Sabine Howe - Nur ein kleiner Verdacht

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Als Maggie nach vierzig Jahren Ehe herausfindet, dass Ihr Mann eine Geliebte hat, bricht ihre heile Welt zusammen.
Um einer Auseinandersetzung zu entgehen, schweigt sie. Ehemann Karl bemerkt, dass etwas nicht stimmt und flüchtet in die USA zu seiner älteren Tochter. Die ist mit dem Besuch ihres geliebten Vaters, der bei seiner Ankunft krank zusammenbricht, völlig überfordert und muss ihr Leben neu organisieren.
Mutter Maggie weigert sich, die beiden zu unterstützen und flüchtet zu ihrer schwangeren Tochter Andrea. Die weiß mit dem Besuch der Mutter, die ihr von Geburt an fremd geblieben ist, zunächst nichts anzufangen.
"Nur ein kleiner Verdacht" wirbelt alle Beziehungen in der Familie durcheinander und erzählt aus wechselnden Perspektiven von Lügen und Geheimnissen.

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„Ich weiß nicht.“

„Also, ich will auf keinen Fall ‚Opa’ oder ‚Großvater’ genannt werden. Er kann uns ja beim Vornamen nennen. Das machen ja sogar manche Kinder heutzutage.“

„Hm.“

„Aber diese Geschichte mit dem Vater ist wirklich eine Zumutung. Wir hätten ihn längst einmal kennenlernen müssen. Da stimmt was nicht. Vielleicht weiß sie selbst nicht, wer es ist.“

„Oder es ist ihr peinlich.“

„Hoffentlich ist es nicht wieder so ein Hänfling wie dieser eine damals, wie hieß er noch? Den sie von ihrem Spanienurlaub mitgebracht hat.“

„Enrique.“

„Stimmt. Weißt du noch, wie der in den Knien eingeknickt ist, als er mir die Tanne durch den Garten tragen sollte? Einfach zusammengesackt. Mitten auf deinem frisch angelegten Tulpenbeet. So ein Trottel.“

Maggie lächelte.

„Und dieser Johann, oder wie hieß er noch?“

„Joseph“, sagte Maggie.

„Noch schlimmer. Erzählt uns was von Möbelbauer, und was stellt sich raus? Führt das Sarggeschäft seines Onkels.“

„Immerhin hat er uns einen guten Preis für die Bestattung von Tante Emma gemacht“, wandte Maggie ein.

„Und dann war da noch dieser komische Vogel mit diesen grauenhaft gestreiften Hosen – was war der noch, Clown?“

„Zauberer.“

„Dann eben Zauberer, wo ist da der Unterschied? Mein Gott, war das eine peinliche Nummer, als er an meinem Fünfzigsten diese Tricks aufgeführt hat.“

„Hoffentlich ist es kein Türke“, bemerkte Maggie.

„Hat sie etwas in diese Richtung angedeutet?“

„Ach, wo denkst du hin. Mit mir redet sie doch sowieso nicht richtig. Es war nur eine Idee. Passen würde es jedenfalls.“

Sie verfielen wieder in Schweigen.

„Ich gehe heute früh ins Bett“, sagte Maggie und begann abzuräumen.

Karl schaute noch eine Weile Fernsehen. DDR, immer nur die DDR. Alles drehte sich um die Montagsdemonstrationen. Klar, dass die Menschen dort drüben raus wollten, endlich reisen, etwas von der Welt sehen. Aber was waren das für Leute? Diese Menschen hatten sich über vierzig Jahre die totale Kontrolle gefallen lassen. Sie hatten nie den Mund aufgemacht, stattdessen haben sie hingenommen, stundenlang vor Geschäften anzustehen, um einen Liter Milch zu ergattern. Konnte man die hier in der Bundesrepublik gebrauchen? Wofür denn?

„Am Ende“, hatte er erst neulich zu Maggie gesagt, „wollen sie die Wiedervereinigung und verlangen noch Rente und Arbeitslosengeld, obwohl sie keinen Pfennig in unsere Kassen eingezahlt haben!“

Hier im Westen brauchte man Macher, solche, die anzupacken wussten, die sich etwas trauten und Eigeninitiative zeigten. Als er damals aus dem Osten gekommen war, hatte er sogar das Begrüßungsgeld ausgeschlagen. Er wollte es aus eigener Kraft schaffen. In der DDR hätten ihn keine zehn Pferde gehalten.

Dort konnte man keinen Blumentopf gewinnen, das wurde ihm nach seinem ersten Ungarnbesuch mit dem VEB Pharmazie bewusst.

Zusammen mit einigen Kollegen sollten sie sich die dortigen Forschungslabore ansehen. Nach dem abendlichen Bankett war er mit einer etwas reiferen ungarischen Kollegin nach Hause gegangen. Sie hatte schon bei Tisch ihr Knie an seins gedrückt, und als er sie ansah, lachte sie ihn mit ihrem runden, rotwangigen Gesicht an.

„Bist hübsches Junge.“

„Danke – Sie sind auch eine sehr schöne Frau.“

Sie lachte noch lauter.

„Nix schöne Frau, bald vierzig. Aber so allein.“

Sie schlug die Augen nieder, als würde sie gleich weinen.

