László Benedek - Khaled tanzt

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Eine Geschichte, die erzählt werden muss
Khaled ist ein afghanischer Flüchtlingsjunge, der mit Tausenden seiner Landsleute nach Österreich auswandert, in der Hoffnung, eine neue Heimat zu finden. Wegen Kopfschmerzen unklarer Genese wird er von einem pensionierten Psychiater behandelt. Mit viel Geduld gelingt es dem Arzt, die Zunge des verschlossenen Jungen zu lösen, und er erfährt Unglaubliches: Khaled wurde in Afghanistan an einen reichen Kaufmann verkauft, wo er in Mädchenkleidern vor alten Männern tanzen und diesen danach zu Gefallen sein musste. Mit feinem Gespür geht László Benedek tiefgründig der Frage auf den Grund, ob und wie ein Heranwachsender solche Erlebnisse aushalten und in einer neu gewählten Heimat Fuß fassen kann.

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Der Arzt aus Leidenschaft sah gleich, dass ihm mit Khaled ein noch ungeschliffener Diamant in die Hände geraten war, den es zu bearbeiten galt. Diese Überzeugung wurde auch von Kerstin, Khaleds Betreuerin, geteilt. Sie brachte den Jungen persönlich zu den Behandlungen.

Schon bei der ersten Visite erklärte Kerstin, dass es für sie von außerordentlicher Wichtigkeit sei, aus Khaled einen anständigen und glücklichen Menschen zu formen, ihm dabei behilflich zu sein, sich in seiner Wahlheimat zu integrieren. Sie bat Doktor Arany, ihr in diesem Bestreben zur Seite zu stehen. Der übernahm bereitwillig die Rolle als Mentor.

Anfangs experimentierte auch er mit verschiedensten Medikamenten und Relaxionsübungen. Doch mit der Zeit wurde ihm die Vergeblichkeit seiner Bemühungen klar. Oder, besser gesagt, die Vergeblichkeit einer medikamentösen Behandlung. Die Kopfschmerzen hatten offensichtlich nichts mit organischen Problemen zu tun. Langsam und mit viel Geduld tastete sich Doktor Arany vor, ohne seinen Patienten mit neugierigen Fragen verschrecken zu wollen. Er musste sein Vertrauen gewinnen. Vorerst schien Khaled keinen Arzt haben zu wollen, sondern vielmehr einen lieben Verwandten, einen Großvater.

So also verzichtete der Doktor auf eine medikamentöse Behandlung. Dennoch riss der Kontakt nicht ab. Khaled wusste selbst nicht, warum er den Doktor immer wieder aufsuchte. Es hatte den Anschein, als erwartete er von diesem Hilfe dabei, die Jahre seines früheren Lebens vergessen und die Unbilden in der neuen Heimat in den Griff bekommen zu können. Wöchentlich einmal suchte Khaled den Doktor auf, um diesem zaghafte Einblicke in sein wechselvolles Leben zu gewähren. Khaled überblickte nicht wirklich, was in diesen Sitzungen vor sich ging. Dennoch waren ihm diese Gespräche nicht unangenehm, auch wenn dadurch längst vernarbte Seelenwunden aufplatzten. Aber er hatte das Gefühl, nachdem sich zwischen Arzt und Patient allmählich ein Vertrauensverhältnis aufgebaut hatte, dass es ihm wohltat, über Verschüttetes zu reden.

Khaled hatte in der Zwischenzeit ziemlich gut Deutsch gelernt, auch wenn er noch viele Fehler machte und die Grammatik zu wünschen übrig ließ. Doch was er sagen wollte, das konnte er vermitteln. Wenn ihm ein Wort nicht gleich einfiel, ersetzte er den Mangel mit Gebärden. Ein aufmerksamer Zuhörer begriff schnell, was Khaled zum Ausdruck bringen wollte. Er war ein fantastischer Kommunikator, ließ sich von seinen sprachlichen Unzulänglichkeiten nicht aus der Fassung bringen. Wichtig war ihm lediglich, den Gesprächspartner zu verstehen und auch sich selbst verständlich zu machen.

Um in Khaleds Vergangenheit vorzudringen, wurde er von Doktor Arany aufgefordert, etwas von seiner Kindheit zu erzählen. „Ich weiß, dass Sie in Ihrer Kindheit in Afghanistan gelebt haben. Doch wo und wie lange, das weiß ich schon nicht mehr. Wollen Sie mich an den Erlebnissen Ihrer Kindheit teilhaben lassen?“

Khaled lehnte sich auf dem Stuhl zurück und schloss die Augen. So schien er sich irgendwie besser erinnern zu können: „Kann Doktor berichten nicht alles über. Erinnern gut an Dorf, wo Kind gewest. Aber mehr viel …“, breitete Khaled hilflos die Arme aus.

„Macht nichts!“, ermunterte ihn der Doktor. „Erzählen Sie einfach, was Ihnen einfällt!“

„Dorf, wo gewohnt, Kharbuz der Name.“

„Kharbuz? Bedeutet das nicht zufällig ‚Melone‘?“

Erfreutes und heftiges Kopfnicken die Reaktion.

