen, ganz so, als hätte die Autorin ihre Hommage dem Lehrer erweisen wollen, den sie und ihre spartakistische Zelle als einzigen am Bauhaus so sehr schätzten, dass sie ihn »Meister« nannten.

Wann genau dieser Haufen junger Leute die Zelle gegründet hat, wissen wir nicht. Aber aus den Zeitumständen können wir ableiten, dass es zwischen dem 30. September 1918 – als Ludendorff und Hindenburg dem Kaiser mitteilten, dass der Krieg verloren war – und April 1919 gewesen sein muss: In diesem Monat erschien ein von Walter Gropius verantwortetes Flugblatt, das die Fusion der »Großherzoglich Sächsischen Hochschule für Bildende Kunst« mit der »Kunstgewerbeschule Weimar« unter der neuen Bezeichnung »Staatliches Bauhaus in Weimar« bekannt gab.

Die Rezepte sind hier und da formal überarbeitet worden, der autobiografische Teil nicht. Als Ensemble bilden die Aufzeichnungen ein seltenes Dokument deutscher Küche, ja, einer spezifisch »nordischen« – im Gegensatz zu der heute weit verbreiteten »dieta mediterranea«, der Mittelmeerdiät. Bei genauem Hinsehen wird der Kenner viele Archetypen dessen finden, was seit den 1970er-Jahren als Marktküche bekannt geworden ist und schließlich zur Nouvelle Cuisine führte. Im Allgemeinen sind die Angaben für sechs Personen gerechnet. Fast alle Rezepte sind in der ersten Person geschrieben, ein paar jedoch, darunter das erste, in der dritten: Als ob die Autorin ihre autobiografischen Aufzeichnungen nach und nach in eine Erzählung hätte umwandeln wollen.

In den Dokumenten, die dem Kochbuch beiliegen, wird Folgendes berichtet: Das Restaurant, das die Protagonisten und Autoren der Rezeptsammlung übernahmen, wurde ihnen von den Verwandten des Vorbesitzers übertragen, einem der zahllosen, gesichtslosen Opfer jenes Krieges. Das Lokal befand sich in der Nähe des Weimarer Fürstenplatzes, nicht weit von der Bibliothek.

Vorspeisen

Heringe nach Art der Kronstädter Matrosen

Folgt nicht meiner Hand, folgt dem Thema. Nehmt mit eurer Sensibilität die entstehende Form vorweg, wie wenn ihr den Sinn der Figur schon im Entstehen begreifen würdet. Jenseits der großen Fenster des Atriums schien ein bleierner Himmel im Begriff, auf die Erde zu stürzen. Die Luft war feucht, wir froren. Dämmerung setzte ein. Die Stimme des Meisters schien zu zittern, aber seine Augen leuchteten. »Meister« – so hatten wir angefangen, ihn zu nennen, ein wenig scherzhaft, aber auch, weil er, wie Ewa immer sagte, der einzige war, der einem Engel glich.

Entschlossen lief seine Hand über das Papier. Na bitte, sagte Hans, er hat wieder einen Fisch gezeichnet. Aber nein, Dummerchen, grinste Hannah ihn an, das ist kein Fisch! Jedenfalls kein Fisch im wörtlichen Sinn, es ist eine Allegorie der Leichtigkeit, der Zerbrechlichkeit. Der Zustand von Wehrlosigkeit in einem Meer finsterer Gewalten. Es ist eine Metapher für Deutschland, dachte Hans, als ein erster Donner den Regen ankündigte. Die Hand verschob sich auf dem Blatt nach unten, hielt über einem Knäuel von Linien inne. Dann setzte sie einen Punkt, dort wo jemand, der nicht zeichnen kann, ihn auch hingesetzt hätte, einfach so. Das Linienknäuel verwandelte sich in ein Gesicht.

Lächelnd sah Hans zu Hannah. Hast Du gesehen? Ein Punkt – und alles ändert sich. Ein Pferdewagen der Straßenreinigung bog am Ende der Straße rumpelnd um die Ecke. Hans blickte auf, er wollte die Sterne am Himmel sehen, aber an diesem Abend zeigten sie sich nicht. Vielleicht reicht ein Punkt, dachte er. Aber um ihn zu setzen, musste man wie der Meister sein, ein Kind, überzeugt davon, dass im eigenen Empfinden die absolute Macht über Leben und Tod lag. Er dachte an die Worte seines Zugführers: Im Bürgerkrieg muss man Voraussicht entwickeln. Man muss wissen, was der Feind, die Zielperson will, bevor sie selbst es weiß. Wie sagte es Dostojewski in den »Aufzeichnungen aus dem Kellerloch«? Ein Prosit auf mein unterirdisches Versteck!

