Peter Heather - Die letzte Blüte Roms

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Das Weströmische Reich ist untergegangen. Das Oströmische Reich unterliegt im Krieg gegen die Perser, der Nika-Aufstand 532 n. Chr. stürzt das Reich innenpolitisch in die Krise, Konstantinopel, die kaiserliche Hauptstadt, liegt in Schutt und Asche. Wie kommt es aus dieser verfahrenen Situation heraus zur letzten Blüte Roms, zur größten Ausdehnung des Reichs im 6. Jahrhundert?
Peter Heather erzählt meisterhaft die Geschichte einer Umbruchzeit. Zwischen Antike und Mittelalter, zwischen Rom und Byzanz manifestiert sie sich vor allem in der Herrschaft eines Kaisers, der als Bauernsohn ein sozialer Aufsteiger war und sich selbst als „Herrscher von Gottes Gnaden“ verstand. Justinian (reg. 527-568) eroberte Nordafrika und Italien, Bauwerke wie die Hagia Sophia in Istanbul oder San Vitale in Ravenna gehen ebenso auf ihn zurück wie der Codex Iustinianus. Am Ende aber bleibt die Frage, wie hoch der Preis für Roms letzte Blüte war.

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Der zweite große Teil der Reform diktierte, wie genau diese »fälligen Beträge« abzuführen waren. Da im Römischen Reich nicht genügend Silber zur Verfügung stand, um die nunmehr viel größere Armee mit echten Silbermünzen zu bezahlen, wurde der Militärsold umgestellt, auf eine Kombination aus Sachleistungen und gelegentlichen Sonderleistungen in Gold, den sogenannten donativa; diese Sonderleistungen erhielten die Soldaten bei ihrer Rekrutierung, beim Ausscheiden aus dem Dienst sowie anlässlich großer Kaiserjubiläen. Das neue Steuersystem war direkt darauf ausgerichtet, den notwendigen Mix aus Sacheinnahmen und Gold zu erzeugen. Wie immer versuchten die Verwaltungsbeamten des Kaisers, es sich dabei so einfach wie möglich zu machen, doch das große Problem bei den Sacheinnahmen bestand darin, dass es erstens schwierig und zweitens teuer war, große Mengen landwirtschaftlicher Erzeugnisse von entlegeneren Gegenden des Imperiums, wo sie produziert wurden, dorthin zu transportieren, wo große Abteilungen des Heers stationiert waren.

Ein hervorragendes Beispiel dafür, wie dieses System funktionierte, ist eine Steuer, die im Jahr 377 erhoben wurde und dazu dienen sollte, die Soldaten mit wollenen Militärmänteln zu versorgen. In Regionen, in denen Soldaten in großer Zahl stationiert waren, wie auf dem Balkan oder in Mesopotamien, sowie in Gebieten mit intensiver Viehzucht, wie Isaurien, mussten die Bürger ihre Steuern tatsächlich in Form solcher Mäntel bezahlen. Anderswo wurde stattdessen der Gegenwert in Gold berechnet. 25Es gab auch eine zusätzliche Steuer in Gold für Senatoren und eine (angeblich) freiwillige Kronsteuer in Gold, die die Städte des Imperiums theoretisch alle fünf Jahre entrichteten, um den Jahrestag der Thronbesteigung des Kaisers zu würdigen, und beide Abgaben spielten eine entscheidende Rolle dabei, das Edelmetall zu beschaffen, das für die periodischen militärischen donativa nötig war.

Das heißt allerdings nicht, dass das Steuersystem reibungslos funktionierte. Im 4. und 5. Jahrhundert mussten das eine oder andere Mal Sondersteuern erhoben werden, und die Soldaten hatten immer wieder darunter zu leiden, dass sie ihren Sold zu spät oder gar nicht bekamen, vor allem die, die in abgelegenen Regionen stationiert waren. 26Dennoch: Die deutlichsten Indizien für ein chronisch unterfinanziertes Militär – die systematischen Usurpationen des 3. Jahrhunderts und die verhängnisvolle Dynamik von Geldentwertung und Inflation – wiederholten sich diesmal nicht. So war der römische Staat schließlich in der Lage, sich die notwendigen Ressourcen zu sichern, um die enorme Aufstockung seines Militärs zu finanzieren, doch der Preis dafür waren ein enormer Verwaltungsaufwand, die Beschlagnahmung lokaler Einnahmen und eine erhebliche Steuererhöhung. Es ist ein klarer Beleg für das Ausmaß der notwendigen Anstrengungen, dass es ab dem Wiedererstarken der Perser in den 230er-Jahren beinahe drei politische Generationen dauerte, bis aus einer Reihe spontaner Experimente eine praktikable langfristige Lösung hervorging.

