Emmy Ball-Hennings - Das irdische Paradies und andere Legenden

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Eine Sammlung von vierundzwanzig Legenden, die auf unterschiedlichen frühen Quellen beruhen: Neben der titelgebenden Legende geht es beispielsweise ebenso in «Die heilige Cäcilia», «Die Mutter Gottes und der Räuber» oder «Der Soldat und das Jesuskind» um die Wunderwelt der Heiligen, die sich dem Leser beim Eintauchen in das Geschehen offenbart. -

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Indessen machte Theodora im Kloster auf ihrem Wege zu Gott so große Fortschritte, daß der böse Feind in Haß und Neid darüber ergrimmte. Als sie eines Tages einsam in ihrer Zelle betete, vernahm sie eine schmeichlerische Stimme, die ihr verführerisch zuraunte: «Sag, meine liebe Theodora, warum eigentlich ermüdest du dich so sehr mit Beten und Fasten? Warum mißhandelst du deinen Leib, der so schön und edel erschaffen wurde? Warum vertrauerst du deine Jugend im Kloster, während du doch auch in der Welt ein rechtschaffenes Leben führen könntest?»

«Wer ist es, der solche Fragen an mich zu richten wagt?» entgegnete Theodora erschrocken.

«Wie? Du kennst mich nicht, da ich doch in dir wohne? In jedem Winkel, in den Falten deiner falschen Seele bin ich daheim. Du kennst mich nicht, da ich doch in den Abgründen deines schwankenden Herzens daheim bin? Ist’s möglich? Du kennst mich nicht? Willst du mich verleugnen?»

«So sprich die Wahrheit. Nenne dich», forderte Theodora mit bebender Stimme, «ich weiß nicht, wer du bist.»

«Du weißt nicht, wer ich bin? Ich aber weiß, wer du bist. Bist du nicht jene Theodora, die die Ehe gebrochen hat? Bist du nicht Theodora, die das heilige Gelübde der Ehe verletzt hat? Und hast du nicht als Mönch abermals einen Eid abgelegt? Und weißt du nicht, daß dieses Gelübde schwerer noch zu erfüllen ist als der Treueschwur, den du einst als Ehefrau vor dem Altar geleistet hast?»

Durch diese Stimmen fühlte Theodora sich schwer bedrängt. Sie suchte sich zu besinnen, daß ein Engel ihr den Weg ins Kloster gewiesen hatte. Sie versuchte, die bösen Einflüsterungen von sich zu weisen. Es gelang ihr in dieser schlimmen Stunde kein Gebet, aber ein Strom von Tränen entrann ihren Augen. Noch einmal begann die Stimme auf sie einzusprechen mit großer Zartheit: «Arme Theodora, du bist von deinen harten Kasteiungen erschöpft und darum weinst du. Geh, mein Kind, geh zurück zu deinem Manne. Er wird dich mit offenen Armen empfangen. Er hat dir deine Sünde längst verziehen, weil er dich liebt. Hörst du, Theodora, dein Mann liebt dich über alles. Geh zu ihm zurück. Du wirst ein leichtes, freundliches Leben neben ihm führen. Glaube mir, dein Mann hat dir verziehen.»

«Ach, wenn mein Mann mir verziehen hat, wird vielleicht Gott erst recht verzeihen. So hoffe ich, weil meine Sünde mir ewig leid tun wird. Gott wird milde mit mir sein.»

«Meinst du? Bist du dessen vollkommen sicher? Und wenn Gott dich im Stiche läßt ...»

Da erkannte Theodora, daß es der Versucher war, dem daran liegt, die Kämpfenden und Kühnen zu Fall zu bringen. Theodora schlug das Zeichen des Kreuzes nach jener Richtung, aus der die böse Stimme kam, und fühlte sich sogleich von aller Anfechtung befreit.

Als sie wieder einmal in die Stadt mußte, um Öl und Mehl einzukaufen, ergab es sich, daß sie in einem Gasthause übernachten mußte, und dieser an sich geringfügige Umstand sollte die schwersten Folgen für Theodoras ferneres Leben nach sich ziehen. Die Tochter des Gastwirtes nämlich, ein leichtfertiges Mädchen, verliebte sich in den vermeintlichen Mönch, ging nachts zu ihm in die Kammer, weckte den Schlafenden mit einem Kuß und stellte Anforderungen, denen kein Gottesmann nachgekommen wäre, Theodora aber auf keinen Fall.

Die Bedrängte war erschrocken und zugleich tief betrübt, daß sie abermals der Anlaß einer bösen Begierde werden sollte, doch nahm sie sich zusammen, richtete sich im Bett auf und schob zunächst das stürmische Mädchen energisch beiseite. Danach hielt Theodora, mitten im Bette liegend, der Losen eine schöne Standrede auf die Keuschheit, die aber nicht von nachhaltiger Wirkung war und aus der das böse Mädchen nur das eine vernahm, daß dieser schöne junge Mönch nichts von ihr wissen wollte. Das Mädchen ärgerte sich, weil es seine Verführungskünste umsonst angewendet hatte. Die Eitelkeit des Mädchens vertrug es nicht, also verschmäht und zurückgewiesen zu werden, und als es trotz der Unnahbarkeit des Mönches später ein Kind zur Welt brachte, behauptete sie ihrem erzürnten Vater gegenüber, dies sei von Theodorus. Der Gastwirt machte sich den Fall so einfach als möglich. Er hüllte das arme, unschuldige Kind in ein Tüchlein, gab es an der Klosterpforte dem Pförtner in die Arme und sagte nur: «Ich will dem Mönch Theodorus nicht vorenthalten, was ihm gehört. Er hat meine Tochter geschändet. Hier ist das Kind. Lebt wohl.»

