Gabriele Behrend - HUMANOID 2.0

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HUMANOID 2.0: краткое содержание, описание и аннотация

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Wann sind wir menschlich? Wann funktionieren wir wie Maschinen? Und wie beeinflusst uns eine Zukunft, in der alles möglich scheint?
In diesen Geschichten geht es um die Menschlichkeit, die unser Denken und Handeln bestimmt, eingepflanzt in nicht näher definierte, nicht allzu ferne Zukunftsszenarien. Es geht um Beziehungsmuster, um funkelnden Ruhm und das große Scheitern. Die vorliegende Neuausgabe enthält fünf zusätzliche Texte.
Da verschmelzen zwei Sterbende zu einem Leben, da wird ein Büroangestellter zum Pulverfass, ein Ehemann mit einem Androiden ruhiggestellt; da treffen sich zwei auf einem verwüsteten Feld, da wird die Socialista zur Kraftquelle, da weiß einer nicht mehr ob Mensch, ob Maschine. Da planen Stellvertreter den großen Coup, tanzt einer um sein Leben, verpuppt sich eine in Schokoladenpapier, erweckt eine die andere zum Leben, bangt eine um ihre Seele. Da malen sich Lügen aufs Textil, da stellt sich eine ihrer Vergangenheit. Da wird eine Gemeinschaft wieder belebt, da geht es um den großen Showakt, wird Langeweile zur neuen Todesart.

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Nach einer weiteren Dreiviertelstunde und der Konsultation zweier Informationstafeln drang ich in das berüchtigte Viertel vor. Bei dem Anblick der ungepflegten Gegend schrillte mein spezieller Nerv grell auf. Hier begann das Abenteuer, welches ich freudig erwartete. Der Schweiß schien vergessen. Die Sohlen der italienischen Maßschuhe aus dem Versand schienen wieder fester zu werden. Die Schmerzen pflastermüder Füße schwanden. Ich spürte, wie das Adrenalin durch meine Adern pulsierte. Das war das Leben, ja – und ich war mittendrin!

Aber je länger ich der Stichstraße folgte, die mich in das Herz meines Babylons bringen sollte, desto mehr widerte mich an, was ich sah. Schmutz quoll aus Mülltonnen, dreckiger Putz bröckelte entgegen jeder Bauvorschrift auf den Gehweg, und die Schatten häuften sich. Sie lebten, dessen war ich mir schon bald sicher. Ich wollte nicht genau hinsehen, aber dort wo ich die Augen verschloss, roch ich die Realität. Dort, wo ich den Atem anhielt, um den Pesthauch erfolgreich zu ignorieren, hörte ich unflätige Worte ungewaschener Frauen, die ihre Körper obszön an Straßenlaternen rieben. Ich wollte flüchten. Ich wollte zurück in die geheiligte Einsamkeit meiner Welt, in der alles entlang unsichtbarer Linien ausgerichtet war. Ich beschloss, umzuplanen. Als rationelles Wesen war ich schließlich flexibel genug, die Situation meinen geänderten Bedürfnissen anzupassen, und das bedeutete für mich: heim, nur heim.

Doch ich musste feststellen, dass ich mich verirrt hatte. Die Straßen – verwinkelt, verdunkelt, verschlagen – taten sich verschwörerisch zusammen. Häuser flossen zu festen Wällen zusammen, die mir den Weg und die Luft zum Atmen nahmen. Die Hitze verstärkte sich. Der Schweiß tropfte von meiner Stirn. Er sammelte sich im Hemdkragen, um von dort aus den Rücken hinunterzufließen. Ich spürte, wie sich der Filz der Gegend auf mein Gemüt legte. Er griff mit Spinnwebfingern nach mir, und alles, was mir blieb, war der nächste Schritt: weitergehen, weitergehen. Sonst würde ich in ihm versinken. Es gab kein Entrinnen.

Ich konzentrierte mich auf zwei Dinge. Das eine war die Suche nach einer Bushaltestelle, von der aus ich hinausgelangen würde – das andere war die Sprecherin der Hauptnachrichten. Auf sie griff ich immer zurück, wenn Unordnung, Schmutz oder Chaos mich zu übermannen drohte. Ich dachte an die Symmetrie ihres Haarschnitts, den ungeduldigen, unnachgiebigen Schwung ihrer Lippen, die glasklare Intensität ihrer Augen, und schon hatte ich ihre strenge, eiskalte Stimme im Ohr. Es war egal, welche Meldungen sie verlas. Das war schon immer egal gewesen. In meiner Fantasie waren es stets andere Worte, die sie zu mir sprach, nur zu mir.

Für einen Moment ging es mir durch diese Gedanken besser. Dann prallte ich erneut gegen die Mauer aus Schmutz und Verwahrlosung. Dabei bemerkte ich, dass die Gassen in diesem Bezirk menschenleer waren. Der Lärm war zurückgetreten, als ob selbst er sich nicht an diesem gottverlassenen Flecken aufhalten wollte. Ich fühlte mich wie ein kleiner Junge, den seine Eltern im Kaufhaus aus den Augen verloren hatten. Es war beklemmend. Und peinlich. Nebenbei bemerkt hielt ich nichts von den Kaufhäusern mit ihrem Überangebot, das nur darauf ausgelegt war, den Geist in kleine Stücke zu zerschlagen. Das war keine Jagd mehr. Da wurden die Trophäen zu Seelenfressern.

