Ute Leimgruber - Der Teufel

Здесь есть возможность читать онлайн «Ute Leimgruber - Der Teufel» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Der Teufel: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Der Teufel»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

Wer oder was ist der Teufel? Der gehörnte Satan, mit Bocksbeinen und langem Schwanz? Gibt es ihn überhaupt als Gestalt oder ist er nicht vielmehr ein Symbol für das Böse an sich, das in seiner Alltäglichkeit und in seiner Ungeheuerlichkeit aus unserem Leben nicht wegzudenken ist? Eines ist gewiss: Das Böse ist etwas, mit dem sich jeder Mensch auseinandersetzen muss. Bibel und kirchliche Tradition präsentieren den Teufel als jenen, der zum Bösen verführt – er ist der Diabolos, wörtlich: der Durcheinanderwerfer. Doch was heißt das genau? Wie gehen wir heute mit der Tradition vom Teufel um? Und ist die Rede vom Teufel überhaupt noch zeitgemäß?

Der Teufel — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Der Teufel», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Die faktische Erfahrung des Bösen ist Grundlage für die Rede vom Bösen. Und nur eine verantwortete Rede vom Bösen vermag das existenzielle Problem des Bösen aufzufangen – jenseits von Aberglauben und Okkultismus, jenseits von Instrumentalisierung und Drohgebärden, jenseits von fundamentalistischem Dualismus oder einer falsch verstandenen Theodizee. Das Problem des Bösen bedarf der Versprachlichung, denn man muss das Böse benennen, um es zu bannen.

Das vorliegende Buch will zweierlei: Es will informieren über die althergebrachten Bilder des Teufels und den Umgang mit ihnen – quer durch die Geschichte –, und es will einen Beitrag dazu leisten, wie der Wirklichkeit des Bösen in Bezug auf die Menschen, die damit konfrontiert sind, begegnet werden kann, in Verantwortung vor der Theologie und ihrer Überlieferung.

I. Die Wiederverzauberung der Welt – Der Teufel in der Gesellschaft

1. Kirche und Gesellschaft – Eine Renaissance des Teufels?

Die Frage nach dem Bösen, nach seinen Erscheinungsformen und seinen Ursachen gehört zu den Grundfragen der Menschen. Doch auch wenn diese Frage immer wieder gestellt wurde, die Antworten driften weit auseinander. Was ist böse? Wann ist etwas als böse zu bezeichnen? Schon bei diesen Fragen ist man sich nicht einig. Ist es böse, dass täglich tausende Kinder mangels sauberen Trinkwassers sterben? Und wenn ja, wer ist da böse? Die Frage und ihre Beantwortung fällt zu unterschiedlichen Zeiten und an unterschiedlichen Orten je anders aus. Das Problem scheint unlösbar zu sein. Und doch: Die Frage nach dem Bösen lässt niemanden kalt.

Und wie steht es mit dem Teufel? Er ist doch die Personifikation des Bösen schlechthin – und er stößt auf ungebrochenes Interesse. Laut einer repräsentativen FORSA-Umfrage aus dem Jahr 2005 gaben 27 % der Befragten an, an den Teufel zu glauben. 2Ob das nun viel oder wenig ist, obliegt der Seite des Betrachtenden. Bilder vom Teufel aber kann sich fast jeder machen. Die Facetten der Reaktion auf den Teufelsbegriff reichen von Abscheu bis Faszination. Ob Literatur, Film- und Kulturschaffende, ob Philosophie oder Kunst: Der Teufel und das Böse finden zahllose Verkörperungen.

Spätestens seit dem 11. September 2001 ist die Diskussion über das Böse neu entflammt. In den rauchenden Türmen des World Trade Centers soll sich sogar die Fratze des Teufels gezeigt haben – die entsprechenden Bilder verbreiteten sich via Internet in Minutenschnelle über den ganzen Erdball. Das Vokabular der amerikanischen Evangelikalen und ihres Präsidenten ebenso wie das ihrer Gegenspieler im Nahen oder Fernen Osten oder sonst wo auf der Welt unterstützt den Eindruck, der Teufel habe wieder Einzug gehalten in die Welt. Wieder?

Mit der westlichen Aufklärung schien auch der Teufelsglaube an ein Ende gekommen zu sein. Die berühmt gewordene Parole Max Webers von der „Entzauberung der Welt“ 3steht stellvertretend für den Prozess der Säkularisierung in der Moderne. Im Zuge dessen wurde die Akzeptanz von Gutes und Böses wirkenden Geistern suspekt und kam schließlich gänzlich abhanden. Die Natur wurde entpersonalisiert, und zwar in dem Maße, in dem sie rational erklärbar wurde. Was objektivierend nicht zu beobachten war, was keiner kausalen und logischen Erklärung zugänglich gemacht werden konnte, durfte es nicht mehr geben.