Es dauerte ebenfalls eine ganze Zeit, bis die moderne Forschung verstand, wie sich die Gesamtkosten des Truppenausbaus tatsächlich auf das Imperium als Ganzes auswirkten. Den größten Teil des 20. Jahrhunderts über nahm man an, der Effekt sei regelrecht erdrückend gewesen. Durch Papyri wusste man, dass in den 280er-Jahren die Hyperinflation einsetzte, und ab 250 ging die Anzahl der in Auftrag gegebenen Steininschriften erstaunlich zurück (im Jahresdurchschnitt fiel sie um 80 Prozent); außerdem gab es aus dem 4. Jahrhundert Hinweise auf Landwirte, die an ihr Land gebunden waren, und auf »verlassene Äcker« (agri deserti). Im 4. Jahrhundert, so nahm man an, dürfte das Imperium nach der Krise des 3. Jahrhunderts eine gewisse Stabilität zurückerlangt haben, aber nur dank drakonischer juristischer Maßnahmen, die Landwirte auf ihren Höfen halten sollten, und indem die Steuern so sehr erhöht wurden, dass manche Ackerflächen nicht mehr bewirtschaftet wurden. Gleichzeitig hatten die wohlhabenden Bürger durch die Hyperinflation ihr Vermögen eingebüßt (ähnlich wie in Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg), was sich nur allzu deutlich daran ablesen ließ, dass sich immer weniger Bürger in den örtlichen Stadträten engagierten; die Inschriften, die ein solches Engagement vor Mitte des 3. Jahrhunderts zu feiern pflegten, waren inzwischen nahezu verschwundenen. 27

All das ergab in der Summe einen wirtschaftlichen Kollaps, der alle Annahmen der Forscher zu bestätigen schien 28– das macht die neuen, seit den 1970er-Jahren aufgetauchten archäologischen Funde umso spannender. Anhand von Oberflächenfunden sehr gut datierbarer römischer Keramik entwickelten Archäologen neue Survey-Techniken; die Analyse ermöglichte es erstmalig, mehr oder weniger direkt zu messen, wie es der Landwirtschaft im Reich ging; zumindest konnte man erstmals nachvollziehen, wie viele funktionierende Agrarsiedlungen zu verschiedenen Zeiten der römischen Kaiserzeit existierten. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen sind revolutionär. Nimmt man einige wenige Gebiete (wie das nördliche Britannien und die Region unmittelbar hinter der Grenze am Niederrhein) aus, dann war das 4. Jahrhundert in der überwältigenden Mehrheit der Provinzen des Kaiserreichs wider Erwarten keine Zeit der Landflucht – im Gegenteil. Dies widerspricht direkt den früheren Hypothesen (auch wenn schon damals einige kluge Köpfe die besonders pessimistischen Annahmen bezweifelt haben) und zwingt uns, die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Konsequenzen der Neuausrichtung des Steuersystems, mit der das Kaiserhaus den Truppenausbau finanzierte, zu überdenken.

Die Steuersätze waren offensichtlich doch nicht so hoch, dass auf einmal ganze Landstriche brach lagen. Im Gegenteil, in der späten Kaiserzeit wurden in vielen Teilen des Reiches sogar viele relativ marginale Flächen kultiviert; die Steuersätze können also nicht so hoch gewesen sein, dass sie die Bevölkerung in dem Maße belasteten, wie man es früher angenommen hatte. Im Zuge dessen beleuchtete die Forschung auch den Begriff agri deserti neu. Man geht inzwischen davon aus, dass dies so viel wie »Land, für das keine Steuern gezahlt werden« bedeutete, denn es existieren keine Belege für eine Besteuerung dieser Flächen. Natürlich bedeutet die neue Beweislage nicht automatisch, dass es den Landwirten überall im Reich wirtschaftlich gut ging, denn je mehr Menschen in einer ländlichen Gegend leben, desto mehr steigt der Druck auf die Löhne und desto schwieriger werden die allgemeinen Bedingungen für die Landwirtschaft. Aber die Annahme, dass das militärische Aufrüsten des 3. Jahrhunderts das Imperium in den Bankrott trieb, ist sicherlich so nicht mehr haltbar. Die notwendigen volkswirtschaftlichen Kosten und der administrative Aufwand waren enorm und langwierig, aber schließlich gelang es doch, genügend Mittel zu mobilisieren, um den organisierten Militärapparat dauerhaft aufrechtzuerhalten, ohne dass dies das produktive Gefüge des Römischen Reiches grundlegend beschädigte. Man kommt kaum umhin, sich dem Fazit anzuschließen, dass das BIP des Imperiums, auch wenn die Steuerpolitik der Bevölkerung einiges abverlangte, im 4. Jahrhundert einen besonders hohen Stand erreichte. 29

Das wiederum heißt aber nicht, dass die strukturelle Neuausrichtung des Steuersystems ein einfacher Prozess oder dass die allgemeine Steuerlast gering gewesen wäre. Unter normalen Bedingungen ließ sich das alles, wie die neuen archäologischen Befunde zeigen, durchaus bewältigen, aber viel Spielraum wird es nicht gegeben haben. Mehrere Quellen aus dem 4. Jahrhundert berichten beispielsweise übereinstimmend, dass ein Feldzug, für den ein großer Teil des Heeres abkommandiert wurde und der sich über mehrere Saisons hinzog, große zusätzliche Belastungen mit sich brachte, die die Steuerzahler nur mit Mühe bewältigen konnten. Bei den ganz großen Feldzügen waren die Truppenlisten voll, man benötigte viel zusätzliche Ausrüstung, musste gewaltige Gepäckzüge (mit vielen zusätzlichen Zugtieren) einrichten und vor allem dafür sorgen, dass in dem relevanten Bereich an der Grenze ungeheure Mengen an Proviant und Tierfutter zur Verfügung standen.

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