Michael Bohm - Mein Freund Sisyphos

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Charismatisch, eloquent, reich: Dem Anwaltssohn Fabian von Fernau stehen alle Türen offen. Eine schicksalhafte Begegnung mit dem aus schlichteren Verhältnissen stammenden, doch brillanten Martin führt zu einer außergewöhnlichen Freundschaft. Von diesem Zeitpunkt an sind es die beiden kongenialen Männer, die – getrieben von ihren Ambitionen – erst die Schule, dann das politische Parkett gemeinsam erobern. Die Rollenverteilung scheint dabei klar: Fabian steht als aufstrebender Staatsmann im Rampenlicht, Martin zieht im Hintergrund mit Raffinesse die Fäden. Doch die wachsende Macht fordert ihren Preis, für Moral bleibt kein Platz.
Als Fabian von Fernau sich zum Ziel setzt, Ministerpräsident mit seiner eigenen Partei, der Bewegung Helles Morgen, zu werden, steht fest: Nur der Tod kann den von Populisten gefeierten Messias FvF stoppen.
Ein eiskaltes Bild der perfiden Polit-Schickeria von Michael Böhm

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Wieder mit dieser Szene vor Augen, die erst einmal für alle voller Rätsel bleiben wird, die ich approximativ wahrgenommen hatte, bin ich plötzlich auf dem Sofa eingeschlafen, weggesackt wie ein Stein im Wasser.

Erinnerungen

Was sind denn eigentlich Erinnerungen? Für mich sind das aus der Zeit herausgehobene Momente, die wir in und mit uns tragen, die uns unser Leben lang begleiten, die den Alltag zu erhellen oder zu verdunkeln vermögen, je nach dem Empfinden und dem Zustand unseres Gemütes. Viele dieser Blitzlichter, die ich gespeichert habe, ich glaube sogar die Mehrzahl, sind irgendwie durch unsichtbare Fäden mit Fabian von Fernau verbunden, bilden den wichtigsten Wegweiser zur Rückschau auf meine Vergangenheit. Immer wieder belästigen mich meine Erinnerungen, obwohl ich sie nicht sehen will, jedenfalls nicht bestimmte Kapitel davon.

Wie jeden Tag laufe ich in der Früh mehrere Kilometer, stets die gleiche Strecke. Am Anfang fiel es mir schwer, heute ist es Routine. Es ist schon so wie lockeres Auslaufen nach dem Aufstehen. Danach unter die Dusche und dann spaziere ich zum Frühstück hinunter in den Ort.

Ich habe Zeit, vor allem viel Zeit zum Denken, sitze auf der Terrasse meines Hauses auf der Insel, im Schatten unter einer orangen Markise, sehe in die Weite der Ebene unter mir, ein pelagischer Blick. Eigentlich fühle ich mich wohl in meiner Haut, eigentlich. Da mir die Vergangenheit im Moment wenig behagt, bewege ich meine Gedanken in die Zukunft hinein. Mir wurde ein erstaunliches Angebot unterbreitet, das mir allerdings zunehmend heftiges Kopfzerbrechen macht. Die Versuchung, es vielleicht doch anzunehmen, weil es einer gewissen Genugtuung gleichkäme, hält mich fest. Um vielleicht Klarheit zu gewinnen, will ich eine Analyse meiner Erinnerungen wagen, mich auf den langen Weg durch meine Vergangenheit machen, über meinen Lebenslauf nachdenken. Noch einmal will ich zugeben, es fällt mir nicht leicht, in diesem so besonderen Fotoalbum zu blättern, sind doch nicht nur farbige Bilder, sondern auch schwarz-weiße, sogar ziemlich dunkle und auch völlig missratene Aufnahmen darunter. Beim Betrachten mancher Szenen wollen nicht wenige wieder Wirklichkeit werden, bedrohen ernsthaft mein Jetzt, versuchen, mich in Düsternis zu manövrieren. Nur der schnelle Blick in die Schönheit der Natur um mich herum vermag mich temporär vor depressiven Angriffen bewahren. Oder aber die andere Möglichkeit der Abwehr, nämlich die unbedingte Wahrheit zu suchen, der ich mich stellen sollte? Mein Bauchgefühl sagt mir, Letzteres sei meine verdammte Pflicht und Schuldigkeit. Ich muss mir ja nur selbst in die Augen sehen.

Wie lange liegt denn die Szene zurück, die mir gerade in den Sinn kommt?

Das gelbe Haus

Nicht mit den Gedanken ganz in der Gegenwart, mehr mit dem Gefühl im Damals, war ich unterwegs auf der schmalen Straße am Fluss entlang, der hier eilig eine enge Stelle passiert, auf dem Weg zu einem Haus, das ich so gut kannte, das mir genau vor Augen stand. Gleich nach der leichten Biegung würde ich es sehen. Fabians Elternhaus. Es war in einem warmen Gelbton gestrichen und sah wirklich noch heute genauso aus, wie es mir seit frühen Jugendjahren vertraut war. Fenster und die Haustür waren mit einem weißen handbreiten Rahmen eingefasst, wie auch die Läden in einem leicht getönten Weiß gehalten waren. Auch der Holzzaun war weiß. Alles sehr gepflegt, wie gerade eben frisch geputzt. Im Vorgarten standen Büsche wie Wachsoldaten und wenn sie blühten, ich wusste es, dann sah das wunderschön aus. Die Bilder des großen Gartens hinter dem Haus mit den alten Obstbäumen sowie die weiße Holzveranda, auf der wir so oft saßen und die Köpfe zusammensteckten, waren mir so vertraut, als wäre ich erst gestern hier gewesen.

