Anne Richter - Fremde Zeichen
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Katzenträume
Hans · 1967
Die Mutter rief Hans am Abend gegen zehn Uhr an: »Der Arzt hat gesagt, dass es bald zu Ende geht.« Ihre Stimme klang müde und kaum aufgeregt.
In dieser Nacht träumte Hans, dass die Mutter den Vater, der mit einer Kopfwunde auf dem Boden lag, alleine ließ. Wie jeden Abend hatte der Vater ferngesehen und die Mutter widerwillig auf ihn gewartet, um ihn ins Schlafzimmer zu tragen. Als der Vater sich an ihrem Hals festklammerte, damit sie ihn huckepack nehmen konnte, bewegte sie heftig ihren Kopf und ihre Schultern, weil sie an seinem festen Griff zu ersticken glaubte. Der Vater fiel zu Boden, schlug mit dem Schädel gegen den Ofen, während die Mutter röchelte, ins Schlafzimmer eilte und die Tür zweimal abschloss.
Hans erwachte mit klopfendem Herzen, wischte sich mit dem Schlafanzughemd den Schweiß vom Oberkörper und wusch sich am Waschbecken seines kleinen Pensionszimmers. Er würde schriftlich für ein paar Tage Urlaub beantragen, unter diesen Umständen müsste es der Leiter des Herbariums akzeptieren.
Im Krankenzimmer drückte Hans die warme, schwielige Hand des Vaters, der unverändert wirkte. »Hier verrecke ich bestimmt«, hörte Hans den Vater sagen und dachte, dass er genauso reden würde, wenn ein Arzt oder eine Schwester im Zimmer wären. Auf einem Stuhl etwas abseits vom Bett saß die schlafende Mutter, deren Kopf auf die Brust gesunken war. Die Gerüche von Desinfektionsmittel, Kaffee und Bohnerwachs konnten den Schweißgeruch der Mutter und des Vaters nicht überdecken. Hans stand unbeholfen neben dem Bett, weil ein zweiter Stuhl fehlte.
Über das Gesicht des Vaters zog jäh ein Ausdruck von Schmerz, er kniff die Augen zusammen und presste die Lippen aufeinander. Hans fasste ihn an der Schulter und am Rücken und drehte ihn auf die Seite. Der Vater stöhnte leise. Schließlich streckte Hans seinen Arm nach dem Knopf neben dem Bett aus, aber der Vater fuhr unwirsch mit der Hand durch die Luft: »Lass, Junge, die brauch ich nicht, die pfuschen nur an mir rum.«
Nachdem die Mutter aufgewacht war, lösten sie sich bis zum Abend ab, so dass immer einer von beiden beim Vater blieb, ihm eine Tasse reichte oder beim Essen half, ihn halb aufrichtete, wieder hinlegte, gelegentlich ein paar Worte mit ihm wechselte, eine zweite Decke holte und sie wieder fortnahm, wenn ihm zu warm wurde.
Bei der Verabschiedung versprach die Mutter dem Vater, ihn am nächsten Tag erneut zu besuchen. Als Hans bestätigend nickte, sagte der Vater: »Hilf du mal der Mutter.«
Im Bus sprachen die Mutter und Hans nicht miteinander. Hans spürte, wie die warme, fleischige Hüfte der Mutter durch den Wollstoff gegen seine eigene drückte. Sein schneller werdender Atem und die Hitze, die ihm ins Gesicht stieg, störten ihn, doch im voll besetzten Bus konnte er nicht von der Mutter abrücken und ein Bein in den Gang stellen, weil die Fahrgäste dann schwerlich bis zum Ausgang durchkamen.
Zu Hause bereitete die Mutter ein schnelles Abendessen mit Ziegenkäse, Leberwurst und Brot aus dem Konsum. Hans erinnerte sich an einen Abend bei Margrets Eltern, an dem er sich gewundert hatte, dass es in der Stadt so gutes Essen gab, und Margrets Mutter, nicht ohne Stolz, von einem Laden erzählt hatte, in dem man nur an Universitätsangestellte und deren Angehörige verkaufte. Das Essen seiner Mutter schmeckte Hans sonst wunderbar, aber heute war sein Appetit ebenso gering wie der der Mutter. Die Stille im Haus erzählte vom Vater.
Nach dem Abendbrot bot ihm die Mutter an, neben ihr im Bett des Vaters zu schlafen, weil in der oberen Etage nicht geheizt sei. Hans wusste, wie kalt es im Oktober in der Dachkammer sein konnte. Gegen Mitternacht stieg er die Treppen hinauf, verhängte das Fenster mit einer Decke, nahm sich einen seiner früheren Schlafanzüge aus dem Schrank und vergrub sich fröstelnd unter die klamme Federbettdecke.
