Walther von Hollander - Grenze der Erfüllung

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Der Band versammelt die fünf Novellen «Sterbende Unendlichkeit», «Die Flöte», «Die Flucht», «Die ewige Wanderschaft» und «Gespenstischer September». In diesen frühen Erzähltexten Hollanders schwingt eine eigene Melodie, ein expressionistisches Pathos, eine lyrische Musikalität, die das Lesen zu einem in doppeltem Sinne «unheimlichen» Genuss, die Lektüre zu einem ganz besonderen Erlebnis macht. «Sterbende Unendlichkeit» berichtet im Rückblick von Krankheit und Sterben der Geliebten und lässt die Stationen dieser Amour fou noch einmal Revue passieren: «In einer Nacht, als die Schweigsamkeit unserer rastlosen Vereinigungen uns die Kehlen verschnürte, hieben wir – da keine Worte mehr von unseren Zungen kamen – einander die Zähne ins Fleisch und erwachten ungetrennt am andern Morgen vom Schmerz der Wundmale.» «Die ewige Wanderschaft» berichtet die Geschichte von Michael, einem «Abenteurer aus leidenstollem Ungenügen an der eignen verflachenden Seele», der die schöne Angelika kennen und lieben lernt, ihr ein Kind schenkt, sie aber zuletzt aus der inneren Unruhe des ahasverischen Wanderers heraus verlassen muss: «Ich aber muß zu den Feuern des Ostens, meine Flammen schlagen der aufgehenden Morgenröte entgegen, die mich verbrennen wird.» Von ähnlicher rätselhaft-beklemmender und zugleich verstörend fesselnder Eindringlichkeit sind auch die drei anderen Novellen dieses sich unerbittlich drehenden Novellenkreises.-

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Mitten im Sommer, als die Bäume wie grüne Fackeln im Asphalt schmolzen und die Hitze zwischen den Häusern in dicken Quadern lag, als die Schritte der nachts Vorübergehenden in der Luft hängen blieben und unsere Lüste keinen Raum mehr im Zimmer liessen, beschlossen wir, unsere Einsamkeit auch nach aussen hin wahr zu machen nnd uns eine Zuflucht zu suchen, die noch nicht so durchtränkt war von unserer Liebe, ein Bett zu suchen, das noch nicht so viel von uns getrunken hatte, damit unsere Liebe wieder leichteren Schritt gehn könne. Aber es erwies sich, dass wir alle unsre Glut mit uns trugen, dass der Eisenbahnwagen zum Bett wurde, die Wiese zum Pfühl, dass die Zimmer, die wir betraten, schon von unserer Liebe wussten, dass unsere Einheit in allen Bäumen rauschte, aus allen Bächen uns entgegensprang; dass die Blumen uns kannten und die Vögel mitten im Sommer zu pfeifen begannen. Weit breitete sich vor uns die Welt wie ein einziges Blütental, obgleich die Blätter schon zu gilben begannen. Zu bunten Sträussen band sich der Herbstwald vor unseren Fenstern, zu Hochzeitsgirlanden schwangen sich die Berge in den Horizont, und die Häuser der Menschen lagen unerreichbar tief unter uns, auch wenn wir an ihnen vorübergingen. — — —

In dieser Zeit erst, in der wir von Fest zu Fest taumelnd in einer Lohe von Glück gingen, lernte ich Nina kennen. Jetzt erst gelang mir, tief in den Schoss ihrer Augen zu dringen. Jetzt erst baute sich ihr reicher Leib aus einzelnen Gliedern zu einem Ganzen, jetzt erst vermochte ich, wenn sie aus dem Zimmer gegangen war, die Linie ihres Nackens nachzuziehen, die wiegende Trägheit ihrer Hüften und das herbe Oval ihres schmerzensreichen, durchglühten Gesichts, das immer ein wenig den kleinen, lebendigen Brüsten zugeneigt war. Wir erforschten einander unermüdlich, belauschten heisshungrig und gierig alle Geheimnisse des Rhythmus, der vielgestaltig zwischen zwei Körpern schwingt, spannten unsere Lust zu immer neuen Lüsten und versuchten immer wieder die Grenzen zu überschreiten, die zwischen eins und zwei, zwischen du und ich aufgestellt sind.

Wie sehr gelang das! Schmerzlich über jene Tage gebeugt erschüttert mich immer wieder der rastlos gleitende Flug aus der Verdammtheit des verketteten Ichs in die ruhevolle Gelöstheit des atemlosen Genusses. Erschlafften unsere Glieder, so erglühte die Zärtlichkeit des Geistes, waren die Seelen des Fluges müde, so erhoben sich unsere Leiber zu dem Spiel, in dem Dasein und Gegenwart sich mit Zukunft und Vergangenheit zu einer Flamme vereinen, die zeugend zugleich und sich selbst vernichtend, die aus sich gebärend und an der Zukunft zerrend um unser Bett brannte, als müsste sie in die immer dunkle Ewigkeit hinüberleuchten.

Wir spürten nicht, dass die Stunden rastlos und gedrängt durch unser Zimmer rannen, wir sahen nicht, dass Tag und Nacht ihre ewigen Ronden vor unserer Tür gingen — Zeit war nicht und der sanfte Bläuerfall vom Ahorn im Hof war nur eine Bestätigung, dass auch Ewigkeit Zeit sei. Wir versteckten uns spielerisch und voll kindlichen Vertrauens hinter unserer Liebe, wir öffneten tagelang nicht unsere Fensterläden und freuten uns am Rätselraten, welche Tageszeit es sei. Immer höher stieg die Flut unserer Liebe, immer ferner ward unserer Insel das Land der Menschen, und mit dem Willen zur Zerstörung, der als bitterer Kern in jeder Liebe wuchert, ersehnten wir hochmütig den Augenblick, da die Wellen uns ersäufen würden.

