Ute Leimgruber - Der Teufel

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Wer oder was ist der Teufel? Der gehörnte Satan, mit Bocksbeinen und langem Schwanz? Gibt es ihn überhaupt als Gestalt oder ist er nicht vielmehr ein Symbol für das Böse an sich, das in seiner Alltäglichkeit und in seiner Ungeheuerlichkeit aus unserem Leben nicht wegzudenken ist? Eines ist gewiss: Das Böse ist etwas, mit dem sich jeder Mensch auseinandersetzen muss. Bibel und kirchliche Tradition präsentieren den Teufel als jenen, der zum Bösen verführt – er ist der Diabolos, wörtlich: der Durcheinanderwerfer. Doch was heißt das genau? Wie gehen wir heute mit der Tradition vom Teufel um? Und ist die Rede vom Teufel überhaupt noch zeitgemäß?

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Gott hatte die Welt erschaffen und er hatte gesehen, „dass es gut war“ (Genesis 1). Und genau dies unterscheidet die jüdische Genesis von den anderen Kosmologien ihrer Zeit: Sie vereint Ordnung und Chaos, sie harmonisiert Licht und Finsternis. Und so stößt man auch wiederholt auf die Aussage, Gott selbst veranlasse das Böse. In zahllosen Textstellen versetzt Jahwe den Menschen durch Katastrophen, Hungersnöte oder Krankheiten in Furcht und Schrecken. Für Israel galt der Glaube, Gott verhänge Prüfungen oder Gericht über sein Volk:

„Ich erschaffe das Licht und mache das Dunkel,

ich bewirke das Heil und erschaffe das Unheil.

Ich bin der Herr, der das alles vollbringt“ (Jesaja 45,7).

Der alttestamentliche Gott ist alleine zuständig für die Geschicke auf der Erde; genau darin bleibt er ambivalent: Er ist machtvoll gütig, er hat aber auch eine Schattenseite – und diese Schattenseite ist die Hintergrundfolie für den hebräischen Satan. Denn der Glauben an einen ambivalenten Gott machte im Laufe der Zeit dem Bekenntnis Platz, dass Gott vollkommen gut sei. Nun stand man aber vor dem Dilemma des Bösen in seiner schärfsten Form: Die Existenz des Bösen musste mit der Existenz eines allmächtigen, erhabenen und ausschließlich guten Gottes in Einklang gebracht werden. Jahwe war heilig und transzendent – wie sollte er da Urheber des Bösen sein? An dieser Stelle trat eine neue Figur auf: Satan. Er ist nun der Urheber feindselig empfundenen Verhaltens, er ist der Widersacher Israels. Satan handelt als Anstifter zur Sünde – allerdings ohne eigene Machtbefugnis, sondern in Abhängigkeit von Gott. Wenn nun also christlich geprägte Leserinnen und Leser beim alttestamentlichen Satan gleich an den volkstümlichen Teufel denken, so hält dies einer kritischen Lektüre nicht wirklich stand. Der Satan ist der Widersacher – und als solcher erfüllt er lediglich seine Aufgabe. Im Hofstaat Gottes übt er die Funktion eines Anklägers aus, der diejenigen, die die Ordnung Gottes stören, vor dessen Gericht zerrt.

Am deutlichsten wird dies in der Ijobgeschichte: Hier ist er als eine Art Staatsanwalt unterwegs. Er behauptet, es sei ja klar, dass Ijob Gott unentwegt lobe, schließlich sei dieser vom Herrn mit wunderbaren Kindern, einer großen Menge Vieh und mit Reichtum gesegnet worden. Erst im Unglück werde sich Ijobs Gottesliebe erweisen, der Herr solle den Ijob doch auf die Probe stellen. Und Gott lässt sich darauf ein, indem er dem Ijob alles nimmt: seinen Reichtum und alle seine Kinder. Als das nicht fruchtet und Ijob noch immer ein Loblied singt, geht es an Ijobs Gesundheit. Gott überzieht ihn mit einem fürchterlichen Ausschlag – und die Freunde Ijobs schütteln unverständig den Kopf über seinen gottesfürchtigen Starrsinn, denn noch immer singt er das Lob Gottes. Erst da gibt sich der Satan geschlagen – und Gott gibt dem Ijob seine Kinder, seine Gesundheit und seinen Reichtum zurück. Dem Satan ist es sichtlich unangenehm, Ijob nicht überführen zu können und die Wette zu verlieren.

Wichtig im Blick auf die Entwicklung des Teufelsglaubens ist, dass Satan nicht aus eigener Machtfülle handelt, sondern weil Gott sich seiner bedient. Satan ist quasi das ausführende Organ. Das wahrhaft Unerklärliche, Schicksalhafte, das den Menschen trifft, fällt auf Gott zurück. Und doch ist Satan schon eine eigenständige Person – schließlich ist er es, der den Herrn zu dieser unheilvollen und grausamen Wette überredet –, er tut zwar nichts ohne Gottes Zustimmung, aber es kündigt sich bereits eine Gegnerschaft zwischen dem Satan und dem Herrn an.

2. Die Apokalyptik der Zeitenwende

Im Laufe der Zeit bekam Satan und mit ihm das Böse einen immer größeren Raum und immer mehr Eigenständigkeit zugestanden, sodass er irgendwann zum Inbegriff des Bösen wurde. Spätestens zur Zeit des Neuen Testaments sah die Überlieferung Satan als Prinzip des Bösen, als Verführer zum Bösen. Doch wie kam es dazu? Hierzu bedarf es eines Einblicks in jüdische apokalyptische Traditionen der Zeitenwende.

