Michael Jansen - Bilder der Levante

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Bilder der Levante ist ein Porträt des Nahen Ostens in Momentaufnahmen, in Begegnungen und Geschichten. Schauplätze sind Beirut, Jerusalem, Gaza, Kairo, Damaskus, Aleppo, Bagdad, Orte, die die Journalistin Michael Jansen seit 1961 immer wieder besucht. Beim Lesen verdichtet sich ihre Erzählung; sie legt Verbindungen und historische Hintergründe offen, und gerade die persönliche Dimension entwickelt in ihr einen unglaublichen Sog. Das Buch beginnt mit Szenen aus Kairo 2011 während des Arabischen Frühlings. Und auf nur fünf Seiten, mit großer Lust geschrieben, bekommt der Leser eine Tiefenbohrung in die ägyptische Geschichte präsentiert, die über die sechziger Jahre bis ins 13. Jahrhundert zurückreicht und einen wachgerüttelt und neugierig geworden zurücklässt. Das Buch ist gleichermaßen eine Autobiografie vor dem Hintergrund des Nahostkonflikts wie eine Langzeitreportage über eben diesen Konflikt und all seine Auswüchse im turbulenten 20. und frühen 21.Jahrhundert. Erklärungen gibt Michael Jansen zwischen den Zeilen. Die Art, wie sie die Leserin, den Leser an ihren Beobachtungen teilnehmen lässt, vermittelt Erfahrung und ein tiefes Verständnis für die arabische Welt.

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Tabarja und Antelias, Libanon, 13. April 1975

Ich weiß nicht mehr, warum John und Peggy Carswell ihr Ostermahl in diesem Jahr laut orthodoxem Kalender eine Woche zu früh veranstalteten. Wir kamen in Tabarja unter einem schiefergrauen Himmel zusammen. Das alte libanesische Haus mit seinen hohen Decken war recht karg, außer dem alten, ausgestopften Babyelefanten im Salon. Es gab Lammbraten mit Reis, der blau, rosa und gelb gefärbt war, nach einem mittelalterlichen Rezept, das John in einem uralten Buch im British Museum gefunden hatte. »Ich habe das Schaf aus Aleppo geholt. Beim Gottesdienst habe ich mich in die erste Reihe gesetzt«, witzelte John und sein borstiger Schnurrbart zuckte über seinem feinen Lächeln. Zum Abschluss des Mahls gab es reichlich Gorgonzola, Birnen und Rotwein. Ein feiner Regen setzte ein.

Als es dämmerte, fuhren wir auf der Küstenstraße in Richtung Süden nach Beirut. Hinter Antelias mussten wir immer wieder anhalten. Kontrollpunkte. Soldaten. Raue bewaffnete Männer in Zivil. Godfrey schaltete das Autoradio ein und wir hörten gerade noch das Ende einer Nachrichtenmeldung. »Dreißig Palästinenser und mindestens vier Christen wurden getötet, in Ain-el-Remmaneh sind Unruhen ausgebrochen …« Der Moderator zählte die betroffenen Viertel auf, als handele es sich um den Wetterbericht.

Das Massaker von Ain-el-Remmaneh war der Höhepunkt monatelanger Spannungen und gewaltsamer Zwischenfälle, die mit Streiks einhergingen. Im Dezember 1974 hatte das Fischereiunternehmen des ehemaligen Präsidenten Camille Chamoun versucht, vor der Küste von Sidon ein Monopol zu errichten, was zu Fischerprotesten im Süden von Beirut geführt hatte, die sich bis in den Norden ausbreiteten. Am 26. Februar 1975 organisierte der charismatische Abgeordnete Marouf Saad in Sidon Massenproteste. Als Saad in der ersten Reihe der Demonstration mitmarschierte, wurde er angeschossen – es hieß, von einem Armeescharfschützen – und starb eine knappe Woche später. Seine Beisetzung am 7. März brachte das sunnitisch geprägte Sidon und Saads Verbündete in den nahegelegenen palästinensischen Flüchtlingslagern gegen die maronitisch dominierte Oberschicht auf.

Am Tag, als Maryas Schule geschlossen wurde, schickte Godfrey seinen ersten Bürgerkriegsbericht an den Economist .

Beirut, Libanon, Februar 1976

»Lass uns bei Brahim vorbeischauen, wenn wir in der Stadt sind«, sagte Godfrey, als wir auf der Schnellstraße nach Beirut fuhren. Wir stellten das Auto vor dem Farid-el-Atrache-Nachtclub in Raouché ab und gingen in die Lobby des schäbigen Wohnblocks. Bevor wir die Treppe zu Brahims Wohnung hätten hinaufgehen können, hielt uns der Concierge an. » Ustad *Brahim ist im Universitätsspital.« Seit wann? »Seit drei Tagen.«

Auf dem Fußboden vor seinem Krankenzimmer stand ein großer Blumenstrauß. Im Bett saß ein Mann mit verbranntem, verquollenem Gesicht, die Hände verbunden, den Körper mit einem leichten Tuch bedeckt. Er krächzte eine Begrüßung. »Das wussten wir nicht«, sagte Godfrey. Marya wich entsetzt zurück, ich sagte nichts. Er war nicht wiederzuerkennen.