Wir peitschten uns zu immer neuer Vereinigung, überschwemmten uns mit Wollust, zerrten einander immer neue Türen auf und durchschritten schaudernd selbst jene verstaubten Kammern, in denen die Gerippe vermoderter Wünsche lagern und — mit der Kühnheit des Wahnsinnigen, der vermeint, sich an einem Strick in den Himmel hineinhängen zu können — öffneten wir auch die Keller, die bevölkert sind vom rastlos nagenden Ungeziefer der Verneinung. Überall fanden wir erschreckt unsere Bilder an den Wänden. Keine Leere gab es, die wir nicht erfüllten, und darum ahnten wir nicht, dass die Erfüllung unseres Gesetzes nahe sei. Wir erkannten bald, dass es keinen Wunsch geben könne, der nicht im andern als Gegenbild die Erfüllung habe, dass kein Gelüst in einem sei, das nicht der andere Jahre hindurch schon getragen. Es gab keine Bewegung, die nicht einer erträumt, keinen Kuss, den nicht der andere schon zuvor gedacht, keine Vereinigung, zu der wir nicht beide hemmungslos bereit gewesen wären.

Die Wände zwischen uns waren zerrissen, unsere Gesichter tauchten ineinander ein, Bild und Spiegelbild vereinte sich, und als wir erschreckt innehielten vor dem Nichts, dass keine Masse mehr enthielt, dämmerte uns, dass wir ohne Grenzen verschwammen, und keine Schatten in das sonnüberspannte Nirwana warfen, an dem wir die Umrisse unserer Gestalten hätten abmessen können. Wir riefen angstvoll, aber da wir Stimme und Echo zugleich waren, wurden unsere Worte von der Unendlichkeit verschlungen; nur beugten uns weit über die Brunnen der Tiefe, aber die warfen kein Bild zurück, und wenn wir uns hineinstürzten, so verschwanden wir in uns selbst und landeten eng umschlungen im Luftleeren.

In einer Nacht, als die Schweigsamkeit unserer rastlosen Vereinigungen uns die Kehlen verschnürte, hieben wir — da keine Worte mehr von unseren Zungen kamen — einander die Zähne ins Fleisch und erwachten ungetrennt am andern Morgen vom Schmerz der Wundmale. Aber auch dies liess uns nicht erwachen, weil wir den gleichen Schmerz trugen. Immer teuflischer erschien uns der Ring, in dem wir uns gefangen, aber wir vermochten nicht, uns seinem Würgen zu entziehen, da wir in keinem Winkel allein waren. Wir hatten nicht einen Punkt, von dem aus wir uns hätten zur Wehr setzen können. Wir waren nirgends einsam, und darum gelang uns auch nicht der geringste Hass gegeneinander. Denn Hass entzündet sich nur, wo Verbundenheit in die Trennung hineinzerrt.

Verloren in die tiefste Einsamkeit, verschneit in einer Hütte, weit über den ersten Häusern, versenkt in die weisse Wüste eines harten Winters, umsponnen von Eisblumen lebten wir — — und zählte ich noch so lange, ich wüsste die Zahl der Tage nicht. Das aber weiss ich, dass wir nicht mehr sprachen, weil Worte zwischen uns nur Wiederholungen waren, dass wir immer mehr uns weiteten, weil der eine im andern ganz Wohnung nahm, und dass wir oft tagelang, wenn der Rausch uns verlassen hatte, die Stirnen aneinandergelehnt uns gegenübersassen, umströmt vom Kreislauf des Blutes, das aus einer Quelle gepumpt durch beide Herzen in gleichem Takt getrieben wurde.

An einem Morgen, da wir mühsam aus den Schluchten des Schlafs in den Tag dämmerten, taute Schnee in Bächen vom Dach. Die Berge, deren mattes Elfenbein fern über der Ebene sonst leuchtete, standen glasblau und nah vor unserer Tür, und wir wussten plötzlich — und ich erschrak — dass Welt sich hinter ihnen spannte. Taumelnd stürzte der sonst träge Bach zu Tal, und ich sah, dass deine Augen mit ihm schwammen, hellblau und nach der Ferne gierig, sah, dass du blind neben mir zurückbliebst und mit meinen Augen nicht mehr sehen wolltest. Da wusste ich, dass Erfüllung für eine Frau doch immer nur der Weg zu einer neuen Erfüllung ist, dass es kein Ziel gibt, dem ein weibliches Herz ewig und unwandelbar zustrebt. Da erkannte ich, dass es Mannessache ist, ewig zu sein, und weil die Ewigkeit dunkel ist, gläubig und einsam im Dunkel zu verharren.

Einen Weg noch versuchte ich, den einzigen, der die Frau mit der Ewigkeit verknüpft: ich wollte, dass Nina ein Kind trüge. Und der Rausch dieses Willens fing uns beide noch einmal zusammen. Unter den Blütenbäumen ging Nina zärtlich, trächtig und gedankenlos an meiner Seite. Aber der Weg von der Blüte zur Frucht führt durch jene schalen Tage, in denen das hellgrüne Laub zu dunkeln beginnt und vom Staub der Landstrasse gepudert wird.

Nicht mehr vereint waren wir, denn in ihr wuchs, was wohl ich beginnen, aber nur sie vollenden konnte. Was eins war, war nun drei, und zwei war wieder übersprungen. Das zärtliche Streicheln ihrer Hände über ihren fruchtbaren Leib sagte mir, dass ich sie verloren habe. Einmal noch riss ich meine Kräfte zusammen, und in einer furchtbaren Nacht, in der unsere Tränen wie Schleierwände zwischen uns standen, gehorchte sie mir und tötete die Frucht.

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