Jetzt lachte er.

„Brauchen Sie Hilfe?“

„Ja, brauche ich Hilfe. Brauche ich jungen Mann für Reparatur in Haus.“

„Bald?“

„Heute noch.“

Sie verabredeten sich vor der Tür, und eine halbe Stunde später zog der junge Karl mit einer rundlichen Ungarin namens Ewa durch die dunklen Straßen von Budapest. Schon an der nächsten Ecke drängte sie ihn in einen Hauseingang und versuchte, ihn zu küssen. Aber er wehrte sie ab. „Moment mal. So herum geht das nicht.“

Er nahm sie bei den Schultern, drückte sie nun seinerseits gegen die Wand und küsste sie so heftig, dass sie laut aufstöhnte.

Ihre Wohnung war kalt, die Tapeten blätterten von den Wänden, der Holzfußboden war dunkel. Sie hatte überall ein paar gemusterte Stofftücher aufgehängt, die wohl etwas Gemütlichkeit in die Räume bringen sollten, aber die Einsamkeit konnten sie nicht überspielen.

Am nächsten Morgen weckte sie ihn zu spät.

„Musst gehen“, sagte sie liebevoll und zerzauste ihm das Haar.

„Bist starker Junge. Wirst viel schaffen in Leben.“

Karl zog sich an, gab ihr einen Kuss, damit sie ihn nicht vergaß, und lief im leichten Dauerlauf zurück ins Hotel.

Als er verschwitzt in dem schäbigen Hotel ankam, stand sein Vorgesetzter bereits unten in der Lobby.

„Wo kommen Sie her?“

„Ich habe nur einen kleinen Dauerlauf gemacht.“ Karl schaute unschuldig in sein rotes Gesicht.

„Die ganze Nacht?“

„Nein.“

„Sie wissen, dass es untersagt ist, sich von der Gruppe abzusetzen?“

„Herr Presser“, Karl versuchte es auf die vertrauliche Art.

„Verstehen Sie doch. Da war diese schöne Ewa. Sie hat mich geradezu aufgefordert, mitzugehen. Hätten Sie da an meiner Stelle Nein gesagt?“

Das Gesicht von Professor Presser lief noch röter an.

„Selbstverständlich hätte ich Nein gesagt. Erstens ist es untersagt, sich unerlaubt vom Kader zu entfernen, und zweitens bin ich verheiratet. Das wird ein Nachspiel haben.“

Es hatte ein Nachspiel. Erst wurde Karl für alle Auslandsreisen gesperrt, dann im Betrieb aus der Forschung genommen und in den Vertrieb versetzt.

Daraufhin beschloss er zu türmen.

Das war 1958.

Karl hatte sich von Anfang an mit dem Sozialismus und seinen Beschränkungen schwergetan. Anfangs glaubte er noch an die gute Idee. Er konnte umsonst studieren, bekam für sage und schreibe zehn Mark im Monat ein Zimmer, aber nach und nach wurde ihm bewusst, dass er in einer Falle saß. Hier wurde jeder Schritt kontrolliert, an freie Forschung war nicht zu denken, geschweige denn an Bewegungsfreiheit. Er wollte etwas von der Welt sehen, etwas erleben.

Also lud er Maggie auf einen Ausflug aufs Land ein. Dort unterbreitete er ihr seinen Vorschlag. Sie würden getrennt abfahren. Maggie sollte einen Antrag auf Besuch bei ihrer kranken Mutter in Augsburg stellen. Wenn der genehmigt war, würde sie den Zug nach München nehmen und dort auf ihn warten. Er selbst würde mit dem Motorrad über die Grenze fahren. Man musste vorsichtig sein, die Mauer war zwar noch nicht gebaut, aber sobald ein Grenzsoldat Republikflucht vermutete, war man verloren.

Sechs Wochen dauerte es, bis Maggies Mutter das Attest schickte, in dem ein Arzt eine Herzschwäche diagnostizierte. Bis zur Genehmigung des Besuchsantrags dauerte es weitere drei Wochen. Dann brachte Karl Maggie zum Zug. Sie hatte Gepäck für drei Tage dabei, alles andere musste sie zurücklassen. Beim Abschied schwammen ihre Augen.

„Nicht weinen, Kleines. Sonst werden die misstrauisch.“ Karl sah sich besorgt um, ein paar Soldaten patrouillierten auf dem Bahnsteig.

„Es sind nur ein paar Tage, dann sind wir wieder beieinander.“

„Sei vorsichtig“, flüsterte Maggie ihm ins Ohr. „Ich brauche dich, das weißt du.“ Karl nahm ihren Kopf in beide Hände, sah ihr fest in die Augen und küsste sie auf den Mund. Dann löste er ein paar Haarsträhnen, die sie sich hinter das Ohr gesteckt hatte, und strich sie sanft ins Gesicht. „So sieht es weicher aus“, sagte er. Er drückte sie an sich und hielt sie einen Moment lang fest umschlossen.

„Na, sie wird doch nicht für immer weggehen“, tönte der Schaffner hinter ihnen. „Natürlich nicht“, murmelte Karl und schob Maggie in den Zug, denn er sah, wie ihr die Röte ins Gesicht stieg.

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