Michael Jansen - Bilder der Levante

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Bilder der Levante ist ein Porträt des Nahen Ostens in Momentaufnahmen, in Begegnungen und Geschichten. Schauplätze sind Beirut, Jerusalem, Gaza, Kairo, Damaskus, Aleppo, Bagdad, Orte, die die Journalistin Michael Jansen seit 1961 immer wieder besucht. Beim Lesen verdichtet sich ihre Erzählung; sie legt Verbindungen und historische Hintergründe offen, und gerade die persönliche Dimension entwickelt in ihr einen unglaublichen Sog. Das Buch beginnt mit Szenen aus Kairo 2011 während des Arabischen Frühlings. Und auf nur fünf Seiten, mit großer Lust geschrieben, bekommt der Leser eine Tiefenbohrung in die ägyptische Geschichte präsentiert, die über die sechziger Jahre bis ins 13. Jahrhundert zurückreicht und einen wachgerüttelt und neugierig geworden zurücklässt. Das Buch ist gleichermaßen eine Autobiografie vor dem Hintergrund des Nahostkonflikts wie eine Langzeitreportage über eben diesen Konflikt und all seine Auswüchse im turbulenten 20. und frühen 21.Jahrhundert. Erklärungen gibt Michael Jansen zwischen den Zeilen. Die Art, wie sie die Leserin, den Leser an ihren Beobachtungen teilnehmen lässt, vermittelt Erfahrung und ein tiefes Verständnis für die arabische Welt.

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Ringsum saß die Nachbarschaft erstarrt vor ihren Bildschirmen, die in der Dunkelheit schwach leuchteten, dann jubelte einer nach dem anderen und in ganz Beirut ertönten Freudenschüsse; Kirchenglocken läuteten zur Unterstützung. Nur wenige schliefen gut in jener Nacht. Viele hofften, der Konflikt werde nun enden und Politiker und Milizen würden Ahdab ernst nehmen.

Am nächsten Morgen spazierten wir nach Raouché zum Haus unserer Freunde, den Radis. Ma Radi kochte wie immer, ihre Töchter Selma und Nuha durchsuchten das libanesische Radio nach Neuigkeiten über den Putsch, über Ahdab, den plötzlichen Helden. Kriegsmüde Libanesen aus allen Gemeinden riefen bei Radiosendern an, um Ahdab ihre Unterstützung zuzusichern und seinen Schritt gutzuheißen, den Krieg zu beenden. Anrufe kamen aus den sunnitischen Städten Sidon und Tripoli, aus christlichen und drusischen Bergdörfern, und von beiden Seiten der Beiruter Trennlinie. Anrufer nannten ihre Namen und riskierten damit Vergeltung durch lokale Milizen.

Die libanesische Regierung und Syrien, das Frangieh unterstützte, ignorierten Ahdab. Kurz nach dem fehlgeschlagenen Coup trat Frangieh mit 65 Jahren zurück. Für einen Augenblick setzte der Krieg aus.

