Michael Tietz - Rattentanz
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Eine rundliche Türkin mit einem schreienden Kind auf dem Arm stieß die Schwester zur Seite und rannte in eine der Kabinen. Der Vierjährige war eine unbeleuchtete Kellertreppe hinabgestürzt und blutete aus einer langen Platzwunde, die sich über die gesamte Stirn zog.
»Ich gehe nix!« Auf der Behandlungsliege lag bereits ein älterer Herr, dessen Symptome für einen Herzinfarkt sprachen. Sie drängelte ihr breites, unter einem derben Rock verborgenes Gesäß neben ihn auf die Liege und drückte ihr Kind fest an sich. »Ich gehen erst, wenn du hast geholfen!«
»Na«, die Schwester hatte Beck entdeckt. Sein Gesicht kam ihr bekannt vor. »Sie hat es aber böse erwischt.« Sie musterte die Reste der Uniform. »Ach stimmt, Sie sind Polizist, nicht wahr?« Beck nickte. »Hatten Sie einen Unfall? Sind die Straßen einigermaßen frei? Man hört ja hier so einiges, aber wissen Sie, ich hatte meinen Kindern versprochen, dass wir heute Nachmittag, nach Dienstschluss, zusammen nach Rottweil ins Bad fahren.« Beck wollte etwas erwidern, aber die Schwester hatte ihn schon am Arm gepackt. »Ach, ist ja jetzt egal! Gehen Sie auf eine Station, vielleicht ist dort noch ein Arzt. Sie sehen ja selbst, wie es hier zugeht! Bin mal gespannt, ob ich pünktlich rauskomme, hab schon genug Überstunden, die ich nicht abbummeln darf. Personalmangel, wissen Sie.« Und schon musterte sie einen weiteren Patienten und entschied, wo er hin sollte, während sie mit diesem den mit Beck begonnenen Monolog fortsetzte.
»Ist Dr. Stiller im Haus?« Beck war noch einmal zurückgekommen. Dr. Stiller war zwar Anästhesist, aber auch der einzige Arzt des Hauses, den er von seinen Besuchen hier noch mit Namen kannte.
»Stiller?« Die Schwester überlegte einen Moment. »Ich glaube, er ist heute auf Intensivstation. Aber es kann auch sein, dass er in den OP musste. Sie wissen ja, heute geht nichts so, wie es sollte. Und dann noch der Personalmangel …«
In den Stationsfluren bot sich Beck kein besseres Bild; überall Menschen, die eilig mit Familienangehörigen oder Freunden das Krankenhaus verließen oder in die andere Richtung unterwegs waren, um jemanden abzuholen. Dazwischen überfordertes Personal, das von Stunde zu Stunde auf seltsame Weise weniger zu werden schien. Die Flure waren nur spärlich beleuchtet und fast alle Türen zu den Patientenzimmern standen weit offen.
Die Klinik bestand aus drei Flügeln und da, wo diese zusammentrafen, lagen Treppenhaus, Aufzüge und in jeder Etage ein geräumiger Wartebereich. Joachim Beck befand sich, der Anweisung der Ambulanzschwester folgend, in der zweiten Etage, wo neben den Operationssälen und der Intensivstation die chirurgischen Stationen lagen. Im Wartebereich blieb er stehen. Um ihn herum pulsierten Angst, Hektik und Unsicherheit und Menschen hasteten durch die Gänge. Es waren nur wenige Schwestern und Pfleger, aber keine Ärzte zu sehen.
In den Sesseln im Wartebereich saßen Patienten, zum Teil im Bademantel und mit Infusionsständer neben sich, andere bereits fertig angezogen und mit gepacktem Koffer. Sie warteten auf jemanden, der sie abholte. Hoffnungsvoll empfingen ihre Augen jeden, der die Etage betrat.
Im Wartebereich saß eine alte Frau mit rundem Gesicht. Unter einem roten Wollkopftuch guckte schlohweißes Haar hervor. Im Gegensatz zu allen anderen, die das Treppenhaus im Auge behielten, saß sie so, dass sie genau sehen konnte, was auf dem Flur zur Intensivstation passierte. Ihre Finger strickten wie automatisiert an einem Socken. Sie wirkte fehl am Platz, da sie als Einzige so etwas wie Ruhe und Gelassenheit ausstrahlte.
Wegen seines ungünstigen Ausblicks war der Platz neben der Alten noch frei. Beck setzte sich.
Erstmals an diesem albtraumhaften Tag kam er etwas zur Ruhe. Er sah sich um. Links von ihm saß die alte Frau, dann kamen das Treppenhaus und die Aufzüge. Die standen still und vor einem der Las ten aufzüge hing ein weißes Bettlaken mit Bügelfalten. Darüber ein Schild mit der Aufschrift »Außer Betrieb!« Wer käme denn heute schon auf die Idee, einen Aufzug zu benutzen?, überlegte Beck. Rechts von ihm, umgeben von Palmen und tief hängenden Strahlern, die in der lichtlosen Halle Sonnenlicht imitieren sollten, standen acht doppelsitzige Bänke – hellblau und mit abwaschbarem Stoff bezogen. Beck schloss die Augen. Das monotone Klappern, das von den Stricknadeln der alten Frau kam, beruhigte ihn etwas. Sein Kopf dröhn te wie ein leerer Kochtopf, der über den Steinboden in der Küche rollt. Ob die Nase wohl wieder gerade würde? Er betastete den geschwollenen Klumpen mitten in seinem Gesicht und das blutunterlaufene Auge. Selbst mit Hilfe der Finger war es nicht möglich, die Lider so weit auseinander zu drücken, dass er hätte sehen können. Salms Krawatte hatte sich dunkel verfärbt, aber die Wunden bluteten nicht weiter.