Seit Palästina in das Reich Alexanders d. Gr. eingegliedert worden war (331 v. Chr.), sah man sich direkt mit der hellenistischen Weltanschauung konfrontiert, mit griechischer Sprache, mit griechischer Religion, mit griechischer Kunst usw. Zunächst führte man die Auseinandersetzung mit der fremden Kultur mit geistigen Waffen, doch unter dem Seleukidenkönig Antiochos IV. Epiphanes (175 – 164 v. Chr.) kam es zu einer blutigen Religionsverfolgung. Nicht wenige Juden fielen vom Glauben ab und unterwarfen sich dem Befehl des Epiphanes. Gegen diese Verfallserscheinungen des jüdischen Glaubens formierte sich eine Bewegung, die sich „Gemeinde der Frommen“ (hebräisch Chassidim ) nannte (1 Makkabäer 2,42). Die Treue zum mosaischen Gesetz war der einzige wirklich wichtige Gesichtspunkt der neuen Bewegung. Man teilte die Welt auf in „Gerechte“ und „Frevler“, in Gesetzestreue und Gesetzesverächter. Und im Laufe der Zeit steigerte sich diese Polarisierung.

In die zeitgenössische Theologie kam so ein stark dualistischer Zug, der sich vor allem in neuartigen Vorstellungen vom Jenseits ausprägte. Spekulationen über Gottes Eingreifen und die göttliche Wende der Not griffen um sich. Es war die Zeit der Apokalypsen. Zahlreiche konkrete Daten waren im Umlauf, wann die irdische Welt zerfallen würde und die Gerechten ihren verdienten Lohn, die Bösen aber ihre gerechte Strafe erhalten würden.

In diesen politisch unruhigen Zeiten, während des sogenannten Makkabäeraufstands (um 163 v. Chr.), wurde das Buch Daniel, der jüngste Text der hebräischen Bibel, geschrieben. Auch hier wird eine Apokalypse verkündet – und die wiederum ist nicht denkbar ohne Mächte der Finsternis, die in einem Endkampf von den Mächten des Lichts niedergerungen werden.

Die Mächte der Finsternis waren in der apokalyptischen Vorstellung dieser wirren und aufrührerischen Zeiten, auch beeinflusst durch zahlreiche Sekten, in größere Unabhängigkeit von Gott getreten. Der böse Engel, der Satan, der zerstörerische Geist wurde von Gottes Untergebenem zu einem Widersacher des Guten, zum Gegenspieler Gottes. 7

In einem der nichtbiblischen Bücher, dem Jubiläenbuch, das dennoch großen Einfluss auf die jüdischen und auch frühchristlichen Denkrichtungen hatte, taucht Mastema auf: ein böser Geist, der praktisch von Gott unabhängig ist. Er führt in Versuchung, er klagt an, er zerstört und bestraft die Menschen, kurz: Er übernimmt all die bösen Merkmale, die einmal Gott zugeschrieben wurden. Das Böse wurde also von Gott getrennt, indem man es einer Figur zugeschrieben hat, doch ist bei all dem unbestritten, dass diese Figur von Gott geschaffen wurde. Die apokalyptische Literatur der Zeitenwende ist sich darin einig, dass Gott das Böse gewähren lässt, es aber nach dem Endkampf zerstören würde. Am Ende würde der Messias kommen, über die Bösen ein letztes Gericht abhalten und sie endgültig vernichten.

Gott wird bei dieser Vorstellung erst einmal von der Verantwortung für das Böse entlastet. Er hat zwar den bösen Engel geschaffen, doch dieser ist aus einer freien Entscheidung heraus böse geworden. Allerdings ist bei einem solchen Denken Gott noch immer dafür verantwortlich, überhaupt einen Kosmos geschaffen zu haben, in dem eine böse Macht wirken darf. Nicht wenige apokalyptische Gruppen hatten damit ein Problem. Sie vergrößerten deshalb die Distanz zwischen Gott und dem Bösen, sodass das Böse nicht selten zu einem eigenständigen Prinzip wurde. Das Problem dabei ist, dass dieses dualistische Denken eigentlich der monotheistischen jüdischen Tradition widerspricht. Gottes Allmacht darf nicht von einem anderen – womöglich ähnlich mächtigen – Prinzip begrenzt werden.

Die Essener von Qumran, eine der apokalyptisch geprägten jüdischen Gruppen der Zeitenwende, versuchten, den jüdischen Monotheismus mit der dualistischen Lösung des Problems des Bösen zu vereinen. Ihre Gedankenwelt wurde vor allem dadurch einer größeren Öffentlichkeit bekannt, weil im Jahr 1947 zahlreiche Schriftrollen in Qumran am Toten Meer entdeckt wurden. Der Fürst der Finsternis und seine Anhänger kämpften gegen den Fürsten des Lichts und seine Anhänger; in letzter Konsequenz aber sei der Fürst der Finsternis dem Gott Israels untertan. Dieser apokalyptische Kontext erst machte also aus dem Satan des Buches Ijob eine ganz andere Figur mit weit größeren Machtbefugnissen.

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