Schemlan, Libanon, Frühjahr 1976

In einer durch den Krieg aus den Fugen geratenen Welt war mir das zyprische Radio ein Rettungsort. Ich saß in der kühlen, von einem Feigenbaum überschatteten Bibliothek unseres Hauses und hörte Mikis Theodorakis’ Revolutionslieder und Manos Hadjidakis’ poetische Melodien. Auf einem gelben Notizblock schrieb ich an einem Buch über den Putsch der griechischen Junta und die darauffolgende türkische Invasion und Besetzung Nordzyperns. Ich schrieb über unser geplündertes Haus in der Nähe des Marktes in der Küstenstadt Kyrenia. Ich schrieb, während Granaten aus der 75-mm-Haubitze in Ainab über unsere Köpfe hinwegdröhnten, um jenseits der breiten Schnellstraße nach Damaskus im maronitischen Gebirge ein abgelegenes Dorf zu treffen. In unserem Garten saß Neville Thomas bei Erdbeeren mit Sahne. Er war ein ehemaliger Offizier der britischen Armee, der mit seiner Frau Rosemary in einem Haus über Schemlan wohnte. Neville warnte uns, dass wir gut in Deckung gehen sollten, wenn eine Granate ein heulendes Geräusch mache, weil sie dann kreiselte und jederzeit einschlagen könne. Wir hatten nur zwei Dächer, das Dach des Hauses selbst und die Decke zwischen Wohnzimmer und Bibliothek. Während ich schrieb, las Godfrey auf seinem üblichen Platz, dem Diwan im Wohnzimmer, und Marya erhielt von George oder Elie, die ihre Kalaschnikows an der Hintertür abgelegt hatten, Französisch- und Matheunterricht. George und Elie waren die Söhne unseres Nachbarn Nimr Eid. Sie unterrichteten Marya privat weiter, nachdem ihre Schule geschlossen worden war.

Elie, fröhlich und rundgesichtig, hatte im Dezember in der »Schlacht der Hotels« gekämpft und die Gefechte unversehrt überstanden. George, groß und dünn, half seinem Vater in dem Geschäft unterhalb der Anhöhe mit der Kirche. Selim, der Schlachter, der immer eine kleine Schafherde auf der Wiese gegenüber von seinem Laden weiden ließ, versorgte während dieser kargen Monate das Dorf mit Lebensmitteln. Wenn wir nach Beirut fuhren, kauften wir in der Bäckerei in Aramoun stets einige Brote für Freunde im Dorf, die nicht in die Stadt hinunterfahren wollten, weil sie sich vor konfessionellen Kontrollpunkten, Entführungen und Mord fürchteten.

Wir legten einen Grundlebensmittelvorrat an, falls wir im Dorf eingeschlossen werden sollten, Linsen, Bohnen, Mehl, Corned-Beef-Büchsen, Milchpulver, Kaffee und Tee, und Holzkohle zum Kochen, falls es kein Flaschengas mehr geben sollte.

Schemlan und Beirut, Libanon, Juni 1976

Marya wollte nicht bei unseren Nachbarn Penny und Eric im Dorf bleiben. Die beiden wohnten in Nimr Eids altem Haus um die Ecke. So fuhren wir im Mercedes von Pennys Eltern, eine Leihgabe, nachdem wir unseren panzerartigen Volvo in Damaskus gelassen hatten, zu dritt nach Beirut. Auf dem Weg ins Tal hielten wir an der Zapfsäule in Bchamoun, um Öl für den Generator bei Reuters zu kaufen, von wo Godfrey seine Artikel an den Economist schickte. Auf der Küstenstraße und in Ras Beirut lief der Verkehr nur zäh. Wir fuhren am Zaun des Sanayeh-Parks entlang und hielten vor dem Büro der Nachrichtenagentur. Im selben Moment, als wir drei in die schützende Eingangshalle traten, schlug draußen eine Mörsergranate ein und erschütterte das Gebäude bis in die Grundmauern. Ein bleicher Journalist hatte sich in der Halle in Sicherheit gebracht und sagte: »Heute Vormittag ist es besonders schlimm.« Godfrey ging die Treppe hinauf, um seinen Artikel und das Öl abzuliefern, unsere bescheidene Spende für die Telexbenutzung. Als er wiederkam, spähten wir vorsichtig aus der Eingangshalle um die Ecke und sahen, dass das Auto voller Erdbrocken und zerfetzter Blätter war. Die Mörsergranate war direkt neben dem schmiedeeisernen Zaun im Park eingeschlagen, hatte ringsum alles mit Erde und Schutt verdreckt, aber keinen ernsthaften Schaden verursacht.

