Michael Tietz - Rattentanz

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23. Mai, 07:00 Uhr. An einem ganz normalen Frühlingsmorgen beginnt der globale Albtraum: Das weltweite Stromnetz bricht von einer Sekunde auf die andere zusammen. Sämtliche Kommunikationssysteme kollabieren, urplötzlich stürzen Flugzeuge vom Himmel, innerhalb von Stunden regieren Chaos, Gewalt und Anarchie. Es geht um das nackte Überleben in einer bis dahin unbekannten Welt – aber nur die wenigsten scheinen dieser Herausforderung gewachsen. Gibt es Hoffnung für die Menschheit oder werden am Ende nur die Ratten triumphieren?

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Kühne ließ einen Blick über die Köpfe der vielen Männer, Frauen und Kinder schweifen und sah, dass Bonhoeffers Gebet sie tief getroffen hatte. Es hatte ihnen innerhalb weniger Sekunden klargemacht, dass augenblicklich nicht unbedingt das »Warum« im Vordergrund stand, sondern eher das »Wohin«. Schweigend suchten fast dreihundert Augenpaare den Pfarrer und warteten. Der schien aber offensichtlich der Meinung, mit einem stärkenden Gebet sei vorerst sein aktiver Teil an der Veranstaltung beendet und setzte sich. In mehreren Ecken begann man zu tuscheln.

»Wer von euch hatte die Idee mit diesem Treffen?« Pfarrer Kühne erhob sich noch einmal und musterte die Dorfbewohner. Offensichtlich war er der Meinung, dass der Initiator dieses Treffens als nächster sprechen sollte

»Frieder? War doch von dir, oder?«, fragt einer aus der Runde und erntete zustimmendes Gemurmel.

»Faust?« Uwe Sigg erhob sich und brüllte durch den Saal. »He Faust, komm, sag schon, warum hast du uns zusammengetrommelt? Oder mussten wir alle kommen, um dir beim Biertrinken zuzusehen?« Sigg war mit dem Gelächter, das seine Bemerkung hervorrief, sichtlich zufrieden und setzte sich. Er strahlte und ignorierte den bösen Blick, den Faust ihm vom Tresen her zuwarf.

Mettmüller beugte sich zu Faust hinüber und flüsterte: »Komm schon, du musst jetzt irgendwas sagen, die warten alle drauf. Schließlich war das hier alles wirklich deine Idee!« Faust nickte nach kurzem Zögern und stellte die Flasche ab.

»Stimmt, es war meine Idee«, begann er und im Saal wurde es augenblicklich still. »Ich dachte …«

»Lauter!«, brüllte es aus dem Nebenraum und »Steh doch auf, Frieder!«, also erhob er sich.

»Ich dachte, ihr wisst alle wie ich aussehe«, versuchte er es noch einmal und hatte die Lacher auf seiner Seite. »Aber Spaß beiseite: es gab keinen bestimmten Grund, wenn ihr das erwartet, kein Allheilmittel, das euch jetzt verkündet wird. Ich bin genau so schlau oder dumm wie ihr alle.« Faust wartete auf einen weiteren Lacher, aber es blieb erstaunlich still. Seltsam, so vor den versammelten Dorfbewohnern zu stehen, schoss es ihm durch den Kopf. Wie groß war doch der Unterschied zu seiner Kindheit, als er, in den abgetragenen Sachen seiner Schwester und immer nach Stall riechend, der Prügelknabe des Dorfes war. Jetzt stand er vor ihnen und alle, wirklich alle hingen an seinen Lippen. Seit er die Schulzeit − und damit seine stotternden Gedichtrezitationen − hinter sich gelassen hatte, war er jeder Menschenansammlung, bei der er eventuell etwas hätte sagen müssen, konsequent aus dem Weg gegangen. Aber jetzt fühlte er sich ruhig und erstaunlich sicher.

»Weißt du, wann der Strom wieder angestellt wird?« Die Frage kam von Hildegund Teufel. Mit ihren siebenundachtzig Jahren lief sie immer noch täglich durch das halbe Dorf und holte ihr Kännchen Milch direkt vom Bauern. Und mit den zwei Gehstöcken, von denen keiner genau wusste, ob sie diese wirklich brauchte, war sie allen Hunden im Dorf ein permanenter Dorn im Auge und für alle Kinder das Sinnbild einer Hexe schlechthin.

