Volker Fintelmann - Die Wiedergewinnung des Heilens

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In diesem Buch übt Volker Fintelmann leidenschaftliche Kritik an dem heutigen, durchgehend ökonomisierten Gesundheitssystem. Weil diesem eine ethische Grundlage fehlt, will Fintelmann der Medizin aus seinem Verständnis des Christentums heraus Impulse für eine neue Moral der Verantwortlichkeit und Liebe geben. Im Mittelpunkt stehen dabei die Heilungsgeschichten der Evangelien, die Fintelmann in einem neuen Licht interpretiert. Das von ihm in Anknüpfung an Rudolf Steiner entwickelte Verständnis christlichen Heilens wird darüber hinaus auf überraschende Weise konkret, wenn etwa Zirkulationsvorgänge im Organismus mit der Christus-Kraft in Verbindung gebracht werden. Imposante Patientengeschichten aus der eigenen lebenslangen Praxis-Erfahrung runden dieses Plädoyer für ein vertieftes Verständnis des Heilens ab. Ein Leitsatz Volker Fintelmanns lautet: „Eine Krankheit heilen heißt, ihren Sinn zu erfüllen.“

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Und der Leib bildet in sich Empfindsamkeit. Bekannter Ausdruck hiervon ist der Schmerz, aber auch die große Welt unserer Emotionen, von Leidenschaft, Antrieb, Instinkten oder Begehren. Für alles Empfinden findet sich kaum noch sinnlich Beobachtbares in organischen Veränderungen, durch die Empfindung bildet sich Subjektivität, die sich dem Mess-, Zähl- und Wägbaren und deren Objektivität entzieht. Und doch liegen auch dem Empfinden organische Vorgänge zugrunde, die wir noch angedeutet in Redensarten erleben, wenn uns das Wasser im Munde zusammenläuft, etwas an die Nieren geht, einem die Galle überläuft. Der Empfindungsleib ist der leibliche Ort, an dem sich Leib und Seele begegnen, sich kurz verschmelzen, sich wieder trennen, was als Ein- und Ausatmen anschaulich wird. Nur müssen wir die Atmung viel umfassender denken als nur reduziert auf Lungenatmung. Denn jedes Organ atmet, ist differenzierender Träger der Empfindung, Ort des Erlebens der Seele in der Begegnung mit dem Leib. Die Organe sind Tore der Seele zur Welt, aber auch Spiegel für ihr Selbsterleben.

Dreifach also ist der Leib gegliedert: stofflich, lebendig und empfindend. Und mittels der Wärme durchdringt ihn das Ich, jeden Ort bis zur einzelnen Zelle prägend und ihn sich „entsprechend“ zu machen, wie es durch die Immunologie auch längst entdeckt und beschrieben wurde. So ist der gesunde Leib ich-geprägt, nichts in ihm ist fremd oder darf sich verfremden, alles in ihm ist auf Integrität veranlagt, bildet über das Ich Individualität. Der schwedische Immunologe Prof. Hans Wigzell formulierte es einmal auf einem Kongress in Järna/Schweden so deutlich: „Alle Fakten zeigen, dass das Immunsystem jedes Menschen einzigartig ist. Und es gibt keine Kopie von ihm“. Die Individualität schafft sich ein äußeres Erscheinungsbild in der Biografie. Auch in ihr wird die Unverwechselbarkeit und Einzigartigkeit jedes Menschen deutlich. So müsste sie wesentlicher Bestandteil der Medizin werden, im individuellen Verständnis von Kranksein, dem ganz speziellen Weg einer Heilung, der individuellen Art einer Gesundheit. Jeder Versuch einer kollektiven Erkenntnis führt vom Menschen weg, schafft Illusionen.

Christliche Medizin heißt also immer auch individualisierende Medizin. Was durchaus erlaubt, Artmäßiges oder Typisches vom Menschsein in den forschenden Blick zu nehmen, doch immer im Bewusstsein, dass hiermit Grundsätzliches festgestellt wird, seine Anwendbarkeit auf den konkreten Menschen jedoch stets überprüft werden muss und ihm nicht einfach übergestülpt werden darf. Hier liegt die Einschränkung einer Evidenz-basierten Medizin, die sich als sogenannter Goldstandard der erkennenden Medizin weit von der Wirklichkeit Mensch entfernt hat, sich jedoch als dogmatisch geprägte Haltung wie in einer geschlossenen Burg gegen jede Öffnung verteidigt. Der englische Arzt David Sackett, der diesen Begriff bildete, wusste das und stellte der äußeren Evidenz eine innere gegenüber. Sie zusammen bildeten für ihn erst eine Wirklichkeit ab. 11

Der zukünftige Arzt muss sich also in zweierlei Richtung neu ausrichten, um den Leib und seinen Anteil an der Ganzheit Mensch wirklich anschauend zu erfassen. Er muss eine Physiologie als Ausdruck des gesunden Menschen erarbeiten und so in sich zur Anschauung bringen, dass er die Veränderung zur Krankheit als Abweichung oder Vereinseitigung erfasst und im Durchschauen dieser krankhaften Vorgänge sogleich entdeckt, welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, um wieder geordnete bzw. gesunde Verhältnisse herzustellen. Und er muss sich zugleich in seiner ethisch-moralischen Tätigkeit schulen, um Diener seiner Berufung sein zu können.

Beides soll nur kurz erläutert werden. Wieder wird dabei das Verständnis einer hier gemeinten christlichen Medizin zugrundegelegt und die eigene Erfahrung dieses Weges miteinbezogen.

