Eike Geisel - Die Wiedergutwerdung der Deutschen

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"Some of my best friends are German", machte sich Eike Geisel gerne über das antisemitische Stereotyp lustig, demzufolge einige Juden zu den besten Freunden zählen. Eike Geisel war aber nicht nur ein unnachgiebiger Kritiker des deutsch-jüdischen Verbrüderungskitsches und der Entsorgung deutscher Vergangenheit, sondern machte als Historiker mit seinen Arbeiten u.a. über den jüdischen Kulturbund und das Berliner Scheunenviertel aufmerksam.
Dieser Band versammelt Geisels große essayistische Arbeiten wie über den Antisemitismus des «anderen Deutschland» und den Mythos vom Widerstand des 20. Juli.
"Die Deutschen haben sich nie als Bürger dieser Welt, sondern immer als Verdammte dieser Erde gesehen. Auch die Wiedervereinigung hat daran nichts geändert. Gab es vor dem Fall der Mauer 60 Millionen Opfer, so hat sich deren Zahl nun um 17 Millionen Insassen einer Einrichtung erhöht, die nicht nur der Kanzler schon vor 1989 als Konzentrationslager bezeichnet hatte." Eike Geisel

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Auch die Rechtsradikalen wollen bei dieser Generalüberholung nicht abseits stehen. Galten ihnen bislang die Verschwörer, die den Mut für das Attentat aufbrachten und mit dem Leben dafür bezahlten, alle samt und sonders als Verräter, so verleihen sie ihnen nun, im Einklang mit dem Bedürfnis nach einer gereinigten Nationalerinnerung posthum den Ehrentitel von »Reformnationalsozialisten«. Wolfgang Venohr, ehemals Chefredakteur des Fernsehkanals Stern TV , auf seine alten Tage vom jungen Hitler begeistert, erklärte angelegentlich seiner Rehabilitierungsschrift »Patrioten gegen Hitler«, warum der Widerstand eigentlich eine Notwehrmaßnahme war, mit welcher der Nationalsozialismus gerettet werden sollte. Über die in seinen Augen ehrenvollen Motive der Verschwörer, die nur Hitler vor Hitler schützen wollten, sagte Venohr: »Hitler hatte in ihren Augen sein eigenes Credo verraten, als er vom Nationalisten zum Imperialisten denaturierte. Die Grundidee des nationalen Sozialismus bekämpften die jungen Aktivisten des Widerstands mitnichten. [...] Man könnte sagen: Sie erstrebten einen na­tio­nalen deutschen Sozialismus mit menschlichem Antlitz.«

Wie auch immer begründet, würde die Publizistin Gräfin Dönhoff dagegen einwenden, »entscheidend war nur, ob der Betreffende für oder gegen Adolf Hitler war. Ob er dies als Monarchist, Sozialist oder aufgeklärter Konservativer war, das interessierte niemanden, jedenfalls nicht in der frühen Phase.« In der etwas späteren Phase wird man aber vielleicht nachfragen müssen, ob in diesem pluralistischen Panorama nicht eine Farbe fehlt. Wenn schon alle in einen Topf geworfen werden, dann sollte man den Antisemitismus als würzende Zutat nicht vergessen. Er hat dem Verschwörerkreis nämlich genau jenes Aroma verliehen, das Hannah Arendt 1963 in einem Brief an den Philosophen Karl Jaspers folgendermaßen beschrieben hat: »Was ich meine, ist, dass jeder, der politisch auftrat, auch wenn er dagegen war, auch wenn er im geheimen ein Attentat vorbereitete, in Wort und Tat von der Seuche angesteckt war. In diesem Sinn war die Demoralisation komplett.«