»Das wüssten wir alle gern!«, antwortete statt Frieder Martin Kiefer, Eva Segers erster Mann. Er erhob sich. Als einziger Bonndorfer war er heute in Wellendingen geblieben und keiner wusste genau warum. Schließlich gab es hier nichts, was ihn halten konnte. Jetzt räusperte er sich und kletterte auf einen Stuhl. »Viel wichtiger finde ich die Frage, wer hier, bis alles wieder geregelt läuft, das Sagen hat! Schließlich«, er musste die Stimme erheben, um die Zwischenrufe zu übertönen, »schließlich muss jemand Entscheidungen treffen und planen, was als Nächstes zu tun ist und was nicht.«

»Und warum sollten wir das nicht gemeinsam können?«

»Genau! Und wir brauchen bestimmt keinen Bonndorfer, der hierherkommt und uns erzählt, was wir als Nächstes zu erledigen haben!«

»Wärst du wohl gern, unser Bürgermeister oder so?«

»Ruhe!« Frieder Faust war auf den Tresen geklettert. »Ruhe! Jetzt seid bitte einen Moment ruhig!« Langsam wurde es still im Saal. »Es bringt nun wirklich nichts, wenn wir hier übereinander herfallen und uns zerfleischen!« Zustimmendes Gemurmel. »Sicher, das was Martin eben gesagt hat, ist bestimmt nicht unser dringlichstes Problem, aber sollte sich die Lage in zwei oder drei Tagen nicht wieder normalisiert haben, steht dieser Punkt schon auch auf der Tagesordnung.« Er sprang von seinem Podium und nahm einen Schluck, wobei ihm Susannes missbilligender Blick nicht entging. Seine Frau und die kleine Lea Seger standen Hand in Hand nahe beim Ausgang und ließen ihn nicht aus den Augen.

Lydia Albicker unterbrach ihn. »Aber mal was anderes.« Sie erhob sich und klopfte dabei etwas Stroh aus ihrem Kittel. Sie und ihr Mann waren die Letzten im Ort, die noch eine Vollerwerbslandwirtschaft be trieben. Es war Lydia anzumerken, dass sie ihren Mann nur ungern mit den Tieren allein gelassen hatte und alle wussten, dass der seit einem kleinen Schlaganfall im vergangenen Jahr im Stall keine große Hilfe mehr war. Als ob sein linkes Bein keine Lust mehr hätte, seinem Besitzer in angemessenem Tempo zu folgen, hing es wie ein Bremsklotz an Andreas Albicker und brachte ihn regelmäßig zu Fall.

»Ich könnte Hilfe im Stall gebrauchen, wenn wir nicht bald wieder Strom haben.« Wie unangenehm es ihr war, hier das Wort zu ergreifen, sah man der Frau deutlich an. Ihre sonst schon roten Wangen glühten und sie sah zu Boden, als sie weitersprach: »Die Melkanlage geht nicht mehr und Andreas und ich, wir schaffen es nicht, vierzig Kühe von Hand zu melken.«

»Weiß hier noch jemand, wie man Kühe melkt?«, fragte Frieder in die Runde. Wenige, vor allem Ältere, hoben die Hand.

»Und abgeholt hat heute auch keiner unsere Milch. Also wenn ihr was braucht, könnt ihr ja kommen. Müsst nur einen Eimer oder Flaschen oder so mitbringen.« Schnell setzte sie sich wieder.

»Stimmt es, dass in Donaueschingen geplündert wird?«

»Wie sieht es in der Schweiz aus? Haben die noch Strom?« Frieder bat Anne Gehringer und Bardo Schwab, zu berichten. Während Anne von einer ausgeraubten Bank und anderen Plünderungen erzählte, musterte Faust all die vielen Gesichter, von denen er die allermeisten seit seiner Kindheit kannte und in denen jetzt Angst und Sorge standen. Er sah Susanne, Lea hing an ihrer Hand. War Eva noch immer nicht aus Donaueschingen zurück?

Was Anne und Bardo berichteten, war nicht dazu angetan, die Menschen zu beruhigen oder Hoffnung zu verbreiten. Woanders, so die Quintessenz, sah es bedeutend schlimmer aus. Aber warum sollte es nicht auch hier schlimmer werden?

»Aber ich habe heute Nachmittag einen Arzttermin in Waldshut.« Georg Sattler, zweiundsiebzig, war seit seiner Jugend Diabetiker und musste sich vor jeder Mahlzeit spritzen. »Mein Insulin ist fast alle.«

»Vielleicht bekommst du in Bonndorf was«, schlug Mettmüller vor.

»Ich will nachher sowieso rüberfahren, wenn du willst, kannst du mitkommen.«

Sattler nickte.

»Mein Mann ist noch in Freiburg. Weiß jemand, wie die Lage in Freiburg ist und ob die B31 frei ist?«

Lea hörte nur mit halbem Ohr zu. Kuhstall, Insulin, Freiburg …sie verstand nicht, worüber die Erwachsenen sprachen. Sie wollte nur wissen, wann ihre Mutter endlich wieder bei ihr wäre. Aber keiner konnte dem Kind darauf antworten.

Wo mochte sie jetzt sein? Ging es ihr gut?

Lea zog an Susannes Hand. »Ich hab Hunger!«

»Gleich, Liebes. Wenn wir hier fertig sind, gehen wir heim und ich koche uns etwas. Versprochen!«

Kochen? Womit? Aber das behielt Susanne für sich.

14:32 Uhr, Wellendingen, Trümmerfeld Hardt

Eckard Assauer, Professor für mittelalterliche Geschichte und Freizeitarchäologe, saß, mit dem Rücken an einen Felsblock gelehnt, inmitten blühender Orchideen. In seinen Armen hielt er ein vertrauensvoll lächelndes Kind. Seinen Enkelsohn.

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