In diesem eher theoretischen Teil stelle ich sehr wichtige Modelle von bekannten Forschern wie Erikson und Carl Gustav Jung vor. Dabei wirst du lernen, dass persönlicher Erfolg schon frühkindlich anfängt und die ersten Erfolgserlebnisse sehr bedeutend für dein späteres Ich sowie für die zu verzeichnenden Erfolge sind.
Soweit es möglich ist, versuche ich mich vom psychologischen Bereich fernzuhalten und lediglich auf der Persönlichkeitsebene zu agieren, da die Psychologie erst im nächsten großen Kapitel aufgearbeitet werden soll. Da diese Themen aber sehr eng verknüpft sind, wird es vermutlich zu Überschneidungen kommen.
Kapitel 2.1: Entwicklung einer Persönlichkeit
Menschen entwickeln sich immer in zwei verschiedenen Bereichen, die irgendwann im Einklang einhergehen. Die erste Entwicklungsform erfolgt anatomisch, die zweite hingegen psychisch, auch mental genannt.
Die anatomische Voraussetzung für jeden Menschen, um überhaupt eine Persönlichkeitsstruktur ausbilden zu können, ist das Großhirn, auch Cerebrum genannt. Im Regelfall wird dieses bei gesunden Menschen aber ohne Beeinträchtigungen gebildet und entwickelt sich normal. Besonders wichtig ist das Frontalhirn. Obwohl dies der wichtigste Bereich im Gehirn ist, werden alle anderen Hirnbereiche genauso benötigt, um eine gesunde Ausprägung der Persönlichkeit zu gewährleisten.
Während die rechte Hemisphäre für grundlegende motorische und mathematische Fähigkeiten benötigt wird, ist die linke dafür zuständig, die Kreativität zu übernehmen. Beide tragen ihren Teil dazu bei, die Persönlichkeit zu bilden. Hierbei kommt es aber immer stark auf die gegebene Hirnarchitektur und -funktion an.
Weitere Einflussfaktoren, die für eine Persönlichkeitsveränder-ung verantwortlich sind, sind zum Beispiel Krankheiten, die den Hirnstoffwechsel angreifen, sowie eigene Erlebnisse und Interaktionen mit der Umwelt und den Mitmenschen. Besonders frühkindliche Erlebnisse sind hierbei prägend und verändern die Persönlichkeit aktiv.
Kapitel 2.2: Arten der Persönlichkeit
Jede Persönlichkeit ist individuell und flexibel, daher ist eine Einteilung in einzelne Arten nicht nur schwer, sondern zum Teil auch unmöglich. Es ist möglich, mehrere Persönlichkeits-strukturen miteinander zu verbinden und dynamisch zu ver-ändern. Dadurch entsteht die Individualität jedes Einzelnen.
Trotz allem lassen sich Überstrukturen definieren, die einen Großteil des Denkens und Handelns ausmachen. Jede der nachfolgenden Strukturen hat seinen Gegenspieler und vermittelt daher auch gegenteilige Werte.
Viele dieser Begriffe erschienen erstmals in der Typologie des Psychiaters Carl Gustav Jung in den 1920er-Jahren. Heute sind sie ein wichtiger Faktor für das »Big-Five-Modell«.
Bei dem zu Deutsch »Fünf-Faktoren-Persönlichkeitstest« wer-den die Personen hinsichtlich ihrer Aussagen in verschiedene Kategorien eingeordnet, die wiederum verschiedene Werte und Normen enthalten. Die fünf Persönlichkeiten sind hierbei Of-fenheit für Erfahrungen (Aufgeschlossenheit), Gewissenhaftigkeit (Perfektionismus), Extraversion (Geselligkeit), Verträglichkeit (Rücksichtnahme, Kooperationsbereitschaft) und Neurotizismus (emotionale Labilität).
Ich möchte nachfolgend aber auf zwei weitere Strukturen aufmerksam machen, die für ein erfolgreiches Leben zwingend notwendig sind und diese kurz erläutern. Die anderen beiden Strukturen bilden immer das genaue Gegenteil der jeweiligen Kategorie. Vielleicht erkennst du dich sogar in einer der Strukturen wieder.
Introvertiert oder extrovertiert
Als kleiner Hinweis am Rande ist vorerst zu erwähnen, dass die Struktur der Extraversion aus dem Big-Five-Modell dieselbe beschreibt, wie die Extrovertierte im folgenden Text. Es weicht lediglich die Namensgebung ab, da diese in verschiedenen Studien auch unterschiedlich erwähnt werden. Ich bringe sie nur beide mit ein, damit du bei Interesse an weiteren Studien nicht durcheinanderkommst und weißt, dass darin kein Unterschied besteht.
