Michael Tietz - Rattentanz

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23. Mai, 07:00 Uhr. An einem ganz normalen Frühlingsmorgen beginnt der globale Albtraum: Das weltweite Stromnetz bricht von einer Sekunde auf die andere zusammen. Sämtliche Kommunikationssysteme kollabieren, urplötzlich stürzen Flugzeuge vom Himmel, innerhalb von Stunden regieren Chaos, Gewalt und Anarchie. Es geht um das nackte Überleben in einer bis dahin unbekannten Welt – aber nur die wenigsten scheinen dieser Herausforderung gewachsen. Gibt es Hoffnung für die Menschheit oder werden am Ende nur die Ratten triumphieren?

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Eva brachte eine fünfzehn Zentimeter hohe Blechkiste mit dem Grundriss einer Computertastatur.

»Müsste gehen«, nickte Beck und erhob sich. In der Hand hielt er den Siphon. »Jetzt brauchen wir nur noch Papier und Pappe. Holz habt ihr hier sicher nicht vorrätig.«

»Doch!«, widersprach Eva. Sie ging in den Lagerraum nach nebenan und als sie wenig später zurückkam, hielt sie den Männern stolz acht kleine Regalbrettchen hin.

Stiller zerknüllte unter der Anleitung des einhändigen Beck Papier, schichtete Pappe darüber und entzündete schließlich das kleine Lagerfeuer.

»Wenn das Tröndle sehen könnte.«

»Oder Kellermann!«, freute sich Stiller, erschrak aber sofort über die eigenen kühnen Worte und Taten und sah sich um. Nein, das hier gehörte sich wirklich nicht. Das widersprach allen gängigen Regeln. Man wird den Schuldigen zur Rechenschaft ziehen.

Wie von Beck erwartet, erhielt das Feuer durch die Öffnung im Spülbecken genügend Sauerstoff. Bald knisterten die ersten Regalböden und über die Wände und die Decke des Raumes flackerten warme Schatten. Blauer Rauch sammelte sich unter der Decke, ohne dass der Rauchmelder irgendetwas zu beanstanden hatte, und zog durch die beiden weit geöffneten Fenster nach draußen. Schließlich setzte Stiller den Container über das Feuer, während Eva zwei Flaschen Mineralwasser hineingoss.

Es dauerte fast zwanzig Minuten und weitere vier Brettchen, dann begann das Wasser zu sieden.

32

01:26 Uhr, Krankenhaus Donaueschingen, Operationssaal 3

Es dauerte eine Weile, bis Mehmets hysterisches Geschrei endlich nachließ. Vielleicht Tribut an seine Erschöpfung, vielleicht aber auch, weil es einfach nichts brachte. Irgendwann verstummte er. Er saß mit dem Rücken an der Wand in einer der Ecken ihres Gefängnisses und schlief. Ritter und Fuchs lauschten dem Atem des Jungen, Atemzüge, die einmal dahinjagten, dann wieder für einige Sekunden ganz verstummten, als hielte der Bengel im Schlaf die Luft an.

Hermann Fuchs hockte in der gegenüberliegenden Ecke des Raumes. Er hatte den weiten Mantel eng um sich geschlungen. An der Brust spürte er den wohltuenden Druck seines Geldbündels und war zufrieden. Genau zwischen den Männern musste der Operationstisch stehen, mit dem toten Stinker drauf, wie Ritter die Leiche nannte. In der Ecke zwischen Mehmet und Fuchs lag Daniel Ritter. Er hatte starke Schmerzen. Den Verband hatte er vor einer Stunde abgenommen, aber in der Dunkelheit, die den kleinen Operationssaal bis unter die Decke ausfüllte, konnte er sein Bein nicht erkennen. Aber seine Finger hatten gefühlt, dass etwas nicht stimmte. Die verkrustete Wunde fühlte sich heiß an und aus einem Ende der hastig ausgeführten Naht sickerte warme Flüssigkeit. Die junge Ärztin, die Ritters Bein in der Ambulanz genäht hatte, war durch die Präsenz der Männer und durch das Chaos dieses Morgens derart verunsichert, dass sie ihrer Sorg faltspflicht nicht in allen Punkten gerecht geworden war. Sie hatte die Wunde nur flüchtig desinfiziert (und dabei immer abwechselnd zu den Freunden ihres Patienten gesehen, die mit verschränkten Ar men die beiden Ausgänge der Kabine blockiert hatten) und sie hatte in der verständlichen Aufregung vergessen, Ritter mit Antibiotika zu versorgen. Jetzt war der muskulöse Oberschenkel Ritters dermaßen aufgequollen, dass die Haut darüber zum Zerreißen gespannt war und jedes Härchen senkrecht abstand.

»Tut es immer noch weh?«, fragte Fuchs ohne großes Interesse. Ihn quälte die Frage, wie sie − wie er − hier wieder rauskommen sollten. Ob. Und die Sicherheit seines Geldes.

