Gabriele Behrend - HUMANOID 2.0

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HUMANOID 2.0: краткое содержание, описание и аннотация

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Wann sind wir menschlich? Wann funktionieren wir wie Maschinen? Und wie beeinflusst uns eine Zukunft, in der alles möglich scheint?
In diesen Geschichten geht es um die Menschlichkeit, die unser Denken und Handeln bestimmt, eingepflanzt in nicht näher definierte, nicht allzu ferne Zukunftsszenarien. Es geht um Beziehungsmuster, um funkelnden Ruhm und das große Scheitern. Die vorliegende Neuausgabe enthält fünf zusätzliche Texte.
Da verschmelzen zwei Sterbende zu einem Leben, da wird ein Büroangestellter zum Pulverfass, ein Ehemann mit einem Androiden ruhiggestellt; da treffen sich zwei auf einem verwüsteten Feld, da wird die Socialista zur Kraftquelle, da weiß einer nicht mehr ob Mensch, ob Maschine. Da planen Stellvertreter den großen Coup, tanzt einer um sein Leben, verpuppt sich eine in Schokoladenpapier, erweckt eine die andere zum Leben, bangt eine um ihre Seele. Da malen sich Lügen aufs Textil, da stellt sich eine ihrer Vergangenheit. Da wird eine Gemeinschaft wieder belebt, da geht es um den großen Showakt, wird Langeweile zur neuen Todesart.

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Der Wind treibt in heißen Schwaden ein körniges, raues Sterben heran. Ich spüre es. Ich empfange es. Es gleicht zu sehr meinem eigenen Sterben. Das letzte Aufbäumen hat mich fast alles gekostet, das ich noch besaß. Es bleibt keine Kraft mehr zum friedlichen, unbewussten Hinübergleiten. Ob es den anderen, die vor mir gegangen sind, ähnlich ergangen ist? Doch was würde mir eine Antwort jetzt noch bedeuten? Könnte sie mir Trost spenden? Nein, denn dies ist mein Erleben. Niemand der mir nahe steht, könnte jetzt noch etwas ändern. Aber bitte, bitte, lasst mich nicht allein … spürt ihr nicht, dass ich bereit bin zu empfangen?

Alles ist stumm. Alles ist Schweigen. Bin ich tot? Ich spüre Feuchtigkeit unter mir. Ich spüre ein schlammiges Nest unter meiner Hülle. Die lauwarme Nässe dringt durch den Riss meiner Hülle in mich ein. Es ist nicht der kristallene Tau meiner inneren Steinwelt. Es ist ein dunkles, glattes Laken, das sich an meine geschundenen Stacheln schmiegt. Ich bin zu schwach, um mich dagegen zu wehren …

Ich umarme dich, Fremder. Ich kenne dich nicht. Aber du bist hier. Wer weiß, wer dich geschickt hat, wer weiß, wozu es gut sein soll. Nimm mich auf, beschütze mich, denn ich bin zu schwach, um in diesem Moment allein zu sein.

Was bist du? Ich kenne dich nicht. Willst du mein Leben? Das gebe ich dir, denn ich bin zu schwach, um es noch länger zu beschützen.

Ich will nicht dein Leben. Ich will deine Nähe. Nur für einen Moment.

Warum?

Damit ich geben kann, was ich zu geben habe …

Ich bin kein Freund.

Ich bin kein Feind.

Die Sonne küsst die Dunkelheit zum Abschied. Sie schiebt sich über die Kämme der Dünen, die sich friedfertig zum Horizont hin öffnen. Ich lebe noch. Vorsichtig fahre ich die Stacheln heraus. Der Schmerz ist verschwunden. Der Riss ist geheilt. Der Sand in mir ist gebunden, eingehüllt. Und alles, was bleibt, ist ein Lachen in mir, das mir fremd ist. Und gleichzeitig so vertraut, als ob es schon immer in mir gewesen wäre. Ich weiß, dass der Tod um mich war. Ich weiß, dass der Tod in mir ist. Doch es ist nicht der meine. Die Nacht hat ihre Spuren hinterlassen. Ich frage mich, wann sie in mir wirken werden.

Feierabend

Ich streckte mich ausgiebig lehnte mich entspannt in meinem Sessel zurück und - фото 2

Ich streckte mich ausgiebig, lehnte mich entspannt in meinem Sessel zurück, und sah zufrieden aus der dreizehnten Etage des Stahlturms, den ich nun schon seit acht Jahren pünktlich morgens um neun Uhr betrat, um ihn ebenso pünktlich um siebzehn Uhr fünfzehn wieder zu verlassen. Ich liebte dieses Gebäude. Es war mit seinen klar definierten Linien ein Muster, das sich tief in meinem Leben verankert hatte. Die Größe, die Klarheit, die Stahlstreben, an denen sich das Sonnenlicht fing, um in die Fensterfronten einzufallen – das war eine Umgebung, in der ich mich wiedererkannte. Inzwischen hatten sich meine Wege unsichtbar und unabänderlich in die Marmorplatten der Eingangshalle eingegraben. Die Fahrstühle brachten mich freiwillig zu den Ebenen, auf denen ich mich mit festem Schritt bewegte. Die Rezeption grüßte mich mit dem gewissen Hauch Vertraulichkeit, den man nach soviel Jahren der Beständigkeit erwarten durfte. Die Damen waren stets auf eine humorvolle Art freundlich. Dabei blieben sie jedoch herrlich distanziert, sodass ich mich immer erkannt, aber niemals belästigt fühlte. Die Dame vom Buffet las meine Wünsche vom Wochentag ab, und so war es nicht verwunderlich, dass ich mich in diesem Glaspalast wohlfühlte.