Die Übungsstunde ging zu Ende. Im Korridor war es schon dunkel. Jemand hatte eine Fackel im Garten angezündet. Hannah stieß zu den Freunden. Beeilen wir uns, sagte Martin, heute Abend haben wir Dienst, wir müssen uns um die Vorspeisen kümmern.

Dies ist ein Rezept eines alten Matrosen aus Oranienbaum, wo er im Soldatenrat der Stadt saß. Die sehr frischen Heringe ausnehmen, ohne den Rogen zu entfernen. Gut abtrocknen und mit einem Küchentuch die Schuppen abreiben. An jeder Seite zweimal einschneiden und mindestens vier Stunden in Salz marinieren. Es reicht eine Handvoll für jeweils sechs Heringe. Wenn sie mariniert sind, die Heringe waschen und in einer Pfanne auf einem Bett von Zwiebelringen und mit Petersilie, ein wenig Anis und Thymian, ein paar frisch gemahlenen Pfefferkörnern und einem Lorbeerblatt anordnen. Die Heringe mit einer Mischung aus Honigessig und 1 TL Wodka beträufeln, mit Zwiebelringen und einer als Julienne geschnittenen Karotte bedecken. Das Ganze aufkochen, dann bei niedriger Flamme 15 min mit Deckel köcheln lassen. Die Heringe vor dem Servieren in ihrem Saft abkühlen lassen.

Forellenfilets à la Braunberger

Versammlung in den Räumen des Gymnasiums, in der Nähe der Kunstschule. Im Publikum ein paar örtliche Amtspersonen, viele Politiker, darunter einige Abgeordnete, hohe Offiziere in Uniform und einige mittelständische Industrielle, die sich für die neuen Unterrichtsmethoden interessierten. Der Saal: hell erleuchtet, aber kalt. Boden und Bänke waren feucht. Der »Chef«, wie Gropius allgemein genannt wurde, wie immer höchst elegant gekleidet. Das kommt von Alma Mahler, flüstert Martin. Hans war schon früher gekommen. Er sagte: Schaut euch mal aufmerksam um – das ist hier keine Schulversammlung, sondern die Parodie eines politischen Kongresses. Jede Partei blieb für sich, insbesondere die Studenten. Sogar die Schüler von Johannes Itten waren da, die »Jünger Arcadiens«, die mit ihm aus Wien gekommen waren. Ihr Heiliger saß in ihrer Mitte, rasierter Schädel, Stahlbrille, Hemd mit koreanischem Stehkragen, vergeistigter denn je. Die »Nostalgiker«, wie Ewa sie nannte, hatten sich um das Rednerpult geschart, zusammen mit den »Träumern« – auch dies eine Ewa-Definition für die Schüler, die hofften, die Welt neu zu gründen, indem sie bei der Form eines Teelöffels ansetzten.

Der Chef war gerade damit fertig geworden, die Figur des »Künstler-Handwerkers« zu lobpreisen, und Itten spreizte sich schon wie ein Pfau, reckte das Kinn, als hätte er gerade eine Investitur erlebt. Neben Gropius Ernst Hardt, Generalintendant des Weimarer Theaters, er lächelte befriedigt und nickte mit dem Kopf. Du wirst sehen, sagte Hans, gleich wird er mit dem Gesamtkunstwerk loslegen. Woher willst Du das wissen? Weil er ohne Maske sprechen muss – weißt Du nicht, Oscar Wilde? »Der Mensch ist am wenigsten er selbst, wenn er für sich selbst spricht. Gib ihm eine Maske und er wird dir die Wahrheit sagen.« Deswegen ist hier alles vorhersehbar. Dann gingen wir.

Wir sind keine Partei, Hannah, wir sind die Bösen, murmelte Hans mit einem schiefen Lächeln auf den Lippen, vergiss das nie. Man muss dem Gegner auf den Fersen bleiben. Als ich ein Mädchen war, hatte ich geglaubt, dass die richtigen Antworten die Welt verändern könnten. Jetzt bin ich schon mit ein paar Brotkrumen der Wahrheit zufrieden. Ich dachte an meinen Vater, der immer behauptet hatte, der politische Attentäter sei das gefährlichste Tier der Herde, weil ihm ein uneinnehmbarer Zufluchtsort in seinen Überzeugungen eigen ist – oder, wenn man so will, in seiner Psychopathologie. Seine Stimme erklang ganz klar in meinem Inneren, aber ich konnte mich nicht an den Gesichtsausdruck, den er dabei hatte, erinnern: War er verurteilend oder nüchtern-feststellend gewesen? Das Ziel lag vor uns, zur Linken. Und wie immer in solchen Situationen, in denen der Instinkt regiert, überkam mich eine Angst, die dann aber sofort verdrängt wurde von etwas anziehendem und abstoßendem zugleich: der Jagdlust.

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