»Ja, verdammt! Natürlich tut es weh! Blöde Frage.«

»Hab mal gehört, dass es ziemlich böse ausgehen kann, wenn so ’ne Entzündung nicht behandelt wird. Glaub, das ganze Bein kann abfaulen oder so. Aber meistens kommt es nicht so weit, weil man vorher an der Blutvergiftung stirbt.« Fuchs zog an einer Zigarette und inhalierte tief. Mit etwas Vorstellungskraft, dachte er, könnte man fast glauben, sie würde brennen. »Außerdem hab ich gehört, dass es unvorstellbare Schmerzen sein müssen. Mein Großvater hat mir mal erzählt, wie sie im Krieg, irgendwo in Russland, einem Kameraden das Bein mit ’nem Feldmesser abgeschnitten haben. War irgend ’ne Verletzung von ’nem Granatsplitter oder so. Steckte dem Soldaten im Bein. Und das hat sich entzündet und mein Großvater hat erzählt, dass der arme Kerl dermaßen geschrien hat, dass sie ihn fesseln und knebeln mussten, weil sie sich in einer Bauernkate versteckt hatten und draußen überall Russen unterwegs waren. Soldaten, weißt du? Und damit die Schreie sie nicht verrieten, haben sie ihn halt geknebelt. Muss echt schlimm gewesen sein. Mein Großvater hat sonst nie viel erzählt, aber manchmal, wenn er etwas getrunken hatte, dann wurde er ganz ruhig und ernst und seine Augen bekamen einen ganz seltsamen Blick. Und dann fing er an zu erzählen. Von seinem Kameraden und dessen Bein. Und welche Angst die anderen hatten, weil sie sich vor den Russen fürchteten.

Als er anfing zu fantasieren und das Bein stank und brannte wie Feuer, da hat einer von ihnen sein Messer gezogen und den anderen befohlen, den Kameraden festzuhalten. Mein Großvater hat das Bein gehalten, während der Offizier das kranke Fleisch zerschnitt und den Knochen zersägte. Und kannst du dir vorstellen, wie lange das gedauert hat?«

»Will ich nicht wissen«, stöhnte Ritter und hielt sich die Ohren zu.

»Fast ’ne Dreiviertelstunde! Wahnsinn. Kannst du dir das vorstellen? ’Ne Dreiviertelstunde, dann war das Bein endlich ab. Mein Großvater hat es dann nachts hinter die Kate gebracht. Am nächsten Morgen war es verschwunden. Vielleicht hat’s ja der Fuchs geholt! Eh Ritter, verstehst du? Der Fuchs hat es geholt!« Er lachte und schlug sich auf den Schenkel. »Wollen mal hoffen, dass der Fuchs dein Bein nicht holen muss. Hätte echt keine Lust dazu.«

»Glaubst du etwa ich?«

»Irgendwie ist es schon verrückt«, sinnierte Fuchs weiter, ohne sich Gedanken zu machen, wie das, was er von sich gab, in Ritter arbeiten musste, »wir hocken hier im Krankenhaus, du bist ganz nett verletzt und es gibt keine Möglichkeit, dir zu helfen. Ist ja gerade so, als säße man in einer Bäckerei, bekommt aber nix zu futtern. Und verhungert.«

Ritter stöhnte.

»Aber der Kamerad da im Krieg, der hat’s auch nicht überlebt. War wohl ’n paar Stunden später tot. Wär’ nur interessant zu wissen, ob sie ihn hätten retten können, wenn sie das Bein früher amputiert hätten. Netter Punkt übrigens − das mit dem frühzeitigen Amputieren, mein ich. Ich an deiner Stelle würd’ mir darüber mal Gedanken machen.«

»Hör jetzt auf mit deinen Schauergeschichten, ja?« Ritter stöhnte und griff sich mit beiden Händen an das verletzte Bein. Er hielt es von sich gestreckt. Bum, bum, bum klopfte es unter der Wunde.

Fuchs’ Worte hallten in ihm nach. Amputation. Das Wort hatte eine erschreckende Endgültigkeit. Abschneiden. Absägen. Und das war es dann, ohne Wenn und Aber. Annähen ging später nicht mehr.

»Lieber verreck ich hier, hörst du? Mein Bein wird niemand absägen, auch du nicht. Sind hier schließlich nicht im Krieg.«

Fuchs stieß den imaginären Rauch seiner Zigarette aus und schnippte wie gewohnt mit dem Daumen an ihr, um die nicht vorhandene Asche abzuklopfen.

»Kam mir aber schon fast so vor.«

»Wie Krieg?«

Fuchs nickte ungesehen im Dunkeln. Dann sagte er: »Glaubst du viel leicht, morgen früh macht hier irgend eine nette Schwester mit weitem Ausschnitt und dicken Dingern drunter die dämliche Tür da auf und alles ist in bester Ordnung? Selbst wenn, Alter, selbst wenn morgen alles wieder funktionieren sollte, was meinst du wohl, was die mit dir machen, he? So, wie du den Bullen abgemurkst hast, kommst du nie wieder aus dem Knast raus. Arschficken für den Rest deines Lebens. Aber in deinen Arsch!« Fuchs schien der Gedanke zu amüsieren.

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