Es hatte nur einmal Unannehmlichkeiten gegeben. Das war vor fünf Jahren, als die gesamte Abteilung vom achten in den dreizehnten Stock umgezogen war. Ich hatte volle vier Tage gebraucht, um mich zu akklimatisieren. Noch Jahre später erinnerte ich mich nur ungern an die verschiedenen Male, in denen ich der Gewohnheit folgend im achten Stock ausgestiegen war. Es war enervierend gewesen – nicht jeder Mitarbeiter des Hauses verfügte über die Souveränität, die einen respektvollen Umgang miteinander gewährleistet.

Nichtsdestotrotz, ich hatte Feierabend und was vergangen war, war vorbei. Schnee von gestern. Im Übrigen war es ein wunderschöner Spätnachmittag, und alles in mir drängte hinaus. Das verwunderte mich inzwischen nurmehr geringfügig, denn dieser nicht näher bezeichnete Trieb hatte schon seit ein paar Tagen in mir gewühlt. Bislang hatte ich ihn geflissentlich ignoriert, denn Triebe waren nur bei Tieren, die es nicht besser wussten, akzeptabel. Ich war kein Tier. Ich war ein denkendes Individuum, gesegnet mit den Gaben der Logik und der Planung. Da dieser ungefragte Drang in mir jedoch recht angenehm – wenn auch ungewohnt – war, beschloss ich in einem Anflug von Leichtfertigkeit, ihm an diesem Tag nachzugeben.

Wir wissen ja seit geraumer Zeit, dass nur die Balance zwischen Ratio und Anima Produktivität gewährleistet. In kleinen Dosen ist die Unvernunft also der geistigen Gesundheit durchaus zuträglich. Diese Binsenweisheit und der Umstand, dass zwei freie Tage vor mir lagen, ließen mich vielleicht etwas überreagieren. Also zog ich in gespannter Vorfreude mein Sakko an, knöpfte es ordentlich zu – so wie jeden Tag –, ergriff meine Aktentasche und verließ das Büro. Auf dem Weg zum Fahrstuhl sah ich noch einmal bei Frau Statzer vorbei, um ihr ein ruhiges Wochenende zu wünschen und um einen letzten Blick auf sie zu werfen.

Ich stellte an ihrem Verhalten fest, dass mein befremdliches Ansinnen nicht den Weg in meine Gestik oder Mimik gefunden hatte. Sie sah in mir immer noch denselben soliden Kerl, der ihr am Morgen höflich die Tür geöffnet hatte. Sie hatte keine Ahnung, was ich vorhatte. Das trieb meine Erregung auf ein höheres Niveau, und ich fantasierte mich in die Rolle eines Geheimagenten, der per se ein Meister der Täuschung war. Draußen, auf dem menschenleeren Flur, gestattete ich mir ein verhaltenes Grinsen. Selbst die Hand in der Hosentasche ballte sich kurz zu einer Siegesfaust, aber diese Regung unterband ich, so schnell ich konnte. Aggressive Gesten gehörten einfach nicht zu meinem Repertoire.

Als ich aus dem Gebäude trat, lockerte ich als Erstes meine Krawatte. Das war mir eigentlich zuwider, doch heute genoss ich diesen Anflug rebellischer Freiheit. Sodann knöpfte ich das Sakko auf und labte mich an einem Luftzug, der sich verspielt in das Futter verirrte. Um ehrlich zu sein, wusste ich nicht, wohin ich mich wenden sollte. Ich kannte mich mit den verwegenen Flecken dieser Stadt nicht gut aus. Aber dann erinnerte ich mich an die prahlerischen Geschichten meiner Kollegen, die sie auf dem Flur wie Trophäen herumreichten. Dabei war die Adergasse immer wieder genannt worden: Sie schien das neue Babel zu sein. So war es nur logisch, dass ich sie zum Ausgangspunkt meiner Mission erkor. Meine Nerven spielten ein schnelles, grelles Tremolo. Ich war bereit.

Bereits nach einer Stunde begann mein Enthusiasmus, bedenklich zu bröckeln. Ich sehnte mich nach der kühlen Luft meines Büros zurück. Der Lärm brandete an mein Trommelfell, das an nur wenig mehr denn das Summen des Ventilators oder das Flüstern meiner Hi-Fi-Anlage gewöhnt war. Selbst in meinem Elfenbeinturm hatte ich manchmal ein Problem mit den Menschen um mich herum, doch normalerweise war die Schar dort übersichtlich, und ich hatte meine Wege mit Bedacht eingerichtet, um ihnen nicht in Rudeln zu begegnen. Zudem hasste ich es, in der Menge unterzugehen – und genau das geschah, als ich mich zwang, so gelöst durch die Innenstadt zu schlendern, wie es alle anderen scheinbar waren. Ich hatte den Verdacht, dass die namenlose Menge daran mehr Spaß hatte als ich. Kurz überlegte ich, ob ich umkehren sollte. Noch waren die Häuser und Gassen halbwegs bekannt. Aber dann dachte ich an diesen namenlosen Trieb, dem ich Raum geben wollte. Ich dachte an die Entscheidung, die ich gefällt hatte. Damit war die Frage beantwortet: Ich würde weitergehen.

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