Eine introvertierte Haltung ist eine in sich gewandte, während die extrovertierte eher eine nach außen gewandte Haltung ist. Daher sind introvertierte Menschen eher zurückhaltend, ruhig und werden oft als schüchtern beschrieben. Extrovertierte Menschen hingegen sind kontaktfreudig und gesprächig. Aus diesem Grund werden solche Personen auch öfter als willensstark oder ehrgeizig beschrieben, weil diese sichtbarer agieren als ein introvertierter Mensch, der meist im Hintergrund arbeitet. Außerdem neigen extrovertierte Personen eher zur Selbstdarstellung.
Laut C. G. Jung richtet sich die psychische Energie bei introvertierten Menschen eher nach innen, da sie schwerer für externe Reize zugänglich sind. Sie lösen daher eher theoretische Probleme mit Wissen, wohingegen extrovertierte Personen eher mit der Außenwelt in Kontakt treten, um praktische Probleme zu lösen. Der Mittelbereich dieser zwei Extreme wird umgangssprachlich ambivertiert genannt.
Optimistisch oder pessimistisch
Diese Begriffe hast du bestimmt schon einmal gehört und vermutlich auch schon beide Seiten erlebt. Eine optimistische Person sieht in einer Sache immer das Positive, wohingegen die pessimistische Person das Negative darin sieht. Bestimmt hast du auch bereits schon mal das Beispiel mit dem Glas gehört: Entweder es ist halbvoll oder halbleer. Beide Parteien haben in diesem Fall zwar recht, aber trotzdem ist es im Endeffekt nur eine Frage der Wahrnehmung.
Das Thema Wahrnehmung wird im psychologischen Teil später noch ausführlich spezifiziert. An dieser Stelle ist es nur wichtig, zu verstehen, dass diese Struktur stark von äußerlichen Einflüssen, also von deinen gemachten Erfahrungen und erlebten Ereignissen, geprägt ist. Deine Persönlichkeit entscheidet also nicht objektiv, sondern wahrnehmungsverzerrend durch deinen
»Filter«, der wiederum durch deine geprägten Erfahrungen entsteht.
Optimisten sehen das Leben also immer von der »guten Seite«, wohingegen Pessimisten »die schlechte Seite« sehen. Ein Pes-simist stellt sich eher darauf ein, dass sein zukünftiges Handeln scheitert. Ein Optimist malt sich den Sieg aus, weil er davon ausgeht, dass seine Erwartungen den Handlungen gleichgesetzt sind und seiner Meinung nach nichts schief gehen kann.
Eine Mittellinie zwischen den zwei Extremen bildet hierbei der Realist, der seine Aktivitäten weder positiv noch negativ kategorisiert und das Ergebnis entweder auf sich zukommen lässt oder klar kalkuliert hat.
Kapitel 2.3: Vier Persönlichkeiten - Eine Entwicklung
Die Entwicklung deiner Persönlichkeitsbereiche kann insgesamt in vier Teile aufgegliedert werden. Für eine gesunde und gut entwickelte Persönlichkeit ist es wichtig, sich regelmäßig mit allen vier Bereichen auseinanderzusetzen und sich stetig weiterzuentwickeln.
Körperliche Entwicklung
Wie der Name schon verrät, geht es bei der körperlichen Entwicklung um deinen Körper und alles was ihn betrifft. Also grob gesagt um deine Gesundheit, deine Fitness und deine Ernährung.
Auch wenn in diesem Bereich viel Motivation und Disziplin benötigt wird, ist hier der Fortschritt am ehesten zu erkennen und fördert damit das Durchhaltevermögen. Egal ob dies nun eine Gewichtsveränderung, mehr Ausdauer, mehr Energie oder einfach weniger Krankheitstage im Jahr sind, der Unterschied wird schnell sichtbar.
Ein weiterer Vorteil der körperlichen Entwicklung besteht darin, dass du direkt aktiv damit anfangen kannst. Die Ernährungs-wissenschaft ist kein einfaches Gebiet oder leicht zu verstehen, aber der Vorteil ist das man auch ohne dieses Wissen mit ein bisschen Sport beginnen kann. Im Gegensatz zu den anderen Gebieten muss man sich hierfür nicht erst in psychologische Thesen und Methoden einzulesen und diese auszuarbeiten.
Ein gesunder Körper steigert aber nicht nur deine Lebensqualität, sondern erwiesenermaßen auch deine Disziplin und Willenskraft,
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