Am nächsten Morgen fuhr die Mutter nach dem Frühstück zum Vater. Hans begleitete sie in den Garten. Der Weg vom Schuppen zur Haustür war – anders als bei Hans’ letztem Besuch – zur Hälfte mit steinernen Platten belegt. Wo die Platten endeten, begann ein flacher, sich bis zum Schuppen hinziehender Graben. »Hat alles der Vater gemacht«, sagte die Mutter, »sogar die Platten gegossen. Hat sich beim Legen mit dem ganzen Körper auf die Arme gestützt und ist vorwärts gerutscht. Hatte manchmal wunde Knie danach, hat aber am nächsten Tag weitergemacht. Merkt ja nichts in den Beinen.« Hans staunte, wie genau eine Platte an die andere grenzte, er würde Mühe haben, ebenso sorgfältig wie der Vater zu arbeiten.
Im Schuppen fand er eine Schubkarre und belud sie mit den Platten, deren Gewicht seine Arme und Schultern nach unten zog, sobald er die Karre ein Stück vom Boden abhob. Beim Praktikum auf dem Gut musste man Kartoffeln körbeweise zum Hänger schleppen. In den Jahren danach hatte Hans nicht mehr körperlich gearbeitet, sondern an Exkursionen teilgenommen, Protokolle geschrieben, Herbarien angelegt, Vorlesungen aufgezeichnet. Die Schubkarre schwankte, als er sie über die Schwelle der kleinen Holzhütte rollte. Während er die Karre balancierend vorwärts schob, schaute er nach unten. Der leichte Schmerz oberhalb seiner Schulterblätter würde kaum eine halbe Minute andauern. Plötzlich sprang ihre Katze auf ihn zu, die er am Abend zuvor vermisst hatte. Sie streunte häufig durchs Dorf und fauchte die Menschen an, nur in Hans’ Gegenwart schnurrte sie.
Vor Schreck hielt Hans die Karre an, so dass sie umkippte und ein paar Platten herausrutschten, wobei eine unter dem Gewicht der anderen zerbrach. »Katzen bringen Unglück«, sagte die Mutter für gewöhnlich, »zertrampeln die Beete, verderben die Ernte. Meistens sind’s schwarze.« Vielleicht hatte sie Recht. So sehr die Katze Hans am Abend zuvor gefehlt hatte, so vehement schüttelte er nun sein Bein, an das sie sich schmiegte. Sie war ihm nie ganz geheuer gewesen, obwohl er ihre Anhänglichkeit mochte. Der Vater ärgerte sie gern, indem er sie am Schwanz oder an den Ohren zupfte, leises Bellen nachahmte oder den Hund auf sie jagte.
Als Kind hatte Hans jahrelang Nacht für Nacht von tiefschwarzen, funkeläugigen Katzen geträumt, die sich unversehens in schwarzhaarige Hexen verwandelten. Die Hexen stießen Flüche aus. Wenn die Hexen ihm in den letzten sechs Nächten des alten oder den ersten sechs Nächten des neuen Jahres erschienen, würden ihre Flüche in Erfüllung gehen. Hatte die Mutter gesagt. Auch wenn sich bis heute keiner der Flüche erfüllt hatte, könnte es eines Tages, nicht nur zum Jahreswechsel, geschehen. In jenen zwölf Winternächten jedoch bemühte Hans sich bis heute, ohne Schlaf auszukommen. Jedes Jahr fielen ihm nach der ersten durchwachten Nacht die Augen zu. Der Schlaf überkam ihn entweder auf dem Sofa, am Frühstücks- oder Mittagstisch im Haus der Eltern, die er über Weihnachten besuchte, oder auf dem Fußboden eines Geschäftes, nachdem er sich in einer verborgenen Ecke erschöpft niedergelassen hatte. Die Träume aber schwanden nicht.
Zum Glück konnte er sich an keinen Traum der vergangenen Nacht erinnern. Er hatte vor dem Einschlafen nicht einmal daran gedacht, dass er einen dieser Träume haben könnte.
Die Katze schlich lautlos um sein rechtes Bein. Hans trat kurz nach ihr, doch als sie maunzte, beugte er sich zu ihr hinab und legte seinen Kopf an ihr Fell. Die Mutter soll zum Teufel gehen mit ihren Weisheiten, dachte er und erschrak über seinen Gedanken. Er schleppte die zerbrochene Platte zurück zum Schuppen und begann mit der Arbeit.
Als die Mutter am frühen Abend aus der Stadt zurückkehrte und vom Gartentor über den Rasen hinunterstapfte, dem Graben auswich und neben Hans innehielt, trug Hans nur noch Trainingshose und Unterhemd, und der Schweiß perlte von seinem Gesicht auf die Erde. »Du wirst dich erkälten«, sagte die Mutter mahnend, doch Hans hörte kaum hin. Er hatte acht Stunden benötigt, um zunächst die Erde zu ebnen, von Steinen zu befreien, Sand aufzuschütten und danach jede einzelne der vier Platten zu legen. Mehrere Male musste er die Platten verschieben, wobei der Sand darunter seine Form verlor.
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