Hanspeter Born - Politiker wider Willen

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Der aus kleinbürgerlichen Verhältnissen stammende, hochbegabte, literarisch und künstlerisch interessierte Marcel Pilet ergreift entgegen seiner eigentlichen Vorlieben den Anwaltsberuf und geht in die Politik. Nach kurzer, erfolgreicher Tätigkeit im Nationalrat wird Pilet-Golaz, wie er sich nun nennt, mit noch nicht vierzig Jahren als Verlegenheitskandidat in den Bundesrat gewählt. Dank seines soliden juristischen Wissens, seiner militärischen Kenntnisse und seines bon sens übt er einen gewichtigen Einfluss auf die Schweizer Politik aus. Allerdings bringen viele Deutschschweizer dem verschlossenen, romantischen und mit bissiger Ironie gesegneten Waadtländer nur wenig Verständnis entgegen, als er 1940 als Bundespräsident die Geschicke des Lands in die Hand nimmt. «Politiker wider Willen» ist der erste Teil einer auf drei Bände geplanten Biographie Marcel Pilet-Golaz.

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Er muss sich an der Uni immatrikulieren. In Lausanne geht ein neuer Student zur Sekretärin, die ihn fragt, ob seine Papiere in Ordnung sind, ob er die 20 Franken Einschreibegebühr bezahlt habe und: «Toujours la même adresse?» – «Oui, Mademoiselle.» Worauf er seine «Legi» erhält. «Simpel, leicht, praktisch und demokratisch.»

In Leipzig? Pilet meldet sich im Anmelderaum, wo man ihm erklärt, er habe sich am nächsten Tag zur gleichen Zeit dort erneut einzufinden. Dies tut er, wird zur Quästur geschickt, wo er bezahlt. Zurück in der Kanzlei, eröffnet man ihm, dass er am nächsten Tag um fünf Uhr vom Rektor feierlich als «akademischer Bürger» empfangen werde. Zur befohlenen Stunde wird ein nervöser Pilet «Seiner Magnifizenz, dem Herrn Rektor», vorgestellt. Dieser ist dreifacher Doktor von drei verschiedenen Universitäten, Geheimrat, Hofrat, Ritter des Roten Adlerordens. Alle diese Titel werden auf Latein verlesen, «was noch viel schöner und sehr viel unverständlicher» ist. Obendrauf ist Dr. Lamprecht ein wahrer Gelehrter, ein berühmter Mann, Deutschlands gegenwärtig grösster Historiker!

Ich kann mir nicht vorstellen, wie er dies alles gleichzeitig hat tun können; und dass er dabei auch noch die Zeit gefunden hat, sich einen stupenden weissen Bart wachsen zu lassen.

Der Rektor ermahnt den Studenten, dem Ruf der Universität Leipzig, «der sehr weit reicht», Ehre zu machen. Er dürfe nicht vergessen, neben dem Geist auch Körper und Seele zu pflegen, damit er gut vorbereitet sei, zuerst für die Examen und dann für den «Lebensstreit». Pilet muss auf Lateinisch geloben, den Universitätsbehörden zu gehorchen, die Reglemente zu respektieren und die akademischen Freiheiten zu verteidigen. Darauf schüttelt der Rektor dem Studenten die Hand und übergibt ihm, Marcellus Pilet, Helveticus, ex vico Cossonay , den «Bürgerschein». All dies beschreibt er Tillon in einem langen Brief:

Diese Unverschämten behandeln Cossonay als Dorf! Zweifellos aus Unwissenheit. Ich habe es ihnen verziehen. Somit, Tillon ma douce , sind Sie nicht mehr die Freundin von Marcel Pilet, sondern von Marcellus Helveticus. Seien Sie wenigstens stolz.

Sieben Stunden die Woche besucht er Vorlesungen. Der bedeutende Jurist Emil Strohal doziert Sachenrecht, was Pilet, der über das Baurecht dissertieren will, besonders interessiert. Glücklicherweise spricht Strohal langsam und deutlich. Weil Pilet mit der Materie vertraut ist, versteht er ihn mühelos. Nur schwer folgt der Waadtländer jedoch dem achtzigjährigen Philosophieprofessor Wilhelm Wundt, der leise murmelt und die Silben verschluckt. Wundt lehrt Völkerpsychologie – ein Thema, das Pilet schon früh angezogen hat und das ihn zeitlebens nicht loslassen will.

Hartnäckig beisst er sich durch die juristische Fachliteratur, was nicht immer Spass macht.

Heute hatte ich es mit einem spitzfindigen, nörglerischen Autor zu tun – einem Deutschen eben –, der, nicht zufrieden, das Gesetz zu studieren, sich damit beschäftigte zu wissen, was man machen müsste, wenn es das Gesetz nicht gäbe …Es war nervenaufreibend, diese Seiten lesen zu müssen, die ich als unnütz und dumm erkannte … In mir stieg ein plötzlicher Zorn auf gegen diese Zeitverschwender, die, nicht zufrieden, Dummheiten zu sagen, sie auch noch drucken und publizieren.

Pilet hat keine Geduld mit Dummköpfen. Er macht Bekanntschaft mit Fredi, dem Sohn eines verstorbenen Waadtländers und einer Leipzigerin. Fredi möchte, dass Pilet ihm hilft, sein fast vergessenes Französisch aufzufrischen. Dieser macht ihm klar, dass er nicht nach Deutschland gekommen sei, um Französischunterricht zu geben. Der «Teutone» gibt nicht auf. Bei einem Spaziergang im Nonnenwald «überschwemmt» er Pilet mit «sozialen, humanitären, antialkoholischen, fussgängerischen, militärischen, schulischen Theorien, so dass selbst der grösste Menschenfreund um Gnade flehen müsste».