Die Mönche im Kloster waren nahezu versteinert vor Schreck, weil sie ihr Haus in Verruf gebracht sahen, obwohl sie zunächst nicht wissen konnten, ob Bruder Theodorus schuldig oder unschuldig war. Theodora mußte vor dem Abt und vor den versammelten Mönchen erscheinen, um sich zu verteidigen oder anzuklagen. Sie sah das zarte Kind in den Armen des Abtes. Mit zürnender Miene wurde ihr das Kleine entgegengehalten. Das Hilflose blickte in seiner rührenden Unschuld auf Theodora. Von Mitleid und Zärtlichkeit bewegt nahm die junge Frau das Kind an sich und bettete es behutsam an ihrer Brust. Da lächelte das Kind, und auch Theodora lächelte unter Tränen dem armen, verstoßenen Kinde zu. Der Abt rief ihr empört zu:

«So hast du uns also mit deinem geistlichen Wandel betrogen. Unter der Maske der Heiligkeit hast du unter uns gelebt. Ein falscher, elender Schurke bist du, der ein schwaches Mädchen betrügen konnte, uns aber nicht. Hinaus mit dir und deinem Kind!»

Theodora aber verbarg ihre Unschuld und ihr Geheimnis, verließ das Kloster und begann mit dem Kinde das Leben eines armen und zugleich verachteten Bettlers zu führen. Es gab allerdings auch einsichtige, gute Menschen, die im stillen bewunderten, wie sehr der Mönch bemüht war, seinen Fehltritt wieder gutzumachen, indem er so überaus treu für sein Kind sorgte. Es gab einige Hirten, die Theodora erlaubten, auf dem Felde zu den Kühen zu gehen, um die Milch zu nehmen, die sie für das Kind brauchte. Sie wohnte mit dem Knäblein in einer armseligen, verfallenen Hütte, nicht gar weit vom Kloster entfernt, aber doch in einer einsamen Gegend am Saum der Wüste. Hier führte sie in großer Dürftigkeit ein strenges Büßerleben.

Sie war schweren Versuchungen ausgesetzt, doch ging sie ihrer großen Demut und ihrer glühenden Gottesliebe wegen aus allen Anfechtungen siegreich hervor.

Sie sorgte dafür, daß das Kind an ihrer Seite nie Hunger litt, während es ihr selbst oft am Notwendigsten, am trockenen Brot fehlte. So lag sie eines Tages sehr geschwächt am Boden auf dem Laublager in ihrer Hütte. Da wähnte sie plötzlich ihren früheren Mann vor sich zu sehen, der mitleidig zu ihr sprach: «Ach, meine liebe, gute Theodora, muß ich dich so verlassen und elend wiederfinden? Komm mit mir, Liebes, damit ich dich gesund pflege. Man hat mir gesagt, du habst dich gegen mich verfehlt, aber du sollst wissen, daß ich dir nichts nachtragen mag, weil ich dich lieb habe.»

Theodora seufzte und antwortete:

«Es ist gut so, und ich danke dir, daß du mir nicht mehr zürnst. Aber ich will meine Sünde büßen bis in den Tod. Laß mich hier.»

«Nein, Theodora, ich will nicht, daß du noch länger büßest. Sieh, die Mönche im Kloster haben dich verstoßen. Du bist zum Gespött der ganzen Stadt geworden. Voller Abscheu hat man sich von dir gewendet. Und wie viele sind es, die deiner spotten, weil du als Vater dich um ein Kind kümmerst, das dir doch nicht gehört. Laß dies alles. Komm zurück in unser Heim. Komm mit mir, geliebte Frau.»

Da zweifelte Theodora an der Erscheinung und bat Gott inständig, er möge sie nicht in einen verderblichen Irrtum fallen lassen. Ihr Gebet fand Erhörung und das Wahnbild verschwand.

Da sie sehr unter der Kälte litt, erschien ihr eine prächtig gekleidete Ritterschaft, Menschen, die in warme Pelze und in weichen Sammet gehüllt waren, nur um sie zu verleiten, ihr entsagungsreiches Büßerleben aufzugeben. Theodora aber dachte an jenen, der nackt am Kreuze hing, und bewehrte sich mit dem heiligen Zeichen, worauf das Trugbild zerrann. Ein andermal wurden ihr köstliche Speisen angeboten, oder ein Kelch mit edlem funkelndem Wein, so daß sie Christus, ihre einzige Liebe, anflehte, sie vor der dämonischen Gaukelei zu schützen.

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