László Benedek - Khaled tanzt

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Eine Geschichte, die erzählt werden muss
Khaled ist ein afghanischer Flüchtlingsjunge, der mit Tausenden seiner Landsleute nach Österreich auswandert, in der Hoffnung, eine neue Heimat zu finden. Wegen Kopfschmerzen unklarer Genese wird er von einem pensionierten Psychiater behandelt. Mit viel Geduld gelingt es dem Arzt, die Zunge des verschlossenen Jungen zu lösen, und er erfährt Unglaubliches: Khaled wurde in Afghanistan an einen reichen Kaufmann verkauft, wo er in Mädchenkleidern vor alten Männern tanzen und diesen danach zu Gefallen sein musste. Mit feinem Gespür geht László Benedek tiefgründig der Frage auf den Grund, ob und wie ein Heranwachsender solche Erlebnisse aushalten und in einer neu gewählten Heimat Fuß fassen kann.

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„Ein Glück noch“, meinte Kerstin, „dass Ihnen nichts Schlimmeres zugestoßen ist!“

„Lazarett, Amputation, Wundfieber, Koma! Ein Wunder, dass ich am Leben geblieben bin!“

„Und wie sind Sie nach Deutschland zurückgekehrt?“

„Mit den pflegebedürftigen Kriegsgefangenen wussten die Franzosen nichts anzufangen. Ich wurde nach Deutschland in die französische Zone verfrachtet, wo ich noch zwei weitere Jahre in Gefangenschaft verbrachte. Von dort hat mich die Diakonie herausgeholt und hier in dieses Seniorenheim gesteckt. Alt bin ich zwar noch nicht, aber in meiner Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt.“

Kerstin beschloss, ihre Identität nicht preiszugeben. Beim Abschied trug Herr Dümmel dem Mädchen auf, Frau Berta herzlich zu grüßen. Was Kerstin natürlich versprach, obwohl sie sehr wohl wusste, dass sie der Mutter gegenüber den Besuch verheimlichen würde.

— —

Kerstin war noch mit ihren Erinnerungen beschäftigt, als Khaled plötzlich gutgelaunt vor ihr stand.

„Du scheinst mit Doktor Arany ein gutes Gespräch gehabt zu haben.“

„Ja“, so der Junge. „Haben über Afghanistan und meine Kindheit gereden.“

„Das ist gut!“, entgegnete Kerstin und drehte sich ein wenig zur Seite. Khaled sollte die Tränen in ihren Augen nicht sehen.

Theresa

Im Tagebuch des Chefarzts fanden sich selten persönliche Eintragungen. Mit Theresa aber schien er eine Ausnahme gemacht zu haben. Vermerkt war nur dies: „Theresa – MS!“ Als der Doktor in den Ruhestand versetzt wurde, kümmerte er sich nur noch um einige wenige Patienten. Ihnen bot er an, sie auch weiterhin in seiner Privatpraxis zu behandeln. Mit über siebzig, so glaubte er, dürfe er sich seine Patienten aussuchen. Mir verriet er, dass er nur die ihm liebsten Patienten zu sich in die Privatpraxis einbestellte. Allerdings waren die meist zahlungsunfähig. Also erwartete Chefarzt Dr. Arany auch keine Honorierung. Theresa war eine von diesen privilegierten Patientinnen. Es sei schon Bezahlung genug, meinte er, dass sie nach Hohe Wand hochkraxeln mussten.

Theresa war fünfunddreißig Jahre alt und litt an einer der problematischsten Krankheiten, an Multipler Sklerose.