Nach einer Stunde schaut Fredi auf die Uhr, macht rechtsumkehrt und beginnt Französisch zu sprechen. Pilet findet diese Zeitaufteilung «unglaublich vulgär». Er verträgt auch nicht, dass Fredi, ein fauler, ewiger Student, ihn drängt, mit ihm in die Badeanstalt zu kommen oder zu den Ausflügen mit den «Wandervögeln». Die Wanderungen mit «diesen Kindern von vierzehn bis sechzehn Jahren» werden nach den «reinsten Regeln der Pädagogik» geführt – Fredi ist ein künftiger Oberlehrer . Die Wandervögel machen militärische Übungen und Pilet soll als Schiedsrichter amtieren. Welche Zumutung! Pilet lehnt ab. Fredi ist auch rücksichtslos gegenüber seiner Mutter. Pilet im Brief an Tillon: «Ich hätte ihn am liebsten geohrfeigt, diesen ‹Philanthropen›.»

In Leipzig manifestiert sich die Macht des wilhelminischen Reichs im gigantischen Reichsgericht mit seiner pompösen Eingangshalle und den prachtvoll ausgestatteten Sitzungs- und Repräsentationssälen. Die umfangreiche Bibliothek beherbergt spezielle juristische Fachliteratur, die Pilet für seine Dissertation braucht. Ein Beamter erklärt ihm, dass es sich um keine öffentliche Bibliothek handle, dass Pilet aber, falls er die nötigen Schritte unternehme, vielleicht doch das eine oder andere Buch anschauen dürfe. Langes Gesicht des Schweizer Studenten. Der Beamte wird sich beim Herrn Oberbibliothekar erkundigen, ob er nicht vielleicht ausnahmsweise bereit wäre … Der Herr Oberbibliothekar ist nicht bereit. Noch längeres Gesicht des Studenten. Der Beamte lässt durchblicken, dass sich unter Umständen doch etwas machen liesse, wenn …. Student Pilet greift in seine Tasche. Ja, es lässt sich etwas machen. Das Portemonnaie des Studenten wirkt Wunder. Am nächsten Morgen findet er am besten Platz im gepflegten kleinen Lesesaal einen Stapel Bücher, daneben eine Karte mit der Aufschrift «Für Herrn Dr. M. Pilet». Nicht nötig, dass Herr Doktor die Bücher versorgt, der Beamte wird es gerne tun. Herr Doktor wird an seinem Platz immer finden, was er wünscht. «Widerlich, für einige Mark …, aber doch sehr bequem», wie der «Herr Doktor» seiner Tillon schreibt.

Bereits am ersten Semestersamstag ist Pilet auf Anraten eines zufällig getroffenen Lausanner Bellettrien ans Treffen der Schweizer Gesellschaft gegangen. In einem Saal, der einmal als Universitätsgefängnis diente und von den Insassen ausgeschmückt worden ist, sind dreissig Landsleute zusammengekommen. Er ist der einzige Suisse français .

Schon beim Eintreten fühlt man sich wohl, en famille , und ich hätte nie gedacht, dass die patriotische Verbundenheit so mächtig ist! Liebenswürdig meist auf Deutsch plaudernd, obschon die meisten Französisch verstehen, habe ich einen reizenden Abend verbracht.

Schnyder, ein Thurgauer, bietet ihm an, an einem Abend in der Woche mit ihm Deutsch zu üben, was Pilet dankbar annimmt. Der Medizinstudent und Zofinger Schnyder hat zwei Semester in Lausanne studiert. Beim «Germanischplaudern» freunden sich die beiden an. Vor Schnyders Abreise – er wird nach Studienabschluss als Arzt nach Indien gehen – gönnen sie sich einen gemütlichen Abschiedsabend.

Und da wir Waadtländer halt alles vor verlockenden Flaschen anfangen und beenden, gingen wir zwei in eine vergnügliche guinguette in der Altstadt. Wissen Sie, in «Auerbachs Keller», worin Goethe eine Szene seines Fausts gelegt hat – die Szene, in der Mephistopheles die Trinker verwirrt und sie seinen teuflischen Wein schmecken lässt! Der kleine Schlingel von Goethe kannte diesen Keller in Leipzig nur allzu gut, weil er, in den drei Jahren, an denen er die Universität besuchte, viel öfter die fröhlichen Lieder der Flaschen singen hörte als die Vorlesungen der Professoren! Ah, wenn die Väter wüssten, wie ihre Kinder ihr Geld und ihre Zeit verplempern, würden sie sie nicht derart weit vom trauten Heim wegschicken. Dies hat übrigens «Papa Goethe» gemerkt, der seinen Sohn aus Leipzig zurückpfiff und ihm die Ohren langzog! Wenn nur der meine dies nicht auch tut! Aber um zu meinem Keller zurückzukehren. Er ist wunderbar, wissen Sie! Sehr deutsch, in einem überwölbten Untergeschoss, mit Mauermalereien, die fröhliche Szenen darstellen, und einer einfachen Stimmung von ehemals, die an unsere Waadtländer Pinten erinnert.

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