Aber das war mir in jenem Moment herzlich egal, denn plötzlich verspürte ich zu allem Überfluss, den heftigen Drang zu urinieren. Meine erste Reaktion war Scham. Auch wenn alles um mich herum so roch, als sei ich der einzige Mensch, der mit der Absenz einer öffentlichen Bedürfnisanstalt ein Problem hatte, wollte ich dieser Regung nicht nachgeben. So tief sinkt kein Schwein, dass es seinen Stall beschmutzt. Das hatte ich irgendwo einmal gelesen. Die Geschichte vom sauberen Schwein. Sie hatte mich beeindruckt.

Ich hatte also keine Wahl. Ich musste eines der Lokale aufsuchen. Es war ein Hohn – die Aussicht, genau das zu erleben, hatte mich noch vor ein paar Stunden elektrisiert. Jetzt widerte es mich an. Aber ein Zwang ist ein Zwang und dem muss man sich beizeiten beugen. Also klemmte ich meinen Schritt ein und ging die Straße weiter hinunter, während ich mich gleichermaßen verfluchte und bedauerte.

Es war schwer, hier eine Lokalität zu finden, die noch betrieben wurde. Ich passierte mehrere Spelunken, die, wollte man dem Gilb der Anzeigen glauben, seit Jahren zur Vermietung ausgeschrieben waren, bis ich schließlich vor einem Lokal mit blinden Fenstern stehen blieb. Meine ausgedörrte Kehle japste nach Wasser, meine Blase schrie ihren Protest in mein Hirn, und ich selbst halluzinierte von einem bescheidenen Kartentelefon, von dem aus ich ein Taxi rufen könnte. Busse schienen hier nicht zu verkehren.

Als ich hineinging, lavierte ich am Rand des klaren Denkens. Mir war nur eben so viel bewusst, dass ich einen schlampigen Anblick bieten musste, und ich nicht darauf erpicht war, dass man mich so sah. Aber diese Gedanken kapitulierten angesichts meiner Nöte, als ich in das Halbdunkel der Kneipe eintauchte. Ich murmelte einen höflichen Gruß Richtung Tresen und schob vorsichtshalber eine Bestellung hinterher. Das war die Daseinsberechtigung in diesen Räumen – ein Glas Wasser sollte mir als Eintritt dienen. Umsonst war nur der Schlaf. Irgendwie torkelte ich in das versiffte Klo. Irgendwie schaffte ich es, den Reißverschluss zu öffnen. Mit einer Hand stützte ich mich an der Wand ab, die andere lenkte den Strahl dorthin, wo er gut aufgehoben war. Erleichterung durchflutete meinen Körper, als ich mich in das vor Dreck starrende Pissoir ergoss. Sie sprang kalt an meiner Wirbelsäule hoch und ließ mich zittern, bevor sie, in ein seltsames Glücksgefühl transformiert, mir ein tumbes Grinsen in die Züge meißelte. Es war alles gut.

In meiner sanften Euphorie veränderte sich meine Wahrnehmung. Ich wurde friedlich, richtiggehend salbungsvoll. Meine Gelassenheit kehrte mit jedem Atemzug zurück. Die Umgebung war nicht länger beklemmend. Ich schaffte es, über den Dreck hinweg zu sehen. Ich vollbrachte das Kunststück, den Geruch weitestgehend zu ignorieren. Ich atmete tief in der Gewissheit durch, die einzige rustikal-malerische Oase gefunden zu haben, die den Schlüssel zu meiner Misere und obendrein etwas Seelenfrieden als Gratisbeigabe bereithielt. Als ich die Tür in der Absicht öffnete, geläutert in die menschliche Gemeinschaft zurückzukehren, begleitete der von innen steckende Toiletten-Schlüssel mein Ansinnen mit einem fröhlichen Scheppern.

In gehobener Stimmung betrat ich den Gastraum und schlenderte lässig zum Tresen hinüber. Das Etablissement war spärlich besucht. Kaum jemand schien meine Anwesenheit zu registrieren. Das Wasser wartete bereits auf mich. Der Wirt hatte den Eichstrich ignoriert – vielleicht hatte er ihn der schmierigen Abdrücke wegen nicht erkennen können. Doch statt auf meinem Recht zu bestehen, empfand ich diesen Versuch der Bilanzschönung in seiner Unschuld direkt erheiternd. Und so nahm ich demonstrativ einen großen Schluck, in dem Wissen, dass ich wohl der einzige liquide Mensch in diesem Raum war – eine Rarität sozusagen. Ich nickte dem Wirt gönnerhaft zu und rückte mich auf dem Barhocker in eine bequeme Position. Gerade als ich – wieder die verlockende Stimme der Sprecherin im Ohr – den Wirt nach einem Telefon fragen wollte, bewegte sich ein Schatten neben mir.

»Hast du eine Kippe über?« Ein Mädchen hatte sich an mich herangeschoben. Ein unschuldiges Gesicht, ein bittender Blick aus schwarzen Augen unter mausbraunen Ponysträhnen schwebte über einer knabenhaften Figur. Natürlich gab ich ihr eine. Ich selbst rauchte zwar nicht, führte als Gentleman aber stets eine Schachtel Zigaretten mit mir. Man konnte ja nie wissen.

»Feuer auch?« Ich nickte und nestelte Streichhölzer aus der Innentasche. Natürlich hätte ich sie auch sofort anbieten können, aber ich wollte noch einmal die Bitte in ihren Augen aufflackern sehen, wollte noch einmal die unterwürfige Stimme hören.

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