Die Verschwörer des 20. Juli dürfen Reaktionäre oder Reformer, Nazis, Parafaschisten oder Christen gewesen sein, aber von ihrem antijüdischen Einverständnis soll nicht die Rede sein. Selbst der renommierte Historiker Hans Mommsen widersteht in seinem immer wieder aufgelegten und überarbeiteten Essay über »Gesellschaftsbild und Verfassungspläne des deutschen Widerstands« erfolgreich der Versuchung, auch nur andeutungsweise diesen politischen Charakterzug der ganzen Verschwörung zu erwähnen. Einzig die akademische Garde, die der – einst jüdische – Ullstein-Verlag jüngst mit der Rettung der Nation durch den Sammelband »Für Deutschland« beauftragt hat, zeigt keine Scheu, die antisemitische Grundausstattung vieler Akteure des 20. Juli offenzulegen: »Dem Gedanken, die Juden aus ihrer teilweise beherrschenden Stellung im Zeitungs- und Theaterwesen zurückzudrängen, stimmten die Stauffenbergs zu.« Gelegentlich aber sind die Autoren selber ratlos angesichts der Weiterungen derartiger Kavaliersdelikte und »müssen zugeben, dass wir es nicht wissen«, warum General Carl-Heinrich von Stülpnagel ein Schreiben des Ober­kom­man­dos in Russland unterzeichnete, in welchem ein »vermehr­ter Kampf gegen das Judentum« gefordert wurde, oder dass er verlangte »bei Notwendigkeit raschen Zugriffs besonders [auf] die jüdischen Komsomolzen als Träger der Sabotage und Bandenbildung« zurückzugreifen.

Derlei darf das offizielle Gedenken nicht belasten, denn die Offiziere des 20. Juli sollen ein moralisches Bindeglied der neuen Großmacht zu ihrer eigenen Vergangenheit sein. Traditionsbewusst, allerdings etwas vorlaut, hat sich dabei das Wachbataillon der Bundeswehr neulich hervorgetan, als einige seiner Angehörigen zur Ausführung eines in ihrem Inneren schlummernden Tagesbefehls schritten und »Juden raus«! grölten. Zur Strafe dürfen diese Leute, die sonst bei Empfängen für ausländische Staatsoberhäupter strammstehen, nun ins Kino und »Schindlers Liste« ansehen.

Bei der Gedenkfeier zur 50jährigen Wiederkehr des Attentats könnten sie durchaus unter dieser Parole antreten, denn das »andere Deutschland«, das hier gefeiert werden soll, war, wie Hannah Arendt einmal schrieb, »noch durch einen Abgrund von der zivilisierten Welt getrennt«. Der traditionsstiftende Begriff vom »anderen Deutschland« gehört zu den zählebigsten Gründungsmythen der Bundesrepublik. Wie aus einem Jungbrunnen entstieg mit dieser contradictio in adjecto, kaum war es mit der kriminellen Volksgemeinschaft vorbei, ein runderneuertes Kollektiv, das ganz anders, vor allen Dingen anders deutsch, nämlich anständig gewesen war. Abgesehen vom völkischen Denkmuster, das mit dem Begriff vom »anderen Deutschland« tradiert wird; abgesehen von der Berufung auf die Anständigkeit, einen Charakterzug, auf den gerade die Nazis ihre Schlächter immer eingeschworen haben; abgesehen von der Tatsache, dass es Widerstandsaktionen von einzelnen Personen und isolierten Gruppen, nicht aber eine anderen Ländern vergleichbare Widerstandsbewegung gegeben hat; abgesehen von all diesen Momenten wird bei der Berufung auf das »andere Deutschland« dessen größte Schande sanktioniert: die im besten Fall absolute Gleichgültigkeit gegenüber dem Schicksal der Juden.