Doktor Arany musste lachen. „Das dachte ich mir schon. Denn ‚Kharbuz‘ bedeutet auf Griechisch ‚Melone‘.“

„Ja, unseres Dorf auch sicher Melone will sein. Auf Dari will sein Kharbuz Melone. Warum Melone? Das ich nicht wissen. Melone gesehen ich nur in Kabul in Basar. Früher mehr Regen gefallt bei uns. Kharbuz liegen in Provinz Bamiyan. In Mitte von Afghanistan. Dort sein viel hohe Berg. Mich erinnern, wenn gegangen nach Kabul, du wissen, Mitte von Land. Wie soll sagen? Ja, Kabul Hauptstadt. Also Weg zu Hauptstadt weit, sehr weit. Von Bamiyan bis Kabul gegangt zwei Tage. Doktor, du kennen Bamiyan?“

Doktor Arany schüttelte den Kopf.

„Sehr berühmt von hässliche Ereignis. Zeitungen voll mit das. Ich gewest noch kleine Junge, als Taliban gesprengt Buddha-Statuen. Sehr alt Statuen in Felsen gehaut. Gewest sehr hoch. Auch die Alten gesagt, sehr lange gebaut. Vor sehr lange Zeit. Buddha-Statuen gewest sehr berühmt. Und dann kommen Taliban und piff-puff, gesprengt in Luft. Jetzt nur große Loch in Felsen.“

„Wie barbarisch!“, wiegte der Doktor den Kopf.

„Barbarisch, genau!“

Dieses Wort kannte Khaled nicht. Doch entsprechend seiner Gewohnheit wiederholte er es sogleich und nickte dazu. Begriff, dass es sich um einen Ausdruck des Verurteilens handeln musste.

„Gott sei Dank, wir gewohnen in kleine Dorf hinter die sieben Berge. Taliban nie geseht. Hatten eigene Mullah. Mullah uns Koran gelernt, gelernt beten.“ Und damit neigte er sich zur Erde und zeigte, wie zu beten sei.

Doktor Arany ließ sich die Worte auf der Zunge zergehen: „Bamiyan, Kharbuz.“

„Ja, ja“, bestätigte Khaled, „hoch Berge, sehr. Wer fremd dort, kaum Luft bekommen. Name von Berg Hindukusch.“

Khaled lächelte still vor sich hin. „Wenn träumen ich, immer sehen hoche, hoche Berge. Kharbuz und überall Schnee. Sehen vor mich Schlangeweg, na, wie muss sagen …?“

„Serpentine.“

„Na, genau, Serpentine. Also Kurve und Kurve wieder. Auch Esel gehabt. Mich erinnern, wie er trotten auf Serpentine. Ringsum überall hoche Bäume.“

Doktor Arany stellte sich Kharbuz vor, ein kleines Dorf, versteckt hinter hohen Bäumen. Er musste an die eigene Heimat denken, an die kleinen Dörfer am Fuß des siebenbürgischen Hochgebirges.

„In Kharbuz gewest viele Häuser, wir dort wohnen. Einmal kommen große Lawine.“ Und wieder suchte Khaled nach dem richtigen Wort.

„Schneemassen herabgestürzt? Oder wolkenbruchartiger Regen?“

„Nein, nicht Schnee, nicht Regen, sondern Erde und Wasser …“

„Schlammlawine?“

„Na, genau“, nickte Khaled heftig. „Schlammlawine. Alles wegspülen. Haus geben, Haus nicht geben.“

„Und was ist mit Ihnen passiert? Sind Sie obdachlos geworden?“

„War gefährlich bisschen. Aber nicht so schlimm. Haben Häuser schnell wieder aufgebauen.“

„Na ja, von jetzt auf nanu geht das sicher nicht.“

„Nicht so schlimm. Bei uns Häuser aus Lehm. Schnell stampfen.“

„Die Mauern werden also aus Lehm gestampft?“

„Ja, ja, aus Lehm gestampft. Drinnen Baumzweige.“

„Haben Sie in einer Kaliba gewohnt?“

„Kaliba? Was das ist?“

„Nun, so eine kleine Hütte. Bei uns in Siebenbürgen wurden die Bauernhütten Kaliba genannt. Aber auch Lehmhütte.“

„Genau“, nickte Khaled. „Wir habt schön groß Kaliba, Lehmhütte und viel kleine. In unsere Familie gelebt viel Menschen. Um die Lehmhütten hoch Zaun. Fremde Augen nichts soll sehen.“

„Sie waren also viele?“

„Schön groß Familie. Mama, Papa auch wohnen bei uns.“

„Also die Großeltern?“

„Ja, ja, Vater von Vater, Mutter von Vater. Dann auch wir, Eltern und Kinder. Meine zwei alte Schwester und drei junge Geschwister. Ich dritte Kind, aber erste Junge.“

„Ach ja! Der erste Sohn, denke ich, das ist eine große Auszeichnung, ein großes Privileg.“

„Ich überall beliebt sehr. Von Junge erwarten, muss sorgen für groß Familie und schützen.“

„Sie waren der Augapfel der Familie. Habe ich Recht?“

„Was sein Augapfel?“

„Das heißt, bestimmt waren Sie aller Liebling.“

„Ja, freilich“, sagte Khaled, als wäre dies die natürlichste Sache der Welt. „Geschwister von mein Vater wohnen auch bei uns. Und die Familie von sie. Viele Kinder.“

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