Erschrocken über unser knappes Entkommen, fuhren wir durch die leeren Straßen schnell zu Nicoles Apartmentblock in der Verdunstraße. Wir liefen zu ihrer Wohnung hinauf. Sie bereitete in aller Ruhe das Mittagessen zu. »Wie wär’s mit einem Drink?«, fragte sie, nachdem wir ihr von der Granate erzählt hatten. »Mohammad hat gerade angerufen, er kommt auch gleich vorbei.«

Weil ich etwas im Auto vergessen hatte, lief ich noch einmal rasch die Treppe zum Parkplatz hinunter. Dort stand Mohammad Machnouk gegen sein Auto gelehnt. Was war passiert? »Ich bin aus dem Büro und habe abgeschlossen, dann ist mir eingefallen, dass ich ein paar Unterlagen mitnehmen wollte. Aber als ich den Schlüssel ins Schloss steckte, ist eine Granate im Zimmer eingeschlagen und die Tür ist rausgeflogen. Wäre ich drinnen gewesen, wäre ich jetzt tot.« Als wir in Nicoles Wohnung zurückkamen, schenkte sie ihm einen großen Brandy ein.

Jeder hatte eine Geschichte. Nicole hatte am anderen Ende des Moderatorentisches gesessen, als Ahdab seinen populären, aber sinnlosen Putsch durchgeführt hatte. Wir selbst waren auf dem Weg nach Schemlan zwischen der Küste und Bchamoun in einen Luftangriff libanesischer Hawker Hunters auf Rebellen geraten. Die Männer, mit Gewehren bewaffnete, uniformierte Drusen, hatten uns zugewinkt.

Unser Nachbar Eric stand eines Tages vor unserer Hintertür, mit zitternden Händen und trübem Blick, und verlangte einen großen Whisky. »Ich bin auf der Küstenstraße gefahren, als zwei bewaffnete Männer mich angehalten haben und meinen Ausweis sehen wollten. Sie sind ins Auto eingestiegen. Der Dünne vorne und der Dicke hinten. Sie wollten Zigaretten und Geld. Ich habe ihnen meine Schachtel gegeben und die paar Pfund, die ich dabeihatte. ›Ist das alles?‹, hat der Dicke gefragt, und mit seiner Kalaschnikow ein Stück Stoff hochgeschoben, das von der Decke hing. ›Ja.‹ Da haben sie gelacht und mir gesagt, ich solle anhalten, haben mir mein Geld zurückgegeben und die Zigaretten und mir viel Glück gewünscht, dann sind sie wieder ausgestiegen. Ich dachte, mein letztes Stündchen habe geschlagen. Erzählt Penny nichts davon.« Eric hatte Revolutionen in Lateinamerika überlebt und uns die Kunst des Fertigens und Werfens von Molotowcocktails erklärt. »Wenn du sie zum Schleudern bringst, dann haben sie mehr Kraft.«

Mörsergranaten kündigten sich durch das Klimpern von Granatsplittern auf unserem roten Ziegeldach an. Balu bellte draußen wie wild, bis wir sie ins Haus ließen. Vom Range Rover des British Middle East Centre for Arab Studies, allgemein als »die Spionschule« bekannt, hieß es, man habe ihn im Garten vergraben, so lange das Institut wegen der eskalierenden Gefechte geschlossen blieb. Raymond, ein Kommilitone aus meinem Wirtschaftskurs an der AUB, ging nicht mehr zu seiner Arbeit in der Hauptstadt, weil er Angst vor Entführung und einem Tod durch Bomben oder Kugeln hatte. Er wurde in seinem Garten getötet, als er seine Minze goss. Seine sterblichen Überreste wurden in Schuhkartons auf dem Dorffriedhof beigesetzt. Während unserer Zeit im Dorf war er unser erstes und einziges Todesopfer. Später gab es noch mehr Tote, der Schmied, die Krankenschwester, ihr Ehemann und ein älterer Herr, der bei den beiden logiert hatte. Eine ganze Familie, die an der Straße unterhalb Schemlans wohnte, wurde massakriert.

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