Gleichgültigkeit in dieser Frage brauchen sich freilich die Verschwörer des 20. Juli bestimmt nicht vorwerfen zu lassen. Die Akteure hätten sich mit Eichmann durchaus an einem Runden Tisch zur Judenfrage zusammensetzen können, denn auch sie wollten eine Lösung der Judenfrage, eine »Dauerlösung«. Bei diesem Treffen hätten sie Eichmann dann versichert, sie »hätten die Rassengrundsätze des Nationalsozialismus an sich bejaht, hätten sie aber für überspitzt und übersteigert gehalten« (so ein Bruder des Attentäters beim Verhör durch die Gestapo). Diese Einschränkung allerdings hätte Eichmann weniger interessiert als die Durchführungsbestimmungen, die von der präsumtiven Regierung vorgesehen waren. Denn hier hätte er sich wieder auf vertrautem Terrain befunden. »Ich komme immer noch in die alte Tour«, wird er später in Jerusalem sagen, wo ihm vorgehalten wurde, er rede immer noch wie ein waschechter Nazi. Aber genau diese »alte Tour« war von den Verschwörern gefragt. Vertraut gewesen wäre Eichmann nicht nur der Ton der Gruppe (»dass das jüdische Volk einer anderen Rasse angehört, ist eine Binsen-Weisheit.«), sondern auch deren Vorstellung, die Juden in Kanada oder in Südamerika anzusiedeln. Das war nichts anderes als eine Reprise des »Madagaskar-Projekts«, mit dem sich Eichmann 1940 beschäftigt hatte, als er mit der Austreibung der Juden aus Deutschland und Österreich nicht mehr so richtig vorankam. Eichmann jagte, wie er später nicht ohne Stolz bekannte, die Juden aus Sympathie für den Zionismus aus dem Deutschen Reich. Von ähnlicher Zuneigung war die Absicht der Verschwörer durchdrungen, für den Fall, der Putsch gelänge, die Juden nach Übersee zu verfrachten, denn die Welt käme nicht eher zur Ruhe, so ihre Auffassung, bis nicht eine globale »Neuordnung der Stellung der Juden« erreicht sei. Als alte Bekannte hätte Eichmann auch die juristischen Maßnahmen zur Ausgrenzung von Juden im Innern begrüßen können. Eingedenk der von vielen Verschwörern geteilten Auffassung, dass – so ein Stauffenberg–Bruder im Verhör – »die Grundideen des Nationalsozialismus [...] in der Durchführung fast alle in ihr Gegenteil verkehrt worden« sind, besann man sich auf eine nationalsozialistische Grundidee: auf einen Passus des sogenannten 25-Punkte-Programms der frühen NSDAP, in dem einigen »Verdienstjuden«, wie sie später hießen, die Möglichkeit eingeräumt wurde, deutsche Staatsangehörige zu werden. Carl Goerdeler, dessen Hand­schrift alle diese 1941 formulierten und noch in der Todeszelle bekräftigten Verwaltungsbestimmungen tragen, brauchte nur bei sich selbst abzuschreiben: im Sommer 1934, damals noch Oberbürgermeister von Leipzig, hatte er sich in einer Denkschrift an Hitler für eine »Konsolidierung der deutschen Rassepolitik« eingesetzt. Er forderte Hitler auf, »eine echte Volksgemeinschaft herzustellen«, und hoffte, worauf auch die Naziführung spekulierte, nämlich auf das internationale Einverständnis der Antisemiten: eine gesetzliche Regelung der Judenfrage werde im Ausland »als Selbstschutz kaum beanstandet werden.« Diese Regelung, so riet er Hitler, müsse sich, »unter eiserner Disziplin und unter Vermeidung von Ausartungen und Kleinlichkeiten vollziehen.« Um Schlimmes, nämlich die unkontrollierten Übergriffe der SA, zu verhindern, hatte er damals für Schlimmeres plädiert: ein Sonderrecht für Juden, das die Nazis dann auch zügig verwirklichten. Diese einfühlsame Voraussicht auf die bürokratisch-legalistischen Bedürfnisse der Nazis ist kürzlich als »Versuch der Durchsetzung einer alternativen Politik« in den Titel einer wissenschaftlichen Untersuchung in Deutschland eingegangen.

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