Menschenverständnis

Um seinen diagnostischen und therapeutischen Blick für den Menschen zu schulen, muss der Arzt sein Erkennen methodisch erweitern. Er kann nicht bei dem stehenbleiben, was ihn die universitäre Medizin lehrt. Deren Methode ist eine analytisch-beweisende, die misst, zählt und wägt, die Objektivierbarkeit anstrebt und alles Subjektive ausschließen will. Dabei bemerkt sie nicht, wie sehr sie den Menschen zu einem Objekt macht. Und sie nimmt ihn immer weniger direkt mit den menschlich zur Verfügung stehenden Sinnesorganen wahr, sondern delegiert das Wahrnehmen an Apparate, deren Mitteilungen sie als Ergebnisse registriert und vor allem interpretiert. Womit die scheinbar reine Objektivität oft schon verlassen wird und sich die Subjektivität des Interpretierenden einmischt. Es gibt viele Untersuchungen, wonach ein objektiver Befund von verschiedenen Ärzten unterschiedlich bewertet wird. Auch scheint die jeweilige Befindlichkeit und Gestimmtheit des Beurteilenden die Interpretation der Ergebnisse zu beeinflussen. In meinem Spezialgebiet etwa, der Gastroenterologie, kamen verschiedene Spezialisten bei der Beurteilung eines gastroenterologischen Befundes am gleichen Patienten nur zu einer Übereinstimmung von maximal 80 Prozent, oft lag die Übereinstimmung aber niedriger. Auch das durchaus objektiv gemessene und aufgezeichnete Elektrokardiogramm (EKG) kann bis heute nicht rein maschinell bewertet werden, stets ist es der Arzt, der das Ergebnis interpretiert. Dennoch sind diese diagnostischen Maßnahmen nicht falsch oder gar überflüssig, doch sind sie einseitig und unvollständig zum Verständnis eines konkreten Menschen.

Einen ergänzenden Schritt habe ich die anschauend-vergleichende Methode genannt. Sie erfasst vor allem alle Lebensvorgänge und die mit ihnen verbundene Funktionalität. Ein einfaches Beispiel hierfür sei der Unterschied des einmalig bestimmten Nüchtern-Blutzuckers im Verhältnis zum Blutzucker-Tagesprofil. Noch aussagekräftiger jedoch ist ein Glukose-Belastungs-Test. Ähnlich sehe ich das Verhältnis vom Einzelwert des Kreatinins zur Kreatinin-Clearance. Die noch außerhalb des Menschen messbaren Vergleiche müssen jedoch gesteigert werden zu einer unmittelbaren Anschauung des anderen Menschen. Früher nannte man das auch den klinischen Blick, und es gab Lehrvisiten oder auch Atlanten, die einen lehrten, die Veränderungen in der unmittelbaren Anschauung des erkrankten Menschen gegenüber dem gesunden aufzufassen. Ich will hier nicht in Einzelheiten gehen, doch ist es für mich eindeutig, dass der geschulte Arzt Wesentliches am Patienten exakter wahrnimmt als jeder Apparat. Das war im Übrigen vor 50 Jahren auch gemeinsame Überzeugung erfahrener Ärzte. Nach Einführung der Ultraschalldiagnostik in der Gastroenterologie fragte ich den damals mit dieser Methode erfahrenen Prof. Rettenmaier von der Universität Erlangen, wie hoch er denn selber den Anteil der Aussagekraft seiner Befundung in der eigenen klinischen Erfahrung sähe? Er lächelte und antwortete: „Mehr als 90 Prozent“!

Wir bleiben der naturwissenschaftlichen Methode treu, sinnlich Erfahrbares über die geschulte Beobachtung wahrzunehmen. Doch macht das so Wahrgenommene etwas mit mir als Wahrnehmenden, das über die einfache Registrierung oder Interpretation hinausgeht. Ich bemerke an mir, wie in mir Gefühle, z.B. der Empathie, des Mitfühlens oder auch des Mitleids geweckt werden, und damit unmittelbar verbunden der aufkommende Wille, hier helfend eingreifen zu wollen. Diesen Impuls nannte Steiner den Heilwillen.

Und ich gehe noch einen methodischen Schritt des Erkennens weiter. Ich trete dem Patienten physiognomisch-beschreibend gegenüber. Hier nun verbleibe ich nicht mehr nur in reiner Sinneswahrnehmung, sondern hier greift meine Intuitionsfähigkeit ein, die mich Wirklichkeiten erkennen lässt, die über das hinausgehen, was meine Augen unmittelbar sehen, meine Ohren hören oder mein Geruchssinn riecht. So wurde mir auch verstehbar, was in den Evangelien angesprochen wird, wenn es heißt „Wer Ohren hat zu hören, der höre“ oder auch „Wer Augen hat zu sehen, der sehe“. Ich kann auch das Bild nehmen, sozusagen zwischen den Zeilen zu lesen oder in einer Anamnese das vom Patienten Nichtgesagte zu hören. Intuition ist ein vielfach und unterschiedlich gebrauchter Begriff. Für mich wurde Intuition die erlebte Fähigkeit, innerlich etwas wahrzunehmen oder aufzufassen, was äußerlich nicht in Erscheinung tritt. Diese Intuitionsfähigkeit erfasst grundsätzlich Ganzheiten, sie ist nicht aufs Detail gerichtet. Ich kann sie lernen bzw. schulen, vor allem durch sorgfältige Beobachtung und die daraus gewonnene Erfahrung und ständige Wiederholung (Reproduktion) beider. Steiners Untertitel seiner „Philosophie der Freiheit“ wurde mir dafür Leitbild: „Seelische Beobachtungsresultate nach naturwissenschaftlicher Methode“. In der Intuition erlebe ich den Unterschied von Abstraktion und Anschauung, und ich war immer wieder fasziniert, welche Sicherheit mir eine intuitiv gefasste Wahrnehmung oder auch Diagnose gab.

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