Mit der Entzauberung der Welt fiel auch der Teufel und mit ihm alle anderen Geistwesen aus dem allgemein akzeptierten Regelungsrahmen der Welt. Zwischen Säkularisierung, Neurobiologie, Quantenphysik und Biochemie schienen der Teufel und seine Dämonen ausgedient zu haben. Zur gleichen Zeit verlor die Kirche das Monopol auf eine umfassende Interpretation der gesamten Wirklichkeit, des gesellschaftlichen und privaten Lebens. Bald konnte sie dies selbst bei ihren eigenen Mitgliedern nicht mehr einfordern. Mit diesem Plausibilitätsverlust und dem ihrer religiösen Symbole ist allem Anschein nach auch der Sinnverlust des christlich geprägten Begriffes Teufel verschwunden. Mit ihm ging der Glaube an Himmel und Hölle, ja, an eine gesamte stabilisierende Weltordnung unter. Dieser noch weit über die Teufelsproblematik hinausreichende Prozess wird allgemein als Kopernikanische Wende bezeichnet – dies ist eine Metapher für den Zusammenbruch der Metaphysik und des Glaubens. Das Projekt der säkularen Moderne hat den Teufel abgeschafft; und auch das Christentum scheint den Teufelsglauben so vieler Jahrhunderte undifferenziert im Kuriositätenkabinett der Kirchengeschichte entsorgt zu haben. Die traditionelle Vorstellung eines personifizierten Teufels wird zumeist als Anachronismus angesehen, denn vergegenwärtigt man sich den Erfahrungshorizont der meisten Menschen, so hat wohl die Erfahrung des Bösen, nicht jedoch eine dezidierte Rede vom Bösen oder gar vom Teufel ihren Platz. Dämonen- und Teufelsglauben gehören der Vergangenheit an. Der Terminus Teufel und die damit verbundenen Anschauungen scheinen für die Mehrzahl der Menschen ausgedient zu haben.

Doch wie gesagt: Ganz so einfach ist es nicht. Die Prozesse der Entmythologisierung und der aufklärerischen Modernisierung haben ihre Gegenseite. Es ist eine Bewegung, die nach dem Scheitern der großen Ideologien (Kapitalismus, Marxismus) und angesichts einer allgegenwärtigen Bedrohung, wie beispielsweise durch den Terrorismus, schon länger zu beobachten ist. Zwar schwindet zunehmend traditionelle Kirchlichkeit (inklusive formeller Zugehörigkeit zu einer der Großkirchen), doch bedeutet dies nicht das Schwinden von Religiosität und religiöser Vorstellungen. Auch der Themenkomplex Teufel und Dämonen erfährt erneut Konjunktur. So wurde von verschiedenen Seiten von einer „Wiederverzauberung der Welt“, von einer „Renaissance des Bösen“ oder gar von einem „Comeback der Teufel“ gesprochen. Die Wiederbelebung des Glaubens an Engel, Teufel, Dämonen und andere übermenschliche Geister besonders auf dem Feld religiöser Bewegungen steht nur scheinbar im Gegensatz zu einem säkularisierten, aufgeklärten Zeitgeist. Der Hang zum Irrationalen ist letztlich das illegitime Kind des Rationalismus.

In vielen religiös-fundamentalistischen Gruppen wird der Teufel zu jenen Traditionen gerechnet, die zum unbedingten Glaubensschatz zählen und unter allen Umständen zu erhalten sind. Der „Leibhaftige“ wird als ernst zu nehmender und realer Gegner betrachtet, gegen den zu kämpfen den Menschen befohlen sei. Ob er in Form von menschlichen Feinden auftrete, die zu vernichten oder wenigstens zu bekehren seien, oder als Dämon, der Menschen in Besitz nehmen könne – Unerklärliches vermag so erklärt und Unübersichtliches geordnet werden. Der Zulauf zu fundamentalistischen Gruppierungen am Rande der großen christlichen Kirchen gehört ebenso zur Erfolgsgeschichte des wiedererstarkten Bösen wie seine Position in Sekten und Freikirchen. Die Komplexität der tatsächlichen Verhältnisse wird rigoros beseitigt zugunsten einer eindeutigen Interpretation der Welt. Vom Teufel wird ein eindeutiges Bild entwickelt, gespeist durch ein wortwörtliches Verständnis der biblischen Schriften. Andersdenkende werden allzu rasch selbst dämonisiert und zu Gegnern erklärt: Es gebe nur die Möglichkeit „With us or against us“ , wie es der ehemalige US-Präsident George W. Bush formulierte.

Auch nicht-religiöse Diskurse widmen sich der Herausforderung des Bösen; gerade die Philosophie sieht sich gefordert. Der polnische Philosoph Leszek Kolakowski schreibt in seinem Buch Gespräche mit dem Teufel in einer berühmt gewordenen „metaphysischen Pressekonferenz“ 4, die Kategorie des Teufels als eine jahrhundertealte Tradition der Auseinandersetzung mit den Phänomenen des Bösen sei zu einer oft allzu lächerlichen Zweckrationalität zugunsten einer modernen Realitätssicht verkommen. Doch der philosophische Umgang mit dem Teufel stößt auf Schwierigkeiten, denn die Zuschreibung des Prädikats „böse“ gelangt letztlich immer an die Frage des Warum? , an die Frage von Verantwortung, Verursachung und Freiheit und an die Auseinandersetzung mit den Lösungsversuchen der Theologie. Gott wird letztlich zum Angeklagten der Vernunft. Albert Camus fasste dies in Worte:

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Der Teufel»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Der Teufel» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «Der Teufel»

Обсуждение, отзывы о книге «Der Teufel» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x