Als er vor fünf Jahren aus der Nähe von Stuttgart nach Donaueschingen kam, war Joachim Beck dreiundzwanzig. Er war allein und, wie ihm beim Anblick all der Menschen um ihn herum bewusst wur de, auch bis heute allein geblieben. Es gab hier niemanden, um den er sich Sorgen machte, keinen, der sich um ihn sorgte. Eigentlich schade. Und erleichternd! Er wohnte am anderen Ende der Stadt, in einer kleinen Dreizimmerwohnung unterm Dach. Außer einer günstigen Miete hatte die Wohnung den Vorteil, dass er von seiner erhöhten Position aus am Abend einer Frau im Nachbarhaus beim Ausziehen zusehen konnte. Wenn sie ihn ließ! Denn manchmal, so kam es ihm vor, flanierte sie zuerst absichtlich vor dem Fenster ihres hell erleuchteten Schlafzimmers, um dann, wenn sie gerade dabei war die Knöpfe ihrer Bluse zu öffnen, mit sadistischer Freude die Vorhänge langsam zuzuziehen. Sie erinnerte ihn an Manuela, seine Schwester.
Wieso war heute alles so völlig danebengelaufen? Beck dachte an Wegmann, di Sario und Meinhoff. Waren sie tot? So wie Storm? Und was war aus den anderen geworden? Interessierte es jemanden? Beck schüttelte (in Gedanken) den Kopf. Nein. Im Moment beschränkten sich die Interessen der Menschen nur noch auf das, was ihnen wirklich wichtig war. Und das waren in der Regel die Partner, Kinder und Eltern und man selbst. Wer würde da nach ein paar Polizisten fragen?
Vom Treppenhaus drang Lärm herüber. Männerstimmen.
»Du solltest zu einem Doktor gehen, Jungchen.« Die hohe, aber trotzdem angenehme Stimme der Alten tanzte im Singsang der Russlanddeutschen. »Deine Gesicht sieht nicht gesund aus.« Ihre Brille saß auf der rundlichen Nasenspitze. Sie blinzelte ihn kurz über die schmale Fassung hinweg an.
Richtig! Dr. Stiller.
»Ja. Danke.« Er stand mühsam auf und schenkte der alten Frau ein Lächeln.
»Wird bestimmt wieder gut, deine Gesicht!«, lächelte sie zurück und kümmerte sich wieder um die wirklich wichtigen Dinge.
Die Intensivstation, auf der Dr. Stiller hoffentlich arbeitete, befand sich am Ende eines schmalen Flurs. Unterwegs passierte Beck den Eingang zu den Operationssälen, die alle auf Hochtouren liefen. Beck war gerade dabei, die zweiflügelige Milchglastür zur Station aufzuwuchten, als er hinter sich Schreie hörte. Beck drehte sich um und konnte gerade noch erkennen, wie der Bodybuilder, den er im Hinterhof des Reviers glaubte abgehängt zu haben, in den Wartebereich humpelte, gefolgt von drei oder vier Männern. Die meisten von ihnen um die zwanzig oder wenig darüber. Sie lachten, während Besucher und Patienten schrien und versuchten, das Treppenhaus zu erreichen oder in die Stationsflure zurückzuweichen.
Da erkannte Beck den Jungen, der ihm in der Sparkasse seine Waffe entrissen und dann auf ihn geschossen hatte. Der Junge fuchtelte mit einer Pistole in der Luft rum. Dann zeigte einer der anderen Männer in seine Richtung!
Daniel Ritter hatte die Ärztin in der Ambulanz mit körperlicher Präsenz gebeten, ihm die Scherbe aus dem Oberschenkel zu entfernen. Seine Begleiter räumten derweil eine der Kabinen und trugen die Frau, die mit gebrochenem Bein auf der Liege lag, in den Flur. Nach der regelrechten Hinrichtung Storms vor dem Polizeirevier hatte dort einen Moment Stille geherrscht. Die Steinewerfer, vielleicht dreißig Jugendliche, starrten auf Ritter und den durchlöcherten Polizisten zu seinen Füßen. Das war etwas anderes, als sich in der Rolle des Schlächters durch ein Videospiel zu ballern! Das war keiner der blutrünstigen Filme, die nach Mitternacht liefen (Achtung! Diese Sendung ist für Zuschauer unter sechzehn Jahren nicht geeignet!)! Das hier war die Wirklichkeit! Es war real, fand statt und der Mann da auf dem Gehweg war tatsächlich tot! TOT!
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