Jemand, ich weiß nicht mehr, wer, erzählte uns, Brahim sei in die Zeitungsredaktion der irakischen Baath-Partei gegangen, eben in jener Nacht, als die Syrer zuschlugen. Als der Chefredakteur an seinem Schreibtisch umgebracht wurde, war Brahim schon in den Keller gegangen, um sich die arbeitenden Druckerpressen anzusehen. Er liebte den Geruch der Druckertinte, das Zischen und Klappern der Pressen. »Die Syrer haben über eine Rampe Benzinfässer in den Keller gerollt. Jeder, der fliehen wollte, wurde erschossen. Brahim hat sich auf dem Boden zusammengekauert, unter dem Rauch, bis er sich wieder hinaustraute. Die Blumen sind vom syrischen Informationsminister.«

Wir fuhren mindestens jeden zweiten Tag nach Beirut. Brahim erholte sich allmählich, sein entzündetes Gesicht nahm wieder seine normale Größe und Form an; den verbrannten Körper wuschen wir ihm mit kaltem Wasser. Christianne, seine Frau, kam aus Kairo, ebenso Jacqueline, seine zweite Ehefrau. Seine Lebensgeister kehrten zurück, aber das Krankenhausessen konnte er nicht ausstehen. Ich kochte Rahmspinat und machte Götterspeise aus frischgepresstem Orangensaft, weiche Speisen, die nach etwas schmeckten. Brahim wurde stärker und machte wieder Witze. Er redete mit Godfrey über den Krieg. Gerade, als er zu genesen schien, fanden wir ihn eines Tages auf der Intensivstation, an Maschinen angeschlossen; er atmete röchelnd. Godfrey setzte sich zu ihm und hielt seine Hand, bis er starb. Der Arzt sagte, wenn er kein Raucher gewesen wäre, hätte er vielleicht überlebt.

Brahim war einer von Godfreys ältesten und engsten Freunden. Sie hatten sich in Kairo kennengelernt, während Godfreys erster Entsendung als Presseattaché in der ersten ägyptischen Vertretung des unabhängigen Indiens. Wie Muhammad Sid Ahmad – und so viele andere junge Ägypter damals – war auch Brahim Kommunist gewesen. Er war ein erstaunlicher Mann, hatte in der Koranschule Arabisch lesen und schreiben gelernt, sich aus den Hintergassen Alexandrias emporgekämpft und im Hafen gearbeitet. Dort hatte er sich selbst nach und nach mit einem Wörterbuch Englisch beigebracht. Als er in einer Razzia gegen Linke der vorrevolutionären ägyptischen Polizei festgenommen werden sollte, setzte Godfrey, damals indischer Presseattaché in Kairo, ihn in ein Flugzeug nach Indien, mit der Aussicht auf einen Job beim arabischsprachigen Programm von All India Radio. Als den Ägyptern klar wurde, dass Brahim an Bord war, befahl der Fluglotse dem Kapitän, zurückzukehren. Der weigerte sich, da er den ägyptischen Luftraum bereits verlassen hatte. In Indien lernte Brahim Christianne kennen, und sie heirateten. Unter Nassers republikanischem Regime saß er sieben Jahre im Gefängnis, arbeitete dann für verschiedene Medien und verließ Ägypten schließlich, um als Korrespondent für eine jugoslawische Zeitung zu arbeiten.

Godfrey floh trauernd aus Beirut nach Jerusalem. Ich schnitt Zweige vom Mandelbaum in unserem Garten in Schemlan und legte sie, auf einer Moscheetreppe in Südbeirut, auf Brahims Sarg. Dann brachte Christianne ihn zur Beisetzung nach Hause nach Kairo, in die Stadt, die er einst verlassen hatte.

Beirut, Libanon, März 1976

Wir fuhren nach Beirut, damit Marya für ein paar Tage ins Collège Louise Wegmann gehen konnte; den Campus in Bchamoun bei Schemlan hatte das Collège geschlossen. Wir zogen in eine enge Wohnung beim alten Leuchtturm am Ende der Hamrastraße. Die Wohnung gehörte den Eltern unserer Nachbarin Penny und lag nah bei der Schule. Im Smith’s-Supermarkt kauften wir Lebensmittel und Kerzen, bezogen die Betten mit mitgebrachter Wäsche und stellten uns auf Stromausfälle ein, die es in Schemlan nicht gab. Nachts hörten wir, wie Plünderer die Metallgitter der Geschäfte aufrissen, eines nach dem anderen, und die Straße heraufkamen, bis sie unter unserer Wohnung waren. Marya schlief weiter, aber Godfrey und ich lagen wach und machten uns Sorgen, sie könnte aufwachen und Angst bekommen.

Eines Abends saßen wir auf dem Balkon und sahen auf dem Fernsehgerät der Nachbarsfamilie die Nachrichten, als ein Offizier das Fernsehstudio betrat, sich auf einen Stuhl an Nicole Maillards Tisch setzte und seine Pistole auf den Tisch legte. Nicole war sprachlos. Sie war eine enge Freundin, arbeitete damals als Fernsehmoderatorin und sprach die Frühnachrichten im Radio.

Der Mann stellte sich als Abdel Aziz al-Ahdab vor, Kommandant der Militärgarnison von Beirut, und ernannte sich selbst zum zeitweiligen Militärgouverneur Libanons. Er forderte den Rücktritt von Präsident Suleiman Frangieh und Premierminister Raschid Karami. Ahdab sagte, er wolle verhindern, dass die Armee in konfessionelle Fraktionen zerfalle, und Libanon von seinem einjährigen Bürgerkrieg befreien – in der Zeit bombardierten Milizen Beirut, entführten Zivilisten, plünderten, teilten die Stadt in einen christlichen Osten und einen multikonfessionellen Westen auf und schossen auf jeden, der von einem Sektor in den anderen wollte. Die Regierung sei gelähmt und könne nichts tun, um dem Chaos Einhalt zu gebieten, die Bevölkerung zu schützen oder die Armee aufrechtzuerhalten.

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