(Streckbräu Ostheim)
Cains(5,0%
) mit hefigem Schaum, bernsteinig in der Farbe, würden meine Kollegen schreiben, auf die Literdose verweisen und daß → Faxe der Distributor sei. In solchen Fällen bräuchte ich lediglich ergänzen, daß »unsere Jungs« damit prima die Trinkgewohnheiten ihrer Waffenbrüder für den nächsten humanitären Einsatz prüfen können.
(The Robert Cain & Co. Ltd. Liverpool/England)
Cannabia(5,0%
) ist selbst als »Hanftrunk«, der sich offiziell der Bierdeklaration verweigern muß, eine Schande. Tölpelhaft brotig, öfter als häufig gar kein Schaum, wie mit Bergamotte aromatisierter Schwarztee (dritter Aufguß). Das führt gänzlich in Irrungen und Wirrungen.
(Kronenbrauerei Gundolfing)
Dank Cantillon Gueuze 100% Lambic(5,0%
) weiß ich jetzt eines sicher: warum die Belgier die Gueuzes aufsüßen und verfruchten müssen. Ohne dieses beschwichtigende Zutun wäre große Zwietracht auf diesem Archipel. Mit vorbildlicher Langmut verschneidet etwa Jean Van Roy bis zu sechs ältere mit jüngeren (stillen) Lambics zu seinem Cantillon Gueuze 100% Lambic Bio(5,0%
). Die Schaumlabilisatoren sind auf Landurlaub geschickt worden, eine bittersaure Grapefruit übernimmt den Dienst an Deck und taucht die lambicsche Entelechie in einen orangenmarmeladengelben Widerschein. Cantillon Kriek(5,0%
) scheint diese Einsichten anfangs kaum zu berücksichtigen. Die astringierende Wirkung bleibt approximativ vollständig erhalten. Dafür werden geduldige Genießer später mit einem bombig-nussigen Nachtrunk belohnt, der es in sich hat. Was »es«? Alles, was man sich darunter vorstellen möchte.
(Brasserie Cantillon Bruxelles/Belgien)
Im Carib Lager(5,2%
) ist ja gar nichts los. Die sensitiven Referenzen, wie wenn ich Schnittlauch als Trinkröhrchen genommen hätte. Kann ich auch nicht weiterhelfen.
(Carib Brewery Champs Fleurs/Trinidad)
Carioca Classic(5,0%) nörgelt durchschnittlich, ohne größere, geschweige denn nachvollziehbare geschmacksästhetische Entäußerungen. Merke: kein Geschmack – keine Beurteilung.
(Latino du Brasil in Lizenz von Brasseries Huyghe Melle/ Belgien) → Delirium tremens
Nehmen Sie eine Flasche Carlsberg Elephant Strong Special Beer(7,2%
) zur Hand. Vergessen Sie alles Gute, was Sie jemals über Starkbiere gehört haben. Fluchen Sie mit mir über diese Flasche als Endlager schlimmster sensorischer Willkürakte. Tauchen Sie mit mir Ihr Schwert ins noch dampfende Blut der Carlsberg-Brauer, die ihre Rohstoffe aus dem Sonderangebot, dem Winterschlußverkauf oder dem Räumungsverkauf seit Jahrmillionen verlassener, verschimmelter Mälzereien und strahlenverseuchter Hopfendepots beziehen und im heillosen Machbarkeitswahn mit allerlei lustigen Bakterienvölkchen angedicktem Mehrwegwasser anrühren. Klagen Sie mit mir über ein Produkt, das offenkundig nur in der Mikrowelle haltbar gemacht werden konnte. Geben Sie jedem im gerechten Zorn einen Genickschuß, den Sie beim Erwerb eines Carlsberg Beer(5,0%
) antreffen. Zählt alles unter Notwehr.
(Carlsberg Breweries Kopenhagen/Dänemark) → Han- nen, → Tuborg
Casablanca Beer(5,0%
) ödet schau mverhalten. Trokkene Säure. Mir hat das warme Gelb, mit denen die malzig dom in ierten Geschmacksabziehbildchen die Augen ein kleines bißchen zu verwirren suchten, am meisten gefallen.
(Société des Brasserieres du Maroc Casablanca/Marokko)
Cervoise Lancelot(6,0%
) braut Site de la Mine d’Or Le Roc Saint-André für Bernard Lancelot/Frankreich . Nelken und Birne früchteln, und die Hefe bildet einen sauren Rahm(en). So müssen Weizenbiere aussehen.
Halt, sehen sie auch meistens. Aber schmecken. Schmecken müssen sie so. Perfekt! Telenn du(4,5%
), ebenfalls für Bernard Lancelot , nun von Manoir de Guermahia St-Servant-sur-Oust gebraut, ist ein hefiges, fast undurchdringlich-nebliges Schwarzbier aus der Bretagne. Mehr als ein vorbildliches Dunkles mit Hopfengrüßen vorab. Was da wie eine Stuhlprobe daherrauscht, ist Blanche Hermine(4,0%
), eine staubtrockene »Zitronenmelissenkreation« (H. Krüger) mit Terpentineinsprengseln. Sonst oder gerade deswegen von überzeugendster Komplexion.
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