»Welche Fähigkeitmöchtest du erlernen, Andreas?«
»Ich möchte lernen, mit einer Lokomotive zu fahren.«
»Wow, das ist eine tolle Fähigkeit, die du erlernen möchtest! Ich wette, du kannst das lernen, wenn du erwachsen bist, aber welche Fähigkeit möchtest du denn jetzt erlernen? Worin solltest du besser werden, damit du dich hier in der Schule wohler fühlen kannst?«
»Ich möchte lernen, mit den anderen Kindern zu spielen.«
»Das ist ein wunderbarer Vorschlag. Wenn du lernst, mit den anderen Kindern zu spielen, und du dich nicht mit ihnen prügelst, dann, davon bin ich überzeugt, wirst du dich hier auch wohler fühlen, meinst du nicht auch?«
Tipp 4: Lassen Sie die Kinder sich gegenseitig dabei helfen, die Fähigkeiten herauszufinden, die sie erlernen sollten!
In Familien mit mehreren Kindern, in Schulen und anderen Institutionen kennen sich die Kinder untereinander normalerweise sehr gut, und sie können uns oft sagen, welche Fähigkeiten die anderen Kinder in der Gruppe erlernen oder verbessern sollten.
Ein Lehrer wandte »Ich schaffs«in einer Klasse an, die aus 28 Schülern bestand. Zunächst informierte er alle Eltern über das »Ich schaffs«-Projekt. Ziel war nicht nur, das Einverständnis der Eltern für das Projekt einzuholen, sondern auch, sie dazu zu bringen, ihre Kinder zu unterstützen, während sie ihre Fähigkeiten erlernten. Der nächste Schritt im Prozess war, für jedes Kind eine Fähigkeit herauszufinden, die es erlernen sollte. Der Lehrer realisierte, dass es sehr lange dauern würde, mit jedem einzelnen Kind die zu erlernende Fähigkeit zu besprechen. Deshalb teilte er die Klasse in Vierergruppen auf und bat die Gruppen, für jedes Mitglied der Gruppe eine Fähigkeit herauszufinden, die es entwickeln sollte.
Um den Kindern zu helfen, die Art von Fähigkeiten zu verstehen, die sie erlernen sollten, verwickelte er die ganze Klasse in ein Gespräch über Fähigkeiten. Während dieses Gespräches befestigte er eine Landkarte an der Tafel, auf der vier »Fähigkeitsländer« markiert waren.
Das erste Land hieß Land der Schulfähigkeiten . Die Fähigkeiten in diesem Land waren solche, die Kinder brauchen, um in der Schule Erfolg zu haben, wie zum Beispiel ihre Hausaufgaben zu machen, sich zu melden, wenn sie etwas sagen wollen, und allgemein sich im Unterricht gut zu benehmen.
Das zweite Land hieß Land der Freundschaftsfähigkeiten . Hier ging es um Fähigkeiten, die Kinder benötigen, um sich mit ihren Freunden gut zu verstehen, wie zum Beispiel die Fähigkeit, mit anderen Kindern zu spielen, die Fähigkeit einzugreifen, wenn ein Kind ein anderes ärgert, und die Fähigkeit, anderen Kindern bei den Hausaufgaben zu helfen.
Das dritte Land hieß Land der Erwachsenenfähigkeiten . Die Fähigkeiten dieses Landes waren die verschiedenen Fähigkeiten, die Kinder brauchen, wenn sie mit Lehrern und anderen Erwachsenen zu tun haben. Fähigkeiten hier waren zum Beispiel die Fähigkeit, Erwachsene mit Respekt zu begrüßen, die Fähigkeit, Erwachsenen zuzuhören und die Fähigkeit, mit Erwachsenen zu sprechen, ohne Schimpfwörter zu benutzen.
Das vierte Land hieß Land des Mutes . Die Fähigkeiten dieses Landes bestanden aus verschiedenen Formen des Muts, den Kinder brauchen, um zu vermeiden, schüchtern und ängstlich zu sein – wie zum Beispiel den Mut, etwas zu sagen, den Mut, sich zu weigern, etwas Verbotenes zu tun, den Mut, einen kleinen Vortrag zu halten, und den Mut, sich nicht zu schämen, wenn sie irgendwie anders sind als die anderen Kinder.
Durch dieses Gespräch und die Fähigkeiten-Landkarte konnten die Kinder ein Verständnis dafür entwickeln, welche Art von Fähigkeiten sie mit Hilfe von »Ich schaffs« erlernen sollten. Nun war es leicht für sie, die relevanten Fähigkeiten füreinander herauszufinden.
Selbst wenn wir uns mit dem Kind darüber einigen, welche Fähigkeit es anfangen sollte zu erlernen, heißt das noch lange nicht, dass das Kind dann automatisch motiviert ist, diese Fähigkeit auch zu entwickeln. Das Erlernen einer Fähigkeit ist anstrengend, und deswegen ist es als Nächstes unsere Aufgabe sicherzustellen, dass das Kind wirklich motiviert ist und begeistert darüber, die Fähigkeit zu erlernen. Die nächsten paar Schritte von »Ich schaffs« haben das Ziel, die Motivation des Kindes zu stärken. Der erste Schritt besteht darin, dem Kind klarzumachen, welche Vorteile das Erlernen der Fähigkeit hat, nicht nur für das Kind, sondern auch für die Menschen in seinem Umfeld.
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