— —

In Hohe Wand hielt vor dem Haus Doktor Aranys ein kleines Auto an. Eine junge Frau sprang behend heraus. Alsbald krochen vom Rücksitz vier Kinder hervor. Zwei größere Schulkinder und zwei kleinere im Kindergartenalter. Die kleinen übergab sie der Obhut der beiden größeren: „Spielt schön auf der Veranda, während ich mich mit dem Doktor unterhalte!“

Theresa setzte sich, um ein wenig zu verschnaufen. Doktor Arany war nicht gerade begeistert, dass Theresa jedes Mal die Kinder mitbrachte. Doch er sah ein, dass der jungen Frau nichts anderes übrig blieb, dass sie sich in den Schulferien um die Kinder selbst kümmern musste. Also passte er sich den Gegebenheiten an, zumal die Kinder ohnehin nicht sonderlich störten.

— —

Theresa hatte eine ausgesprochen schwere Kindheit gehabt. Der Vater war Alkoholiker und hatte die Familie vernachlässigt. Die Mutter war über die Maßen streng. Das Kind musste sehr oft Schläge einstecken. An den Prügelattacken der Mutter beteiligte sich der Vater nicht. Um nicht das Schreien der Tochter hören zu müssen, wurde ihr irgendein Lappen in den Mund gesteckt.

Theresa war verheiratet. Trotz ihrer jungen Jahre hatte sie schon fünf Kinder. Ihr erstes Kind brachte sie mit sechzehn zur Welt. Von ihrer Familie hatte sie keine Hilfe zu erwarten. Von den Bekannten bekam sie nur deren Verachtung zu spüren. Mit Hilfe des Jugendamts erhielt sie im Mutter-Kind-Heim der Caritas Burgenland Zuflucht. Theresa bemühte sich, den Säugling hingebungsvoll zu versorgen. Er sollte dereinst ein besseres Schicksal haben als sie selbst. Dieses Bestreben war allerdings alsbald zum Scheitern verurteilt. Die junge Theresa hätte sich an jeden geklammert, der ihr auch nur das geringste Verständnis entgegenbringen würde. Es dauerte nicht lange, dass sie unter rauschgiftsüchtige Jugendliche geriet. Von ihnen fühlte sie sich angenommen. Sie aber wurden nach einer kurzen Phase des Rauschgifthandels erwischt, verhaftet, vor Gericht gestellt und zu Gefängnisstrafen verurteilt. Sie selbst kam nicht ins Gefängnis und mit einem blauen Auge davon. Die Caritas aber duldete unter den Heiminsassen niemanden, der unter dem Verdacht stand, rauschgiftabhängig zu sein. Theresa musste das Mutter-Kind-Heim verlassen. Da sie nicht wusste, wo sie unterkommen könnte, blieb ihr nichts anderes übrig, als mit dem kleinen Kind auf der Straße zu leben. Das führte schnell dazu, dass ihr vom Jugendamt das Erziehungsrecht entzogen und die Tochter weggenommen wurde. Theresa fühlte sich einmal mehr um ihr Leben betrogen, brachte die Tage und Nächte unter freiem Himmel zu. Gegen kleine Gefälligkeiten bekam sie Stoff und Lebensmittel.

Damals lernte sie Norbert kennen, der zu der Zeit als Sozialarbeiter Obdachlose betreute. Theresa war Norbert immer sehr dankbar. Von ihm fühlte sie sich verstanden. Er teilte die Vorurteile der Dorfgemeinschaft nicht. Als Erstes veranlasste Norbert für Theresa eine Entziehungskur. Acht Wochen lang wurde sie wegen der bereits eingetretenen Rauchgiftabhängigkeit behandelt. Norbert besuchte das Mädchen jeden Tag. Allmählich entwickelte sich zwischen ihnen ein tiefes Vertrauensverhältnis. Theresa hatte das Empfinden, dass Norbert sie vor einem vielleicht nicht mehr aufzuhaltenden Elend bewahrt hatte.

Nach der Entziehungskur zog Theresa zu Norbert. Das junge Paar plante, Theresas Tochter Jenny zu sich zu holen. Sie hatten auch schon den Kontakt zum Jugendamt aufgenommen. Doch Theresas Erkrankung, die damals ihren Anfang nahm, machte ihnen einen Strich durch die Rechnung.