Wann habe ich das letzte Mal an der Vorgartentür gestanden, nach oben zu dem Fenster geschaut, an dem das Gesicht Fabians erscheinen würde, nachdem ich die Klingel in unserem vereinbarten Takt gedrückt hatte? Nein, ich weigere mich, den Jahren nachzurechnen und schon gar nicht in diesem Text festzuschreiben. Sentimentalität liegt mir so gar nicht, bin ich doch alles andere als ein Gefühlstyp.

Auf mein Klingeln, das ich schwach im Haus hallen hörte, ging mein Kopf hoch zu dem Fenster, von wo aus mir sehr wahrscheinlich nicht Fabian entgegenfeixen würde.

Wer stattdessen am Fenster zu mir herunterlächelte, war jemand ganz anderes. Eine Frau, an die ich, sogar zu dieser Zeit noch, mit leiser Melancholie, einer schon schnurrigen Sehnsucht dachte.

Monika.

Ungefähr zwölf muss ich gewesen sein, als ich Monika zum ersten Mal gesehen habe. Es ist die Zeit, in der die Fußball- und Klassenkameradschaft mit ihrem Bruder langsam zu einer Freundschaft heranwächst. Sie ist ein Mädchen mit dunklen wuscheligen Haaren, das mit seinen acht Jahren irgendwie zum Hintergrund gehört, wenn ich bei Fabian zu Hause bin.

Ich möchte mich an wenige wichtige Momentaufnahmen aus den Jahren erinnern, als ich blind an unsere Freundschaft glaubte und Monika zu mir zu gehören schien. Fabian und Monika waren mir zu geschenkten Geschwistern geworden, die ich nicht hatte. Monika würde immer meine Schwester bleiben, dachte ich damals. Natürlich bin ich, nachdem mein Interesse an Mädchen bei mir erwacht ist, in das schöne Mädchen verliebt. Und sie in mich, wie sie mir Jahre später beteuerte.

Wir haben uns verabredet, wollen ins Kino gehen und ich hole sie ab. Monikas warme Hand in der meinen, steigen wir die hundert Stufen der Hubertreppe hinauf, die für mich an diesem frühen Abend eine Leiter in den Himmel ist. Auch im Kino halte ich ihre Hand, sie legt ihren Kopf an meine Schulter. Nach dem Film spazieren wir durch den dunklen Stadtpark, ich darf ihr Gesicht streicheln, sie aber nicht küssen, meine Hände auf ihren Brüsten gestattet sie, unter den leichten Pullover vorzudringen nicht, sie zu umarmen ist mir erlaubt, mich an sie zu pressen bleibt verboten. Es ist dennoch aufregend schön mit ihr in der ummantelnden leicht flüsternden Düsternis des Parks.

Ich treffe mich mit Fabian beim Griechen. Wir trinken roten Wein, reden kaum. Natürlich fällt mir das auf und ich bin gespannt, wann Fabian sagt, was er mir sagen will. Dann lässt er die Bombe platzen: Monika ist schwanger! Er schaut mir in die Augen. Seine blauen sind sehr dunkel, was nur vorkommt, wenn er innerlich sehr erregt ist. Ich hebe beide Arme, zeige meine Handflächen, schüttle den Kopf. Ich bin nicht der Vater dieses Kindes, will ich ihm damit signalisieren. Wir müssen noch ein Glas trinken, viel reden, bis er mir glaubt und wissen will, was ich nun zu tun gedenke? Ich, Fabian? Wer sonst soll diese Unordnung zur falschen Zeit zurück in den Alltag lotsen? Mir fällt tatsächlich über Nacht eine mögliche Lösung ein. Ich lasse Fabian einen Termin mit seinem Großvater ausmachen und fahre dann mit dem Zug hinaus ins Wittelsbacher Land, wo der alte Baron Hubert von Fernau seine stattliche Villa hat. Er kennt mich, empfängt mich so freudig wie einen seiner Enkel. Wir setzen uns in den Wintergarten mit Blick in den weiten Garten mit den alten Bäumen. Als ich nach zwei Stunden die Villa verlasse, bleibt mir die Aufgabe, Monika von dem zu überzeugen, was der Baron und ich besprochen haben. Es ist nicht leicht, aber sie hat sich gedanklich bereits mit den Alternativen, die ihr bleiben, befasst. In zwei Wochen werden die Sommerferien beginnen. Für Monika wird danach das Schuljahr anfangen, das mit ihrem Abitur enden soll. Niemand wundert sich, dass Monika und ich der Einladung des Großvaters folgen. Er hat einen Arzt einer Privatklinik am Chiemsee verpflichtet, der Enkelin zu helfen, die Geburt eines Urenkels für einige Jahre zu verschieben. Ich begleite Monika zum Chiemsee, bin der Letzte, den sie sieht, bevor sie in der Narkose versinkt, und bin auch der Erste, den sie sieht, der ihre Hand hält, als sie erwacht.

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