Rich Schwab - Paaf!

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Juli 1986, zwölf Wochen nach Tschernobyl. Die Grünen und die Anti-Atom-Bewegung triumphieren: Das große Pöckensdorfer Anti-Atom-Festival, kurz Paaf!, kann stattfinden – alle behördlichem Hürden sind genommen. An die hunderttausend Protestpilger werden erwartet, und in dem beschaulichen Dörfchen in der Oberpfalz ist der Teufel los. Nicht nur dort – natürlich wollen etliche Geschäftemacher auf den Zug aufspringen, und nicht zuletzt versuchen diverse politische Gruppierungen – und der Verfassungsschutz – ihr eigenes Süppchen zu kochen.
Das könnte Büb Klütsch und seiner Band Penner´s Radio ziemlich wurscht sein, sie sind froh, dabei zu sein und geben natürlich alles, um vor dieser Kulisse ein denkwürdiges Konzert hinlegen – da macht es am dritten Festivaltag wirklich Paaf!, und hinter der Bühne gibt es einen Toten. Wieder einmal stolpert Schlagzeuger Büb, gewohnt selten nüchtern, in seinem vierten Abenteuer durch ein kaum durchschaubares Dickicht von politischen Ränken und kriminellen Machenschaften – und das, wo doch sein Kopf und sein Herz mit ganz Anderem beschäftigt sind …

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Das Publikum raste.

Mittlerweile war die Bühne voll erleuchtet, und man konnte den fünften Musiker sehen. Der stand an dem Flaschengestell, in all dem Blau von einem engen gelben Spot angestrahlt, und begann, die Flaschen mit dünnen Metallstäben zu bearbeiten. Gelegentlich hielt er inne, nahm eine der Flaschen von ihrem Haken und trank einen Schluck daraus, um ihre Tonhöhe zu verändern. Angesichts deren Menge begannen die Ersten zu ahnen, wie das Werk zu seinem Titel gekommen war.

Ein sphärisches Klingeln breitete sich aus, die immer heftiger zitternden und schaukelnden Flaschen warfen Reflexionen des gelben Spots über die Bühne, über das Gelände, verwandelten den herbstlichen Park in die Weihnachtsabteilung eines Großstadt-Kaufhauses, der Perkussionist nahm sein Rasseln und Bimmeln wieder auf, und nicht nur der stoisch weiter orgelnde Leierkastenmann schien sich zu fragen, was soll das bedeuten ?.

Und dank des sich zusehends über die ganzen Bühne ausbreitenden blauen Lichts sah man nun auch die beiden Männer, die sich am linken Rand der Blechwand eingefunden hatten und mehrere Farbeimer abstellten. Dann begann der erste, einen Pinsel in einen Eimer zu tauchen und das Blech von links oben an mit roter Farbe zu streichen, ganz ruhig, in den gleichmäßigen Bahnen eines erfahrenen Anstreichers. Anders als die Arbeit eines alten Handwerkers aber war dieser Anstrich mit einem Plomben ziehenden Geräusch verbunden – der Pinsel war aus dünnem Draht, und die Rückseite des Blechs war mit Gitarrentonabnehmern beklebt, und die Orange -Verstärker gaben Geräusche von sich wie Tausende auf Schiefertafeln kratzende Fingernägel, wie eine ganze Kolonne an Leitplanken entlang schleifender Autos, wie Knochensägen und Schädelbohrer, und mehr als nur ein paar Zuschauer bekamen heftige Zahnschmerzen und stöhnten auf, manch eine Frau stieß spitze Schreie aus. Heinz machte sich ein Vergnügen daraus, diese Schreie mit seinem Horn zu beantworten, und seine Antworten wiederum wurden von seinem Echogerät vielfach zurückgeworfen. Als der erste Anstreicher die Hälfte des Blechs in Rot getaucht hatte – im Zuschauerraum wurde es zunehmend unruhiger –, machte sich der zweite an die Arbeit. Sein Pinsel schien dickere Drahtborsten zu haben, das Kratzen und Kreischen, das er verursachte, klang tiefer, böser, aber beileibe nicht weniger unangenehm.

Und seine Farbe war weiß.

Und während der erste sein rotes Werk vollendete, die Blechwand von oben nach unten bis zum rechten Rand in leuchtendes Rot getaucht hatte, überpinselte der andere das Rot mit weißer Farbe, und während der Schlagzeuger den schnellen Swing-Rhythmus wieder aufnahm und Heinz sich langsam von spitzen Möwenschreien wieder in lallende Tonfolgen vorarbeitete, nahm der erste Anstreicher in aller Seelenruhe seinen Eimer, ging an dem zweiten vorbei zurück zum linken Rand der Wand und begann ungerührt, das Weiß wieder mit roter Farbe zu übertünchen – Sysiphos, während das Publikum Tantalusqualen erlitt. Die ersten ergriffen bereits die Flucht – mehr leave me als love me , dann doch –, als Heinz ein zweites Effektgerät in Betrieb nahm. Das war ein Verzerrer, ein Big Muff , wie Jimi Hendrix ihn benutzt hatte, und plötzlich klang das Saxophon wie ein ganzer Affenfelsen voller Brüllaffen, um den eine Horde ausgebüxter Rasenmäher herum karriolten, die wiederum von einem Polizeikordon per Megaphon aufgefordert wurden, schnellstens in den heimischen Schrebergarten zurückzukehren.

