László Benedek - Khaled tanzt

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Eine Geschichte, die erzählt werden muss
Khaled ist ein afghanischer Flüchtlingsjunge, der mit Tausenden seiner Landsleute nach Österreich auswandert, in der Hoffnung, eine neue Heimat zu finden. Wegen Kopfschmerzen unklarer Genese wird er von einem pensionierten Psychiater behandelt. Mit viel Geduld gelingt es dem Arzt, die Zunge des verschlossenen Jungen zu lösen, und er erfährt Unglaubliches: Khaled wurde in Afghanistan an einen reichen Kaufmann verkauft, wo er in Mädchenkleidern vor alten Männern tanzen und diesen danach zu Gefallen sein musste. Mit feinem Gespür geht László Benedek tiefgründig der Frage auf den Grund, ob und wie ein Heranwachsender solche Erlebnisse aushalten und in einer neu gewählten Heimat Fuß fassen kann.

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„Na, nur langsam! Wieviele haben denn zusammen gewohnt?“

„Viele, sehr. Bei uns erwachsene Mann bleibt bei die Eltern. Männer sorgen für Alte. Und Mädchen, wenn verheiratet wird, gehen auch zu Mann von Familie.“

„Und alle leben unter einem Dach?“

„Musst dich vorstellen viele, viele kleine Hütte. Jeder bekommen eine. Meine Mama, meine Papa wohnen in eine Hütte. Meine Vater, meine Mutter in andere Hütte. Wir Kinder in ein dritte Hütte. Cousins und Cousine wieder in andere Hütte. Dann das Vieh in eine Hütte.“

„Das Vieh hatte eine ebensolche Hütte wie die Menschen?“

„Vieh sein wichtig sehr in Afghanistan. Ziegen, Schafe, Hühner. Wir gehabt auch Esel. Vieh bekommt Trinkwasser vor Kinder.“

Khaled war in Schwung geraten, hatte sich von der Erinnerung fortreißen lassen. Doktor Arany bemerkte die geröteten Wangen des Jungen. Es schien ihm, als würde auch der Sprachfluss weniger stocken.

„Heute Nacht“, fuhr Khaled fort, „aufwachen und Düfte spüren wie zu Hause in Kharbuz. Spüren Spucke in Mund …“

„Wie das Wasser im Mund zusammenläuft ?“

„Ja, ja, Spucke in Mund zusammenlaufen.“

„Dass uns das Wasser im Mund zusammenläuft, das sagen wir, wenn irgendein Leckerbissen vor uns steht.“

„Oje, also feine Düfte gespürt, sehr! Zwischen Hütten groß offen Grube. Mein Vater immer darin gemacht Feuer. Mit große Flamme lodern.“

„Ich denke, dort haben die Frauen gekocht“, spann der Doktor den Gesprächsfaden weiter.

„Alle Frauen hocken dort: Mein Mama, mein Mutter und Mutter von Geschwisterkinder. Kochen alle zusammen. Schälen Kartoffeln, schlachten Huhn …“ Khaled schwelgte in Erinnerungen: „Oh diese Düfte! Zuerst nur Klatschen von Feuer …“

„Vielleicht meinst du das Prasseln vom Feuer. So sagt man das bei uns“, verbesserte der Doktor.

„Ja, Prasseln von Feuer. Brannte mit große Flamme. Rauch steigte empor. Die Frauen kochten in große Töpfe Wasser. Man konnte hören, wie das Wasser …“

„Sprudelte“, sprang ihm der Doktor bei.

„Ja, sprudelte. Gebt Kartoffeln hinein, dann Huhnfleisch. Alles sprudelte. Und dieser Duft!“

„Den“, so der Doktor, „kann ich mir gut vorstellen.“ Und auch ihm lief das Wasser im Mund zusammen. „Mit einem Wort, als Sie im Flüchtlingsheim aufwachten, da hatten Sie diese Düfte in der Nase und diesen Geschmack im Mund.“

Khaled machte eine saure Miene und erwiderte lediglich: „Ja.“

„Das Aufwachen war eine große Enttäuschung.“

Der Junge nickte.

„Und was war mit den Kindern dort?“, fragte der Doktor, um die Unterhaltung anzustoßen.

„Meine alte Schwestern immer zuhause. Durften nicht raus. Mein Vater sehr streng war. In Afghanistan jung Mädchen in bestimmte Alter muss Gesicht und Körper verdecken. Wie alle Frauen. Für Männerauge draußen verboten sie sehen. Darum bleiben zu Hause, gehen nicht auf Straße. Und die Kinder? Wir als Bande ganze Tag umhergetreibt. Viel Spaß gehattet, viel gelachen. Ich Bandenchef. Immer sagen, was müssen machen.“

„Mussten Sie zu Hause nicht helfen?“

„Getragen Wasser von Brunnen. In große Korbflaschen. Sehr schwer, konnten kaum schleppen.“

„Was für eine glückliche Kindheit“, meinte Doktor Arany. „Sicherheit der Großfamilie. Dann der aus Geschwistern, Cousins und Cousinen bestehende Trupp. Da kam alles zusammen, was ein Kind so braucht.“

„Genau! Wir alles hatten. Gefehlen nichts.“

„Was wurde dort gearbeitet?“, fragte der Doktor nach einer kleinen Pause. „Was machten die Männer?“

„Im Wald Holz fällen, auf die Äcker hacken, Kartoffel anbauen. Meine Vater war viel weg, hat gearbeiten auf Mohnfelder.“

„Auf Mohnfeldern?“, fragte der Doktor einigermaßen verblüfft.

