Chapeau Peche Lambic(3,0%
) – ein Biermischgetränk. Sauer. Nicht lästig. Lästerer mögen einwenden: verunglückte Sude aus früherer Zeit verschnitten. Aber nur Lästerer. Framboise(3,0%
) nach Punkten am bier-ähnlichsten im Chapeau Sortenverbund, klarer Vorsprung zu den Kollegen von → Lindemans . Wer Ananas sonst nicht mag, geht beim Exotic Lambic(1,5%
) ebenso leer aus. Es sind einfach zu wenig Geschmacksprozente anbei. Tropical(3,0%
) wäre eigentlich was für meinen Sektbeauftragten, wenn es nicht wie selbstgemacht schmeckte. Banane mit Gerste und Weizen – für Mixeries muß man geboren sein.
(Brewery de Troch Wambeek/Belgien)
Farbe, Schaumbeschaffenheit und Geschmack von Charlottenburger Pilsener(5,0%
) lassen den Schluß zu, daß hier die paneuropäische → Corona -Destille konspirativ schlummert. Nicht wecken, sonst merken sie’s noch.
(Engelhardt-Brauerei Berlin)
Chimay Rouge(7,0%
) wäre die unseren Zungen geläufigste Starkbiervariante und gleichsam rotgoldener Schlüssel zum Reich der belgischen Trappistenbiere. Von da stammen noch das trockenere Blanche(8,0%
) sowie das alles überragende und den braven Übergang zum Tempel der Jahrgangsbiere vorstellende Bleue(9,0%
). Und Chimay Grand Réserve(9,0%
) – das ist es dann. (Abbay de Scourmont Chimay/Belgien) → Achel, → La Trappe, → Orval, → Rochefort, → Westmalle
Chinese Ginseng Beer(4,1%
) besteht angeblich aus Hopfen, Ginseng, Wasser, geröstetem Weizen, Glucose, Maltose, Hefe, CO 2, Karamel, Schaumstabilisator, Propylenglycolalginat und Ingwer. Von all dem habe ich nichts geschmeckt. Wie die sprichwörtliche Null vor dem Komma. Ja, der Rotchinese. Da hat er wieder zu nah am Wasser gebraut.
(The Ginseng Brewing Company/China)
Einen anderen Namen für Chodovar Prezident(5,0%
) habe ich nicht finden können. Alles drin, alles dran, gut gemacht, schmeckt trotzdem unauffällig. Schaum wie eine Borte, würde die achtmalkluge Charakterglatze Conrad Seidl sagen. Nicht zu süß, nicht zu dunkel brilliert Chodovar C erná desítka(4,2%
) – ein feines Schwarzbier. Chodovar Desítka(4,0%
) wiederum überpasteurisiert, viel zu dunkel und mit buttrigmistigem Geruch, Prozentnachbar Chodovar 11°(4,5%
) noch dunkler, brotig. Das ist Rohstoffentweihung, für ein Butterbrot ist es jetzt freilich zu spät. Ungleich kräftiger, mit einer vagen Hopfenfixierung, die sich später, dafür um so nachhaltiger meldet, Chodovar Speciál(5,1%
). Für seine Kraft sorgen dreizehn Prozent Stammwürze, genügend Kraft, die Pasteurnote vergessen zu machen. Mausert sich von Schluck zu Schluck zu einem Geschmackserlebnis. Seine Bestimmung gefunden hat das letzte westböhmische Privatbrauhaus in Chodovar Kvasnicový Skalní Ležák(5,0%
) – wie das Restsortiment in Granitfelsenkellern aus dem 12. Jahrhundert gelagert und gereift – funkelt es dunkelbernsteinig mit einer stolzen Hefetrübung. Soweit das Visuelle. Olfaktorisch geht es mit einer feinen Hefe-/Hopfenfahne los, begleitet von feiner Frucht bestätigt der Geschmack diese Eindrücke. Nur Obacht: vergessen Sie darüber den exzellentwürzigen Abgang nicht. Im Ergebnis habe ich die felsenfeste Überzeugung gewonnen: ein Wunderbier.
(Rodinný Pivovar v Chodové Plané/Tschechien)
Christoffel Blond(5,0%
) bedeutet double hopped Beer mit hingebungsvollen, obergärigen Pilseneranleihen, malzkörperbetont, hopfenumflort.
(Bierbrouwerij St. Christoffel Limburg/Niederlande)
Ch’Ti Ambrée(5,9%
) prunkt cognacfarben und riecht auch so. Eingedenk dieser Eindrücke transkribiert der Geschmack hernach in → Schumacher Alt -Regionen. Das paßt mir.
(Brasserie Castelain Benifontaine/Frankreich)
Cisk Premium Lager Beer(4,2%
) versucht richtig, zur Sache zu gehen. Und nach drei, vier Flaschen kriegen sie einen tatsächlich rum. Der Malteserhilfsdienst mußte zwar vorher zwei Hopfenampullen pro Exemplar injezieren. Wen interessiert das hinterher? Der Patient ist wohlauf und die Verkoster sind es selbstverständlich auch.
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