Die Anstreicher pinselten schneller und heftiger, der Perkussionist machte sich über ein Set aus voluminösen afrikanischen Trommeln her, als sei dies seine letzte Chance, nach einem langen wasserlosen Sommer die Regengötter herbeizurufen, der Schlagzeuger versuchte, Elvin Jones, Tony Williams und Han Bennink gleichzeitig zu sein und prügelte sämtliche Pegelmesser im Ü-Wagen des Südwestfunks jenseits ihrer dunkelroten Begrenzungen, dem zweiten Perkussionisten zerschellten die ersten Flaschen, weil er so heftig auf sie einschlug, und Heinz, der große, innovative German Heinz, hatte sich inzwischen entschieden, seine drei Töne gefunden zu haben – love me or leave me, love me or leave me, love me or leave me , spielte er, immer und immer wieder, in immer wieder neuen Klangfarben, gerotzt, geheult, gesäuselt, trompetet, gepfiffen, gebellt, gehustet, gekreischt, in immer neuen Phrasierungen hervorgestoßen, wie verzweifelt hinausgeschrieen – liebt mich oder verpisst euch, liebt mich oder verpisst euch! – und wenn er gelegentlich ein Auge einen Spalt öffnete, konnte er sehen, wie viele da unten ihn liebten und wie viele – sehr viel mehr – es vorzogen, das Weite zu suchen. Er konnte in vor Empörung aufgerissenen Augen und Mündern sehen, dass sie ihn nicht verstanden, dass sie ihn nicht liebten, dass sie ihn nicht lieben konnten, weil sie ihn nicht verstanden, ihn nicht verstehen konnten, weil er nicht von ihrer Welt war, nicht in ihrer Zeit, ihrer Zeit voraus, weit voraus, und er schaltete die Echos ab, schaltete den Verzerrer ab, beschränkte sich auf eine einzige Klangfarbe, ein giftiges, spöttisch-verächtliches love me or leave me , wobei er das leave me jedes Mal wiederholte, und er schnappte sich das Mikrophon aus seiner Halterung, ließ es in den Trichter seines Instruments fallen und begann, am Bühnenrand auf und ab zu marschieren, das Mikrophonkabel hinter sich her schleppend wie eine Sträflingskugel, seine Phrase den Zuschauern ins Gesicht spuckend, und die Blechwand wurde abwechselnd rot und weiß, und die Farben vermischten sich immer mehr, bis es aussah, als würden Ströme von Blut eine rosa-weiße Wand hinab laufen; aber das war nicht das einzige Blut an diesem Abend, denn den verschwitzten Händen des Flaschenmanns waren inzwischen seine Stahlklöppel entglitten, und er hielt eine der letzten heil gebliebenen Flaschen mit beiden Händen und schlug sie sich im Rhythmus gegen die Stirn, dass ihm das Blut in Strömen übers Gesicht lief, und dem Voodoo-Trommler platzte die Haut an den Händen auf und bei jedem Schlag auf seine blutverschmierten Trommelfelle spritzten kleine rote Fontänen hoch …

Und der Leierkasten orgelte sein Ich weiß nicht, was soll es bedeuten , als habe er mit all dem nichts zu tun und dächte bloß an die sagenhaften zweihundert Mark Gage, die er heute bekommen sollte.

Und dann blutete auch Heinz, denn irgendjemand da unten, der ihn ganz besonders wenig liebte, hatte ihm eine Bierflasche an den Kopf geworfen. Blut sickerte aus einem üblen Schnitt in seiner Braue, wurde vom Druck seines Pulses, seines unverdrossen weiter hervorgestoßenen Mantras in Wellen aus seinem Schädel gepumpt, und als er einmal zwischen zwei Phrasen benommen den Kopf schüttelte, glänzte plötzlich sein ganzes Gesicht nass und rot, und als die Blondine zurück auf die Bühne gerannt kam und versuchte, Heinz davon herunter zu zerren, und, als der sich weigerte, anfing, ihr Gewand zu zerreißen und, halb nackt da stehend, Heinz mit den Fetzen das Blut aus dem Gesicht zu wischen, die Blutung zu stillen, da flog ein hölzerner Klappstuhl auf die Bühne, erst einer, dann noch ein paar, und Heinz und seine Athene gingen getroffen zu Boden.

Der Mann am Lichtpult fuhr das Bühnenlicht herunter und schaltete die Laternen rund um den Zuschauerraum ein, sein Kollege am Mischpult zog mit der raschesten aller Ausblendungen die Summenregler nach unten, und im Ü-Wagen warf einer der Tontechniker seinen Kopfhörer in eine Ecke und sagte: »I geh z’rück zum Schport!«

Eine Grenze war überschritten.

»Scheißer!«, zischte Heinz. »Wichser!«

Die linke Spiegelscherbe, ein Zacken wie der Schweif des Sterns, der die Heiligen Drei Könige nach Bethlehem geführt hatte, funkelte ihn an, als würde sie ihn auslachen, er konnte ihr mitleidig-spöttisches Kichern förmlich hören, und er schlug mit der Faust auf sie ein, bis auch jetzt wieder Blut spritzte, er riss das Klebeband ab und jagte sich die Spitze des Schweifs in den Unterarm, wischte mit der Hand das Blut ab, schmierte es sich ins Gesicht, beugte sich nach vorne über das Waschbecken und starrte die beiden restlichen Scherben an der Wand an, zu allem bereit. »Und? Und jetzt? Habt ihr auch noch was zu sagen?«

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