„Bärtige Männer mit Turban auf Kopf gekommt, flüstern mit meine Vater. Wir nichts davon verstehen. Sehr furchterregend. Dann Vater weggehen, oft wochenlang nicht zurückkommen. Wenn wir fragen ihn, er sagen: ‚Das nicht deine Sache, mein Sohn.‘“

„Aha“, sagte Doktor Arany und dehnte das ‚Aha‘ ahnungsvoll.

„Warum du sagen ‚Aha‘?“

„Na ja, Mohnfelder, geheimnisvolle Fremde! In Afghanistan war der Opiumhandel ja schon immer Mode.“

„Natürlich. Opium! Das wissen doch jeder. Ist nichts Besonderes. Arbeit sehr wenig. Aber dort sein Mohn und Opium. In Winter sehr kalt, in Sommer sehr warm. Zum Glück, wir wohnen hoch oben. Dort kühler. Taliban verbieten Opium. Doch alle wissen, Mohnfelder in Hand von Taliban.“

„In dieser Region leben verschiedene Völker, verschiedene Stämme, Ethnien und Religionen. Ich wüsste gern, zu welcher Volksgruppe Sie gehören.“

„Meiste Paschtune und Afghane. Wir Hasare. Das andere Gruppe. Bei uns in Kharbuz, Bamiyan alle Hasare. Wir sprechen Dari. Das so was wie Persisch.“

„Und welcher Religion gehören Sie an, wenn ich Sie das fragen darf?“

„Wir Schiiten. Hasaren sind Schiiten. Die Paschtune Sunniten.“

„Wenn ich richtig informiert bin, dann bilden die Hasaren eine Minderheit? Oder?“

„Ja, ja“, so Khaled. „Jeder wollen befehlen uns. Zum Glück wir wohnen hoch oben in Berge. Nach dort sich verirren andere nur selten.“

Kerstin

Kerstin, die Khaled manchmal zur Seite stand, schreibt dem Doktor einen Brief, worin sie vom eigenen Leben erzählt. Sie erzählt darin von ihrer Lebensgeschichte, die dazu geführt hat, sich um Khaled zu kümmern.

— —

Khaled und Kerstin waren schier unzertrennlich. Ohne sie hätte Khaled viele seiner Aktivitäten nicht bewerkstelligen können. Die Frau leistete fortwährend Fuhrdienste. Während Khaled anderweitig beschäftigt war, besorgte sie für den Jüngling den Einkauf oder setzte sich auf einen Cappuccino und einen Apfelstrudel in ein nahe gelegenes Café.

Kerstin befand sich schon längst im Rentenalter, lebte zusammen mit ihrem Mann im niederösterreichischen Bromberg. Kinderlos geblieben, hatte sie unendlich viel Freizeit. Deshalb bot sie der lokalen Diakonie ihre Hilfe bei der Flüchtlingsbetreuung an. Hier begegnete sie Khaled, der ihr sogleich sympathisch war. Alsbald sah sie ihn jeden Tag. Als Deutschlehrerin war sie den Organisatoren der Flüchtlingshilfe sehr willkommen. An Sprachunterricht gab es einen großen Bedarf. Anfangs hielt sie ausschließlich Gruppenunterricht. Doch mit der Zeit gab sie den begabteren und fleißigeren jungen Flüchtlingen auch Einzelunterricht. Khaled machte von dieser Möglichkeit Gebrauch. Kerstin spürte gleich, dass Khaled überdurchschnittliche Fähigkeiten besaß. Er merkte sich alles Gehörte, auch wenn er freilich mit der sprachlichen Umsetzung weit vom Niveau eines Muttersprachlers abwich. Sogar mit der Aussprache gab es keine allzugroßen Probleme. Khaled zu unterrichten, war eine besondere Freude. Von Tag zu Tag, von Woche zu Woche machte er Fortschritte. Auch war ihm anzumerken, dass er gern lernte.

Kerstin stand im Dienst der Diakonie Wiener Neustadt. Das Zentrum firmierte unter dem Namen Lares Niederösterreich Süd. Niederösterreich hatte mehrere solcher Zentren. Seit 2015 wurde Flüchtlingen hier Hilfe angeboten. Auch zahlreiche freiwillige Helfer standen bei der Kinder- und Schulbetreuung zur Verfügung, nahmen die sich in der Fremde hilflos und verloren vorkommenden Asylsuchenden an die Hand, begleiteten sie zu den Behörden, regelten so manches für sie, transportierten sie von einem Ort zum anderen, halfen, sich auch in den ihnen unbekannten Freizeitangeboten zurechtzufinden.

Kerstin gehörte zu einem geschätzten Mitglied dieses Freiwilligentrupps. Als pensionierte Deutschlehrerin war sie sehr gefragt. Die Flüchtlingsflut des Jahres 2015 setzte halb Österreich in Bewegung. Alle wollten helfen. Die Arbeit der Freiwilligen wurde von Flüchtlingsorganisationen koordiniert. In Aufnahmelagern sollten die Asylsuchenden gemäß gängiger Praxis möglichst nur kurze Zeit verbringen. Nach Erledigung der Registrierung und der Aufnahmeformalitäten wurden sie in leerstehenden Pensionen oder in Einfamilienhäusern untergebracht, wo man sie in Gruppen einteilte, die von einigen Betreuern beaufsichtigt wurden.

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