Anfangs litt Theresa nur unter Schwindel und unsicherem Gang. Sie dachte, vielleicht sei sie schwanger. Deshalb suchte sie einen Arzt auf. Neben einer tatsächlich bestehenden Schwangerschaft wiesen die Laborbefunde auch nicht richtig einzuordnende Abweichungen auf. Deshalb wurde sie zwecks weiterer Untersuchungen ins Krankenhaus geschickt. Nach mehrwöchigen Untersuchungen stand die Diagnose fest: Multiple Sklerose. Wegen der Schwangerschaft aber konnten ihr keine Medikamente verabreicht werden. Denn man befürchtete eine Schädigung des Embryos.

Zur größten Verwunderung der Ärzte aber besserte sich Theresas Zustand während der Schwangerschaft zusehends. Es war so, als wäre eine Selbstheilung eingetreten. Die Krankheitssymptome verschwanden, waren nicht mehr nachweisbar. Nach der Geburt von Christian, ihrem zweiten Kind, tauchte die Multiple Sklerose wieder auf.

Damals war Theresa schon mit Norbert verheiratet. Das Neugeborene und die Behandlung ihrer Krankheit nahmen all ihre Energie in Anspruch. Es war, als würde man ihre Lebenskraft aufsaugen. Sie nahm ab und wurde schwach. In diesem physisch und psychisch miesen Zustand erlebte sie eine Überraschung. Obwohl sie stillte und eigentlich gegen eine erneute Empfängnis gefeit sein sollte, blieb ihre gerade erst wieder funktionierende Periode aus. Theresa ahnte, dass sie schwanger sein musste. Sie kannte ihren Körper nur allzu gut, um jeden Zweifel auszuschließen. Und, oh Wunder, die Symptome der Multiplen Sklerose waren erneut im Schwinden begriffen. Binnen weniger Wochen kam Theresa zu Kräften. Die MS schien wie vom Winde verweht.

Nacheinander kamen unter solchen Begleitumständen Theresas Kinder zur Welt. Auf Christian folgten Thomas, Susanne und Brigitte. Die Schwangerschaften hatten die junge Frau geheilt. Während der jeweiligen Schwangerschaft entwickelte sich die Multiple Sklerose zurück. Theresa war ausgesprochen gern schwanger. Sie war redlich bemüht, ihren Kindern eine gute Mutter zu sein. All ihre Kinder stillte sie möglichst lange.

Norbert war sie zu großem Dank verpflichtet. Denn er war es, der sie vor einem kaum noch zu beherrschenden Schicksal bewahrt und zu sich genommen hatte. Norberts soziale Sensibilität resultierte aus dessen religiöser Einstellung. Als Zeuge Jehovas gehörte er der burgenländischen Gemeinde an. In seiner Familie bestand er auf der Einhaltung vorbildlicher Ordnung. In der Kindererziehung setzte er strenge Maßstäbe. Die Kinder und auch Theresa, die er gleichfalls wie ein Kind behandelte, hatten ihm Achtung entgegenzubringen. In seinen Vorstellungen, wie Familie zu funktionieren hatte, duldete er keinen Widerspruch. Seine Entscheidungen waren von den Familienmitgliedern unbedingt zu befolgen. Abgesehen von seinen Aktivitäten in der Gemeinde widmete er all seine Freizeit der Familie. Ihr Leben unterlag einer strengen Tagesordnung. Fernsehen und Mobiltelefone waren verpönt. Schädlicher Dinge hatten sich die Kinder zu enthalten. Den Genuss von Süßigkeiten und sonstigen Leckerbissen erlaubte Norbert nicht. Ihre Freizeit verbrachten die Kinder mit dem Lesen der Bibel. Norbert erwartete von den Kindern eine perfekte Körperhygiene. Er sah ihnen sogar in den Mund, ob die Zähne ordentlich geputzt waren. Theresa machte ihm keine Sorgen. Über zehn Jahre war die junge Frau mit Schwangerschaften, Entbindungen und Stillen vollauf beschäftigt.

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